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Die Sparkassen greifen Trade Republic und Co. an: Mit S-Neo können 20 Millionen Nutzer der Sparkassen-App jetzt ETFs, Fonds und Aktien direkt in der App kaufen. Einzelne Orders kosten ab 0,95 Euro, die Depotführung ist gratis. Haken: Jede Sparkasse kann die Preise selbst festlegen, und aufs Verrechnungskonto gibt es keine Zinsen.

So richtig glatt läuft es noch nicht mit S-Neo: Wer etwa an diesem Dienstag (21. Juli 2026) versucht hat, das neue, digitale Wertpapierdepot bei der Stadtsparkasse Augsburg zu eröffnen, erhielt in der Sparkassen-App den Hinweis: "Inhalt nicht verfügbar". Ein wenig Geduld müssen Kundinnen und Kunden also noch mitbringen, wenn sie das neue Sparkassen-Angebot nutzen wollen.

S-Neo soll direkt in die Sparkassen-App integriert werden. Bis Ende der Woche, so heißt es beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), sollen das 90 Prozent der Sparkassen freigeschaltet haben. Dann lassen sich in der App ETFs, Fonds und Aktien ohne separates Broker-Konto handeln. Die Sparkassen wollen so mit etablierten Neobrokern gleichziehen.

Doch lohnt sich das neue Angebot, oder sind Sie mit Trade Republic, Scalable oder der ING besser bedient? Wir erklären, wie S-Neo funktioniert, welche Konditionen dort gelten und wie der Sparkassen-Neobroker im Vergleich dasteht.

Warum die Sparkassen jetzt S-Neo starten

Die Sparkassen reagieren damit auf den Erfolg der Neobroker. Über Jahre haben sie jüngere, anlagefreudige Kunden an die Konkurrenz verloren. S-Neo richtet sich nun zunächst an die 20 Millionen Nutzer der Sparkassen-App, von denen etwa die Hälfte noch kein Wertpapierdepot besitzt. Insgesamt führen die Sparkassen rund 38 Millionen private Girokonten. Darauf liegt viel unverzinstes Geld. Dieses Kapital wollen die Institute mit S-Neo heben, indem sie neue Kunden für das Aktien- oder ETF-Sparen gewinnen. 

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Wer S-Neo nutzen kann

S-Neo bringt zunächst vor allem Sparkassen-Kunden mit Girokonto etwas. Wer schon die App Sparkasse nutzt, kann ohne zweite App und ohne neues Konto loslegen. Damit Sparkassen-Kunden S-Neo nutzen können, brauchen sie:

  • ein Girokonto bei einer Sparkasse. Es dient als Verrechnungskonto. Das ist bequem, kostet aber in der Regel eine Gebühr, und es gibt darauf keine Zinsen.
  • die App Sparkasse auf dem Smartphone
  • einen aktiven Online-Banking-Zugang mit Freigabeverfahren.

Wer noch kein Sparkassen-Girokonto hat, muss sich eines zulegen. Eine Öffnung für Neukunden anderer Banken ist laut Handelsblatt erst um den Jahreswechsel 2026/2027 geplant.

Was S-Neo kostet

Die Depotführung ist bei S-Neo kostenlos, Sparplanausführungen sind es ebenfalls, und Wertpapier-Orders kosten ab 0,95 Euro. Der Haken: Die Konditionen kann jede Sparkasse vor Ort selbst festlegen. Eine bundeseinheitliche Regelung gibt es nicht.

So verlangt die Sparkasse Köln-Bonn 0,95 Euro pro Transaktion und führt Sparpläne kostenlos aus. Kostengünstig gehandelt wird dabei über die Börse Tradegate. Auch das Depot ist kostenlos ohne Volumengrenze. Diese Konditionen gelten für alle Sparkassen, die das DepotPlus des Sparkassen-Brokers "S-Broker" umsetzen. Die Sparkassen haben eine Liste der Institute veröffentlicht, für die das gilt.

Bei anderen Sparkassen gelten unter Umständen andere Konditionen. So verlangt die Stadtsparkasse München einen Euro pro Trade. Sparpläne sind hier ebenfalls kostenlos. Die Gratis-Depotführung ist aber gedeckelt: Bis 24.999 Euro Depotvolumen zahlen Sie nichts, ab 25.000 Euro fallen 0,0625 Prozent des Kurswertes pro Quartal an.

Wie S-Neo im Vergleich mit Trade Republic und Co. abschneidet

S-Neo kann durchaus mit etablierten Neobrokern mithalten. Beim Preis je Order liegt der neue Sparkassen-Broker mit 0,95 Euro auf dem Niveau von Trade Republic oder Scalable. ETF-Sparpläne sind bei allen Anbietern gratis. Die folgende Tabelle stellt einige wichtige Konditionen gegenüber.

