Robo Advisor

  • Gebühren- und Performance-Vergleich
  • Produktdetails zu den einzelnen Anbietern
  • Bis zu 23 Anlagestrategien
Sebastian Schick
Sebastian Schick
Die meisten Robo-Advisor bieten auch Sparpläne. Somit können Anleger bereits mit geringen monatlichen Beträgen langfristig Vermögen aufbauen.
Robo Advisor

Robo-Advisor werden bei Privatanlegern immer beliebter. Welche Robo Advisor gibt es? Welcher Anlage-Trend zeichnet sich ab? Nutzen Sie unsere News zum Thema Robo- Advisor für Ihr Investment.

Robo Advisor

ETF, Robo-Advisor, klassische Fonds oder konservatives Tagesgeld. Wie legen Sie Ihr Geld an? Holen Sie sich wichtige Informationen und wertvolle Tipps rund um die Geldanlage in unseren Ratgebern.

  • Digitale Vermögensverwalter - sogenannte Robo-Advisor - werden bei Privatanlegern immer beliebter.

  • Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Oliver Wyman soll der Markt für Robo-Advice in Deutschland bis 2021 von derzeit gut zwei Milliarden Euro auf rund 35 Milliarden Euro steigen.

  • Die digitalen Vermögensverwalter bestechen durch ihre günstige Kostenstruktur und attraktive Performance. Dennoch sollten Anleger die Risiken nicht außer Acht lassen.

In Deutschland herrscht Anlagenotstand. Mario Draghi sei Dank. Der Chef der Europäischen Zentralbank macht derzeit keinerlei Anstalten, seine Nullzinspolitik zu beenden. Zu groß wäre die Gefahr, dass die Euro-Peripheriestaaten aufgrund ihrer hohen Schuldenlast kollabieren. Die Folgen für Sparer sind gravierend: Wer sein Vermögen klassisch in Tagesgeld, Festgeld oder Sparbriefen anlegt, kann die steigende Inflation nur noch zum Teil ausgleichen.

Unter dem Strich machen Anleger Verluste. "80 Prozent der Deutschen legen ihre Altersvorsorge in Zinspapieren an", sagt Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. "Doch Zinsen wie früher werden wir nie mehr sehen." Der Experte fordert Sparer zum Umdenken auf. Es sei mittlerweile obligatorisch, einen Teil seines Vermögens in Aktienfonds oder ETFs zu stecken. Aber wie sollen sich Anleger dem Thema annähern, wenn sie keine Zeit oder keine Ahnung davon haben? Genau hier kommen die sogenannten Robo-Advisor ins Spiel.

Was genau ist ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor (dt.: Roboter-Berater) ist - vereinfacht gesagt - ein Computerprogramm, das nach einem bestimmten Algorithmus Anlageentscheidungen trifft beziehungsweise vorschlägt. Das Prozedere folgt einem einfachen und standardisiertem Muster. Der Kunde legt zunächst einen Anlagebetrag fest. Dann füllt er auf der Online-Plattform einen Fragebogen aus. Dabei wird der Anleger unter anderem nach seiner Risikoneigung, seinem Alter, seinen Zielrenditen und finanziellen Verhältnissen gefragt. Aus den Daten ermittelt der Computer dann nach einem bestimmten Algorithmus das Anlageprofil und schlägt die Investmentprodukte vor. Neben Aktien werden auch andere Assetklassen wie Anleihen und zum Teil Rohstoffe oder Immobilien berücksichtigt.

Nach der Depoteröffnung bei der angeschlossenen Partnerbank kann der Anleger das vorgeschlagene Portfolio dann kaufen - je nach Risikoneigung mit unterschiedlichen Anlagestrategien. Der Anbieter Growney etwa stellt fünf Strategien zur Verfügung. Bei der defensivsten Variante besteht das Portfolio zu 80 Prozent aus Anleihen und zu 20 Prozent aus Aktien. Das risikoreichste Portfolio investiert zu 100 Prozent in Aktien. Je höher das Risiko, desto höher ist natürlich die Renditechance.

Gemäß der Wertentwicklung muss die ursprüngliche Zielallokation mit der Zeit wiederhergestellt werden. Mit dem sogenannten Rebalancing wird das Portfolio auf die Anfangsgewichtung zurückgesetzt - in der Regel quartalsweise oder einmal im Jahr. Einige Anbieter wie Whitebox oder Scalable verfolgen eine aktive Strategie. Dabei lässt ein ausgeklügelter Algorithmus auch die jeweilige Marktsituation in die Berechnung mit einfließen und passt die Portfolios flexibel an.

