
Deutschland- Basiszins: 2,00%
- Aktionszins: 4,00% - gilt für die ersten 4 Monate

Luxemburg- Basiszins: 1,50%
- Aktionszins: 3,90% - gilt für die ersten 3 Monate

Niederlande- Basiszins: 1,80%
- Aktionszins: 3,40% - gilt für die ersten 4 Monate
Auf einen Blick
3,50 Prozent Zinsen – und das beim Neobroker? Während Direktbanken häufig mit befristeten Aktionszinsen werben, überzeugen Trade Republic, Scalable oder Trading212 beim Zins für die Bestandskunden. Wie die Neobroker klassischen Banken Konkurrenz machen und worauf Sparer dabei achten sollten.
Ihr Hauptgeschäft ist der günstige und einfache Wertpapierhandel. Doch auch die sogenannten Neobroker werben mit Zinsen auf nicht angelegte Guthaben um Kunden. Anbieter wie Traders Place, Scalable Capital, Trade Republic oder "Smartbroker+" orientieren sich dabei mit ihren Zinsen am Einlagensatz der Europäischen Zentralbank (EZB). Der EZB-Leitzins ist zuletzt nach fast drei Jahren erstmals wieder gestiegen. Derzeit liegt der Einlagensatz der EZB bei 2,25 Prozent. An ihm orientieren sich Banken und Broker bei ihren Zinsangeboten. Die Zinswende der EZB wirkt sich daher auch auf die Neobroker aus.
Die Neobroker können dabei durchaus mit guten Anbietern von Tagesgeld mithalten. Im Tagesgeld-Vergleich von biallo.de bieten derzeit zwar etliche Anbieter Zinsen von deutlich über drei Prozent, zwei Banken rufen sogar vier Prozent auf. Der Durchschnitt aller bei biallo.de gelisteten Anbieter allerdings liegt beim Tagesgeld laut Biallo-Index bei einem Zins von 1,56 Prozent (Stand 17. Juni 2026). Wer daher nach guten Zinsen sucht, sollte sich auch die Sparzinsen der Neobroker anschauen. Denn sie sind teilweise höher als bei klassischen Banken.
Doch wann lohnt es sich, Sparzinsen bei einem Depotanbieter abzustauben? Ist das überhaupt etwas für Zinssparer? Oder ist es vor allem für diejenigen interessant, die gleichzeitig auch Wertpapiere günstig handeln möchten? Wir geben einen Überblick über die Zinsangebote der Neobroker, werfen aber auch einen Blick auf die Zinsen, die Direktbanken wie ING, Comdirect oder DKB für Guthaben zahlen. Auch dort finden Anleger neben einem Zinskonto gute Depot-Angebote. Sie stehen damit in direkter Konkurrenz zu den Neobrokern.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Zinsen, die Neobroker und Direktbanken derzeit zahlen.
| Neobroker | Zinssatz für Bestandskunden | Zinssatz für Neukunden | Kosten im Monat | Zinsgutschrift |
| Trade Republic | 2,25%1 | x | keine | monatlich |
| Smartbroker+ | 2,00% | x | keine | quartalsweise |
| Scalable Capital | 2,50% | x | keine2 | monatlich |
| Trading212 | 3,50% | x | keine | täglich |
| Traders Place | 2,00%3 | x | keine | quartalsweise |
| XTB | 0,90% | 3,00%4 | keine | monatlich |
| Direktbanken | ||||
| ING | 0,75% | 3,20%5 | Keine | zum 31.12. |
| N26 Standard | 0,25% | x | Keine | monatlich |
| N26 Metal | 1,50% | x | 16,90 Euro | monatlich |
| Comdirect | 0,75% | 1,75%6 | keine | quartalsweise |
| Consorsbank | 1,00% | 3,40%7 | keine | quartalsweise |
| DKB | 1,00% | x | keine | quartalsweise |
Die Tabelle zeigt: Neukunden bekommen oft die höchsten Zinsen – das gilt vor allem für die Direktbanken. Die sogenannten Aktionszinsen gelten aber nur für eine bestimmte Zeit, in der Regel einige Monate. Bei den Neobrokern hat nur der Anbieter XTB einen solchen Aktionszins – für 90 Tage. Wer vorhat, länger bei einem Anbieter zu bleiben, sollte auf den Zins für Bestandskunden schauen. Da zeigt sich: Einige Neobroker rücken dafür vergleichsweise hohe Zinsen raus. Sie sind aber oft an Bedingungen geknüpft. Die Angebote der Neobroker auf einen Blick:
Direktbanken setzen deutlich öfter als die Neobroker auf Aktionszinsen. Das beste Angebot kommt derzeit von der Consorsbank mit 3,40 Prozent für fünf Monate. Danach fällt der Zins mit 1,00 Prozent eher mager aus. Das gilt auch für den Bestandskundenzins der ING: Er liegt bei 0,75 Prozent. Allerdings punktet die Direktbank aktuell mit einem Aktionszins von 3,20 Prozent. Er gilt für vier Monate. Die ING kann beim Thema Depot durchaus mit den Neobrokern mithalten. Im Biallo-Depottest landete sie auf einem der vorderen Plätze. Was Neobroker und Direktbanken beim Depot konkret bieten, können Sie sich außerdem in unserem Depotvergleich ansehen:
Im Folgenden finden Sie die Zinsangebote der Neobroker im Einzelnen:
Trade Republic war der erste Neobroker, der ein attraktives Zinsangebot auf nicht investierte Guthaben eingeführt hat. Der Broker gibt dabei den Zinssatz für Einlagen der Europäischen Zentralbank (EZB) eins zu eins an Kunden weiter. Derzeit erhalten Kunden bei Trade Republic entsprechend der jüngsten Zinserhöhung der EZB 2,25 Prozent Zinsen auf ihr Guthaben, ohne Obergrenze und unbefristet. Bestandskunden müssen dazu das kostenlose Girokonto aktivieren, Neukunden erhalten es automatisch bei der Depoteröffnung.
