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  • Mit ihren Bankgeschäften können Verbraucher zu Klimaschutz und weiteren nachhaltigen Entwicklungen beitragen.

  • Die einzelnen Öko- und Ethikbanken stellen unterschiedliche Nachhaltigkeitskriterien in den Fokus und auch konventionelle Banken richten ihre Angebote auf Nachhaltigkeit aus.

  • Welche "grünen" Girokonten gibt es und was kosten Sie?

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Sparer und Anleger, die Wert darauf legen, dass mit ihrem Geld nachhaltig gewirtschaftet wird, stoßen in der Bankenwelt auf ein Marktsegment. Weit mehr als ein Dutzend Geldhäuser richten ihr Geschäft konsequent so aus. Sie haben einen ökologischen oder sozialen Impetus, manche einen kirchlichen Hintergrund. Eine Reihe dieser „Nachhaltigkeitsbanken“ sind seit Jahrzehnten im Markt, teils reichen die Wurzeln weiter zurück. Sie bieten die gängigen Finanzprodukte und -dienstleistungen, von GirokontenKrediten und Sparanlagen bis hin zu Fonds.

Seit einer Weile erschließen Start-Up-Unternehmen der Finanzwirtschaft, Fintechs genannt, diesen Markt – etwa mit „grünen“ Online-Girokonten oder digitalen Vermögensverwaltern, sogenannte Robo-Advisor, die Anlegern ermöglichen in nachhaltige Fonds zu investieren. Und auch konventionelle Banken bewegen sich in Richtung Grün, das gilt besonders für das Geschäft mit Wertpapieren. Finanzprodukten wie Giro- oder Sparkonten bei solchen Geldhäusern liegt in den meisten Fällen kein ethisch-ökologischer Ansatz zugrunde.

Unter den Nachhaltigkeitsbanken gibt es Direktbanken und Institute, die einige Filialen betreiben. Das Produktspektrum unterscheidet sich zum Teil von Bank zu Bank deutlich, ebenso Preise und Gebühren. Zudem differieren die Nachhaltigkeitsstrategien.

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Ethikbank, faire oder nachhaltige Bank: Ist das das Gleiche?

Ökobanken, Sozialbanken, faire Banken oder Ethikbanken, für nachhaltige Banken kursieren hierzulande unterschiedliche Bezeichnungen. Zum Ziel haben sie alle jedoch ein gemeinsames: Sie verwenden Kundengelder nur für ethisch vertretbare und ökologisch nachhaltige Vorhaben.

Nach einer Erhebung unter 16 Nachhaltigkeitsbanken beliefen sich deren Kundeneinlagen Ende 2019 auf insgesamt 40,9 Milliarden Euro, das waren 2,3 Milliarden Euro mehr als im Dezember 2018. Gut 25 Milliarden Euro davon flossen in Unternehmenskredite zur Finanzierung eines ökologischen oder sozialen Mehrwerts. Das berichtet der Verband "Forum Nachhaltige Geldanlagen" (FNG). Zum Vergleich: Die Einlagen von Privathaushalten und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck bei allen deutschen Banken beziffert die Deutsche Bundesbank im ersten Quartal 2020 auf 1.567,8 Milliarden Euro.

So vergleichsweise klein das Einlagevolumen bei den Nachhaltigkeitsbanken ist, es wächst kontinuierlich. Das FNG taxiert das Wachstum bei Girokonten, Sparbüchern und Tagesgeld auf durchschnittlich fünf Prozent im Jahr. "Wir erwarten, dass die Vorgaben der Europäischen Kommission zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums die Entwicklung stark beschleunigen", sagt FNG-Referent Simon Dittrich. Unter anderem werde Nachhaltigkeit in Anlageberatungsgesprächen grundsätzlich thematisiert. Überdies sollen Offenlegungspflichten für Geldhäuser gelten. Bis dato erfahren viele Sparer kaum etwas darüber, inwieweit zum Beispiel im Kreditgeschäft ethisch-ökologische Kriterien herangezogen werden. "Banken bleiben in Berichten zu ihrer unternehmerischen Verantwortung oft vage", resümierte die Stiftung Warentest im Jahr 2019. 

