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Wie stelle ich eine Kontovollmacht aus?

Update: 15.04.2020
Ines Baur
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Auf einen Blick
  • Mit einer Kontovollmacht erlaubt der Kontoinhaber einer Vertrauensperson den Zugriff auf sein Konto. Je nach Art der Vollmacht räumt er weitreichende Rechte ein.

  • Bankvollmachten gelten entweder zu Lebzeiten des Vollmachtgebers, für den Todesfall oder unbegrenzt. Eine erteilte Vollmacht kann der Kontoinhaber jederzeit widerrufen.

  • Ehepartner sind nicht automatisch gesetzliche Vertreter. Auch sie müssen sich gegenseitig bevollmächtigen.
  • Direktbank-Kunden sollten dem Bevollmächtigten eine eigene Girokarte und Zugangsdaten zum Online-Banking einrichten lassen.

Mit einer Bankvollmacht kann eine Vertrauensperson Bankgeschäfte für Sie erledigen, wenn Sie dazu nicht in der Lage sind.
U.J. Alexander / Shutterstock.com
In den letzten Wochen hat der eine oder andere es am eigenen Leib erfahren müssen: Viel schneller kommt es anders, als man denkt. Quarantäne, Krankenhausaufenthalt oder andere Gründe hindern einen daran, seine Geldgeschäfte zu erledigen.
Zwar möchte sich jeder am liebsten selbst um seine finanziellen Angelegenheiten kümmern. Doch eine Kontovollmacht für eine Vertrauensperson ist durchaus sinnvoll. Denn mit einem solchen Dokument kann diese Person in Ihrem Sinne über das Konto verfügen und notwendige Bankgeschäfte für Sie erledigen.
Irrtümlicherweise gehen Ehepartner davon aus, dass sie im Notfall automatisch der gesetzliche Vertreter für den anderen sind. Muss sich ein Ehepartner um die Bankangelegenheiten des anderen kümmern, braucht auch er – genauso wie ein unverheirateter Partner oder eine andere Vertrauensperson – eine gültige Bankvollmacht.

Was genau ist eine Kontovollmacht?

Eine Kontovollmacht – auch Bankvollmacht genannt – ist eine schriftliche Anordnung des Kontoinhabers, mit der er ausdrücklich einem Dritten den Zugriff auf sein Konto oder seine Konten gewährt. Das kann der (Ehe-)Partner, ein volljähriges Kind oder eine nahestehende Vertrauensperson sein.

Missbrauch

Immer wieder beschäftigt der Missbrauch von Spargeldern die Gerichte. Denn leider verwechselt mancher Bevollmächtigte die Kontovollmacht mit einer Schenkung durch den Vollmachtgeber oder nutzt den Zugriff auf das Konto bewusst zu seinen Gunsten aus.

Grundsätzlich berechtigt die Bankvollmacht den Bevollmächtigten nur zum Geldabheben – und nicht dazu, das Geld zu behalten. Haben Sie als Vollmachtgeber abgehobenes Geld nicht einen bestimmten Verwendungszweck zugeordnet, muss der Bevollmächtigte das Geld an Sie weitergeben.

Darauf sollte der Vollmachtgeber achten

Eine Bankvollmacht sollte stets in schriftlicher Form erfolgen. Zum einen verlangen die meisten Kreditinstitute ohnehin eine Vollmacht in Schriftform. Zum anderen haben Sie und der Bevollmächtigte auf diese Weise einen Nachweis in der Hand. Haben Sie einen Betreuer in Ihrer Filiale, stellen Sie ihm am besten den Bevollmächtigten vor. Gleichzeitig kann dieser sich vor Ort mit Personalausweis beziehungsweise Reisepass und Unterschrift legitimieren.

Was darf ein Bevollmächtigter?
Gibt es keine anderen Vereinbarungen, darf der Bevollmächtigte grundsätzlich:
  • über das Geld auf dem Konto / den Konten verfügen,

  • über einen eingeräumten (Dispo-) Kredit verfügen,

  • Devisen kaufen oder verkaufen,

  • Wertpapiere kaufen oder verkaufen,

  • Kontoauszüge, Erträgnis-Aufstellungen, Post oder Depotauszüge entgegennehmen,

  • Schulden gegenüber Gläubigern anerkennen (Saldoanerkenntnis).
Was darf ein Bevollmächtigter nicht?
Der Bevollmächtigte hat nicht die gleichen Rechte und Pflichten wie der Vollmachtgeber. Nicht automatisch in einer Kontovollmacht verankert ist es:
  • Untervollmachten zu erteilen – sprich, andere Personen zu bevollmächtigen,

  • im Namen des Vollmachtgebers weitere Konten zu eröffnen,

  • ein Konto zu kündigen oder ein Konto auf seinen Namen umzuschreiben,

  • Kreditverträge abzuschließen oder bestehende zu ändern,

  • Debit-Karten zu beantragen,

  • ein Schließfach einzurichten.
  • Biallo-Tipp: Wem das Erstellen einer Vollmacht zu kompliziert ist, der kann alternativ auch ein Gemeinschaftskonto eröffnen. Das Konto läuft dann auf beide Partner. Jeder kann aber einzeln darüber verfügen.

