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Raketen, KI und Elon Musk: SpaceX geht am 12. Juni 2026 an die Börse – und der Hype ist gewaltig. Mit einem Emissionsvolumen von 75 Milliarden Dollar ist es der größte Börsengang aller Zeiten. Doch Experten warnen vor der hohen Bewertung des Unternehmens. Denn SpaceX schreibt trotz profitablem Starlink-Geschäft rote Zahlen. Was Anleger zu Musks Raketen-Firma wissen müssen.

Es wird der größte Börsengang aller Zeiten: Am kommenden Freitag (12. Juni 2026) werden die Aktien von SpaceX erstmals an der US-Technologiebörse Nasdaq notiert. Das Unternehmen gehört dem US-Milliardär Elon Musk. Er will mit dem Börsengang rund 75 Milliarden US-Dollar (ca. 65 Milliarden Euro) einsammeln – mehr als jemals ein Unternehmen zuvor bei einem Börsengang. Entsprechend groß ist die Aufregung bei Anlegerinnen und Anlegern. Doch wie attraktiv sind SpaceX und die SpaceX-Aktie wirklich? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Börsenstart der US-Raketenfirma.

Was macht SpaceX genau?

Das Unternehmen gibt es seit 2002. Es entwickelte damals die erste private Rakete, die die Erdumlaufbahn erreichte. Heute transportiert die wieder verwendbare Trägerrakete „Falcon 9“ von SpaceX Satelliten, Versorgungsgüter oder Astronauten ins All. Zu den Stammkunden gehören die NASA und das US-Verteidigungsministerium. SpaceX startet heute mehr Raketen pro Jahr als alle anderen privaten und staatlichen Anbieter zusammen.

Gleichzeitig betreibt das Unternehmen das Satellitennetzwerk „Starlink“. Es versorgt rund zehn Millionen Abonnenten weltweit mit Breitband-Internet aus dem All. Starlink hat 2025 seinen Umsatz um 50 Prozent auf etwa 11,3 Milliarden Dollar gesteigert. Schließlich gehört auch ein KI-Unternehmen zu SpaceX: Im Februar fusionierte Elon Musks KI-Firma "xAI" mit dem Raumfahrtunternehmen. Seitdem gehören der Chatbot Grok und die Plattform "X" ebenfalls um Konzern.

Zuletzt spielte auch die Vermietung von Rechenleistung eine Rolle. So unterschrieb Google einen Vertrag mit einem Volumen von über 900 Millionen US-Dollar monatlich, die KI-Firma Anthropic wird 1,25 Milliarden US-Dollar pro Monat zahlen.

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Arbeitet SpaceX profitabel?

Nein. Im vergangenen Jahr erzielte SpaceX bei einem Umsatz von 18,7 Milliarden US-Dollar unterm Strich einen Verlust von knapp fünf Milliarden Dollar. Einzige profitable Sparte ist Starlink: Das Satellitenmobilfunkgeschäft erwirtschaftet Gewinne. Die übrigen Konzernbereiche arbeiten noch nicht kostendeckend. So schrieb etwa die KI-Sparte alleine im ersten Quartal 2026 einen Verlust vor Zinsen und Steuern von rund 2,5 Milliarden Dollar. SpaceX hat also zwar einen profitablen Kern. Insgesamt dürfte der Konzern aber auf absehbare Zeit rote Zahlen schreiben.

Was sind die Chancen bei der SpaceX-Aktie?

Einige Experten halten das Weltraumgeschäft für sehr zukunftsträchtig. „Der Weltraum entwickelt sich zur neuen Infrastruktur der Weltwirtschaft“, sagt etwa Heiko Löschen von der Vermögensverwaltung GSP Asset Management. In der Stratosphäre entstehe gerade eine „neue kritische Infrastruktur“ – eine „neue Seidenstraße“, sagt Löschen. Und die hat wirtschaftliches Potenzial: Laut einer Studie der Unternehmensberatung PwC könnte der weltweite Raumfahrtmarkt bis 2040 auf zwei Billionen Dollar wachsen.

SpaceX gilt darin als Marktführer, der langfristig von staatlichen Verteidigungs- und Forschungsbudgets profitiert. Zukunftsprojekt ist die Großrakete „Starship“, die die Kosten für Raketenstarts weiter senken und künftig bemannte Flüge zu Mond und Mars ermöglichen soll – möglichst mit Profit für SpaceX.