Dividenden von bis zu zehn Prozent

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Wodurch zeichnen sich Umwelt- und Ethikbanken aus?

Nachhaltigkeitsbanken legen offen, in welche Branchen und Projekte sie das Geld von Kunden investieren. Sie listen die ESG-Kriterien (Environmental Social Governance) – also Kriterien im Hinblick auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung – im Einzelnen auf, nach denen sie ethisch fragwürdige Kreditvergaben ausschließen oder, im umgekehrten Fall, nachhaltige Unternehmungen auswählen. Die Finanzierungsschwerpunkte unterscheiden sich. Das gilt auch für den Gesichtspunkt, ob kritische Geschäftsfelder vollständig oder nur weitgehend außen vorbleiben.

Wann von Nachhaltigkeit die Rede sein kann, dafür gibt es nach wie vor keine einheitlichen Regeln. Der am häufigsten verwendete definitorische Ansatz baut auf Negativkriterien auf, auch Ausschlusskriterien genannt. Umwelt- und Ethikbanken verwenden eine Vielzahl solcher Kriterien. Biallo hat exemplarisch bei einigen Instituten nachgefragt, inwieweit aus ökologischer und sozialer Sicht besonders relevante Ausschlusskriterien erfüllt sind. Alle befragten Banken vergeben Kredite ausschließlich auf der Grundlage der ESG-Kriterien. Dabei werden je nach Bank neben Negativkriterien weitere Selektionsansätze angewandt. Kredite fließen gezielt in den Ausbau erneuerbarer Energien, ökologische Bauvorhaben und nachhaltige Landwirtschaft. Weitere Investitionsschwerpunkte sind Bildung, Gesundheit, Altenpflege und Kultur. Der Nachhaltigkeitsgedanke wird insgesamt immer wichtiger – so liegen beispielsweise auch Ökohäuser und Green Buildings im Trend: Nachhaltiges Bauen wird vom Staat sogar mit Geld belohnt.

Biallo-Tipp

Sie bezahlen bargeldlos noch mit Ihrer Giro- oder  Kreditkarte einer klassischen Bank? Ökologisch korrekt können Sie das mit nachhaltigen Kreditkarten. Einige dieser Exemplare haben wir in puncto Ökologie, Kosten und Extras genauer angeschaut:  Nachhaltige Kreditkarten im Vergleich

Selbstverpflichtung, ESG-Kriterien und Engagement

Ein Bild davon, wie sich „grüne“ Banken von anderen abheben, zeichnet das Onlineportal Fairfinanceguide. Dahinter stehen die Nichtregierungsorganisation Facing Finance, die Verbraucherzentrale Bremen und das Südwind-Institut. Sie beleuchten, inwieweit die von Banken veröffentlichten Selbstverpflichtungen mit internationalen Nachhaltigkeitsstandards übereinstimmen. Aktuell sind auf der Website, die von der Stiftung Umwelt und Entwicklung in Nordrhein-Westfalen unterstützt wird, 16 Geldhäuser aufgeführt. Das im Ranking am besten abschneidende konventionelle Geldhaus ist die ING, welche 55 Prozent der Bewertungskriterien erfüllt. Die Werte für die grünen Banken liegen zwischen 80 und maximal 95 Prozent, wobei die GLS Bank und die Ethikbank mit mehr als 90 Prozent bewertet wurden.

Auch Ratingagenturen sehen große Unterschiede: "Umwelt- und Ethikbanken sind mit ihren Nachhaltigkeitsstrategien anderen Banken meist weit voraus. Das betrifft die Güte der ESG-Kriterien, die Härte der Ausschlüsse und zeigt sich an der Transparenz gegenüber Kunden und optional gegenüber der Öffentlichkeit", sagt Michael Zahn von der Nachhaltigkeitsratingagentur "imug". "Viele konventionelle Institute wenden ESG-Kriterien nicht umfassend an, sondern nur in einigen Bereichen wie beispielsweise der Vermögensverwaltung", erklärt der Experte.

