Bares oder ein Gutschein fürs Depot? Direktbanken wie ING, Comdirect oder Maxblue locken 2026 mit Depot-Prämien von bis zu 500 Euro. Entscheidend sind jedoch nicht nur die Boni, sondern vor allem Kosten, ETF-Angebot und Konditionen der Depots. Unser Vergleich zeigt, welche Anbieter überzeugen.
Bis 500 Euro: Diese Depot-Prämien zahlen ING, Comdirect und Co.
Das Altersvorsorgedepot wirft seine Schatten voraus: 2027 will die Bundesregierung die neue geförderte Altersvorsorge einführen. Sparer können dann mit staatlicher Hilfe etwa in ETFs investieren. Brokern oder Direktbanken dürfte das gute Geschäfte bescheren. Sie werben jedenfalls schon fleißig um Kunden – etwa mit Prämien für die Neueröffnung eines Depots.
Jüngstes Beispiel ist die ING: Bei Deutschlands größter Direktbank laufen derzeit die sogenannten „Lieblingsbank-Wochen“. Bis 31. Mai können sich Neu- und Bestandskunden Prämien rund ums Girokonto, Tagesgeldkonto oder Depot sichern. Aber auch andere Direktbanken loben Geldprämien für die Eröffnung oder den Wechsel des Depots aus. Wir sagen Ihnen, wie gut die Depot-Prämien 2026 bei fünf bekannten Online-Banken sind, wie deren Depots im Vergleich abschneiden – und worauf Sie bei der Anbieter-Auswahl achten sollten.
Depot-Prämien von 50 bis 500 Euro
Mit Ausnahme der DKB bieten derzeit viele größere Direktbanken eine Prämie, wenn Sie als Neukunde dort ein Depot eröffnen oder dorthin wechseln. Der Abschluss-Bonus fällt dabei unterschiedlich aus. Er reicht von 50 Euro für eine Depoteröffnung bis 500 Euro für einen Depotwechsel. Die Prämien bei fünf bekannten Direktbanken auf einen Blick (Stand: 06. Mai 2026):
ING: 50-Euro-Gutschein plus 3,20 % Tagesgeld-Zins
Die Direktbank schenkt Neukunden einen 50-Euro-Wunschgutschein, wenn sie bis 15. Juni 2026 ihr erstes ING Direktdepot eröffnen. Sie müssen außerdem einen Sparplan mit einem ETF des Anbieters Amundi einrichten und diesen bis 30. September mindestens drei Mal mit je mindestens 20 Euro besparen. Zum Depot gehört das „Extra-Konto“. Darauf zahlt die ING Neukunden vier Monate lang 3,20 Prozent Zinsen, danach 0,75 Prozent. Die Prämie gibt es bis spätestens 31. Oktober 2026.
1822direkt: Bis zu 170 Euro für Trades und Sparplan
Die Tochter der Frankfurter Sparkasse bietet Neukunden bis zu 170 Euro in bar für die Depoteröffnung. Voraussetzung ist die Ausführung von drei Trades zu mindestens 500 Euro. Dafür gibt es 75 Euro Prämie. Weitere 75 Euro werden fällig für einen Sparplan ab 50 Euro monatlich über zwölf Monate. Wer eine der beiden Bedingungen erfüllt, erhält 20 Euro extra. Auf dem zugehörigen Tagesgeldkonto gibt es für Neukunden 2,80 Prozent Zinsen für sechs Monate, danach 0,60 Prozent. Der Antrag für die Eröffnung des 1822direkt-Depots muss bis 13. Mai gestellt, das Depot bis 27. Mai eröffnet sein. Die Prämie wird Ende November ausgezahlt.
Comdirect: 100 Euro Prämie für aktive Neukunden
Die Commerbank-Tochter zahlt bis 31. Mai 100 Euro an Depot-Neukunden, die innerhalb der ersten 30 Tage mindestens drei Trades tätigen. Dazu zählen auch Sparplanausführungen. Pflicht ist außerdem die Einwilligung zur E-Mail-Werbung, die bis zur Gutschrift der Prämie aktiv bleiben muss. Die Prämien-Auszahlung erfolgt 40 Tage nach Eröffnung des Comdirect-Depots. Zum Depot können Neukunden ein Tagesgeldkonto eröffnen. Darauf gibt es 1,75 Prozent für zwölf Monate, danach 0,75 Prozent.
Consorsbank: 200 Euro für Depotwechsler
Die französische Direktbank zahlt Wechslern 200 Euro, wenn sie innerhalb von drei Monaten nach Depoteröffnung mindestens 20.000 Euro von einer anderen Bank übertragen. Die Prämie fließt im Monat danach aufs Verrechnungskonto. Wer also im Mai das Depot eröffnet, erhält die Gutschrift im Laufe des Septembers. Neben dem Depot bietet die Bank Neukunden ein Tagesgeldkonto. Das Geld darauf wird für drei Monate mit 3,40 Prozent verzinst, danach mit 0,80 Prozent.
Maxblue: Bis zu 500 Euro Wechselprämie
Der Online-Broker der Deutschen Bank vergütet einen Depotwechsel mit 0,5 Prozent des Wechsel-Volumens. Für die Prämie müssen mindestens 5.000 Euro übertragen werden. Die Prämie liegt bei maximal 500 Euro. Die Aktion ist bei 31. Dezember 2026 befristet. Die Auszahlung der Prämie erfolgt innerhalb von zwei Wochen. Man muss Maxblue aktiv auf den Wertpapiereingang hinweisen. Die übertragenen Papiere müssen zwölf Monate im Depot verbleiben.