Generell lassen sich die Robo-Advisor in zwei Typklassen aufteilen:

1. Finanzportfolio-Verwalter

Zu den Finanzportfolio-Verwaltern zählen alle Robos, die dem Kunden eine Komplettlösung für die Geldanlage liefern. Der Kunde muss sich nach der Ermittlung des Anlageprofils und der Anlagestrategie um nichts mehr kümmern. Der Robo-Advisor überwacht das Portfolio fortlaufend und darf eigenständig Änderungen und Umschichtungen vornehmen - gemäß den Parametern, die Kunde und Verwalter vorher vereinbart haben. Dafür brauchen die Anbieter allerdings eine Bafin-Lizenz als Finanzportfolio-Verwalter nach Paragraf 32 des Kreditwesengesetzes (KWG). Diese Erlaubnis haben die meisten Robos hierzulande. Investify hat als Äquivalent eine Lizenz der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF.

2. Finanzanlagenvermittler

Im Gegensatz zu Finanzportfolio-Verwaltern müssen reine Anlagenvermittler vor jeder Änderung oder Umschichtung des Anlageportfolios die Zustimmung des Kunden einholen. Der Vermittler darf das Depot nicht verwalten. Seit 1. Januar 2013 benötigen Finanzanlagenvermittler eine gewerberechtliche Erlaubnis für die Beratung zu beziehungsweise die Vermittlung von Finanzanlagen nach Paragraf 34f der Gewerbeordnung (GewO). Nach einem webbasiertem Fragenkatalog erhält der Anleger zwar ebenfalls eine Anlageempfehlung oder ein Musterportfolio als Vorschlag. Der Kunde entscheidet aber selbst, ob, wann und wie er sein Portfolio anpasst. Diese Form der Geldanlage eignet sich nicht für Einsteiger, sondern für Leute, die schon Erfahrungen im Handel mit Aktienfonds und ETFs haben. Zu den Finanzanlagenvermittlern zählen beispielsweise die Robo-Advisor Easyfolio und Growney. Letzterer hat bereits die Bafin-Lizenz als Finanzportfolioverwalter beantragt. Daneben gibt es noch etliche kostenlose Self-Service-Anbieter wie JustETF, Moneyfilter oder Diversifikator, auf die hier nicht näher eingegangen wird.  

Für wen eignen sich Robo Advisor

Liqid, den Luxus-Robo der Familie Harald Quandt, können Anleger erst ab einer Mindestanlage von 100.000 Euro nutzen (aktueller Aktionszeitraum: 50.000 Euro), einen Sparplan gibt es nicht. Damit bilden die Berliner aber die Ausnahme. Denn, was ganz klar für die Robo-Advisor spricht: Dass Privatanleger bereits mit geringen Anlagevolumina einsteigen können. Während klassische Vermögensverwalter und Honorarberater einem oft erst ab hohen sechsstelligen Beträgen die Türe öffnen, bieten viele digitale Vermögensverwalter ihre Dienste schon für 10.000 Euro und weniger an.

Easyfolio, Growney, Prospery und Vaamo setzen kein Mindestanlagevolumen voraus. Quirion und Scalable fordern jeweils 10.000 Euro. Bei den restlichen Anbietern reicht die Spanne von 500 bis 5.000 Euro. Auch in Sachen Sparplan können die Robos glänzen. Einzelne Anbieter setzen auch hier keine Mindesthöhe voraus. Die jeweiligen Sparplan-Optionen finden Sie in der unten angefügten Tabelle.

Für folgende Anlegertypen sind Robo-Advisor geeignet:

Der Millennial

24- bis 35-Jährige interessieren sich sehr schnell für neue Technologien und halten sich fokussiert auf dem Laufenden, wenn es um ihr Wissen zur Geldanlage bzw. Vermögensverwaltung geht. Er ist der ideale Kunde für Robo-Advice Services, da er über das gewisse Know-how zum Vermögensaufbau und zum eigentlichen Prinzip eines Robo-Advisors verfügt.

Der Sparfuchs

Er hat sich über die Vorteile von ETFs umfassend informiert, kann und will aber sein Portfolio nicht eigens zusammenstellen. Außerdem möchte der Sparfuchs keine kostenaufwendigen Provisionen an Berater zahlen, wie es Anbieter von aktiven Fonds praktizieren. In den niedrigen Gebühren des Portfoliomanagements liegt nämlich für ihn der entscheidende Vorteil von Robo-Advice.  