Das bedeutet nicht, dass konventionelle Kreditinstitute in jedem Fall zwangsläufig weniger in ökologischer oder sozialer Hinsicht anstoßen als alternative Banken. FNG-Referent Simon Dittrich verweist auf den Anlageansatz "Engagement". Der Begriff steht für das Bestreben von Investoren, Unternehmen dahingehend zu beeinflussen, ethischen Faktoren Rechnung zu tragen. "Eine große Bank, die Engagement betreibt, kann im Vergleich zu einer kleinen Spezialbank viel bewirken", sagt Dittrich.

Ist meine Bank nachhaltig?

Stellen Sie sich die Frage, wie es eigentlich um die Nachhaltigkeit Ihrer Bank steht? Die schlechte Nachricht ist: Aus Studien, etwa der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald, geht hervor, dass die Mehrzahl der deutschen Geldinstitute die Kohle-, Atom- und Rüstungsindustrie mitfinanziert. Die gute Nachricht hingegen ist: "Die Banken reagieren zunehmend auf den öffentlichen Druck und schränken klimaschädliche und andere unethische Geschäfte immer mehr ein", erklärt Urgewald.

Als positives Beispiel nennt die Organisation die Sparda Bank München. Sie verfolge "einen ganzheitlichen, wenn auch nicht vollkommen konsequenten, Ansatz in Sachen Ethik und Nachhaltigkeit". Sie schließt für Eigenanlagen unter anderem Geschäfte in Verbindung mit Kohle, Gas, Erdöl und kontroversen Waffen aus. Überdies erstellt das genossenschaftliche Institut jährlich eine sogenannte Gemeinwohl-Bilanz. Ihr lässt sich zum Beispiel entnehmen, wie groß der "ökologische Fußabdruck" der Bank ist, wie gerecht die Einkommensverteilung ist und wie transparent sie sich gegenüber Kunden zeigt. Ein weiteres Beispiel für ein genossenschaftliches Institut, das Nachhaltigkeit in den Fokus rückt, ist die Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing. 

Zur Ethikbank wechseln? So einfach gelingt der Kontowechsel!

Sie möchten mit Ihrem Girokonto zu einer Ethikank wechseln? Das ist kinderleicht. Denn die Banken übertragen selbstständig sämtliche Zahlungsaufträge von einem Konto zum anderen. Auch dann, wenn Sie von einer konventionellen zu einer nachhaltigen Bank wechseln. Lesen Sie dazu unseren Beitrag:  So klappt es mit dem Kontowechsel

Unter den Sparkassen verweisen die Marktbeobachter von Urgewald auf die Sparkasse Hannover. Im Vergleich zu anderen Sparkassen sei sie "auf niedrigem Niveau, erkennbar ambitionierter", sagt Urgewald-Sprecher Moritz Schröder-Therre. Ein anderes Beispiel sei die Sparkasse Köln-Bonn, die Richtlinien zum Ausschluss von Kohlefinanzierung entwickle. "Das ist alles noch ganz und gar nicht ethisch konsequent, aber es tut sich etwas im Sparkassensektor", sagt Schröder-Therre.

Im neuen Banken-Vergleich von Fairfinanceguide deckt die Sparkasse Köln-Bonn 52 Prozent der Bewertungskriterien ab. Besser bewertet werden unter den konventionellen Geldhäusern nur die Direktbank ING und die Landesbank Baden-Württemberg. Am Ende des Rankings sind die DZ Bank, die Bayerische Landesbank und die Stadtsparkasse Düsseldorf gelistet.

