Auf einen Blick
  • Der Verbraucher hat verschiedene Möglichkeiten sich über die deutsche Post zu identifizieren.

  • Das Postident-Verfahren per Video ist die schnellste Variante.

  • Desweiteren steht die Identifikation über einen Postboten, die Postfiliale, durch ein Foto und über den Personalausweis zur Verfügung.

  • Einige Banken bieten eigene Identifikationsverfahren an.
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Sie möchten ein Konto oder Depot bei einer Direktbank eröffnen? Dann lässt sich meist ein Verfahren nicht vermeiden – das sogenannte Postident. Dieses Prozedere dient dazu, Ihre Identität zweifelsfrei festzustellen, um zu verhindern, dass Betrüger in Ihrem Namen etwa einen Kredit beantragen. Dabei bietet der Service der Deutschen Post verschiedene Wege, sich bei der Bank oder Sparkasse zu legitimieren. Von klassisch analog über die Postfiliale bis hin zur modernen Online-Ausweisfunktion (eID). Wir stellen die verschiedenen Verfahren vor.

 

Der Weg in die Postfiliale

Der Klassiker unter den Legitimationsverfahren. Dafür nehmen Sie die von Ihrer Bank zugesandten oder selbst ausgedruckten Dokumente mit in eine von bundesweit 9.000 Postfilialen. Unter diesen Unterlagen befindet sich ebenfalls der sogenannte Postident-Coupon, den der Postmitarbeiter benötigt, um den Vorgang durchzuführen. Zum Abschluss zeigen Sie dem Postler Ihren Reisepass oder Personalausweis – fertig.

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Postident per Postbote

Eine Methode, die vielen Verbrauchern unbekannt ist, ist das Legitimationsverfahren durch den Postboten. Hier erfolgt die Legitimation durch den Postboten vor Ort. Klingelt der Postmann, müssen Sie sich auch hier mit einem Lichtbildausweis ausweisen und den Vorgang mit einer Unterschrift bestätigen. Im Anschluss erhalten Sie einen Brief oder eine Bank- beziehungsweise Kreditkarte von Ihrer Onlinebank. Vor allem für ältere Mitmenschen mit Gehschwierigkeiten ist diese Methode ideal. Im Falle, dass Sie außer Haus sind, wenn der Postmann klingelt, erhalten Sie wie bei einem Paket auch eine Benachrichtigungskarte, die Sie dann in einer Filiale vorlegen müssen. Dafür müssen Sie persönlich erscheinen.

 

Postident durch Foto

Bei dieser Variante erhalten Sie von Ihrem Vertragspartner, also beispielsweise einer Onlinebank, einen Link beziehungsweise werden direkt zur Webseite der Deutschen Post weitergeleitet. Für dieses Verfahren brauchen Sie entweder ein Smartphone mit der Postident-App oder sie nutzen einen Computer mit Webcam. Zuerst scannen Sie entweder den QR-Code, der Ihnen angezeigt wird, oder geben Ihre Vorgangsnummer händisch in die App ein. Im Anschluss erstellen Sie per Video zwei Schnappschüsse, einmal von Ihrem Personalausweis und dann von Ihrem Gesicht. Abschließend übermitteln Sie die Aufnahmen an die Deutsche Post, die die Prüfung in nur wenigen Minuten durchführt. Dabei sollten Sie beachten, dass Ihre Webcam beziehungsweise das Smartphone Bilder in ausreichender Qualität machen kann.

 

Online-Identifikation durch Videochat

Was Sie für dieses Verfahren brauchen, ist ein Computer mit Mikrofon und Webcam oder ein Smartphone mit entsprechender Kameraqualität. So geht’s: Sie füllen bei der Bank Ihrer Wahl die Kontoeröffnungsstrecke aus, anschließend werden Sie automatisch auf die Seite der Post umgeleitet. Ein Mitarbeiter aus dem Callcenter führt Sie nun Schritt für Schritt durch den Identifikationsprozess. Im Grunde unterscheidet sich diese Methode kaum vom Fotoident, mit der Ausnahme, dass Sie betreut werden und der Postmitarbeiter die entsprechenden Fotos anfertigt. Einziger Nachteil: Im Gegensatz zum Fotoident, welches rund um die Uhr verfügbar ist, müssen Sie sich hier an den Geschäftszeiten orientieren (8:00 bis 22:00 Uhr).

 

Mobile Identifikation mit Personalausweis

Jeder Personalausweis, der nach 2017 ausgestellt ist, enthält einen automatisch aktivierten Chip, mit dem das Online-Ausweisen möglich ist. Bei älteren Ausweisen kann man die Online-Ausweisfunktion bei seiner Meldebehörde nachträglich freischalten lassen. Für die Nutzung benötigen Sie Ihre persönliche sechsstellige PIN und eine App.
Auch hier erhalten Sie von Ihrer Bank einen Link oder werden direkt auf das Postident-Portal weitergeleitet. Sie scannen den QR-Code oder geben die Vorgangsnummer in die App ein und geben im Anschluss Ihre sechsstellige PIN ein. Dann halten Sie Ihren Online-Ausweis an die NFC-Schnittstelle an Ihrem Smartphone. Die Daten werden zum Abschluss an die Bank übermittelt. Alternativ können Sie auch die Software „AusweisApp2“ auf Ihren Desktop-PC laden und das Verfahren in Kombination mit einem Kartenlesegerät durchführen.

Seit Februar 2022 gibt es die Möglichkeit, den Online-Ausweis selbst online zu aktivieren. Sie sparen sich damit den Weg zur Meldebehörde. Der Service ist für Sie kostenfrei. Der PIN-Rücksetzbrief wird an die deutsche Meldeadresse der bestellenden Person zugestellt und enthält einen Aktivierungscode, einen QR-Code und eine neue PIN. Haben Sie diese Unterlagen, aktivieren Sie den Online-Ausweis und können diesen mit einer neuen PIN nutzen.

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Verträge abschließen mit E-Signing

Mittlerweile lassen sich auch Verträge bequem online von Zuhause aus unterschreiben. Das funktioniert in vier Schritten. Sie legitimieren sich ähnlich wie beim Videoident-Verfahren mit einem gültigen Ausweisdokument gegenüber dem Postmitarbeiter. Im Anschluss können Sie alle Dokumente in Ruhe gründlich durchlesen. Um den Vorgang zu bestätigen, müssen Sie den AGB der Post zustimmen und eine TAN für die Unterschrift anfordern. Diese erfolgt dann einfach mit der Eingabe der PIN. Sowohl Sie als auch Ihr Vertragspartner erhalten die unterschriebenen Dokumente als PDF-Dateien.

 

Manche Banken bieten eigene Verfahren an

Welches Verfahren eine Bank anbietet, ist von Institut zu Institut unterschiedlich. Die meisten Banken bieten das klassische Postident- und Videoident-Verfahren an. Wobei Letzteres nicht unbedingt durch die Deutsche Post durchgeführt wird, sondern eventuell durch einen externen Dienstleister oder Bankmitarbeiter. Sind Sie bei einer herkömmlichen Filialbank, können Sie selbstverständlich alle Geschäfte in der Geschäftsstelle vor Ort erledigen.

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Über den Autor Kevin Schwarzinger
Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.
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