So sicher ist Ihr Geld

Einlagensicherung So sicher ist Ihr Geld

von biallo.de
03.11.2017
Auf einen Blick
  • Die Einlagensicherung stellt in Deutschland eine Art Sicherheitsnetz dar, wenn es zu einer Bankenpleite kommen sollte. Hier greift gleich ein doppeltes System:
  • Die gesetzliche Einlagensicherung, die Ihr Guthaben auf Girokonten, Ihre Sparkonten, sowie Tagesgeldkonten und Festgeldkonten bis zu 100.000 Euro schützt.
  • Und der Einlagensicherungsfonds, der von insgesamt 160 Banken in Deutschland getragen wird.
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Einlagensicherung und Entschädigung: Doppelte Absicherung schützt Ihr Vermögen

Was die Absicherung Ihrer Einlagen bei deutschen Banken betrifft, sind Sie in Deutschland in den meisten Fällen gleich doppelt geschützt. Denn im Falle einer Bankenpleite sind Sie bei den meisten Banken zum einen über gesetzliche und zum anderen auch über freiwillige Einlagensicherungseinrichtungen abgesichert. Zusammen bilden die gesetzliche und die freiwillige Einlagensicherung ein Sicherheitsnetz für Ihr Guthaben bei der Bank. 

Die folgende Grafik zeigt Ihnen vereinfacht die Funktionsweise der Einlagensicherung in Deutschland: 

Teil des Sicherungssystems: Die gesetzliche Einlagensicherung

Im ersten Schritt sorgt die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) für Sicherheit. Sie ist für die privaten Banken zuständig. Allerdings unterliegen nicht alle Institute der deutschen Einlagensicherung. Über die gesetzliche Einlagensicherung wird Ihr Guthaben auf dem Girokonto, Ihrem Sparbuch, sowie Ihr Tagesgeld und Festgeld geschützt. Außerdem fallen noch auf den Namen lautende Sparbriefe und Namensschuldverschreibungen unter den Einlageschutz. Nicht geschützt werden hingegen Verbindlichkeiten, über die eine Bank Inhaberpapiere ausgestellt hat, wie Inhaberschuldverschreibungen und Inhabereinlagenzertifikate. 

Mindestens 100.000 Euro werden pro Kunde und Bank über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Diese Summe haben Sie als Bankkunde also sicher, wenn es zu einer Bankenpleite kommen sollte. Das ist in § 7 Abs. 2 Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) geregelt. Dieser besagt, dass die Entschädigung im Rahmen der Obergrenze von 100.000 € auch Ansprüche auf Zinsen umfasst. Diese Ansprüche entstehen ab dem Eintritt des Entschädigungsfalles bis zur Rückzahlung der Verbindlichkeiten, längstens bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Die Einlagensicherung ausländischer Banken

Die Einlagensicherung über 100.000 Euro gilt zwar in der gesamten EU, also auch in Ländern wie Rumänien, Bulgarien oder Portugal. Doch nicht alle Länder der EU, die im Fall einer Bankenpleite einspringen müssten, sind wirtschaftlich gleich stark.

In unseren Vergleichen listen wir keine Banken aus wirtschaftlich zu schwachen Ländern. Maßgeblich sind dabei die Länderratings der Agentur Standard & Poor's (S&P). Auch die Stiftung Warentest zieht diese Ratings heran.

Die einzelnen Staaten werden dabei einer Art Bonitätseinschätzung unterzogen - ähnlich wie die Schufa-Einstufung jedes normalen Verbrauchers. Diese Einschätzung in verschiedene Ratingstufen gibt einen Ausblick darauf, wie hoch oder niedrig das Risiko ist, im Fall einer Zahlungsschwierigkeit sein Geld zurückzuerhalten.

Zu den am sichersten eingestuften Ländern, deren Banken Sie bei uns im Vergleich finden zählen:  

  • Deutschland
  • Österreich
  • Niederlande
  • Frankreich
  • Luxemburg  

Nicht sicher genug sind dagegen Banken aus Ländern, die von  Standard & Poor’s aktuell schlechter als BB bewertet werden. Das sind Staaten wie:

  • Bulgarien
  • Kroatien
  • Griechenland
  • Zypern
  • Italien
  • Polen
  • Portugal.