Wie die 25 größten deutschen Geldhäuser mit dem Thema umgehen, hat die Ratingagentur "imug" im Jahr 2019 in einem „ESG-Stresstest“ untersucht. Unter den ersten vier Banken in diesem Ranking taucht – neben drei Immobilienfinanzierern – die Deutsche Kreditbank (DKB) auf. Das Geldinstitut mit Sitz in Berlin fokussiert bei Kreditvergabe auf der Basis der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) der Vereinten Nationen auf acht Kundengruppen. ESG-Positivkriterien sind beispielsweise "Wohnen", "Gesundheit und Pflege", "Energie und Versorgung" oder "Kommunen, Bildung, Forschung". Zusätzlich gelten Negativkriterien wie „Wirtschaftskriminalität“ und „Geldwäsche“. Die Kredite der DKB auf der Basis von ESG-Kriterien summierten sich 2019 auf mehr als 54 Milliarden Euro. Das waren nach Angaben der Bank fast 78 Prozent des gesamten Kreditportfolios. Rund zehn Milliarden Euro davon waren laut Nachhaltigkeitsbericht für den Ausbau erneuerbarer Energien.

Unterschiedlich weit in der Ausrichtung auf Nachhaltigkeit sind auch die vier größten Anbieter von Publikumsfonds – DWS, Union Investment, Allianz und Deka – auf sie entfallen laut Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) mehr als zwei Drittel des Absatzvolumens. Die umfassendsten Ausschlussregeln für Kohleinvestments bei allen Fonds wendet Urgewald zufolge Union Investment an, dennoch gelange frisches Kapital in Kohlefirmen. Die Deka habe erst kürzlich "deutlich schwächere" Regeln festgelegt, heißt es. Ebenso fänden sich in DWS-Fonds Namen von Kohlekraftwerksplanern. Die Allianz habe nur für die eigenen Geldanlagen Schranken gegenüber der Kohlewirtschaft eingeführt, nicht aber für das Fondsgeschäft. Auch in die Rüstungsindustrie leiten die Fondsgesellschaften Geld. "Positive Ausnahme bilden zum Teil die Nachhaltigkeitsfonds der vier Anbieter", berichtet die Umweltorganisation.

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Welche Banken sind nachhaltig?

Wer bei einer grünen Spezialbank ein Konto eröffnet und sicher gehen will, dass bestimmte Branchen mit seinem Geld nicht finanziert werden, sollte sich die ESG-Kriterien im Einzelnen ansehen. Unterschiede zwischen Geldhäusern zeigen sich zum Beispiel in puncto fossile Energieträger, Atomenergie, Waffen- und Rüstungsgüter. Geldhäuser, die all das komplett von Investitionen ausschließen, sind die Triodos Bank, GLS-Bank, Umweltbank und Ethikbank. Andere räumen teils Toleranzwerte ein, was den Umsatzanteil des Kreditnehmers in fragwürdigen Geschäftsfeldern angeht.

In der Niedrigzinsphase ist bei Nachhaltigkeitsbanken – wie bei anderen Geldhäusern – das Angebot an Sparprodukten ausgedünnt. Tagesgeld und längerfristige Sparanlagen bringen kaum oder keine Zinsen. Auch berechnen einige grüne Banken inzwischen Negativzinsen bei höheren Einlagen auf dem Tagesgeldkonto oder Tagesgeld- und Girokonto. Das sehen etwa Triodos Bank, GLS Bank, Umweltbank, Ethikbank und Steyler Bank vor.

Biallo-Tipp

Rund 370 Banken und Sparkassen verlangen mittlerweile  Negativzinsen im Privatkundenbereich. Das ergab eine Biallo-Untersuchung bei knapp 1.300 Instituten.

Triodos Bank

Die Triodos Bank ist die größte Nachhaltigkeitsbank in Europa. Sie wurde 1980 in den Niederlanden gegründet und ist in vier weiteren europäischen Ländern vertreten. Seit 2010 agiert die Direktbank in Deutschland, wo sie nach eigenen Angaben 30.000 Kunden hat, rund die Hälfte davon mit Girokonto. Das Produktportfolio für Privatkunden umfasst neben Konten und Kreditkarten, Sparanlagen sowie einige Fonds. Bei den Wertpapieren handelt es sich um Triodos-Produkte und Fonds anderer Anbieter, alle erfüllen die ESG-Kriterien der Bank.


