Wie Firmen Zinsen aus Tagesgeld versteuern
Das ist der Punkt, der im Vergleich mit dem privaten Tagesgeld am häufigsten übersehen wird: Zinserträge aus Firmentagesgeld unterliegen nicht der pauschalen Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Stattdessen gelten die Regeln der jeweiligen Unternehmensbesteuerung.
Einzelunternehmer und Personengesellschaften (GbR, OHG, KG): Zinserträge fließen als Betriebseinnahmen in den Gewinn ein und werden mit dem persönlichen Einkommensteuersatz des Unternehmers versteuert. Zusätzlich können sie der Gewerbesteuer unterliegen, sofern das Unternehmen gewerbesteuerpflichtig ist.
Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG): Zinserträge unterliegen der Körperschaftsteuer von 15 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag sowie der Gewerbesteuer. Der effektive Gesamtsteuersatz liegt je nach Hebesatz der Gemeinde in der Regel zwischen 28 und 33 Prozent.
Freistellungsauftrag: Für gewerbliche Konten kann kein Freistellungsauftrag gestellt werden. Die Bank führt Kapitalertragsteuer ab; das Unternehmen kann diese über die Steuererklärung anrechnen lassen.
Besonderheit bei Geldmarktfonds (Finom, Vivid, UnitPlus): Hier entstehen keine klassischen Zinserträge, sondern Fondserträge. Diese müssen vollständig im Rahmen der Steuererklärung des Unternehmens angegeben werden. Bei thesaurierenden Fonds wie bei UnitPlus wird außerdem jährlich eine sogenannte Vorabpauschale steuerlich relevant, auch wenn keine Ausschüttung erfolgt. Lassen Sie sich hierzu von Ihrer Steuerberaterin / Ihrem Steuerberater beraten, bevor Sie ein Fondsmodell wählen.
So wählen Sie das richtige Firmentagesgeld für Ihr Unternehmen
Kein Angebot passt zu jedem Unternehmen gleich gut. Hier eine Orientierungshilfe für die wichtigsten Profile:
Sie suchen den höchsten Aktionszins und haben ein Finom- oder Vivid-Konto: Vivid Business und Finom bieten mit 4,00 beziehungsweise 5,00 Prozent pro Jahr die besten Einstiegszinsen. Vivid sichert die Einlagen über die französische Einlagensicherung ab, Finom über Sondervermögen. Beide Modelle sind solide, aber anders als die deutsche Einlagensicherung.
Sie wollen deutschen Einlagenschutz und einen hohen Aktionszins: Das ING-Geschäftskonto als Pflicht. Das ist die stärkste Kombination aus Zinshöhe, Einlagengrenze und Sicherheit im deutschen Markt.
Sie wollen keinen Anbieter wechseln müssen und suchen einen stabilen Dauerzins: Die GEFA Bank zahlt 2,11 Prozent Zinsen dauerhaft ohne Aktionsfenster und ohne Zins-Hopping. Mindestanlage: 10.000 Euro. Für Unternehmen mit planbaren Liquiditätsreserven ist das eine komfortable Lösung.
Sie legen Wert auf Nachhaltigkeit: EthikBank und ProCredit Bank sind auf nachhaltig wirtschaftende Unternehmen ausgerichtet. Die Zinsen sind niedriger als bei den Marktführern, dafür sind beide Banken transparent in ihrer Kreditvergabe.
Sie sind Neukunde und wollen schnell starten: FYRST und Postbank ermöglichen eine volldigitale Eröffnung in wenigen Minuten, Aktionszins von 3,50 Prozent pro Jahr inklusive, aber nur für Neugeld und nur bis zum 15. Juni 2026. Danach fällt der Zins auf 0,50 Prozent.
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