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  • Der Trend zu mehr Umweltbewusstsein ist ungebrochen – immer mehr Verbraucher wollen nachhaltig leben und einkaufen. Doch beeinflusst das Bezahlen mit einer nachhaltigen Kreditkarte den ökologischen Fußabdruck?

  • Welche Banken bieten nachhaltige Kreditkarten an? Und wann ist eine Kreditkarte überhaupt nachhaltig?

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Viele Verbraucher wollen fairen Kaffee, Biogemüse aus der Region und Kleidung ohne Kinderarbeit. Sie hoffen mit überlegtem Konsum dem Planeten und der Menschheit etwas Gutes zu tun. Und bezahlen bargeldlos mit ihrer Bank- oder Kreditkarte einer klassischen Bank. Diese Banken sind am konventionellen Markt unterwegs und der Verbraucher unterstützt – ob er es gut findet oder nicht – Branchen, deren Ziel nicht zwingend darin liegt, in erster Linie Ethik oder Nachhaltigkeit zu fördern. In unserem Ratgeber entdecken Sie, wann Geldanlagen wirklich nachhaltig sind.

Beim Einkaufen ökologisch korrekt und beim Bezahlen konventionell. Geht das zusammen? Können die Kreditkarten nachhaltiger Banken, die zusichern, ethisch-ökologisch zu arbeiten, eine Lösung sein? Was macht eine Kreditkarte nachhaltig: Material, Unternehmensphilosophie oder grünes Engagement?

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Wann ist eine Kreditkarte nachhaltig?

Mit dem Begriff Nachhaltigkeit gehen viele Unternehmen recht sorglos um und der Begriff ist inflationär geworden. Ist eine Kreditkarte nachhaltig, wenn sie aus Metall statt Plastik besteht? Oder sollten Verbraucher eher einen Blick auf die Verwendung der Gelder werfen?

Um zu erkennen, ob eine Kreditkarte wirklich nachhaltig ist, sollten Sie auf die folgenden drei Kritierien achten:

  1. Material
    Bei über 30 Millionen ausgegebenen Plastikkarten hierzulande könnte es ökologisch sinnvoll sein, erstmal auf Plastik zu verzichten. "Die beste Option ist immer ein recyceltes Kunststoffprodukt", sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutsche Umwelthilfe e.V. "Sogenannte Biokunststoffe sind oft sehr schwer oder gar nicht recycelbar. Metallkarten benötigen bei der Gewinnung des Metalls und der Produktion einen sehr hohen Energieaufwand." Und eine Kreditkarte aus Holz? "Wenn das Holz auf einem hohen Standard zertifiziert ist, am besten von heimischen Forstbetrieben, dann ist das okay", sagt Müller-Kraenner. "FSC reicht nicht zwangsläufig, da es hier auf dem internationalen Markt viel Intransparenz gibt." FSC steht abei für "Forest Stewardship Council" und ist ein internationale Zertifizierung für nachhaltige Waldwirtschaft.

  2. Wie ist das Unternehmen aufgestellt?
    Wesentlich dürfte auch sein, wie das kartenausgebende Unternehmen aufgestellt ist. Schließlich sind im Regelfall mit einer Kreditkarte Bankkonten verbunden, die wiederum Einlagen und damit Anlagemöglichkeiten für die Bank generieren.
    Für "grüne" Kreditkarten, die mit nachhaltigen Konten und Banken verknüpft sind, ist außerdem relevant, welche Anlageziele die Bank verfolgt. Kreditinstitute, wie Umweltbank oder GLS Bank haben entsprechende klare Richtlinien und können im Branchenvergleich als nachhaltig gewertet werden.
    Bonusprogramme konventioneller Anbieter mit "Öko-Gedanken", wie etwa „1 Euro der Jahresgebühr für die Bienen“ oder „Jeder Klick ein Baum“ sind gutgemeinte Attribute. Verbraucher sollten aber einen Blick hinter die Kulissen der Bank werfen und prüfen, wie das Unternehmen sonst aufgestellt ist. Denn solche Extras fallen nicht selten unter die Praxis des "Greenwashings". 

    Biallo-Tipp

    Erfahren Sie, welche Ökobanken und Ethikbanken es gibt und welche Nachhaltigkeitskriterien diese Geldhäuser jeweils in den Fokus stellen oder auch welche konventionellen Banken ihre Angebote auf Nachhaltigkeit ausrichten. Hier finden Sie den ausführlichen Ratgeber zu diesem Thema.