GLS-Bank

Die GLS-Bank ist eine eingetragene Genossenschaft. Die Gründung reicht auf das Jahr 1974 zurück. Aktuell zählt die Genossenschaft mehr als 45.000 Mitglieder. Die Bank ist Mitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR). Sie hat ihren Hauptsitz in Bochum und Niederlassungen in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Freiburg und München. Das Produkt- und Dienstleistungsspektrum ist breit, es gibt Sparanlagen, Baufinanzierungen, Geldanlagen wie Aktienfonds, Mikrofinanzfonds und Crowdinvestments. Überdies vermittelt die Bank ethisch-ökologische Versicherungsprodukte für die Altersvorsorge. Bei der Eröffnung eines Girokontos können Privatkunden und Geschäftskunden wählen, was mit ihren Einlagen finanziert werden soll – etwa das Gesundheits- oder Bildungswesen, regenerative Energien oder Kulturprojekte.

Das Geschäft mit Fonds bündelt die Bank seit Mai dieses Jahres in einer neuen Tochtergesellschaft. Die "GLS Investment Management" soll das Angebot erweitern. Aktuell gibt es vier Fonds, die laut Unternehmen mehr als Milliarde Euro verwalten. Weitere sollen folgen, auch andere Anlagekassen und neue sozial-ökologische Investitionsschwerpunkte zieht die Tochter ins Kalkül. Außerdem soll die neue GLS-Tochter, das internationale Netzwerk der GLS für Investitionsziele ausbauen. Kapital will man etwa in "wirkungsstarke Unternehmen im globalen Süden" leiten. "Hier sehen wir beispielsweise Chancen für wirkliches Impact Investment", sagt Co-Geschäftsführer Marvin Mechelse.


Umweltbank

Die Umweltbank gibt es seit Mitte der 1990er-Jahre. Die Direktbank hat ihren Sitz in Nürnberg. Sie ist das einzige grüne Geldhaus, das an der Börse gelistet ist. Seit Gründung hat es eigenen Angaben zufolge mehr als 23.000 Umweltprojekte in Deutschland finanziert. Das Kreditvolumen entfällt größtenteils auf Solarenergieprojekte, dahinter folgen Wohnimmobilien sowie Wind- und Wasserkraftprojekte. Die Zahl der Kunden liegt bei 120.000. Die Bank bietet Privatkunden ethisch-ökologische Sparanlagen, Wertpapiere, Versicherungsprodukte und Baufinanzierungen. Baukredite gibt es speziell auch für Bauherren, die sich zu Baugemeinschaften zusammentun.

Ein Girokonto wird nicht angeboten.

Ethikbank

Die Ethikbank wendet Ausschlusskriterien ähnlich stringent an, sie klammert nahezu alle abgefragten kritischen Geschäftsfelder aus – allein für die Agrochemie-Sparte trifft das nicht zu. Die bundesweit tätige Direktbank ist ein Tochterunternehmen der Volksbank Eisenberg in Thüringen und wurde im Jahr 2002 gegründet. Zum Angebot gehören Girokonten und Karten, Verbraucherkredite, Baufinanzierungen sowie Sparanlagen und Fonds. Die Fonds sind keine eigenen Produkte, sondern stammen von Union Investment, der Investmentgesellschaft der DZ Bank. Darunter befindet sich ein Nachhaltigkeitsfonds, der sämtliche ESG-Kriterien der Ethikbank  erfüllt. Kunden, die eine Baufinanzierung benötigen, bietet das Geldhaus Zinsen, die geringer ausfallen, desto ökologischer das Bauvorhaben ist. Kriterien sind "Energieeffizienz", "regenerative Energien" und "ökologische Baustoffe". Die Bank zählt rund 36.000 Kundenkonten, bei 20.000 handelt sich um Girokonten.


