Auf einen Blick
  • Mit dem sogenannten Videoident-Verfahren können Sie sich bequem von zu Hause aus mittels Video-Chat identifizieren. Das macht den Gang zur Postfiliale überflüssig.

  • Aber das Augenmerk liegt vorwiegend auf der Sicherheit dieser Verfahren und letztendlich auf der Sicherheit der gespeicherten Daten.

  • Welche Anbieter es gibt und wie genau das Verfahren funktioniert, lesen Sie in diesem Beitrag.
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Sie shoppen gerne ganz gemütlich vom heimischen Sofa aus? Aber ärgern sich, dass Sie für eine Kontoeröffnung zur Bankfiliale laufen müssen? Ärgern Sie sich nicht zu sehr, Sie können ein Girokonto auch von zu Hause eröffnen. Per Videotelefonie, komplett papierlos – und das nur in wenigen Minuten.

 

VideoIdent – Was ist das?

Vor allem Direktbanken und Fintechs setzen in der Bankenwelt mit ihren digitalen Geschäftsmodellen neue Standards. Der Nachteil: Die Identität des Kunden kann nur schlecht wegen des fehlenden Filialnetzes verifiziert werden.

Deswegen wurde in der Vergangenheit häufig auf das PostIdent-Verfahren gesetzt, welches aber nur vor Ort in einer Postfiliale ermöglicht werden konnte. Seit 2014 können Sie sich bei vielen Banken auch online mit dem sogenannten VideoIdent-Verfahren legitimieren. Dabei handelt es sich um ein Verifizierungsverfahren per Video-Chat.

 

Wie funktioniert das VideoIdent-Verfahren?

Angenommen, Sie möchten ein neues Bankkonto eröffnen, dann funktioniert das Verfahren so: Nachdem Sie Ihre Vertragsunterlagen elektronisch abgeschickt haben, startet automatisch ein Video-Chat mit einem geschulten Mitarbeiter eines externen Dienstleisters. Im Anschluss müssen Sie die Vorder- und Rückseite Ihres Personalausweises vor die Kamera halten.

Damit der Ausweis verifiziert werden kann, muss dieser gekippt und bewegt werden, um die Sicherheitsmerkmale zu prüfen. Um die Identitätsprüfung abzuschließen, wird Ihnen per E-Mail oder SMS eine TAN zugesendet. Das dauert in der Regel nur wenige Minuten. Dafür ist keine spezielle Software notwendig.

Versicherungen, Telekommunikations- und Mobilitätsdienste sowie die Glücksspiel- und Online-Gaming-Branche haben solche VideoIdent-Verfahren in ihre Prozesse integriert. Das Ziel: Schnelle, sichere und unkomplizierte Vertragsabschlüsse im Netz. Das Verfahren funktioniert bei allen Anbietern mehr oder weniger gleich.

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Wie sicher ist VideoIdent?

Das VideoIdent-Verfahren gilt als sichere Methode, persönliche Daten verifizieren zu lassen. Sie sollten aber in jedem Fall darauf achten, dass Ihr Computer, Tablet oder Smartphone über einen ausreichenden Virenschutz verfügt. Dennoch sind in der Vergangenheit über die Bafin mehrere Fälle bekannt geworden, in denen Verbraucher unter einem Vorwand dazu gebracht wurden, persönliche Daten preiszugeben und an einem VideoIdent-Verfahren teilzunehmen. Wie man sich vor derartigem Datenbetrug schützen kann, hat die Bafin mit Tipps und Informationen auf ihrer eigenen Webseite veröffentlicht – zu finden unter: Missbrauch des Video-Ident-Verfahrens: Wie kann ich mich vor einer betrügerischen Kontoeröffnung schützen?

Biallo-Tipp:

Stutzig sollten Sie werden, wenn Sie auf eine externe Seite umgeleitet werden oder ein spezielles Programm herunterladen sollen. Die Verifizierung erfolgt immer auf der Webseite des jeweiligen Anbieters, ohne dass dabei eine zusätzliche Software benötigt wird.
 

Wer darf VideoIdent durchführen?

Grundsätzlich gilt, dass alle Banken und VideoIdent-Anbieter den strengen Vorgaben und dem Rahmenwerk der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) folgen müssen. So darf eine Video-Identifizierung nur von entsprechend geschulten und dafür ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt werden. Diese müssen sich beim Legitimationsverfahren in einem abgeschlossenen Raum aufhalten, der durch eine Eingangskontrolle nur den Mitarbeitern zugänglich sein darf. Zudem muss der Videochat nach der technischen Richtlinie des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) TR-02102 verschlüsselt sein und eine ausreichende Qualität aufweisen.

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Das sind die bekanntesten Anbieter

Grundsätzlich können Sie sich den VideoIdent-Anbieter nicht selbst aussuchen. Bei welchen Unternehmen Sie sich verifizieren müssen, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Anbieter vor.

Deutsche Post

Die Deutsche Post bietet Banken und anderen Finanzinstituten neben der analogen Identifikation in der Postfiliale inzwischen parallel die Überprüfung per Videochat an. Genutzt wird das zum Beispiel von der ING, GLS Bank, Consorsbank, Commerzbank und der Hypovereinsbank. Die Legitimation kann dabei entweder über den Desktop-PC oder über die spezielle PostIdent-App erfolgen.

IDnow

Das 2011 gegründete Unternehmen mit Sitz in München gehört zu den größten Anbietern des VideoIdent-Verfahrens. Wie bei der Konkurrenz auch haben Sie die Möglichkeit, die Legitimation über den heimischen Computer beziehungsweise über die App zu machen. IDnow stellt seine Dienstleistungen unter anderem dem Onlinebroker Trade Republic, dem Robo-Advisor Ginmon sowie ING und Sparkassen zur Verfügung.

WebID

WebID gilt als Pionier in der Branche. Mit dem Bundesfinanzministerium stimmte das Berliner Unternehmen vor gut sieben Jahren die Technologie ab. Es entstand das erste Rundschreiben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), das die Sicherheitsanforderungen festlegte. WebID arbeitet unter anderem mit namhaften Banken wie etwa der DKBTargobank, Santander und den Sparda-Banken zusammen.

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Über den Autor Kevin Schwarzinger
Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.
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