Der Rundum-sorglos Anleger

Durch das nutzerfreundliche online-basierte Konzept und ihre solide Performance gewinnen Robo-Advisor immer mehr Kunden, die in ihre Vermögensverwaltung einfach keine Zeit investieren wollen. Er ist sich des Risikos bewusst und möchte sich nicht permanent mit seiner Geldanlage beschäftigen oder gar sein Portfolio pflegen bzw. umschichten.  

Der Mitentscheider-Typ

Robos erstellen Portfolio-Empfehlungen völlig emotionslos und befolgen vorab festgelegte Algorithmen, die auf den Anleger individuell angewendet werden. Dem Mitentscheider reicht eine Umsetzung rein per Knopfdruck nicht. Er möchte seine Geldanlage nicht völlig aus der Hand geben. So kann zum Beispiel mit dem Robo-Modell "Wir gemeinsam" von Cominvest der Anleger letztlich selbst entscheiden, ob er die Empfehlungen seines Robo-Advisors vornimmt oder nicht.  

Der Familienmensch

Der Familienmensch möchte für das Ersparte seiner Kinder mehr Rendite als mit Sparbuch & Co. erzielen. Ähnlich wie bei den Angeboten für Erwachsene, stellen Robo-Advisor bei der Geldanlage für Kinder unterschiedliche Portfolioarten bereit. Eltern haben Zugriff auf die Depots und ab der Volljährigkeit können die Kinder als Depotinhaber eingetragen werden. 

Der Markt für Robo-Advice wächst rasant

Der Trend der digitalisierten Vermögensverwaltung kommt aus den USA. Dort starteten die Robos ihren Siegeszug im Jahr 2010. Die Anbieter der ersten Stunde - Betterment und Wealthfront - verwalten mittlerweile 13,5 respektive zehn Milliarden US-Dollar (Stand: Juni 2018). Die im Jahr 2015 gelaunchten Robo-Advisor der traditionsreichen US-Finanzdienstleister Vanguard und Schwab haben die Start-ups längst überholt. Anfang 2018 lagen die sogenannten Assets under Management (AuM) bei mehr als 100 beziehungsweise 25 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich dazu hinkt die Entwicklung in Deutschland noch hinterher.

Derzeit gibt es circa 30 aktive Player auf dem deutschen Markt. Der größte Anbieter – das Münchner Start-up Scalable Capital – knackte im Mai 2018 die Marke von einer Milliarde Euro bei den AuM. Scalable hat auch den weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock als Großinvestor an Bord und kooperiert mit der ING-Diba. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Oliver Wyman vom August 2017 wird das gesamte verwaltete Kundenvermögen der Robo-Advisor in Deutschland bis 2021 von derzeit gut zwei Milliarden Euro (Stand: Juni 2018) auf dann knapp 35 Milliarden Euro ansteigen.

"Wir rechnen hier mit zusätzlichem Schwung, weil sich große Banken, Asset-Manager und auch Versicherer intensiv mit diesem Thema beschäftigen und – wenn nicht bereits geschehen – in der nächsten Zeit eigene Angebote auf den Markt bringen werden", sagt Matthias Hübner, Partner bei Oliver Wyman. "Es wird also kaum einen nennenswerten Spieler geben, der dieses Thema komplett blank liegen lässt." Der Experte geht auch davon aus, dass ein Großteil der Assets, die in den nächsten Jahren dazukommen, vor allem von den großen Spielern vereinnahmt wird und die Start-up-Firmen dann nur noch einen kleinen Anteil ausmachen.

Robo-Advisor erobern Banken und Sparkassen

Immer mehr etablierte Geldinstitute setzen auf die digitale Vermögensverwaltung – teils in Eigenkreation, teils in Kooperation mit bestehenden Fintechs. Deutschlands größte Direktbank ING-Diba zum Beispiel kooperiert seit September 2017 mit dem Marktführer Scalable Capital, während die Deutsche Bank einen eigenen Roboter namens Robin im Portfolio hat. Manche Geldinstitute kaufen sich auch bei einem Robo-Advisor ein, wie etwa die Hamburger Sparkasse beim Luxemburger Fintech Investify. Andere Sparkassen haben den Robo-Advisor Bevestor der Deka-Bank auf ihrer Website integriert. Die Genossenschaftsbanken wiederum setzen auf MeinInvest, eine White-Lable-Lösung von Visualvest, dem Robo-Advisor von Union Investment.

