Auf einen Blick
  • Rund 730 Banken in Deutschland haben die Rechtsform einer Genossenschaft.
     
  • Die Genossenschaftsbanken schütteten im Durchschnitt zuletzt fast vier Prozent Dividende an ihre Mitglieder aus.

  • Einige genossenschaftliche Institute suchen bundesweit nach neuen Investoren.
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Die meisten Genossenschaftsbanken erkennt man am „eG“ hinter dem Namen. Dies steht für „eingetragene Genossenschaft“, und zwar eingetragen im Genossenschaftsregister. Die rund 730 deutschen Banken dieser Rechtsform stützen sich bei Schwierigkeiten gegenseitig. Daher hat es auch noch nie eine Insolvenz eines Geldhauses dieser Rechtsform gegeben. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

 

Genossenschaftsbanken: Welche Banken sind genossenschaftlich organisiert?

Das sind gut 730 Volks- und Raiffeisenbanken, aber auch die Sparda- und die PSD-Banken. Die mit Abstand größte Genossenschaftsbank ist die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, die sich in erster Linie an Mitglieder der Heilberufe wendet. Sehr groß ist auch die Münchener Hypothekenbank. Die meisten VR-Banken gibt es traditionell in Bayern und Baden Württemberg. Die kleinste Genossenschaftsbank ist die Raiffeisenbank Gammesfeld mit nur einem Mitarbeiter.

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Was unterscheidet eine Genossenschaftsbank von anderen Banken?

Die meisten anderen Banken haben die Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG). Diese sind ihren Anteilseignern, den Aktionären, verpflichtet. Für sie wollen und müssen sie möglichst hohe Gewinne erwirtschaften. Die Aktionäre profitieren von steigenden Aktienkursen und Gewinnen, die in Form von Dividenden ausgeschüttet werden. Die Genossenschaftsbank hingegen ist in erster Linie für das finanzielle Wohl ihrer Mitglieder da. Gewinne sollen auch erzielt werden, sind aber kein Selbstzweck.

Neben Genossenschaftsanteilen bieten VR-Banken nach der Leitzinserhöhung auch wieder Zinsen aufs Festgeld. In einem ausführlichen Artikel erfahren Sie alle wichtigen Informationen zu Festgeldanlagen bei Volksbanken.

Biallo-Tipp: Bis zu zehn Prozent Dividende

Eine sichere und interessante Alternative sind Genossenschaftsanteile von Genossenschaftsbanken. Diese bieten Jahr für Jahr attraktive Dividenden, besonders die  Genossenschaftsanteile der Volksbanken werfen hohe Renditen ab. Falls Sie vorhaben Genossenschaftsanteile zu erwerben, erklären wir Ihnen den Prozess in einer ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung in einem weiteren Artikel.
 

Wer kann Mitglied einer Genossenschaftsbank werden – und wie?

Bei allen Genossenschaftsbanken können natürliche Personen, die volljährig sind und ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben, Genosse oder Genossin werden. Ebenfalls Mitglied werden können juristische Personen wie eine GmbH, UG, OHG oder KG.

Muss das künftige Mitglied Kunde der Bank sein, indem er oder sie ein Girokonto eröffnet?

Das ist bei den meisten Geldhäusern der Fall. Bei knapp 20 Banken können Sie Genossenschaftsanteile kaufen, ohne dort ein Girokonto  zu eröffnen, einen Kredit abzuschließen oder eine Geldanlage zu erwerben.

Warum wirbt eine Bank überhaupt um neue Mitglieder?

Erfolgreiche Banken wollen und müssen ihr Eigenkapital erhöhen, um noch mehr Kredite als bisher vergeben zu können. Neue Mitglieder zeichnen Anteile und erhöhen dadurch das Eigenkapital.

Wie werde ich Mitglied einer Genossenschaftsbank?

Natürliche und juristische Personen wie eine GmbH können Mitglied werden, in dem Sie mindestens einen Genossenschaftsanteil erwerben, ihn „zeichnen“. 

Was ist ein Genossenschaftsanteil?

Der Erwerb von Genossenschaftsanteilen ist keine Geldanlage im klassischen Sinn. Dieses Investment ist vielmehr eine unternehmerische Beteiligung an einer Genossenschaftsbank. Das kann eine Volks- und Raiffeisenbank sein, aber auch eine Sparda- oder PSD Bank oder eine Hypothekenbank.

Mitgliedschaft Genossenschaftsbank: Kann ich Genossenschaftsanteile kündigen?

Sie können Ihre Anteile bei einer Genossenschaftsbank kündigen und bekommen so Ihr eingezahltes Geld zurück. Allerdings gelten dabei je nach Bank unterschiedliche Kündigungsfristen.

Genossenschaftsbank Vorteile: Welche Vorteile hat das Mitglied?

Mit der jährlichen Dividende auf die gekauften Genossenschaftsanteile beteiligt die Bank ihre Mitglieder an ihrem Geschäftserfolg. Zudem haben Anteilseigner ein Stimmrecht bei der Vertreterwahl. Die Vertreterversammlung entscheidet unter anderem wie der Gewinn verwendet und in welcher Höhe eine Dividende ausgeschüttet wird. Bei einer Reihe von Banken erhalten die Mitglieder einen reduzierten Preis bei den verschiedenen Girokonto-Modellen. Bei anderen sind die Beiträge verschiedener Versicherungspolicen rabattiert.

