Auf einen Blick
  • Der MSCI World Index ist wegen seiner weltweiten und breiten Streuung auf rund 1.500 Aktien bei ETF-Sparern äußerst beliebt.

  • Der Weltaktienindex erzielte seit Auflage am 31. Dezember 1969 inklusive Nettodividenden eine durchschnittliche Rendite von 8,62 Prozent pro Jahr.

  • Doch MSCI World ist nicht gleich MSCI World – bei der Berechnung gibt es drei Varianten und auch das Währungsrisiko beeinflusst die Rendite.
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Der MSCI World Index zählt zu den bekanntesten Aktienindizes der Welt und wird oft auch als Weltaktienindex bezeichnet. Seine Anfänge reichen bis ins Jahr 1965 zurück. Am 31. Dezember 1969 startete er mit einem Referenzwert von 100 Punkten, damals noch als Capital International World Index. Am 31. März 1986 schließlich folgte der offizielle Start unter seinem jetzigen Namen. Herausgeber ist der US-Finanzdienstleister MSCI (vormals Morgan Stanley Capital International).

Der MSCI World Index umfasst aktuell etwas mehr als 1.500 mittel- und großkapitalisierte Unternehmen – sogenannte Mid- and Large Caps – aus 23 Industriestaaten und deckt jeweils circa 85 Prozent der Streubesitz-Marktkapitalisierung eines Landes ab. Klein- und kleinstkapitalisierte Unternehmen (Small- und Micro Caps) werden nicht berücksichtigt.

Als Streubesitz definiert man die Summe aller Aktien, die an der Börse gehandelt werden beziehungsweise im freien Umlauf sind und sich nicht im Besitz des jeweiligen Unternehmens oder eines Großaktionärs befinden. Diese Aktienanzahl wird mit dem aktuellen Börsenkurs multipliziert. Das ergibt die Marktkapitalisierung.

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Warum ist der MSCI World Index so interessant?

Der MSCI World Index dient als globales Börsenbarometer und spiegelt die Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte wider. Er gilt als wichtiger Gradmesser für die Weltwirtschaft und wird oft als Vergleichsindex (Benchmark) für global anlegende Aktienfonds genutzt. Aufgrund seiner breiten Streuung (Diversifikation) über verschiedene Länder und Branchen hinweg zählt der MSCI World Index zu den beliebtesten Indizes für ETF-Sparer und ist für Börseneinsteiger durchaus zu empfehlen.

Allerdings sollten Sie beachten, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer – die sogenannten Emerging Markets (EM), allen voran die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt China – nicht im klassischen MSCI World Index vertreten sind, sondern im breiter gefassten MSCI All Country World Index (MSCI ACWI). Auch die sogenannten Small Caps finden sich nur im ACWI. Gemessen an der Marktkapitalisierung repräsentiert der MSCI World Index circa 88 Prozent des MSCI ACWI.

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Zudem ist der MSCI World Index sehr US-lastig, die USA nehmen aktuell ein Gewicht von gut zwei Dritteln ein (68 Prozent). Nichtsdestotrotz hilft der MSCI World Index, das sogenannte Home Bias zu vermeiden. Darunter versteht man die wissenschaftlich nachgewiesene Tendenz von Anlegerinnen und Anlegern, überwiegend im Heimatmarkt zu investieren und heimische Aktien überproportional zu gewichten – wodurch ein Klumpenrisiko entsteht.

 

Diese Länder sind im MSCI World Index vertreten

Wie bereits erwähnt, beinhaltet der MSCI World Index ausschließlich Unternehmen aus den Industrienationen. Der Indexanbieter MSCI klassifiziert 23 "Developed Markets (DM) Countries". Zu diesen entwickelten Ländern zählen: Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Hongkong, Irland, Israel, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Singapur, Spanien, UK und die USA.

Die Gewichtung der einzelnen Länder erfolgt ebenfalls nach Marktkapitalisierung und verändert sich fortlaufend. Dabei werden die Börsenbewertungen aller Unternehmen eines Landes addiert und ins Verhältnis zu den anderen Ländern gesetzt. Das bedeutet: Steigt die Marktkapitalisierung eines Landes überproportional, erhöht sich auch der prozentuale Anteil am Index. So ist der Anteil der USA in den vergangenen vier Jahren von gut 50 auf mittlerweile rund 68 Prozent gestiegen.