Kontovollmacht bei Direktbanken

Eine Kontovollmacht bei einer Filialbank bedeutet: hingehen, persönlich beim Kreditinstitut vorsprechen, legitimieren, unterschreiben. Das funktioniert bei einer Direktbank nicht. Nicht wenige Kunden verzichten hier auf den offiziellen Weg, eine Vollmacht zu erteilen. Sie geben ihre Zugangsdaten an eine Person ihres Vertrauens weiter. Sicher der einfachste Weg – allerdings verstößt das genau genommen gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken und der damit verbundenen Sorgfaltspflicht des Kontoinhabers gegenüber seiner Bank.
Dabei ist das Vergeben einer Bankvollmacht bei einer Direktbank nicht weiter kompliziert. Je nach Bank kann der Vollmachtgeber entscheiden, für welche Konten er eine Bevollmächtigung erteilen möchte.
Bei der Consorsbank beispielsweise vergibt er die Konto-/Depotvollmacht inklusive Tagesgeldkonto oder nur für ein Tagesgeldkonto. "Der Bevollmächtigte erhält eine eigene Girocard gegen Gebühr und bekommt eigene Zugangsdaten zum Online-Banking", erklärt Axel Hartmann, Senior Manager Communications bei der Consorsbank. "Für die Legitimation der Anmeldung im Online-Banking und von Transaktionen benötigt er dann zudem die Consorsbank SecurePlus App. Transaktionen können vom Vollmachtgeber nur in der Kontoübersicht nach einem Login nachvollzogen werden."
Bei der ING handelt es sich nach eigenen Angaben um eine Kundenvollmacht. Das bedeutet, die Vollmacht gilt für sämtliche bestehende und künftige Konten und Depots, die Sie als Kontoinhaber bei der ING führen. Für Bankgeschäfte seitens des Bevollmächtigten gilt: "Bevollmächtigte dürfen ausschließlich telefonisch oder schriftlich – per Post oder E-Mail mit Anhang – Auskünfte erhalten oder Aufträge erteilen", erklärt Alexander Baumgart, Pressesprecher bei ING.
Bei der DKB können Kunden via Online-Zugang zwischen allgemeiner Vollmacht und Vollmacht für den Todesfall wählen. Weiter treffen sie eine Auswahl, welche Konten sie für den Bevollmächtigten freigeben möchten und ob er einen Internet-Banking-Zugang, eine Girokarte oder Visa-Card erhalten soll.
Das entsprechende Formular der jeweiligen Bank wird ausgedruckt, von Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem unterschrieben und postalisch an die Bank geschickt. Nach Einrichtung der Vollmacht erhalten beide – Vollmachtgeber und -nehmer – ein Bestätigungsschreiben per Post.

Identifikation

Eine Identifikationspflicht besteht selbstverständlich auch für Vollmachten bei Direktbanken. Das persönliche Erscheinen und die Legitimation werden durch das Post-Ident-Verfahren ersetzt. Das Vollmacht-Formular ruft der Kunde einfach online ab. Sollte der Bevollmächtigte noch nicht bei der Bank legitimiert sein, erhält er die erforderlichen Unterlagen zur gesetzlich vorgeschriebenen Identitätsfeststellung. Mit diesen und mit seinem Personalausweis oder Reisepass legitimiert sich der Bevollmächtigte in einer Postfiliale. Einige Banken bieten auch eine Identitätsprüfung per Videochat an.
  • Biallo Tipp: Geben Sie Ihre persönlichen Zugangsdaten nicht an Dritte weiter. Bewahren Sie Ihre Daten vor dem Zugriff durch Dritte geschützt auf und speichern Sie diese nicht auf dem PC. Sollte ein Anlass zur Vermutung bestehen, dass eine unberechtigte Person von Ihren Zugangsdaten Kenntnis hat, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Kreditinstitut in Verbindung.

Vollmacht ist nicht gleich Vollmacht

Es gibt unterschiedliche Arten von Kontovollmachten. Doch egal, um welche Art oder welches Konto es sich handelt, Sie sollten der Person, die eine Vollmacht von Ihnen erhält, unbedingt blind vertrauen können. Legen Sie fest, für welchen Fall Sie eine Vollmacht vergeben möchten. Diese unterschiedlichen Arten von Vollmachten gibt es:
Transmortale Bankvollmacht
Prämortale Bankvollmacht
Postmortale Bankvollmacht
Generalvollmacht
Mit dieser Vollmacht gestatten Sie dem Bevollmächtigten Zugriff auf Ihr Konto zu Lebzeiten und über Ihren Tod hinaus.