Diese Banken und Asset Manager bieten eine digitale Vermögensverwaltung für Privatanleger

  • Deutsche Bank: Robin (eigener Robo)
  • European Bank for Financial Services (Ebase): Fintego (eigener Robo)
  • Genossenschaftsbanken: MeinInvest (White-Label-Lösung von Visualvest)
  • Sparkassen: Bevestor (White-Label-Lösung der Dekabank)
  • Hamburger Sparkasse: Investify (Beteiligung)
  • ING-Diba: Scalable Capital (Kooperation)
  • Comdirect: Cominvest (eigener Robo)
  • Quirin Bank: Quirion (eigener Robo)
  • Wüstenrot Bank: Wüstenrot ETF Managed Depot (White-Label-Lösung von Fintego)
  • Santander Consumer Bank: Sina (White-Label-Lösung von Vaamo)
  • Union Investment: Visualvest (eigener Robo)
  • M.M.Warburg: Warburg Navigator (White-Label-Lösung von Elinvar)
  • DJE Kapital: Solidvest (eigener Robo)
  • HQ Trust: Liqid (eigener Robo)
  • Patriarch Muli-Manager: Truevest (eigener Robo)
  • ABN Amro: Prospery (eigener Robo)
  • Sutor Bank: Sutor Privatbank Protfolio (eigener Robo)
  • Signal Iduna Asset Manager: Growney (Kooperation)
  • Hauck & Aufhäuser: Easyfolio (Tochterunternehmen)
  • Volkswagen Financial Services: Whitebox (Kooperation)
  • Basler Financial Services: Baloise Monviso (Joint Venture mit Deutsche Asset Management)

Vor- und Nachteile der automatisierten Vermögensverwaltung

Vorteile

Robo Advisor investieren in ETFs

Üblicherweise verfolgen die Roboter-Berater einen passiven Investmentansatz. Sie setzen auf börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). Ein ETF bildet den zugrunde liegenden Index eins zu eins ab - zum Beispiel den Deutschen Aktienindex Dax. Mit einem Indexfonds können Anleger somit ihr Risiko breiter streuen als mit der Einzelanlage in Aktien. Zudem müssen nicht alle Aktien einzeln gekauft werden, um an der Entwicklung des Index optimal zu partizipieren.

Außerdem sind ETFs günstiger als aktiv gemanagte Fonds, da die Ausgabeaufschläge von bis zu fünf Prozent entfallen. Die Verwaltungskosten von ETFs liegen meist nur zwischen 0,1 bis 0,5 Prozent im Jahr, während aktiv gemanagte Fonds im Schnitt 1,5 bis 2,0 Prozent des Fondsvermögens verlangen. Bei einem Anlagevolumen von 10.000 Euro macht der Unterschied immerhin bis zu 150 Euro jährlich aus, die über die Performance erst wieder reingeholt werden müssen.

Doch nicht nur die Produkte selbst sind preiswert, auch der Dienst der Robo-Advisor ist unschlagbar günstig. Viele Anbieter überzeugen zudem durch eine transparente Kostenstruktur. Es gibt keine versteckten Gebühren oder sonstige Provisionen. "In Zeiten von niedrigen Zinsen und fallenden Renten wird der Vermögensaufbau für klassische Privatanleger immer wichtiger, aber auch immer komplexer", sagt Erik Podzuweit, Mitgründer und Geschäftsführer von Scalable Capital. "Dabei sind die Kosten ein enorm wichtiger Aspekt. Selbst minimale Kostenunterschiede entscheiden maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg eines langfristigen Vermögensaufbaus."

Auch für Matthias Hübner sind die Vorteile der Robos hinsichtlich der Gebühren und Kostenstruktur nicht von der Hand zu weisen. "Unsere Untersuchung zeigt aber auch, dass die Robo-Advice-Angebote in Deutschland etwa im Vergleich zu den USA noch relativ teuer sind. Nicht zuletzt auch deshalb, weil der deutsche Markt noch nicht so weit entwickelt ist", erklärt Hübner. "Auf Dauer werden sich die heutigen Gebühren-Levels bei den Robo-Advisor wohl nicht verteidigen lassen."

Verwaltungsgebühren von unter einem Prozent

Die meisten Robos in Deutschland bieten ihren Beratungsservice bereits für weniger als ein Prozent an. Vermögensverwaltung, Konto- und Depotführung inklusive. Einzige Ausnahme: Easyfolio. Wer den Anbieter von ETF-Dachfonds nutzen will, braucht entweder einen eigenen Broker oder zahlt bei der Partnerbank Ebase eine Depotführungsgebühr von zwölf bis 36 Euro im Jahr - je nach Position. Bei allen Robos schlagen zusätzlich noch Fondskosten mit durchschnittlich 0,3 Prozent zu Buche. Eventuell anfallende Transaktionskosten werden extra ausgewiesen.