Evangelische Bank

Die Evangelische Bank ist die größte Kirchenbank Deutschlands. Das genossenschaftliche Geldhaus ging 2014 aus der Verschmelzung zweier evangelischer Kreditinstitute hervor. Der Hauptsitz ist in Kassel, Geschäftsstellen gibt es in Kiel, Hamburg, Schwerin, Berlin, Hannover, Eisenach, Erfurt, Frankfurt, Speyer, Karlsruhe, Stuttgart, Nürnberg und München. Die Kirchenbank räumt bei mehreren ESG-Ausschlusskriterien Toleranzwerte ein. So toleriert sie beispielsweise bei der Kreditvergabe Unternehmen, die einen Teil des Umsatzes durch Produktion thermischer Kohle und Energiegewinnung aus Kohle erwirtschaften. Auch Firmen, die in der Rüstungs- und Atomwirtschaft aktiv sind, sind nicht gänzlich vom Kreditgeschäft ausgeschlossen. Toleranzwerte gelten zudem für Umsätze mit Gentechnik in der Landwirtschaft und im Glücksspiel. Das Angebot umfasst gängige Finanzprodukte wie unterschiedliche Girokonten für Privatkunden und Geschäftstreibende, Tages- oder Festgeldkonten für Privatkunden gibt es derzeit nicht. Die Fonds, die die Evangelische Bank vermittelt, sind von Union Investment, die Versicherungsprodukte von der R+V Versicherung.


Pax Bank

Die Pax Bank ist ein katholischer Finanzdienstleister. Sie wurde 1917 von Priestern in Köln gegründet, wo sich auch heute noch der Hauptsitz befindet. Das genossenschaftlich organisierte Institut betreibt Filialen in Köln, Aachen, Mainz, Trier, Essen, Erfurt und Berlin – zudem gibt es eine Geschäftsstelle in Heilbad Heiligenstadt sowie eine Repräsentanz in Rom. Kunden des Geldhauses sind Bistümer, Ordensgemeinschaften, Kirchengemeinden und gemeinnützige soziale Einrichtungen. Darüber hinaus ist die Bank im Privatkundengeschäft tätig. Bei Krediten und Investments nimmt die Pax Bank einige kritische Geschäftsfelder in geringem Umfang in Kauf. Das gilt für Kohleverstromung, das Geschäft mit Ölsanden und Teerschiefern sowie Atomstrom. Toleranzwerte sind überdies für Umsätze mit Glücksspiel und Gentechnik in der Landwirtschaft vorgesehen. Das Geldhaus bietet die Leistungen einer Universalbank. Schwerpunkte sind Girokonten für Privatleute und Institutionen, die Vermögensverwaltung und auch die Baufinanzierung. Zu den Publikumsfonds, die die Pax-Bank vertreibt, gehören selbst aufgelegte Fonds sowie Produkte von Union Investment. Das Portfolio beinhaltet darüber hinaus Mikrofinanzfonds, Aktien, Anleihen und Zertifikate.


Steyler Bank

Hinter der Steyler Bank steht die katholische Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare. Sie ist eine Direktbank und existiert seit 1964. Die Geschäftsstelle befindet sich in Sankt Augustin bei Bonn, eine weitere Niederlassung gibt es in Österreich. Zur Klientel zählen Privatkunden wie auch institutionelle Kunden innerhalb und außerhalb der Kirche. Das Kreditgeschäft besteht laut Geschäftsbericht "zum überwiegenden Teil aus Finanzierungen von eigen- und fremdgenutztem Wohneigentum". Gewinne der Bank dienen zur Finanzierung von Hilfsprojekten. Die ESG-Kriterien des Geldhauses sind teils mit Toleranzwerten unterlegt. Fossile Energieträger werden im Geschäft mit Wertpapieren nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen. Das ist auch bei Waffen- und Rüstungsgütern sowie Glücksspiel der Fall. Das Portfolio umfasst Konten, Karten, Spar- und Geldanlagen, Kredite und Versicherungen. Die Steyler Bank legt selber Fonds auf und hat Wertpapiere anderer Anbieter im Programm.