Die Ländergewichtung (Country Weights) des MSCI World Index im Detail:

Land Gewichtung
 USA  68,01 %
 Japan  6,26 %
 Vereinigtes Königreich  4,36 %
 Kanada  3,45 %
 Frankreich  3,38 %
 Schweiz  2,89 %
 Deutschland  2,33 %
 Australien  2,27 %
 Niederlande  1,21 %
 Sonstige  5,84 %

Quellen: msci.com, Amundi; Stand: 30. Dezember 2022.

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Welche Branchen dominieren den MSCI World Index?

Der Weltaktienindex zeigt auch, welche Branchen in den Industriestaaten derzeit den Ton angeben. Bis zur großen Finanzkrise 2008 rangierte der Finanzsektor auf dem ersten Platz. Als die Kurse der Finanztitel und damit auch deren Marktkapitalisierung im Zuge der Lehman-Pleite in den Keller rauschten, stieg die Informationstechnologie (IT) zur neuen Nummer eins auf. Auch der Gesundheitssektor zog im vergangenen Jahr an den Finanztiteln vorbei. Der IT-Sektor hat aktuell einen Anteil von gut einem Fünftel am MSCI World Index.

Die Sektorengewichtung (Sector Weights) des MSCI World Index im Überblick:

Branche Gewichtung
 IT  22,17 %
 Gesundheit  14,55 %
 Finanzwesen  14,32 %
 Industrie  10,68 %
 Zyklische Konsumgüter  9,97 %
 Nicht-zyklische Konsumgüter  7,91 %
 Kommunikationsdienste  6,39 %
 Energie  5,66 %
 Grundstoffe  4,49 %
 Öffentliche Dienstleistungen  3,20 %
 Immobilien  2,67 %

Quelle: msci.com; Stand: 30. Dezember 2022.

 

Welche Unternehmen sind im MSCI World Index?

Für die Indexaufnahme eines Unternehmens wird nicht nur die Streubesitz-Marktkapitalisierung herangezogen, sondern die Indexkandidaten müssen auch bestimmte Mindestkriterien im Hinblick auf die Liquidität (Verfügbarkeit) ihrer Aktien erfüllen. Dabei überprüft MSCI unter anderem das tägliche Handelsvolumen, aber auch, ob die Aktien zu jedem Zeitpunkt problemlos ge- und verkauft werden können und inwieweit die Anteile auch an ausländischen Börsen handelbar sind.

Large Caps decken im Index rund 70 Prozent der Marktkapitalisierung eines jeden Landes ab, die restlichen 15 Prozent werden mit Mid Caps aufgefüllt. Beim Blick auf die zehn größten Positionen im MSCI World Index fällt auf, dass allein die Top Drei im Index – Apple, Microsoft und Amazon – mit insgesamt gut neun Prozent im Index gewichtet sind und die Top Ten alle aus den USA kommen. 

Allerdings sind die Technologietitel Tesla, Nvidia und Meta (Facebook) nach dem Kursdesaster der vergangenen Monate nicht mehr im MSCI World Index vertreten. Stattdessen finden sich in den Top Ten jetzt der Gesundheits- und Versicherungskonzern UnitedHealth Group, der Öl-Multi Exxon Mobil sowie die Warren-Buffett-Holding Berkshire Hathaway. Zusammen bringen die zehn größten Positionen knapp 16 Prozent auf die Waage (Stand: 30. Dezember 2022).

Top 10: Das sind die zehn größten Unternehmen im MSCI World Index

Unternehmen Gewichtung
 Apple  4,18 %
 Microsoft  3,41 %
 Amazon  1,54 %
 Alphabet A  1,06 %
 UnitedHealth Group  0,99 %
 Alphabet C  0,99 %
 Johnson & Johnson  0,93 %
 Exxon Mobil  0,92 %
 Berkshire Hathaway  0,81 %
 JPMorgan Chase  0,79 %

Quelle: msci.com; Stand: 30. Dezember 2022.

 

Ein Index – Drei Berechnungsmethoden: So wird der Wert ermittelt

Der Wert des MSCI World Index wird börsentäglich einmal pro Minute neu berechnet. Dabei werden die jeweils gültigen Kurse der gelisteten Unternehmen zu einem Punktestand verdichtet. Bei Börsen, die wegen der Zeitverschiebung zum jeweiligen Berechnungszeitpunkt geschlossen sind, fließen die Schlusskurse vom Vortag in die Bewertung ein.