  3. Wie sind die Zahlungsabwickler aufgestellt?
    Nicht zuletzt sind die für die Zahlungsabwicklung zuständigen Anbieter – Mastercard, Visa, American Express, etc­. –­ beim Thema Nachhaltigkeit wichtig. Etablierte Anbieter mit einem rein nachhaltigen Geschäftsmodell gibt es aktuell nicht. "Die Geschäftsmodelle werden bestimmt von der Anzahl der Transaktionen und ihre einhergehende Akzeptanz“, sagt Mauricio Vargas, Finanzexperte bei Greenpeace. "Insofern hakt hier das System, bietet aber perspektivisch neuen Anbietern gerade aus dem Fintech-Bereich möglicherweise eine Lücke, wobei die Markteintrittsbarrieren sehr hoch sind. Das Unternehmen Wirecard gelang der versuchte Markteintritt beispielsweise nur über die Nische des Zahlungsverkehrs im zwielichtigen Spektrum, wie Glücksspiel und Pornographie, und scheiterte damit kläglich."

Sind grüne Kreditkarten teurer als „normale“?

Die Antwort lautet: Nein, sind sie nicht. Es gibt kostenlose Kreditkarten wie etwa die Mastercard der GLS BankGoldene Kreditkarten oder Karten mit mehr Leistungen sind teurer – doch das sind sie bei anderen Kreditinstituten auch. Viele junge Unternehmen bieten in Verbindung mit ihren Girokonten kostenlose Debitkarten an, etwa das Start-up Tomorrow mit seiner Visa Card. Vergleicht man Gebühren anderer Anbieter, wird man auf ähnliche Preise stoßen. Nachhaltige Bank- oder Kreditkarten sind nicht unbedingt teurer, aber in jedem Fall klimafreundlicher. Ob eine Visa- oder Mastercard besser zu Ihren persönlichen Bedürfnissen passt, haben wir uns in einem ausführlichen Artikel angesehen und deren Vor- und Nachteile beleuchtet.


 

Ausgewählte nachhaltige Kreditkarten im Überblick

Nachhaltige Mastercards im Vergleich:

Mastercard präsentiert sich selbst als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Laut eigenen Angaben bieten mehr als 60 Finanzinstitute mittlerweile Mastercards aus recycelbaren und abbaubaren Materialien an.

 

Mastercard der GLS Bank

Die GLS Bank (GLS steht für Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken) ist nach eigenen Angaben die erste Ökobank der Welt. Im Kontenbereich bietet sie das volle Spektrum an Karten: Debitkarte, KreditkarteGoldene Kreditkarte und Prepaidkarte. 

Sämtliche Karten sind aus PLA-Bio-Rohstoff auf der Grundlage von Maisstärke. Karten aus Bio-Rohstoff sind wegen des Hologramms, des Magnetstreifens, des Unterschriftsfeldes und des Chips mit Antenne nicht kompostierbar. Dennoch haben diese Karten eine bessere Klimabilanz als konventionelle. Denn bei der Herstellung entstehen weniger Treibhausgase. Die Kosten für die Mastercard Gold liegt für GLS-Mitglieder bei 30 Euro, für Nicht-Mitglieder bei 75 Euro pro Jahr. Die Karten sind an ein Girokonto gebunden.

 

Ethikbank Mastercard  

Im Vergleich zu den jungen Fintechs hat die Ethikbank wahrscheinlich nicht den trendigsten Webauftritt. Dennoch bietet die Ökobank mit ihren klaren Nachhaltigkeitskriterien eine solide und breite Palette an grünen Bankprodukten. Dazu gehört auch eine Kreditkarte. Für die Mastercard verlangt das Institut jährlich 35 Euro, wenn der Umsatz damit unter 4.000 Euro liegt. Bei höheren Umsätzen ist die Kreditkarte kostenlos.

 

Triodos Mastercard

Die nachhaltige Direktbank aus Holland möchte ihren Kunden alles bieten, "was Banking heute ganz pragmatisch bieten muss". Die Mastercard ist aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt. Die Kontoführungsgebühr beträgt 5,50 Euro im Monat und für die Mastercard kommen nochmals 39 Euro pro Jahr dazu.

 

Bunq Mastercard

Das Girokonto "Easy Green" in Kombination mit bis zu drei Karten ­– Maestro, Debit-Mastercard und Bunq Travel Card – kostet 16,99 Euro pro Monat. Bunq verspricht seinen Kunden je 100 Euro Umsatz einen Baum über das Projekt "Eden Reforestation" zu pflanzen. Über das Programm "Freedom of Choice" können Kunden selbst entscheiden, wie ihr Geld investiert werden soll.

Nachhaltige Debitkarten (Visa Cards) im Vergleich:

Kreditkarten werden in der Regel für kreditfinanzierten Konsum genutzt. Und nicht nur junge Verbraucher laufen Gefahr, sich zu überschulden. Verbraucherschützer warnen immer wieder vor einer Verschuldung im Zusammenhang mit sogenannten Revolving Cards.