Manche Anbieter staffeln ihre Servicegebühr nach Anlagebetrag: Je höher das Volumen, desto niedriger die Kosten. Andere Anbieter wiederum verlangen eine konstante Gebühr, unabhängig vom Anlagevolumen. Die aktuellen Konditionen finden Sie in der unten angefügten Tabelle.

Robos versprechen attraktive Performance

Das Renditeversprechen der Roboter-Berater bewegt sich zwischen drei und acht Prozent im Jahr - je nach Risikobereitschaft. Zwar sind Prognosen kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Allerdings liefert die Realität genügend Beispiele, dass passive Indexfonds - in welche die Robos hauptsächlich investieren - oft besser abschneiden als aktiv gemanagte Fonds. Eine Auswertung des US-Indexanbieters S&P Dow Jones Indizes zeigt: Über die vergangenen 15 Jahre hinweg haben mehr als 90 Prozent aller aktiv gemanagten Aktienfonds, die in große US-Unternehmen investieren, ihren entsprechenden Vergleichsindex - den S&P 500 - nicht schlagen können.

Im vergangenen Jahr lag die Fehlerquote immerhin nur bei 66 Prozent. Ginmon-Gründer & CEO Lars Reiner gibt außerdem zu bedenken, dass private Investoren meist deutlich gegenüber dem Markt verlieren. So habe der durchschnittliche Anleger in den vergangenen 20 Jahren rund 2,5 Prozent Rendite jährlich erzielt. Ein global gestreutes Aktienportfolio schaffte im gleichen Zeitraum 6,8 Prozent.

"Der Unterschied von etwa vier Prozentpunkten pro Jahr ist bedeutsam, denn man darf die Zinseszinseffekte nicht außer Acht lassen", erklärt Reiner. Der Hauptgrund für das schlechtere Abschneiden des Menschen sei, dass dieser seine Emotionen nicht vollständig ausblenden könne. Hier hätten die Roboter-Berater den entscheidenden Vorteil, so der Ginmon-Chef. Denn die Maschinen treffen ihre Investmententscheidung völlig emotionslos.

Biallo-Lesetipp

Negativzinsen und steigende Inflation – ein gefährlicher Mix, der fleißige Sparer de facto teilenteignet. Kein Wunder, dass die Angst vor Altersarmut um sich greift. Ein Umdenken ist erforderlich. Mehr dazu lesen Sie hier: "Nullzinsen und steigende Inflation sorgen für Anlagenotstand"

Nachteile

Auch Robo Advisor nicht vor Pleite geschützt

Dass ein Robo-Advisor nicht vor einer Insolvenz geschützt ist, zeigt das Beispiel Cashboard. Das ehemalige Vorzeige-Startup musste im Mai 2017 Insolvenz anmelden. Ein Schock für die Kunden. Doch die Berliner beruhigten ihre Kunden in einer E-Mail: "Kontoguthaben und Anlagen sind von der Geschäftsaufgabe nicht betroffen." Denn die Konten und Depots werden bei Ebase getrennt vom Cashboard-Vermögen geführt und unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung. Zudem gelten Fonds und ETFs als Sondervermögen und zählen nicht zur Insolvenzmasse.

Der von Cashboard versprochene Kapitalschutz und die Zinsgarantie von zwei Prozent gelten mit der Insolvenz allerdings nicht mehr. Heißt, wer mit seinem Portfolio unter der Mindestrendite liegt, hat Pech gehabt.

Auch ein ETF selbst kann pleitegehen, oder besser gesagt der Fondsanbieter. Doch auch hier sind Anleger durch das Sondervermögen geschützt. Vorsicht gilt bei sogenannten synthetisch replizierenden ETFs. Diese bilden den jeweiligen Index nicht nur mit Aktien nach, sondern zum Teil auch mit Tauschgeschäften, sogenannten Swaps. Hier besteht das Risiko, dass der Kontrahent seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. In diesem Fall drohen hohe Kursverluste.

Risiken und Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen

Viele Unternehmen sind noch sehr jung am Markt und können keine Belege für einen sogenannten Track-Record liefern - also eine erfolgreiche Performance über Jahre hinweg. Der eigentliche "Stresstest" steht für die Robo-Advisor noch aus. Nämlich dann, wenn die weltweiten Aktienmärkte auf Tauchstation gehen. Die entscheidende, noch ungeklärte Frage: Können Maschinen wirklich bessere Anlageergebnisse liefern als der Mensch?

