Darauf sollten Sie bei der Kontovollmacht achten

Bankvollmacht Darauf sollten Sie bei der Kontovollmacht achten

Ines Baur
von Ines Baur
17.12.2018
Auf einen Blick
  • Mit einer Kontovollmacht erlaubt der Kontoinhaber einer Vertrauensperson den Zugriff auf sein Konto. Je nach Vollmacht räumt er weitreichende Rechte ein.

  • Kontovollmachten gelten entweder zu Lebzeiten des Vollmachtgebers, für den Todesfall oder unbegrenzt. Seine Vollmacht kann der Kontoinhaber jederzeit widerrufen.

  • Ehepartner sind nicht automatisch gesetzliche Vertreter. Auch sie müssen sich gegenseitig bevollmächtigen.

  • Grundsätzlich berechtigt eine Kontovollmacht den Bevollmächtigten nur zum Geldabheben. 
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Um seine finanziellen Angelegenheiten möchte sich jeder am liebsten selbst kümmern. Doch es kann passieren, dass man dazu in bestimmten Situationen nicht mehr in der Lage ist. Genau dann ist eine Kontovollmacht sinnvoll und wichtig. Denn mit diesem Dokument kann eine Vertrauensperson in Ihrem Sinne über das Konto verfügen und Bankgeschäfte erledigen.

Irrtümlicherweise gehen Ehepartner davon aus, dass sie im Notfall automatisch der gesetzliche Vertreter für den anderen sind. Muss sich ein Ehepartner um die Bankangelegenheiten des anderen kümmern, braucht er – wie ein unverheirateter Partner oder eine andere Vertrauensperson – eine gültige Bankvollmacht.

Was genau ist eine Kontovollmacht?

Eine Kontovollmacht – auch Bankvollmacht genannt – ist eine schriftliche Anordnung des Kontoinhabers, mit der er ausdrücklich einem Dritten den Zugriff auf sein oder seine Konten gewährt. Das kann der (Ehe-)Partner, ein volljähriges Kind oder eine nahestehende Vertrauensperson sein.

Missbrauch

Immer wieder beschäftigt der Missbrauch von Spargeldern die Gerichte. Denn leider verwechselt mancher Bevollmächtigte die Kontovollmacht mit einer Schenkung durch den Vollmachtgeber oder nutzt den Zugriff auf das Konto bewusst zu seinen Gunsten aus.

Grundsätzlich berechtigt die Bankvollmacht den Bevollmächtigten nur zum Geldabheben – nicht dazu, das Geld zu behalten. Haben Sie als Vollmachtgeber abgehobenes Geld nicht einen bestimmten Verwendungszweck zugeordnet, muss der Bevollmächtigte das Geld an Sie weitergeben.

Drauf sollte der Vollmachtgeber achten

Eine Bankvollmacht sollte stets in schriftlicher Form erfolgen. Erstens verlangen die meisten Kreditinstitute sowieso eine Vollmacht in Schriftform. Zum zweiten haben Sie und der Bevollmächtigte einen Nachweis in der Hand. Haben Sie einen Betreuer in Ihrer Filiale, stellen Sie ihm am besten den Bevollmächtigten vor. Gleichzeitig kann dieser sich vor Ort mit Personalausweis beziehungsweise Reisepass und Unterschrift legitimieren.

Was darf ein Bevollmächtigter?

Gibt es keine anderen Vereinbarungen, darf der Bevollmächtigte grundsätzlich:

  • über das Geld auf dem Konto / den Konten verfügen,

  • über einen eingeräumten (Dispo-) Kredit verfügen,

  • Devisen kaufen oder verkaufen,

  • Wertpapiere kaufen oder verkaufen,

  • Kontoauszüge, Erträgnis-Aufstellungen, Post oder Depotauszüge entgegennehmen,

  • Schulden gegenüber Gläubigern anerkennen (Saldoanerkenntnis).

Was darf ein Bevollmächtigter nicht?

Der Bevollmächtigte hat nicht die gleichen Rechte und Pflichten, wie der Vollmachtgeber. Nicht automatisch in einer Kontovollmacht verankert ist es:

  • Untervollmachten zu erteilen, sprich andere Personen zu bevollmächtigen,

  • im Namen des Vollmachtgebers weitere Konten zu eröffnen,

  • ein Konto zu kündigen oder ein Konto auf seinen Namen umzuschreiben,

  • Kreditverträge abzuschließen oder bestehende zu ändern,

  • Debit-Karten zu beantragen,

  • ein Schließfach einzurichten.

Biallo-Tipp: Gemeinschaftskonto als Alternative

Wem das Erstellen einer Vollmacht zu kompliziert ist, kann ein Gemeinschaftskonto eröffnen. Das Konto läuft auf beide Partner. Jeder kann einzeln darüber verfügen.

Vollmacht ist nicht gleich Vollmacht

Es gibt unterschiedliche Arten von Kontovollmachten.  Doch egal, um welche Art und welches Konto es sich handelt, Sie sollten der Person blind vertrauen können. Legen Sie fest, für welchen Fall Sie eine Vollmacht vergeben möchten. Diese unterschiedlichen Vollmachten gibt es:

Wenn Sie die Vollmacht widerrufen möchten

Hat der Vollmachtgeber es sich anders überlegt, hat er das Recht die Vollmacht zu widerrufen. Das sollte unbedingt schriftlich erfolgen: Ein Schreiben an die Bank und eines an den (ehemals) Bevollmächtigten. Automatisch erlischt eine Bankvollmacht, wenn:

  • die bevollmächtigte Person geschäftsunfähig wird,

  • die bevollmächtigte Person stirbt,

  • der Kontoinhaber pleite ist und die Insolvenz eröffnet wurde,

  • der Vollmachtgeber und somit der Kontoinhaber stirbt und es keine Vollmacht über den Tod hinaus gibt.

Ein Beispiel, wie eine Vollmacht aussehen könnte

*Achtung! Rechtlicher Hinweis zur Vorlage:  Bei dem Beispiel handelt es sich um einen unverbindlichen Vorschlag für eine Kontovollmacht. Für Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit übernimmt biallo.de keine Gewähr, da nicht auszuschließen ist, dass das Beispiel-Formular nicht den derzeit gültigen Gesetzen oder Rechtsprechung entspricht.

Wichtige Fragen & Antworten zur Bankvollmacht

Kann ich eine Vollmacht auch nur für ein Konto erteilen?

Eine Bankvollmacht kann der Kontoinhaber für alle Konten (etwa Girokonto, Tagesgeld, Festgeld sowie Depot) oder lediglich für ein spezielles Konto erteilen. 

Kann ich eine Bankvollmacht widerrufen?

Ja, die Bankvollmacht kann der Kontoinhaber zu Lebzeiten jederzeit widerrufen und auf eine andere Person übertragen. Teilen Sie der Bank oder Sparkasse umgehend Ihre Entscheidung schriftlich mit.

Gibt es eine gesetzliche Vorschrift, wie eine Vollmacht aussehen muss? Ist ein Notar oder Rechtsanwalt nötig?

Nein, es gibt keinerlei gesetzliche Vorgaben. Die Bankvollmacht kann der Kontoinhaber formlos erteilen. Banken und Kreditinstitute verlangen aber die schriftliche Form. Weiter haben sie meist eigene Vorlagen, die sie bevorzugen. Rechtsanwalt oder Notar sind zur Beglaubigung nicht zwingend nötig. 

Wer kann eine Bankvollmacht erhalten?

Eine Bankvollmacht kann jede volljährige und vollgeschäftsfähige Person erhalten.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de