Sie erlauben einer Person Ihres Vertrauens den Zugriff auf Ihr Konto mit den üblichen Einschränkungen. Weiter stellt die Vollmacht sicher, dass die Vertrauensperson nach dem Tod des Vollmachtgebers auf das Konto zugreifen kann. So kann der Bevollmächtigte auch nach dem Ableben des Vollmachtgebers sicherstellen, dass Zahlungen vorerst weiterlaufen und wichtige Rechnungen beglichen werden. Die Erben müssen nicht auf den Erbschein warten und so eventuell viel Geld vorstrecken. Dies ist die am häufigsten verwendete Vollmacht-Form.
Mit dieser Vollmacht gestatten Sie dem Bevollmächtigten nur den Zugriff auf Ihr Konto zu Lebzeiten.

Das bedeutet: Solange Sie leben, gibt es eine Person, die Ihre Bankgeschäfte erledigen kann. Im Falle Ihres Todes endet jedoch die Kontovollmacht automatisch. Diese Variante ist sinnvoll, sollte es Vermögen und mehrere Erben geben. So kann der Vollmachtgeber Streitereien unter den Erben vorbeugen. Denn erst wenn die Erben den Erbschein haben und das Testament vollstreckt ist, haben sie Zugriff auf das Konto.
Mit dieser Vollmacht – auch Vollmacht für den Todesfall genannt – gestatten Sie dem Bevollmächtigten nur im Todesfall den Zugriff auf Ihr Konto.

Diese Kontovollmacht wählen Menschen, die nicht möchten, dass irgendjemand zu Lebzeiten Zugriff auf ihre Konten hat, aber gleichzeitig Partner oder Kinder nach dem eigenen Tod finanziell versorgt wissen möchten. Dank dieser Vollmacht können sie die Zeit bis zur Erstellung des Erbscheins finanziell überbrücken.
Mit der Generalvollmacht geben Sie – bezogen auf Ihre Bankgeschäfte – eine Vollmacht über sämtliche Konten.

Die Generalvollmacht erlaubt dem Bevollmächtigten mehr als einem "normalen" Bevollmächtigten. Ein Generalbevollmächtigter kann beispielsweise im Namen des Vollmachtgebers Konten eröffnen oder löschen und Kredite aufnehmen.

Beispiel-Kontovollmacht

Hier finden Sie einen unverbindlichen Vorschlag für eine Kontovollmacht. Es handelt sich dabei lediglich um ein Beispiel, wie eine Vollmacht gestaltet sein könnte.
  • Rechtlicher Hinweis zur Vorlage: Für Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit übernimmt biallo.de keine Gewähr, da nicht auszuschließen ist, dass das Beispiel-Formular nicht den derzeit gültigen Gesetzen oder der Rechtsprechung entspricht.

Vollmacht widerrufen

Hat der Vollmachtgeber es sich anders überlegt, hat er das Recht die Vollmacht zu widerrufen. Das sollte unbedingt schriftlich erfolgen: Ein Schreiben an die Bank und eines an den (ehemals) Bevollmächtigten. Automatisch erlischt eine Bankvollmacht, wenn
  • die bevollmächtigte Person geschäftsunfähig wird,

  • die bevollmächtigte Person stirbt,

  • der Kontoinhaber pleite ist und die Insolvenz eröffnet wurde,

  • der Vollmachtgeber und somit der Kontoinhaber stirbt und es keine Vollmacht über den Tod hinaus gibt.
Auch für Vollmachten bei Direktbanken gilt: Eine erteilte Bankvollmacht kann der Vollmachtgeber per Online-Banking-Zugang jederzeit einsehen, ändern oder löschen.
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Anbieter
Zinsertrag
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Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Fragen & Antworten zur Kontovollmacht

Kann ich eine Vollmacht auch nur für ein Konto erteilen?
Eine Bankvollmacht kann der Kontoinhaber für alle Konten (etwa Girokonto, Tagesgeld, Festgeld sowie Depot) oder lediglich für ein spezielles Konto erteilen.
Kann ich eine Bankvollmacht widerrufen?
Ja, die Bankvollmacht kann der Kontoinhaber zu Lebzeiten jederzeit widerrufen und auf eine andere Person übertragen. Teilen Sie der Bank oder Sparkasse umgehend Ihre Entscheidung schriftlich mit.
Gibt es eine gesetzliche Vorschrift, wie eine Vollmacht aussehen muss? Ist ein Notar oder Rechtsanwalt nötig?
Nein, es gibt keinerlei gesetzliche Vorgaben. Die Bankvollmacht kann der Kontoinhaber formlos erteilen. Banken und Kreditinstitute verlangen aber die schriftliche Form. Oft haben sie meist eigene Vorlagen, die sie bevorzugen. Ein Rechtsanwalt oder Notar ist zur Beglaubigung nicht zwingend nötig.
Wer kann eine Bankvollmacht erhalten?
Eine Bankvollmacht kann jede volljährige und vollgeschäftsfähige Person erhalten.



  Ines Baur


 

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