"Ich will da jetzt gar nicht spekulieren, wer beim nächsten Abschwung an den Märkten oder im schlimmsten Fall sogar beim nächsten Crash das Vermögen der Anleger besser erhält - ob das den menschlichen Portfoliomanagern gelingt oder den Robos", meint Matthias Hübner. "Aber das wird dann schon noch mal ein wichtiger Testlauf werden, ob die Robo-Advisor ihr Wertversprechen einhalten und auch in fallenden Märkten liefern können." Das Fehlen einer individuellen persönlichen Beratung birgt ebenfalls Risiken. "Bei Angeboten, die es Anlegern ermöglichen, angeblich besonders erfolgreiche Tradingstrategien zu kopieren, sollten Interessierte vorsichtig sein", warnt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Die wichtigsten Informationen und Zahlen zu allen Robo Advisorn

Bank + Robo

Mindestanlage + Monatl. Sparplan

Servicegebühr

Durchschn. Fonds-Kosten

Investmentvehikel (Aktive Fonds, ETFs, ETCs...)

Deutsche Bank + Robin

5.000,00 € + Nicht möglich

Für die ersten 25.000 EUR liegt die jährliche Vergütung bei 1,0%. Für Anlagevolumina zwischen 25.000 EUR und 50.000 EUR werden 0,9% p.a., ab 50.000 EUR 0,8% p.a. Vergütung fällig.

0,25% p.a.

ETFs (Exchange Traded Funds), ROBIN nutzt ausschließlich ETFs, die in Aktien, Anleihen und Rohstoffe investieren.

European Bank for Financial Services + fintego

2.500,00 € + 50,00 €

Unter 10.000 Euro = 0,95% p.a. / Ab 10.000 Euro = 0,75% p.a / Ab 50.000 Euro 0,45% p.a.

0,15 - 03%

Anlagestrategien setzen sich aus ETFs zusammen, die Anleihen-, Aktien- oder Rohstoff-Indizes abbilden

Genossenschaftsbanken + MeinInvest

500,00 € + 25,00 €

Jährliche Gebühr von 0,72 % auf den Vermögenswert an.

 

Geldanlage besteht aus einem Portfolio, das sich aus verschiedenen aktiv gemanagten Investmentfonds der Anlageklassen Aktien, Anleihen und Rohstoffe zusammensetzen kann.

Sparkassen + Bevestor

1.000,00 € + 25,00 €

Relax: 0,9 % jährliche Gebühr auf den durchschn. Depotbestand zzgl. Fremdkosten, Select Anlageschutz deaktiviert 0,8%, Anlageschutz aktiviert 1,0% jährliche Gebühr durchschn. Depotbestand zzgl. Fremdkosten

Deka-Relax 30: 1,29 % Deka-Relax 50: 1,26 % Deka-Relax 70: 1,23 % Select Portfolio 1: 0,63 % Select Portfolio 2: 0,64 % Select Portfolio 3: 0,64 % Select Portfolio 4: 0,58 % Select Portfolio 5: 0,38 %

Relax-Portfolios bestehend aus Aktien, Anleihen und Mischfonds oder Select Musterportfolios mit unterschiedlicher Risikoausprägung, bestehend aus ETFs und aktiven Fonds

Hamburger Sparkasse + Investify

5.000,00 € + 100,00€ bei 1.000,00 € Einmalbeitrag

1% p.a.

basisanlage 0,25 %

ETFs, Kunde hat zusätzliche Wahl z.Bsp: "Ethisches Investieren", "Robotik" oder "Zugpferde der deutschen Wirtschaft" für persönliche Anlagestrategie

ING-Diba + Scalable Capital

10.000,00 € + 50,00 €

Die All in Gebühr beträgt 0.75% p.a. Hinzu kommen 0.25% für an Produktkosten für die ETFs, inklusive Geld-Brief-Spanne

0,17 % p.a. (Sind aber in den ETF Kosten von 0,25 % enthalten. Die Differenz von 0.08 % ist die Geld-Brief-Spanne, die generell für Marktteilnehmer bei Transaktionen entsteht.)

Ausschließlich ETFs

Comdirect + Cominvest

3.000,00 € + 00,00 €

0,95 % p.a.

0,20% - 0,30%

Neben ETFs und ETCs (Exchange Traded Commodities) auch gemanagte Fonds

Quirin Bank + Quirion

10.000,00 € + 100,00 €

die ersten 10.000 Euro sind kostenlos, danacvh beträgt die Gebühr im Basispaket jährlich 0,48 % des zusätzlichen Anlagevolumens.

0,25%

ETFs, Indexfonds

Wüstenrot Bank + Wüstenrot ETF Managed Depot

2.500,00 € + 50,00 €

unter 10.000 EUR = 0,95% p.a., ab 10.000 EUR = 0,75 % p.a., ab 50.000 EUR = 0,45% p.a.