Einlagensicherung aus Bulgarien zu schwach?  Verdammen wir deshalb Banken aus Portugal, Kroatien oder Bulgarien generell? So weit gehen wir nicht - wir wollen nur den mündigen und bewussten Geldanleger.

Im Einzelfall sollten Sie die Nichtberücksichtigung in unserem tabellarischen Vergleich also nicht daran hindern, einen kleineren Teil Ihres Geldes als Beimischung dennoch einer Bank beispielsweise aus Portugal, Kroatien oder auch Bulgarien anzuvertrauen. Solche Banken werben zum Teil über Anzeigen auf unseren Internet-Seiten um Ihr Vertrauen - und belohnen das etwas höhere Risiko mit einem höheren Zins. Ob Sie dieses etwas höhere Risiko eingehen wollen oder nicht? Es ist Ihre Entscheidung - und die sollte es in Geldangelegenheiten ja immer sein.

Einlagensicherung pro Person oder Konto?

Gelegentlich ist zu lesen, der gesetzliche Einlagenschutz bestehe pro Konto und Bankkunde. Diese Aussage ist falsch! Das würde bedeuten, wenn Sie mehrere Bankkonten bei einem Institut unterhalten, Sie gleich mehrfach die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro in Anspruch nehmen könnten.

Richtig ist: Die Einlagensicherung gilt pro Anleger und Bank. Ein Bank-Experte kommentiert: „Es bringt nichts, mehrere Konten bei der gleichen Bank zu eröffnen, weil sich die Einlagensicherung nicht auf die Zahl der Konten, sondern die Zahl der Personen bezieht.“ Wer mehrere Konten bei einer Bank betreibt, muss die Einlagensicherung von 100.000 Euro aufteilen.  

Profiteure dieser Regelung sind Ehepaare. Da jedem Partner 100.000 Euro Einlagensicherung zustehen, verdoppelt sich der Schutzumfang auf 200.000 Euro. Das gilt auch für Gemeinschaftskonten. Ehepartner brauchen also nicht separate Konten zu eröffnen, um die maximale Einlagensicherung in Anspruch nehmen zu können.  

Etwas anders sieht die Sache bei großen Geldvermögen aus. Hier können Singles wie Ehepaare den Garantiespielraum geschickt erweitern. „Wer Guthaben über 200.000 Euro vollständig absichern will, der kann das Vermögen auf verschiedene Banken verteilen und so die gesetzliche Basissicherung mehrfach in Anspruch nehmen“, empfiehlt Chistoph Hommel von der Verbraucherzentrale Bayern.

Öffentliche Banken und Sparkassen unterhalten ihre eigene Einlagensicherung

Sie haben sich vielleicht schon gefragt: „Wenn die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken die gesetzliche Einlagensicherung für Privatbanken regelt, was gilt dann, wenn ich Kunde einer öffentlichen Bank oder Sparkasse bin?“ – Keine Sorge! Auch hier ist für die Sicherheit Ihrer Guthaben gesorgt. Für die öffentlichen Banken ist der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH zuständig. Viele der öffentlichen Banken sind darüber hinaus auch noch Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Verbandes Öffentlicher Banken. Anders sieht es bei den Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen und Genossenschaftsbanken aus. Sie sind anders als die Privatbanken und öffentlichen Banken nicht Mitglied in gesetzlichen Entschädigungseinrichtungen. Doch natürlich ist auch hier für Sicherheit gesorgt. Sie arbeiten mit einer Institutssicherung:

  • Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen und die Deka Bank gehören dem Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe im Deutschen Sparkassen- und Giroverband an.

  • Die Genossenschaftsbanken sind in der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken organisiert.

Durch diese entsteht eine gegenseitige Haftung der Mitglieder füreinander. Wenn also eine Sparkasse in Schieflage gerät, müssen die anderen Banken einspringen. Mit diesem Prinzip verfolgen die Sparkassen und Genossenschaftsbanken das Ziel, Insolvenzen vorzubeugen. 

In bestimmten Fällen werden größere Summen abgedeckt 

In bestimmten Fällen kann die Deckungssumme aber höher sein – und zwar maximal 500.000 €. Welche Fälle das sind, regelt der § 8 Abs. 2 bis 4 des Einlagensicherungsgesetzes (EinSiG). Das Beispiel tritt dann ein, wenn ein Guthaben auf dem Konto mit einem besonderen Lebensereignis des Einzahlers verbunden ist. Das können zum Beispiel folgende Situationen sein:

  • Renteneintritt 
  • Ruhestand
  • Kündigung/Entlassung 
  • Immobilientransaktionen 
  • Geburt 
  • Krankheit 
  • Pflegebedürftigkeit

In solchen Situationen kann die Deckungssumme durch die gesetzliche Einlagensicherung erhöht sein. 