Die Einlagen sind bis 100.000 Euro über die europäische Einlagensicherung abgesichert. Das Geld wird bei Partnerbanken wie der Deutschen Bank oder J.P. Morgan verwahrt. Allerdings kann die Verteilung der Einlagen nicht vom Kunden beeinflusst werden. Ein potenzielles Risiko besteht, wenn ein Kunde bereits größere Summen bei einer der Partnerbanken angelegt hat und die Gesamtsumme die Grenze von 100.000 Euro übersteigt.
Außerdem wichtig: Ein Teil der nicht investierten Kundenvermögen wird in Geldmarktfonds investiert. Diese gelten als Sondervermögen und sind im Insolvenzfall geschützt, können aber Kursschwankungen unterliegen (siehe Biallo-Info unten). Ab welcher Summe das Geld in solche Fonds investiert wird, ist nicht klar.
Dennoch ist das Zinsangebot von Trade Republic derzeit eines der besten am Markt. Vor allem, weil es an keine zusätzlichen Bedingungen wie eine Mindestanlage oder einen begrenzten Anlagebetrag geknüpft ist.
In Geldmarktfonds investierte Guthaben unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Solche Fonds sind keine Bankeinlage, wie etwa Tagesgeld, sondern Wertpapiere. Damit gelten sie als Sondervermögen. Im Fall einer Insolvenz des Anbieters bleiben sie im Besitz der Anlegerinnen und Anleger. Sie können also vom Anbieter deren Herausgabe verlangen. Forderungen aus den Wertpapieren wie etwa Ausschüttungen oder Verkaufserlöse sind durch die gesetzliche Anlegerentschädigung abgesichert – bis zu einer Höhe von 90 Prozent, maximal 20.000 Euro. Mehr zur Sicherheit der Kundenguthaben bei (Neo-) Brokern erfahren Sie in unserem ausführlichen Ratgeber (siehe auch Artikel-Link unten)
"Smartbroker+" bietet ein flexibles Zinskonto mit 2,00 Prozent Zinsen pro Jahr. Der Zinssatz gilt für Guthaben bis zu 100.000 Euro und passt sich stets an den EZB-Leitzins an – er liegt jedoch immer 0,25 Prozentpunkte unter dem Einlagensatz der EZB. Die Einlagen sind durch die deutsche Einlagensicherung geschützt, Kunden können jederzeit auf ihr Kapital zugreifen. Um den Zins von 2,00 Prozent zu bekommen, müssen Kunden ein (kostenloses) Depot eröffnen.
Ursprünglich als Robo-Advisor gestartet ist das Unternehmen heute einer der größten Neobroker in Deutschland. Alle Kunden erhalten bei Scalable Capital derzeit 2,50 Prozent pro Jahr auf nicht investiertes Guthaben. Das gilt sowohl für Kunden im Depot-Modell "Prime+" als auch im Modell "free". Die Zinsen werden monatlich auf dem Verrechnungskonto gutgeschrieben.
Die Kundengelder werden bei der Scalable Bank und Partnerinstituten wie Deutsche Bank, Münchener Hypothekenbank oder der Norddeutschen Landesbank verwahrt. Nicht angelegte Guthaben sind im Modell "free" über die deutsche gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Kunde geschützt. Ein Teil des Geldes wird auch in Geldmarktfonds investiert. Das Geld der "Prime+"-Kunden fließt nicht in Geldmarktfonds.