0,2

ETFs

Union Investment + Visualvest

500,00 € + 25,00 €

monatliche Servicegebühr in Höhe von 0,05 % des Depotvermögen, entspricht 0,6 Prozent p.a.

Fremdkosten werden berechnet: Vestfolios 0,27 % bis 0,54% Greenfolios 1,16% bis 1,79% p.a.

ETFs, aktive Investmentfonds, Anlageklassen: Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Geldmarkt, nachhaltige Fonds

DJE Kapital + Solidvest

25.000,00 € + ab einem Grundinvestment von 25.000,00 € möglich. 

25.000 bis 99.999 EUR = Solidvest 0,9%p.a. & Baader Bank 05% p.a., ab 100.000 EUR Solidvest 0,8% p.a. & Baader Bank 0,3% p.a., Unabhängig von der Höhe der Anlage erhält Solidvest vom Kunden jährlich eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 10%

 

Aktives Asset Management, direktes Invest in Aktien und Anleihen

M.M.Warburg + Warburg Navigator

20.000,00 € + Nicht möglich

All-in-Fee von 1,2 % p.a.

0,40%

ETFs und aktive Fonds

HQ Trust + Liqid

100.000,00 € + Nicht möglich

0,50% 50.000 - 249.999 EUR, 0,45% 250.000 - 499.000EUR, 0,40 % 500.000 - 999.999 Eur, 0,35 % 1.000.000 - 2.999.999 EUR, 0,25% 3 mio - 5 Mio Eur

0,25%

 

Patriarch Muli-Manager + Truevest

10.000,00 € + 200,00 €

1,49 %: Wachstum Trend 200, 1,49 % Dynamik Trend, 1,49 ETF Trend, 1,73 % VIP Trend200

 

ETFs, aktive Fonds,ETCs,Liquidität

ABN Amro + Prospery

keine Mindestanlage + 1,00 €

Für einen Anlagebetrag unter 400.000 Euro fallen 0,69% an

0,34 - 0,93%

aktive Fonds ETFs

Sutor Bank + Sutor Privatbank

5.000,00 € + 100,00 €

1% Konservativ, 1,5 Ausgewogen, 1,65% Dynamis, Dynamisch+ ab 9,90 Euro

0,36 - 0,52

ETFs und Anlageklassenfonds (Anleihen und Aktien)

Signal Iduna Asset Manager + Growney

gibt es nicht + 1,00 €

0,99% (unter 10.000 Euro)
0,69% (unter 50.000 Euro)
0,39% (ab 50.000 Euro)

0,28%

ETFs

Hauck & Aufhäuser + Easyfolio

Keine Mindestanlage + 10,00 €

Vermögensverwaltung p.a. 0,66 %

0,28 % - 0,32 %

ETFs

Volkswagen Financial Services + Whitebox

5.000,00 € + 5,00 €

0,95 % bis 29.999 €
0,85 % 30.000 € - 49.999 €
0,75 % 50.000 € - 99.999 €
0,60 % 100.000 € - 249.999 €
0,45 % 250.000 € - 499.999 €
0,35 % ab 500.000 €

0,20%

ETFs

Basler Financial Services + Baloise Monviso

400,00 € + min 50,00 € max. 500,00€

0,89%

 

ETFs und aktive Investmentfonds

Vaamo Keine Mindestanlage + 10,00€ Bis 100.000 € 0,79% /  ab 100.000€ 0,49% / ab 200.000€ individuelles Angebot durchschnittlich 0,29% ETFs
Ginmon 1.000,00€ + 50,00€ 0,39% zwischen 0,31% und 0,41% ETFs und Aktienfonds
Fundamental Capital 50.000,00€ + nicht möglich 1% Verwaltungspauschale (+0,1% pro Transaktion max. aber 5,00€) + 12% Erfolgsgebühr (wenn am Ende des Quartals echte Gewinne entstanden sind) Aktien (ETF und Geld)

Hinweis: Sollten Sie in dieser Übersicht eine Robo Advisor vermissen, dann lassen Sie uns das bitte wissen. Gerne können Sie uns dazu eine E-Mail schreiben.

Wichtige Fragen und Antworten zum Thema Robo Advisor

Können auch ausländische Robo Advisor genutzt werden?

Wer Empfehlungen eines Robo-Advisors für Geldanlagen im Ausland nutzen möchte, kann das jederzeit und weltweit tun. Der Wohnsitz ist in der Regel nicht ausschlaggebend.