Ein Grund mehr, auch einen Blick auf nachhaltige Debitkarten zu werfen. Debitkarten fungieren zur Vereinfachung von Transaktionen, im digitalen Raum oder bei internationalen Zahlungen. Da hier keine Überziehung möglich ist, sind Verbraucher eher vor einer Verschuldungssituation geschützt.

Biallo-Lesetipp zum ThemaWelche Karte ist besser: Kreditkarte oder Debitkarte?

Visa Cards von Tomorrow 

Das Start-up Tomorrow hat Kontomodelle, zu denen sie Visa Debitkarten ausgibt. Kunden können zwischen einem kostenlosen Konto inklusive kostenloser Visa Card, einem Gemeinschaftskonto für fünf Euro oder dem klimaneutralen Girokonto Zero wählen. Das Zero gibt es mit einer Visa Debitkarte aus nachhaltig angebautem Kirschholz aus Österreich für 15 Euro monatlich. "Die Karte ist ein Statussymbol einer neuen Generation – sie steht für eine klimaneutrale Lebensweise und bewussten, nachhaltigen Konsum", sagt Inas Nureldin, Mitgründerin von Tomorrow.

Besitzer des Zero-Kontos können laut Unternehmen den CO2-Fußabdruck eines durchschnittlichen Deutschen ausgleichen. "Dafür investiert Tomorrow in ausgewählte Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern. Durch jedes Zero-Konto werden 11,3 Tonnen pro Jahr an CO2 vermieden – so viel wie ein*e Deutsche*r im Durchschnitt emittiert."

Tomorrow verbindet nach eigenen Angaben mobiles Banking mit konsequenter Nachhaltigkeit. Ziel sei es, die (Finanz-)Welt positiv zu verändern und sich für Klimaschutz und wirtschaftlichen Wandel stark zu machen.

DKB Visa Card

Die DKB punktet mit ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und hat das Ziel ihre Position als nachhaltigste Bank unter den Top 20 in Deutschland auszubauen. "Damit leisten wir einen signifikanten Beitrag dazu, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) und die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, die sich im DKB-Geschäftsmodell mit seinen nachhaltigen Kundengruppen widerspiegeln", heißt es Nachhaltigkeitsbericht 2019. Wer sich also für das DKB Cash Konto entscheidet, erhält nicht nur eine kostenlose DKB Visa Card, sondern setzt gleichzeitig ein Zeichen in Sachen Klimaschutz. 

Biallo-Tipp

Nachhaltige Kreditkarten können Kunden der Sparkasse Saarbrücken als Visa und / oder Mastercard wählen. Diese sind als Debitkarte, Standard-Kreditkarte und als goldene Kreditkarte mit einem Aufpreis von fünf Euro erhältlich. Mit dem Erwerb einer solchen grünen Karte werden unterschiedliche nachhaltige Projekte unterstützt – etwa zum Erhalt der heimischen Bienen. 

Grüne Kreditkarten – Ökologie oder Gewissensberuhigung?

Es bleibt die Frage, ob Bienen retten und Bäume pflanzen mit möglichst viel Kreditkartenumsatz, sprich Konsum, zusammenpasst. Mit dem Auto zum Discounter fahren und Schnitzel aus der Fleischfabrik mit der nachhaltigen Kreditkarte zahlen. Viel konsumieren und damit den ökologischen Fußabdruck verbessern? 

Der Verbraucher ist hier größtenteils auf sich selbst gestellt, möchte er ökologisch korrekt handeln. Eine nachhaltige Geldanlage und / oder der Wechsel zu einer nachhaltigen Bank, kann dabei ein Schritt in die richtige Richtung sein. Wahrscheinlich wird man bei keiner genannten Kreditkarten etwas falsch machen. Wichtig ist, dass den Menschen bewusst wird, dass sie in Bezug auf ihre Finanzen und Wahl ihrer Bank Einfluss auf das Geschehen nehmen können. Je mehr Kunden ihr Bedürfnis nach Nachhaltigkeit, Ökologie, Fairness und Solidarität zum Ausdruck bringen, umso mehr können sich auch konventionelle Banken in diese Richtung verändern.

Falls Sie Ihre Kreditkarte meistens nur auf Reisen oder im Ausland nutzen haben wir alle wichtigen Punkte und worauf Sie achten sollten in einem ausführlichen Beitrag zusammengefasst.

Über die Autorin Ines Baur

Ines Baur hat ihre journalistische Karriere beim Fernsehen begonnen. Nach der Geburt ihres dritten Sohnes hat sich die gelernte Bankkauffrau auf Print- und Online-Medien spezialisiert. Schwerpunktmäßig schreibt sie zu den Themen Frauen und Finanzen, finanzielle Bildung, Frauen und Alters-Vorsorge, Frauen und finanzielle Selbständigkeit.

  Ines Baur