AnbieterDepotgebührEinzelorderETF-SparplanZinsen auf Guthaben
S-Neo (Sparkasse)0 €, u. U. abhängig vom Volumenab 0,95 €¹0 €keine (Girokonto)
Trade Republic0 €1 €0 €2,25 %
Scalable (Free)0 €0,99 €0 €2,50 %
Smartbroker+0 €0 € ab 500 €²0 €2,00 % bis 100.000 €³
ING0 €4,90 € + 0,25 % vom Kurswert0 €3,20 %, Neukunden 4 Monate⁴
¹ bei Handel über Tradegate Exchange, sonst 0,95 € + 0,25 %; ² sonst 1 € über Börse Gettex; ³ darüber 1,75 % bis 1 Mio. Euro; ⁴ danach 0,75 %. Quellen: Angaben der Anbieter, Stand: 21.07.2026

Den Unterschied macht zum einen die Depotgebühr: Ist sie volumenabhängig, lohnt sich S-Neo nur für Kundinnen und Kunden mit geringerem Depotvolumen. Außerdem ist das Girokonto das Pflicht-Verrechnungskonto. Dort liegt das Geld in aller Regel unverzinst brach. Bei den anderen Neobrokern erzielt das nicht investierte Guthaben dagegen dauerhaft Zinsen. Um das bei einer Sparkasse zu bekommen, muss man in der Regel einen Sparbrief abschließen.

Fazit: Wer S-Neo in Betracht ziehen sollte

S-Neo senkt die Einstiegshürde beim Aktien- und ETF-Kauf für Millionen Sparkassen-Kunden. Die Institute dürften sich damit neue Kundengruppen und Erlösquellen erschließen. Wer ohnehin die App nutzt und einen ETF-Sparplan starten will, findet dabei ein günstiges Angebot mit kostenloser Depotführung und Gratis-Sparplänen – alles in der "gewohnten Umgebung", wie es bei den Sparkassen heißt.

Anlegerinnen und Anleger sollten aber darauf achten, welche Konditionen ihre Sparkasse tatsächlich bietet. Jedes Institut kann die Gebühren für S-Neo selbst festlegen. Und: S-Neo-Kunden verzichten im Vergleich zu den etablierten Neobrokern auf die einfache Guthaben-Verzinsung. Der Vergleich mit einem Neobroker kann sich daher lohnen.

Wer bei der Sparkasse bleiben will und bereits ein Depot dort hat, sollte prüfen, ob er zu S-Neo umsteigt. Man muss dafür aber das Depot zu S-Neo übertragen.

Häufige Fragen zu S-Neo

Was ist S-Neo genau?

S-Neo ist das digitale Wertpapierdepot der Sparkassen für die App Sparkasse. Damit handeln Sie ETFs, Fonds und Aktien direkt in Ihrer gewohnten Banking-App, ohne ein separates Broker-Konto zu eröffnen. Das Angebot ist seit Juli 2026 verfügbar.

Was kostet der Handel bei S-Neo?

Die Depotführung ist kostenlos, ebenso die Ausführung von Sparplänen. Wertpapier-Orders kosten ab 0,95 Euro. Die genauen Preise legt jede Sparkasse selbst fest, eine bundeseinheitliche Regelung gibt es nicht. Bei einigen Instituten gilt die kostenlose Depotführung nur bis zu einem bestimmten Depotvolumen.

Brauche ich ein Sparkassen-Konto für S-Neo?

Ja. S-Neo setzt ein Girokonto bei einer Sparkasse voraus, das automatisch als Verrechnungskonto dient. Zusätzlich benötigen Sie die App Sparkasse, einen aktiven Online-Banking-Zugang und müssen volljährig sein. Für Kunden anderer Banken soll das Angebot erst um den Jahreswechsel 2026/2027 öffnen.

Gibt es bei S-Neo Zinsen auf nicht investiertes Guthaben?

Nein. Da Ihr Sparkassen-Girokonto als Verrechnungskonto dient, bleibt nicht investiertes Geld in der Regel unverzinst. Neobroker wie Trade Republic oder Scalable zahlen dagegen aktuell zwischen 2,25 und 2,50 Prozent pro Jahr auf das Guthaben.

Über den Redakteur Andreas Jalsovec

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Hat als Redakteur in mehreren (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem beim Anlegermagazin Börse Online, bei der Münchner Abendzeitung, der Schwäbischen Zeitung und der Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Vor seinem Wechsel zu Biallo.de war er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung tätig.

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