Darum lohnt es sich, Mitglied einer Genossenschaftsbank zu sein!

 

Ist meine Einlage bei Genossenschaftsbanken im Fall einer Insolvenz weg?

Rein theoretisch ja. Jedes Mitglied haftet in Höhe seiner Genossenschaftsanteile. Aber das ist in der Geschichte der Bundesrepublik noch niemals passiert. Die über 730 Volks- und Raiffeisenbanken stützen sich gegenseitig. Im Klartext: Im schlimmsten Fall ist eine Dividendenzahlung ausgeblieben, die Einlagen waren nie betroffen.

Muss ich über die Einlage hinaus bei einer Pleite haften?

In den Satzungen einiger Genossenschaftsbanken findet man eine sogenannte „Nachschusspflicht“. Die meisten Geldhäuser haben diese bereits ganz herausgenommen. Theoretisch muss ein Mitglied im Falle der Insolvenz der Bank pro Anteil noch einmal den gleichen oder sogar einen höheren Beitrag „nachschießen“. Da es aber noch nie eine Pleite einer Genossenschaftsbank gegeben hat, musste das bisher keine einzige Person tun. Einige Banken haben diese Pflicht auch deshalb noch in ihrer Satzung stehen, weil sie 2022 ohnehin bundesweit abgeschafft wurde. Das gilt seitdem für alle angelegten Gelder.

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Wieviel Geld kann ich in eine Genossenschaftsbank stecken?

Das legt jede Volksbank, Sparda-Bank oder PSD Bank selbst für sich fest. Die Spanne reicht von 20 Euro, die man maximal pro Person zeichnen kann, bis zu 70.000 Euro bei der Münchner Hypothekenbank. Die GLS Bank in Bochum hat gar keine Grenze nach oben. Aber: Wer sich dort unternehmerisch engagiert, muss eine Kündigungsfrist von fünf Jahren in Kauf nehmen.

Für Ehepaare gilt das Doppelte

Wenn beide Partner Mitglied werden, können sie zusammen das Doppelte investieren. Und wenn ein Ehepaar Kinder hat, kann auch jedes Kind mit Zustimmung der Eltern den gleichen Betrag investieren und Genossenschaftsanteile einer Volksbank, Sparda-Bank oder PSD Bank kaufen.

Zinswende: Hier gibt es jetzt noch attraktive Zinsen

Die EZB hat Fakten geschaffen und die Leitzinsen gesenkt. Das klassische Zinssparen wird dadurch wieder unattraktiver. Biallo.de hat mit Sebastian Hasenack, dem Leiter der Online-Vermögensverwaltung Solidvest, darüber gesprochen, wie man angesichts sinkender Zinsen eine Zins-Anlage noch sinnvoll gestalten kann. Jetzt mehr erfahren!

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Genossenschaftsbanken im Vergleich: Dividende und mögliche Anlagesummen

Im Folgenden haben wir für Sie die möglichen Höchstbeträge, die Mitglieder anlegen können und die für die Jahre 2021 und 2022 ausgeschüttete Dividende verschiedenener Genossenschaftsbanken zusammengestellt.

Institute

Gesamt maximal 2022 (in €)

Dividende 2021 (in %)

Dvidende 2022 (in %)

Apobank

unbegrenzt

7,00

4,00

GLS Bank

unbegrenzt

1,00

1,00

Münchener Hypothekenbank1

70.000,00

4,75

3,00

Berliner Volksbank

52.000,00

2,00

3,00

Meine Bank (Raiffeisenbank im Hochtaunus)1

50.000,00

2,50

2,50

Bremische Volksbank 

49.800,00

2,00

2,00

Frankfurter Volksbank 

10.000,00

7,60

6,00

Volksbank Bad Laer-Borgloh-Hilter-Melle

5.000,00

3,50

4,00

VR Bank Niederbayern-Oberpfalz1

50.000,00

2,00

2,50

Volksbank Riesa 

12.000,00

1,50

2,00

Rheingauer Volksbank 

52.500,00

4,00

4,00

Volksbank Eisenberg 

20.000,00

1,00

1,00

Volksbank Thüringen Mitte eG

10.000,00

2,00

2,00

Sparda-Bank Berlin1

7.800,00

0,50

0,75

Volksbank Mittweida 

15.000,00

2,00

2,50

Sparda-Bank West

10.400,00

1,50

1,75

1 Bei diesen Anbietern kann jeder bundesweit Mitglied werden.

Quelle: Biallo.de; nach eigener Recherche; Stand: Oktober 2023.

 

Genossenschaftsbanken & Dividende: Welche Steuern fallen an?

Privatpersonen in Deutschland müssen Dividenden genauso wie Zinseinnahmen als Einkünfte aus Kapitalvermögen mit 25 Prozent Abgeltungsteuer versteuern. Hinzu addieren sich noch 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer.

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Über den Autor Horst Biallo
Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.
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