„Der Weltraum entwickelt sich zur neuen Infrastruktur der Weltwirtschaft.“
Heiko Löschen, GSP Asset Management

Was sind die Risiken bei der SpaceX-Aktie?

Vieles, was Anlegerinnen und Anleger derzeit an SpaceX elektrisiert, ist noch Zukunftsmusik: Wer die Aktie kauft, wettet daher darauf, dass Raketen- und KI-Sparte, Mond- und Mars-Missionen irgendwann Gewinne abwerfen. Das ist aber ungewiss. Zumal auch Staatsgelder nicht unbegrenzt fließen müssen: Auch staatliche Budgets können gekürzt oder gar gestrichen werden. In der angestrebten Börsenbewertung des Unternehmens von 1,75 Billionen US-Dollar steckt daher eine Menge Risiko: Sie beträgt mehr als das 90-fache des Jahresumsatzes. Der Computerkonzern Apple kommt gerade mal auf das Sieben- bis Achtfache.

Die Bewertung von SpaceX lasse sich daher „nur schwer rechtfertigen“, zitiert das Handelsblatt einen Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Das Analyseunternehmen Morningstar sieht den fairen Wert von SpaceX derzeit bei 780 Milliarden Dollar – also etwa bei der Hälfte der angestrebten Bewertung. Die Spanne für den Ausgabekurs der Aktie von 135 bis 162 Dollar liegt demnach ziemlich hoch.

Sollten Anleger die SpaceX-Aktie kaufen?

Das hängt davon ab, wie sie die Chancen des Raumfahrtgeschäfts einschätzen. Wer Investitionen in Raketen und Satelliten skeptisch sieht, sollte eher die Finger von der Aktie lassen. Wer dagegen daran glaubt, dass sich in Zukunft im Weltall gute Gewinne machen lassen, kann auf SpaceX wetten. Anlegerinnen und Anleger sollten sich aber auch auf mögliche Rückschläge einstellen.

Zeichnen können deutsche Anlegerinnen und Anleger die Aktie noch bis Donnerstag (11. Juni 2026). Das ist unter anderem bei den Brokern Trade Republic und Maxblue (Deutsche Bank), beim Fintech Revolut oder bei den Direktbanken ING und Comdirect möglich. Nach dem Börsengang am 12. Juni lässt sich die Aktie ganz normal über den eigenen Broker kaufen. Überstürzen müssen Anleger aber nichts. Wegen der hohen Nachfrage könnte die Aktie zwar direkt nach dem Börsengang erst einmal zulegen. Längerfristig sind angesichts der hohen Bewertung aber durchaus Kursrückgänge möglich. Das können Kaufgelegenheiten sein.

Kann ich in SpaceX über einen ETF investieren?

Das geht – und viele Anleger müssen dafür gar nicht viel tun. Denn die Aktie soll sehr schnell in wichtige Börsenindizes wie den Nasdaq 100, den MSCI World oder auch den FTSE All World aufgenommen werden. Damit landet sie dann automatisch in ETFs auf die entsprechenden Indizes, die viele Anlegerinnen und Anleger schon im Depot haben. Die Aktie dürfte dabei in der Regel zu den größeren Positionen im Index gehören. Dennoch macht ihr Gewicht bei einem Weltindex wie dem MSCI World mit rund 1.300 Unternehmen nur einen geringen Anteil am Gesamtindex aus.

Wer von der Raumfahrtbranche insgesamt überzeugt ist, kann auch einen Themen-ETF kaufen. So enthält etwa der VanEck Space Innovators ETF (ISIN IE000YU9K6K2) derzeit 25 Werte. SpaceX dürfte darin künftig eine tragende Rolle spielen. Generell gilt dabei sowohl für solche Themen-ETFs als auch für Einzelaktien: Anlegerinnen und Anleger sollten ihren Anteil Gesamtportfolio begrenzen.

Über den Redakteur Andreas Jalsovec

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Hat als Redakteur in mehreren (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem beim Anlegermagazin Börse Online, bei der Münchner Abendzeitung, der Schwäbischen Zeitung und der Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Vor seinem Wechsel zu Biallo.de war er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung tätig.

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