Den Anspruch auf Entschädigung haben Sie unabhängig davon, auf welche Währung Ihre Einlagen lauten – auch wenn die Entschädigung in Euro gewährt wird. Referenzkurs ist der Wechselkurs der Europäischen Zentralbank und zwar zu dem Tag, an dem die BaFin den Entschädigungsfall feststellt. Diese Regelung gilt allerdings erst seit dem 3. Juli 2015.

Teil des Sicherungssystems: Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V.

Neben der gesetzlichen Einlagensicherung gibt es noch den Einlagensicherungsfonds, der Ihre Einlagen über die gesetzliche Summe hinaus schützt. Er wird von etwa 160 Banken getragen.

Überschneidungen mit der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB)

Das System der Einlagensicherung in Deutschland ist eines der kompliziertesten in Europa, was vor allem daran liegt, dass wir so ein kompliziertes Bankensystem haben. Deshalb unterscheidet sich der Einlagensicherungsfonds zwar in seinem Schutzumfang von der gesetzlichen Einlagensicherung. Zum anderen gibt es hier aber auch Überschneidungen. 

Der Einlagensicherungsfonds schützt aber zusätzlich alle „Nichtbankeinlagen“. Darunter fällt zum Beispiel das Guthaben von Privatpersonen und auch Versicherungen, öffentliche Stellen und Kapitalgesellschaften sind in diesem Sicherheitsnetz. Öffentliche Banken – also die Landesbanken – haben ihren eigenen Einlagensicherungsfonds über den Verband öffentlicher Banken. Die Höhe der Absicherung wird allerdings nicht klar kommuniziert. Auf der Website wird lediglich klargestellt, dass Leistungen des Einlagensicherungsfonds e. V. auf freiwilliger Basis erfolgten und diese sich nach der Leistungsfähigkeit des Fonds richten würden.

Die Höhe des Sicherungsschutzes durch den Einlagensicherungsfonds 

Beim Einlagensicherungsfonds entspricht die Sicherungsgrenze derzeit 20 % des maßgeblich haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank. Das Mindest-Eigenkapital, das eine Bank aufweisen muss, liegt bei fünf Millionen Euro. In diesem Falle läge die Sicherungsgrenze also bei einer Million Euro. Wenn Ihre Einlagen also nicht über dieser Grenze liegen, sind sie vollständig geschützt. Die Grenze gilt übrigens pro Bankkunde und nicht pro Konto. Es geht also um Ihr Gesamtvermögen – egal wie viele Konten Sie bei der Bank haben.

Doch was gilt, wenn Sie mehr als – in unserem Beispiel – eine Million Euro als Einlage haben? In diesem Fall gilt, dass die Sicherungsgrenze die maximale Grenze der Absicherung bildet. Ihre Einlagen sind also nur bis zu einer Million Euro geschützt. Sie werden im Fall einer Bankenpleite nur bis zu der Sicherungsgrenze entschädigt. Den restlichen Betrag können Sie lediglich selbst im Insolvenzverfahren der Bank geltend machen.

Wenn Sie die aktuelle Sicherungsgrenze Ihrer Mitgliedsbank erfahren möchten, klicken Sie in unserem Vergleich in der fünften Spalte auf „Produktdetails“. In der dann folgenden Seite sehen Sie die Höhe der Sicherung dieses Anbieters.  Ist „Ihre“ Bank nicht dabei, können Sie diese ganz einfach hier abfragen: https://einlagensicherungsfonds.de/ueber-den-einlagensicherungsfonds/mitwirkende-institute/ 

Wichtig für Aktionäre: Wertpapiere schützt der Einlagensicherungsfonds nicht 

Wertpapiere schützt der Einlagensicherungsfonds nicht. Denn die Bank hat lediglich die Aufgabe diese zu verwahren, Sie sind aber Eigentümer. Kommt es zu einem Insolvenzfall der Bank, können Sie die Wertpapiere schriftlich bei Ihrer Bank herausverlangen oder Ihr Depot auf ein anderes Institut übertragen lassen. Falls die Bank, auf der Sie Ihr Depot haben, also pleitegehen sollten, ist Handeln gefragt! 