Was ist bei ausländischen Robo Advisorn zu beachten?

Wichtig ist, dass der Anleger seine Auslandsdepots vor dem Fiskus nicht versteckt. Die daraus erzielten Kapitalerträge müssen in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden. Nach den Offenlegungen von Paradise Papers & Co. prüfen und hinterfragen hier die Finanzämter sehr genau. Wer seinem Robo-Advisor folgt und z. B. Geld in den USA oder der Schweiz anlegt, muss mit zusätzlichem bürokratischen Aufwand und obendrein mit weiteren Steuerabgaben rechnen. Bis zu 35 Prozent Quellensteuer können in diesen beiden Ländern für den deutschen Anleger fällig werden, wobei ein Teil davon rückerstattungsfähig ist.

Tipp: Nehmen Sie Empfehlungen für Geldanlagen im Ausland immer näher unter die Lupe. Unterschiedlichste Anlagemöglichkeiten, ob in ETFs oder Aktien, sind in Deutschland verfügbar und mit der gesetzlichen Einlagensicherung zudem sehr sicher. Warum also in die Ferne schweifen?

Wer haftet bei Robo Advisorn bei einer "falschen" Beratung?

Brisant wird es, wenn Robo-Advisor dem Anleger "fehlerhafte" Empfehlungen ausgeben. Grundsätzlich trennt die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) Robo-Advisor in automatisierte Finanzportfolioverwalter nach Paragraf 32 Absatz 1 KWG (Kreditwesengesetz) und in Finanzanlagevermittler, die nach Paragraf 34f GewO Vermögensanlagen über eine Internet-Dienstleistungsplattform vertreiben. Ergeben sich demnach für den Anleger Unterschiede bei zum Beispiel rechtlichen Haftungsvorschriften? "Zivilrechtlich gesehen gibt es aus Sicht des Anlegerschutzes und somit des möglichen Schadensersatzes bei Pflichtverletzungen keine Abweichungen des Schutzniveaus. Im Kern und gemäß den entsprechenden Pflichten bei der Verwaltung, Vermittlung, Beratung oder Aufklärung von Finanzprodukten gibt es weder für den Finanzportfolioverwalter noch für den Finanzanlagenvermittler irgendwelche Unterschiede", so Bernd Jochem, renommierter Spezialist für komplexe Fälle des Bank- und Kapitalanlagerechts der Kanzlei Rotter in München.

Allerdings bewegen sich beide Formen der Anbieter auf gefährlichem Eis, wenn eine Geeignetheitserklärung an den Kunden nicht ausgehändigt wird. "Man muss ja beachten, dass man sich hier in einem aufsichtsrechtlichen Bereich befindet. Jedoch ist es kein Automatismus, wenn ich aufsichtsrechtlich gegen etwas verstoße, dass man dann als Anleger zivilrechtlich gesehen Chancen auf Schadensersatz hat", gibt Jochem zu bedenken. Aber natürlich steht immer der Anleger und Schutz seiner Kapitalanlage im Fokus. "Wir sprechen hier von der ´anlegergerechten Beratung´. Das heißt, dass die Empfehlung, die ich als Anlageberater ausspreche, auf den Kunden zugeschnitten und geeignet sein muss – im Hinblick auf seine Anlageziele, sein Wissen, und seine Erfahrung. Das hat schon lange Bestand, genau genommen seit dem BGH-Urteil 1993 zur anlegergerechten Beratungspflicht von Banken", relativiert Bernd Jochem.

Deshalb rät die Kanzlei Fieldfisher Unternehmen im digitalen Finanzbereich generell davon ab, die "Flucht ins beratungsfreie Geschäft" anzutreten, sondern die aufsichtsrechtlichen Hürden zu nehmen, um den Kunden qualifizierte Finanzdienstleistungen ohne gesteigertes Haftungsrisiko anbieten zu können.

Dennoch halten sich Robo-Advisor eher bedeckt. Zumal ja eine Haftung entfällt, da die Anlageberatung bei vielen Portalen in den AGB ausgeschlossen ist. Jedoch verneint dieser Hinweis auf der Website eine Anlageberatung nicht. "Schließlich muss der Interessent über die Eingabemaske des Robos individuelle Angaben zu seinem Profil und Anlageverhalten preisgeben", gibt Thilo Danz von Fieldfisher zu bedenken. Auch die Bafin sieht hierin klar eine Anlageberatung und daher ist unser Fazit: Das letzte Wort hat im Einzelfall, ob es sich um eine Anlageberatung handelt oder nicht, immer der Bundesgerichtshof.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de