Evenord-Bank

Die Evenord-Bank wurde 1961 ins Leben gerufen. Sie hat eine Geschäftsstelle in Nürnberg und ist regional tätig. Das genossenschaftliche Institut hat sich der Finanzgruppe der Volks- und Raiffeisenbanken angeschlossen. Seit 2015 steuert es seine Geschäfte nach ethisch-ökologischen Grundsätzen. Das ESG-Regelwerk ist vergleichsweise durchlässig. Nicht tabu sind Kredite für Massentierhaltung, Gentechnik in der Landwirtschaft, Glücksspiel und Agrochemie. Toleranzwerte gelten grundsätzlich für Investments im Zusammenhang mit dem Abbau von Kohle und der Förderung von Erdöl. Was Finanzprodukte und -dienstleistungen betrifft, ist die Genossenschaftsbank breit aufgestellt. Das Spektrum reicht von Girokontomodellen – für Privat- und Geschäftskunden – und Festgeldkonten bis zu Versicherungsprodukten. Die Fonds kommen aus dem Portfolio von Union Investment. Die Versicherungsprodukte sind von R+V.


Gibt es kostenlose "grüne" Girokonten?

Mit dem Girokonto-Vergleich von biallo.de können Verbraucher rund 5.000 Kontomodelle von knapp 1.300 Banken und Sparkassen vergleichen. Trotz weitreichender Gebührenerhöhungen finden sich auch weiterhin kostenlose Girokonten – auch solche mit einem Nachhaltigkeitsansatz. Kostenlos nach der Definition der Verbraucherschützer bedeutet: keine Kontoführungsgebühr, kein Mindestgeldeingang, kostenlose Debitkarte, keine Kosten für Überweisungen.

Ein Fintech, das grüne Girokonten anbietet, ist Tomorrow. Das Start-Up, das selbst keine Banklizenz hat, kooperiert mit der ebenfalls noch jungen Solarisbank. Die sieht sich als "Banking-as-a-Service-Plattform" und ermöglicht es Unternehmen ohne Banklizenz, Finanzdienstleistungen anzubieten. Die Solarisbank selbst ist keine Nachhaltigkeitsbank. Tomorrow hat eine Banking-App entwickelt. Girokonto-Kunden unterstützen mit jeder Kartenzahlung Umweltprojekte. Ein Teil des Interbankenentgelts, das bei jeder Kartenzahlung der Finanzdienstleister erhält, fließt laut Unternehmen in solche Projekte. Dazu kooperiert das Start-Up mit "Climate Partner", einem Anbieter von CO2-Zertifikaten. Daneben legt Tomorrow einen Teil der Kundeneinlagen nachhaltig an. Investiert wird in einen Mikrofinanzfonds und einen Green Bond der Förderbank Nordrhein-Westfalen. "Kein Cent dieser Einlagen fließt in gestrige Branchen wie Rüstung, Massentierhaltung oder Kohlekraft", betont der Finanzdienstleister. Von den Einlagen der laut Website 40.000 Kunden stecken knapp zehn Millionen Euro in nachhaltigen Projekten. "Geld, welches nicht investiert ist, ist bei der Bundesbank geparkt", heißt es.

Ein großes Geldhaus mit kostenlosem Girokonto und nachhaltiger Ausrichtung ist die DKB. Das Kontomodell "DKB Cash" der Direktbank, die vier Millionen Kunden ausweist, eignet sich besonders für Menschen, die oft im Ausland unterwegs sind. Denn zum Konto gibt es eine gebührenfreie Visakarte. Auf wessen Konto monatlich mindestens 700 Euro eingehen, der kann mit der Karte weltweit kostenlos Bargeld abheben. Allein Gebühren, die Automatenbetreiber in ein paar Ländern von sich aus erheben, übernimmt die DKB nicht. Wer weniger als 700 Euro jeden Monat auf sein Konto erhält, kann mit der Visa-Karte innerhalb der Eurozone kostenlos Bargeld ziehen, außerhalb der Eurozone fällt ein Entgelt in Höhe von 1,75 Prozent an.