Fast jede Depot-Prämie hat einen Haken
Die Übersicht macht deutlich: Je nach Direktbank müssen Anlegerinnen und Anleger unterschiedliche Bedingungen erfüllen, um die Depot-Prämie zu bekommen. Und: Fast bei jeder Bank hat die Prämien-Aktion einen (kleinen) Haken.
So kommt man etwa bei der Comdirect nicht um eine Werbeeinwilligung herum. Bei 1822direkt muss man relativ lange auf die Prämie warten. Bei Maxblue müssen die Wertpapiere mindestens zwölf Monate im Depot bleiben, sonst kann der Broker die Prämie anteilig zurückfordern. Bei der Consorsbank müssen Wechsler mindestens 20.000 Euro ins Depot einbuchen. Und die ING zahlt die Prämie nicht bar, sondern als Gutschein aus.
Wer sich also auf Prämienjagd begibt, sollte bei den Bedingungen genau hinschauen. Und er sollte in jedem Fall prüfen, welche Konditionen die Depots sonst noch bieten.
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Kosten sind wichtiger als Prämien
Ein Depot nur wegen der Prämie zu eröffnen oder deshalb den Anbieter zu wechseln, lohnt sich in der Regel kaum. Wichtig ist vor allem das Angebot an Wertpapieren, das ein Broker bietet und die Preise, die er für Depotführung, Aktienkäufe oder ETF-Sparpläne verlangt.
Die folgende Grafik zeigt für die fünf Direktbanken neben den Prämien auch die Kosten für eine einmalige Aktienorder über 1.000 Euro, für eine reguläre Sparplanausführung über 100 Euro und die Anzahl der (kostenlosen) ETF-Sparpläne.
Direktbanken im Depotvergleich 2026: Kosten und ETF-Angebot
| Bank | Kosten reguläre Aktienorder (1.000 Euro) | Kosten reguläre Ausführung ETF-Sparplan (100 €) | Anzahl ETF-Sparpläne/ davon kostenlos | Punkte im Biallo- Depotvergleich1 |
| ING | 7,40 € | 0 € | 1.211 / 1.211 | 3,99 / 5 |
| Consorsbank | 9,95 €2 | 0 € | 1.785 / 1.785 | 3,83 / 5 |
| Comdirect3 | 9,90 € | 1,50 € | 2.100 / 595 | 3,61 / 5 |
| 1822direkt4 | 9,90 € | 1,50 € | 1.200 / 170 | 3,47 / 5 |
| Maxblue | 8,90 € | 1,25 € | 472 / 472 | 3,47 / 5 |
Die Mindestgebühr für eine Aktienorder beträgt dabei bis zu knapp 10 Euro. Zehn Aktienkäufe zehren damit eine Prämie von 100 Euro fast auf. Da ein Depot in der Regel über einen längeren Zeitraum genutzt wird, lohnt es sich, Konditionen zu vergleichen.
Dasselbe gilt für das Produktangebot. Zwar reichen vielen Anlegerinnen und Anlegern ein, zwei ETF-Sparpläne zur Vermögensbildung aus. Je größer jedoch die Palette an kostenlosen Sparplänen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, darunter einen passenden kostenlosen ETF zu finden.
Biallo-Depottest: ING ganz vorne bei den Direktbanken
Im Depottest 2026 von Biallo haben wir Produktangebot, Konditionen und Service von mehr als 20 Depotanbietern verglichen. Bei den Direktbanken schneidet dabei die ING am besten ab. Sie erreicht 3,99 von insgesamt fünf möglichen Punkten. Die Gesamtpunktzahlen der Direktbanken zeigt auch die obige Tabelle. Die Kosten der Anbieter finden Sie außerdem in unserem Depotvergleich (siehe Link unten).
Depot-Prämie 2026: Erst rechnen, dann auswählen
Prämien von 100, 200 oder 500 Euro bei Depoteröffnung oder beim Depotwechsel – das klingt verlockend. Dennoch sollte es nicht der Hauptgrund für die Wahl eines bestimmten Anbieters sein. Entscheidend ist, was ein Broker sonst noch bietet.
Um die richtige Wahl zu treffen, sollten Anlegerinnen und Anleger sich vorab überlegen, wie oft sie im Jahr Aktien handeln möchten – und wie viele ETF-Sparpläne sie anlegen wollen. Je nach Anzahl der Trades und Sparpläne fallen unterschiedliche Kosten an. Direktbanken eignen sich dabei vor allem für Anlegerinnen und Anleger, die Bankgeschäfte gerne online erledigen – und dabei neben dem Depot auch andere Bankleistungen bequem beim selben Anbieter in Anspruch nehmen wollen.
Wer dagegen vor allem ein Depot braucht, ist möglicherweise auch bei einem Neobroker wie Trade Republic, Scalable, Traders Place oder Smartbroker+ gut aufgehoben. Sie locken Kunden ebenfalls regelmäßig mit Prämien für die Depoteröffnung. Doch ähnlich wie bei den Direktbanken gilt auch hier: Prämien sind ein Bonus – aber das Depot sollten Sie letztlich nach Kriterien wie Kosten, Wertpapierangebot und Service auswählen.