MSCI überprüft den Index im Hinblick auf die hinterlegten Aktienmärkte vier Mal pro Jahr (Februar, Mai, August, November) und passt die Länderquoten bei Bedarf an. Dazu erfolgt im Mai und November eine Neugewichtung (Rebalancing), um die definierten Schwellen für Large und Mid Caps einzuhalten. Aktien, die die Mindestkriterien nicht mehr erfüllen, werden durch andere Titel ersetzt.

Hinzu kommt, dass der Index selbst in drei unterschiedlichen Varianten berechnet wird: als Kursindex (Price Index), Bruttoindex (Gross Index) und Nettoindex (Net Index).

Kursindex

Wenn vom MSCI World Index die Rede ist, ist in der Regel der Kursindex gemeint, der auf US-Dollar-Basis berechnet wird. Der Kursindex spiegelt lediglich die Kursentwicklung der gelisteten Unternehmen wider. Die ausgeschütteten Dividenden werden nicht berücksichtigt.

Bruttoindex

Im Gegensatz zum Kursindex fließen bei der Brutto-Variante – dem MSCI World Index (Gross) – auch die gezahlten Dividenden in die Berechnung ein. Es wird quasi unterstellt, dass die Ausschüttungen direkt wieder angelegt, sprich thesauriert werden. Im Börsenjargon wird diese Indexart auch als Performanceindex oder Total-Return-Index bezeichnet. Quellensteuern, die bei ausländischen Aktien anfallen können, werden nicht berücksichtigt.

Nettoindex

Auch die Netto-Variante des MSCI World ist ein Performanceindex. Im Gegensatz zum Bruttoindex werden beim MSCI World Index (Net) allerdings noch die Quellensteuern von den Ausschüttungen abgezogen, bevor diese in die Indexberechnung eingehen.

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MSCI World Performance: Historische Rendite

Seit seiner Auflage am 31. Dezember 1969 erzielte der MSCI World als Kursindex eine durchschnittliche Rendite von 6,34 Prozent pro Jahr (Stand: 30. Dezember 2022). Inklusive Dividenden und abzüglich Quellensteuer beträgt die annualisierte Rendite 8,62 Prozent.

In Euro gerechnet wuchs der MSCI World Index (Net) ausgehend vom Startpunkt am 31. Dezember 1998 bei 100 Punkten im Schnitt um 5,76 Prozent pro Jahr. In US-Dollar waren es nur 5,34 Prozent. Grund: Der US-Dollar wertete im gleichen Zeitraum zum Euro leicht auf, sodass es für Euro-Anleger positive Währungseffekte gab (siehe Währungsrisiko).

Laut MSCI-World-Renditedreieck, das der Aktieninvestor Christian W. Röhl fortlaufend berechnet, hätten Sie mit einer Einmalanlage in einen ETF auf den Weltaktienindex von Anfang 1970 bis Ende 2022 eine durchschnittliche Rendite von 7,0 Prozent pro Jahr erzielt. Mit einem ETF-Sparplan wären es im gleichen Zeitraum 8,1 Prozent pro Jahr gewesen.

 

Gibt es ein Währungsrisiko?

Wie bereits erwähnt, hängt die Rendite bei einem Investment in den MSCI World Index auch von der Entwicklung des US-Dollars zum Euro ab. Schließlich besteht der Index zu gut zwei Dritteln aus US-Werten und der US-Dollar gilt nach wie vor als Weltleitwährung.

Das bedeutet: Wertet der US-Dollar im Investmentzeitraum gegenüber dem Euro wie im vergangenen Jahr auf, erzielen Sie einen positiven Währungseffekt und Ihre Nettorendite erhöht sich. So erzielte der MSCI World in der Originalwährung US-Dollar inklusive Nettodividenden ein Minus von 5,29 Prozent, während er in Euro gerechnet nur 3,92 Prozent verlor. 

Im umgekehrten Fall, wenn der US-Dollar gegenüber dem Euro an Wert verliert, dann wären Ihre US-Anteile in Euro gerechnet zum Verkaufszeitpunkt weniger wert. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber: Währungsrisiken bei Fonds und ETFs.

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Über den Autor Sebastian Schick

nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach. Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. 2014 baute er in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus als Chefredakteur und Moderator den österreichischen TV-Sender DAF-Austria mit auf. 2016 wechselte er zur Biallo & Team GmbH und übernahm Mitte 2017 die Redaktionsleitung. 

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