Ein Geldhaus, das der Fachverband FNG seit Neuem zu den Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus zählt, ist die Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing. Sie ist eine der Genossenschaftsbanken, die ein kostenloses Konto ermöglicht, wenn auf diesem Lohn, Gehalt oder Rente eingeht und der Inhaber oder der Ehepartner beziehungsweise Lebenspartner fünf sogenannte "Treuepunkte" gesammelt haben. Das Geldhaus überlässt es Kunden zu entscheiden, wofür Einlagen eingesetzt werden. Das Geld dient immer für Projekte in der Region. Zur Auswahl stehen zum Beispiel Umweltprojekte, Kredite für Betriebe vor Ort oder für Menschen, die ein Eigenheim errichten oder ihr Studium finanzieren wollen.

"Ganz ohne Papier und Plastik" sowie mit nachhaltigen Kreditkarten aus Maisstärke funktioniert das Banking mit dem Konto "GiroGreen" der PSD Bank Berlin-Brandenburg. Hier handelt es sich um ein reines Smartphone-Konto mit einem monatlichen Grundpreis von 1,00 Euro. Die Girocard und Online-Überweisungen (inklusive Echtzeitüberweisung) sind kostenlos und immer digital per App verfügbar. Das digitale Bezahlen funktioniert per Apple Pay und 24-mal pro Jahr erhalten Kunden mit ihrer Visa-Karte gebührenfrei Bargeld am Geldautomaten im Ausland.

 

Im Vergleich: Was kosten "grüne" Girokonten?

Mit nachhaltigen Girokonten kann man Gutes tun. Der Grundpreis für "grüne" Girokonten ist bei den Spezialbanken im Schnitt höher als bei konventionellen Banken. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht der nachhaltigen Girokonten und was sie kosten.

Bank / Kontobezeichnung

Dispozins
p.a. (%)

Monatl. Grundpreis
Kontoführung / Jahresgebühr Girokarte (EUR)
Bargeld Kosten Kreditkarte (EUR)

DKB /
DKB Cash

6,65

0,00 / 0,00 weltweit mit DKB Visa Card 0,00

Ethikbank /
EthikBank-Girokonto*

7,50

8,50 / 15,00 2,00 % vom Umsatz, mind. 2,50 € mit Mastercard* 35,00 (bei einem Umsatz <4.000 €)

Evangelische Bank / EB-Smart*

7,00

0,00 / 0,00 (digitale Girocard) an 2 Mio. Geldautomaten mit der Visa Classiccard* 24,00

Evenord-Bank /
e-Onlinekonto*

8,75

2,90 / 12,00 weltweit mit der ClassicCard 35,00

GLS Bank / Privatgirokonto*

0
(bis 10.000 €)

8,80 (3,80 plus 5,00 Kundenbeitrag) / 15,00 weltweit mit der Mastercard 0,00

Pax Bank /
Pax Classic Online*

6,58

2,50 / 5,00 weltweit mit der Kreditkarte 30,00
PSD Bank Berlin-Brandenburg / 
PSD GiroGreen
5,86 1,00 / 0,00 (digitale Girocard) weltweit mit Visa-Kreditkarte 35,00 (mtl. Kreditkartenlimit: 1.500 €)

Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing / Privatkonto Gehalt online

7,99

0,00 - 5,00 / 0,00 - 60,00 (kostenlose Kontoführung bei fünf Treuepunkten) weltweit mit der Kreditkarte (24-mal pro Jahr kostenfrei) 30,00

Steyler Bank /
Fair4-Girokonto**

8,00

7,00 / 12,00 2,00 % vom Umsatz, mind. 5,00 € 30,00

Tomorrow /
Tomorrow Smartphone-Girokonto

kein Dispo

0,00 / keine Girocard bzw. kostenfreie Visa-Debitcard 3 Mal, danach 2 € 0,00

Triodos Bank /
Triodos Girokonto***

6,49

5,50 / 15,00 weltweit mit der Kreditkarte 39,00

* Kostenlose Geldautomatennutzung über Geldautomatennetz der Volks- Raiffeisenbanken.
** Kostenlose Geldautomatennutzung über Cash-Pool Verbund.
*** Kostenlose Bargeldversorgung mit Kreditkarte.

Quelle: Biallo.de, nach eigener Recherche / Stand: Mai 2021

Über den Autor Manfred Fischer
  Manfred Fischer
  Kerstin Weinzierl
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