Der aus London stammende Neobroker Trading212 hat sein Angebot vor einiger Zeit auf Deutschland ausgedehnt. Dazu hat das Unternehmen die in Deutschland ansässige FX Flat Bank übernommen. Auf nicht investierte Euro-Guthaben erhalten Kunden von Trading212 derzeit einen Zins von 3,50 Prozent. Sie müssen dazu allerdings die Zinsoption aktivieren. Gleichzeitig stimmen sie damit zu, dass nicht investiertes Geld auch in Geldmarktfonds angelegt wird. Daneben wird das Geld nach Angaben von Trading212 auch auf Festgeldkonten und Girokonten verwahrt.
Die Zinsen werden täglich gutgeschrieben. So entsteht ein Zinseszinseffekt. Da die (ehemalige) FX Flat Bank ihren Sitz in Ratingen hat, gilt die deutsche Einlagensicherung. Das Geld wird bei Partnerbanken wie J.P. Morgan verwahrt.
Traders Place bietet seinen Kunden 2,00 Prozent Zinsen pro Jahr auf das nicht investierte Guthaben. Der Zinssatz orientiert sich ebenfalls am EZB-Einlagensatz – minus 0,25 Prozentpunkte. Um das Zinskonto zu nutzen, benötigen Kunden ein Depot bei Traders Place. Zinszahlungen vom und Einzahlungen auf das Zinskonto laufen dann über das Verrechnungskonto. Auf dem Verrechnungskonto selbst gibt es keinen Zins. Traders Place nutzt die deutsche Baader Bank für die Verwahrung der Guthaben. Damit greift die deutsche gesetzliche Einlagensicherung.
Der ursprünglich polnische Broker XTB hat heute neben seinem Hauptsitz in Warschau auch eine Niederlassung in Berlin. Neukunden profitieren in den ersten 90 Tagen nach Kontoeröffnung von einem attraktiven Zins: 3,00 Prozent pro Jahr auf Euro-Guthaben. Auf US-Dollar-Guthaben zahlt XTB 3,40 Prozent. Nach den 90 Tagen sinken die Zinssätze auf 0,90 Prozent für Euro und 1,70 Prozent für US-Dollar.
Die Kundengelder bei XTB sind durch die europäische Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Kunde abgesichert. Sie werden auf Treuhandsammelkonten bei Partnerbanken wie J.P. Morgan verwahrt.
Die Beispiele der Neobroker zeigen: Eine Depoteröffnung kann mit guten Zinsangeboten verbunden sein. Sie muss aber nicht für jeden auch sinnvoll sein. Direktbanken wie ING, Comdirect oder N26 bieten neben Girokonten in der Regel auch Tagesgeldkonten beziehungsweise Zinskonten an, auf denen Ihr Geld täglich verfügbar ist. Die Angebote sind oft vor allem für Neukunden interessant.
Für Sparer, die nach guten Zinsen suchen, bieten Neobroker interessante Alternativen zu klassischen Banken. Zwar liegen die aktuell besten Angebote beim Biallo Tagesgeld Vergleich derzeit bei bis zu 4,00 Prozent. Die Top-Angebote sind allerdings Aktionszinsen, die oft nur wenige Monate gelten. Beim Basiszins für Bestandskunden hat unter den Anbietern mit bester Einlagensicherung derzeit die niederländische Ayvens Bank mit 2,30 Prozent das beste Angebot.
Bei diesem Zins können Neobroker wie Trading212, Scalable oder Trade Republic sehr gut mithalten. Sie überbieten mit ihren Angeboten viele klassische Banken und auch etliche Direktbanken – zumindest wenn man die Zinsen für Bestandskunden vergleicht. Auch Neobroker wie Traders Place oder Smartbroker+ stehen mit ihren Zinsangeboten noch gut da.
Kunden sollten bei den Neobrokern allerdings immer auch einen Blick darauf werfen, wie die frei verfügbaren Guthaben verwahrt werden. Nicht für alle Partnerbanken der Broker gilt die deutsche Einlagensicherung. Darüber hinaus werden die Barmittel oft in Geldmarktfonds angelegt. Für solche Fonds gelten andere Sicherheitsmechanismen als für Bankeinlagen (siehe Infokasten oben).
Grundsätzlich spricht für Anleger auch nichts dagegen, sich Broker und Tagesgeldangebot separat zu suchen. Den passenden Broker finden Sie am besten in Depottest 2026 von biallo.de. Bei den Zinsen können Sie dann nach den besten Anbietern am Markt Ausschau halten – etwa in unserem Tagesgeldvergleich (siehe unten). Nutzen Sie dagegen Brokerdienste und Zinskonto am liebsten vom gleichen Anbieter, haben Sie das Geld für den Wertpapierhandel immer schnell parat. In diesem Fall ist es sinnvoll, sich einen günstigen Broker zu suchen, der gleichzeitig auch ein gutes Zinsangebot macht.

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