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So gehen Sie richtig beim Thema Einlagensicherheit vor

Sie haben jetzt schon die wichtigsten Fakten zum System der Einlagensicherung in Deutschland erfahren. Trotzdem ist es für Sie auch wichtig zu wissen, wie Sie selbst zu der maximalen Absicherung Ihres Vermögens beitragen können. Das sind die wichtigsten Schritte, die Sie in puncto Einlagensicherung gehen sollten.

Schritt 1: Die richtige Bank

Die erste goldene Regel für Sie lautet: Wähle niemals eine Bank, die nicht dem deutschen oder vergleichbaren (Österreich, Frankreich usw.) Einlagensicherungssystem  angeschlossen ist.

Schritt 2: Verteilen Sie große Summen                                       

Vielleicht sind Sie ja in der glücklichen Situation, dass es mehr als 100.000 € anzulegen gilt. Dann lautet Ihre zweite goldene Regel: Verteilen Sie die Summe auf mehrere Institute.

Schritt 3: Bewahren Sie sich Ihren Einfluss und meiden Sie bestimmte ausländische Konten 

 Außerdem würden wir Ihnen empfehlen Konten aus europäischen Staaten zu meiden, die wirtschaftlich eher unsicher sind. Dazu zählen wir genauso wie die Stiftung Wartentest: Bulgarien, Kroatien oder auch Tschechien.

Wichtige Fragen & Antworten zur Einlagensicherung

Wie ist mein Geld in Deutschland abgesichert?

Die Sicherung Ihrer Guthaben ist über ein doppeltes System in Deutschland abgesichert: Über die gesetzliche Einlagensicherung und über den Einlagensicherungsfonds, dem 160 Banken angeschlossen sind. 

Gibt es bei der gesetzlichen Einlagensicherung nur ein Sicherungssystem?

Nein. Es gibt im Grunde drei Säulen: Die gesetzliche Einlagensicherung der Privatbanken über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. (EdB) Für die gesetzliche Einlagensicherung öffentlicher Banken, also der Landesbanken, ist der Schutz über den Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH organisiert. Und die Sparkassen- und Genossenschaftsbanken haben eine Institutsversicherung, die sicherstellt, dass die Banken gegenseitig füreinander einspringen. 

Welche Anlagesumme wird von der gesetzlichen Einlagensicherung gedeckt?

Mindestens 100.000 Euro werden pro Kunde und Bank über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Diese Summe haben Sie als Bankkunde also sicher, wenn es zu einer Bankenpleite kommen sollte.

Was ist der Einlagensicherungsfonds?

Neben der gesetzlichen Einlagensicherung gibt es noch den Einlagensicherungsfonds, der Ihre Einlagen über die gesetzliche Summe hinaus schützt. Er wird von etwa 160 Banken getragen. 

Worin liegt der Unterschied zur gesetzlichen Einlagensicherung?

Der Einlagensicherungsfonds schützt zusätzlich alle „Nichtbankeinlagen“. Darunter fällt zum Beispiel das Guthaben von Privatpersonen und auch Versicherungen, öffentliche Stellen und Kapitalgesellschaften sind in diesem Sicherheitsnetz. 

Gibt es auch beim Einlagensicherungsfonds mehrere Systeme?

Ja, es gibt den Einlagensicherungsfonds deutscher Banken e.V. – also auf Seite der Privatbanken. Und die öffentlichen Banken haben ihren eigenen Einlagensicherungsfonds über der Verband öffentlicher Banken. Die Sparkassen haben nur ihre Institutssicherung. 

Wie hoch ist die Sicherungssumme beim Einlagensicherungsfonds?

Beim Einlagensicherungsfonds deutscher Banken e.V. entspricht die Sicherungsgrenze derzeit 20 % des maßgeblich haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank. Das Mindest-Eigenkapital, das eine Bank aufweisen muss, liegt bei 5 Millionen Euro. In diesem Falle läge die Sicherungsgrenze also bei 1 Millionen Euro. Beim Einlagensicherungsfonds der öffentlichen Banken werden keine klaren Angaben über die Höchstgrenze gemacht. Hier richtet sich die Entschädigungssumme nach der Höhe der Anlagesumme im Fonds. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de