Mid Cap-ETFs: Rendite-Turbo mit Nebenwerten

Investieren in den Mittelstand Mid Cap-ETFs: Rendite-Turbo mit Nebenwerten

von Björn König
28.08.2019
Auf einen Blick
  • Mittelgroße börsennotierte Unternehmen spielen auf dem deutschen Markt eine weitaus größere Rolle, als beispielsweise in den USA oder asiatischen Ländern.

  • Für langfristig orientierte Anleger können Mid Caps deshalb eine interessante Alternative zu gelisteten Dax-Großkonzernen wie zum Beispiel Siemens und BASF sein.

  • Zahlreiche Fondsgesellschaften bilden über ETFs den Nebenwerte-Markt ab, dennoch sollten Investoren entsprechende Produkte insbesondere auf Fondsvolumen und langfristige Rendite prüfen.
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Welches Gewicht der deutsche Mittelstand auf dem Weltmarkt hat, zeigt sich eindrucksvoll am bayerischen Robotik-Spezialisten Kuka. Ursprünglich im MDax gelistet, wurde der Augsburger Maschinenbauer 2016 mehrheitlich vom chinesischen Midea-Konzern übernommen.

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Mittelstand genießt guten Ruf

Warum das Unternehmen ausgerechnet die Aufmerksamkeit aus Fernost auf sich zog, lässt sich leicht erahnen. Kuka galt seit jeher als Innovationsmotor, verfügt dazu über ein Fachwissen, welches man selbst im Hightech-Reich der Mitte weit und breit nicht findet. Auch in Sachen Stabilität und Markterfahrung hat der Robotik-Spezialist einiges zu bieten, immerhin sind die Augsburger und ihr Vorgängerunternehmen bereits seit sage und schreibe 1898 in unterschiedlichen Bereichen des Maschinenbaus tätig.

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Und das vor dem Hintergrund einer Branche, die von massiven Umwälzungen betroffen ist. Der deutsche Mittelstand zeichnet sich also nicht nur durch seine Innovation, sondern vor allem auch durch eine permanente Anpassungsfähigkeit an den Markt aus. Ein weiteres gutes Beispiel hierfür ist die Erfolgsgeschichte der ebenfalls seit 2018 im MDax gelisteten United Internet AG beziehungsweise ihrer Tochtergesellschaft 1&1 Drillisch.

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Sie begann 1988 als seinerzeit noch kleiner mittelständischer EDV-Marketing-Vertrieb. Mittlerweile hat sich das Unternehmen aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur durch zahlreiche Akquisitionen und Fokussierung auf Telekommunikationsdienstleistungen zur ernsthaften Konkurrenz von Großkonzernen wie Telekom, Vodafone und Telefónica entwickelt. Auch dessen Gründer Ralph Dommermuth ist nach wie vor bei United Internet an Bord und hält immer noch rund 40 Prozent der Aktien.

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Familienunternehmen stehen für wirtschaftlichen Erfolg

Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sieht einen deutlichen Trend, dass zum Beispiel familiengeführte Unternehmen deutlich stärker als die Dax-30-Konzerne wachsen. Demnach stieg die Beschäftigung bei den größten 500 Familienunternehmen zwischen 2007 und 2016 um 27 Prozent auf 2,54 Millionen Menschen, wie aus der ZEW-Analyse hervorgeht.

"Die 27 DAX-Unternehmen, die keine Familienunternehmen sind, konnten die Beschäftigung hingegen nur um vier Prozent auf 1,55 Millionen steigern", heißt es in der Studie. Natürlich benötigen auch mittelgroße Familienunternehmen für ihr zukünftiges Wachstum Kapital, welches sie wie auch Großkonzerne an der Börse generieren. Investoren haben unterschiedliche Möglichkeiten, an dieser Entwicklung zu partizipieren.

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Wie erfolgreich Familienunternehmen sind, verdeutlicht zudem eine aktuelle Studie der Technischen Universität München. Demnach sind familiengeführte Unternehmen nicht nur der Job-Motor der Republik, sondern weisen auch andere gute Fundamentaldaten auf, wie etwa kontinuierliches Gewinnwachstum und hohe Eigenkapitalquoten.

3
 
Name
ISIN
Wertzuwachs p.a.
 
1.
DWS German Small/Mid Cap
DE0005152409
11,87%
2.
Deka-Deutschland Nebenwerte CF
LU0923076540
11,38%
3.
Alpha Star Aktien A
LU1070113235
11,13%
Laufzeit: 5 Jahre

Nebenwerte an der Börse

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass es zwischen amerikanischen und deutschen Mid Caps an der Börse mehrere auffällige Unterschiede gibt. Und zwar insbesondere im Hinblick auf die durchschnittliche Marktkapitalisierung als auch die Menge der vertretenen Unternehmen. So enthält beispielsweise der S&P US MidCap 400 Index insgesamt 400 mittelständische Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 1,4 und 5,9 Milliarden US-Dollar.

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In Deutschland hingegen sind es im Schnitt zwischen 500 Millionen bis zwei Milliarden Euro, zudem enthält der MDax lediglich 60 Werte – wobei diese Zahl nur ein Ausschnitt des gesamten deutschen Mittelstandes und seiner Wirtschaftsleistung ist.

Auf der anderen Seite zieht die US-Ökonomie ihre Stärke in wesentlich größerem Umfang aus Konglomeraten beziehungsweise Großkonzernen. Damit dürfte es für Anleger am deutschen Markt noch wesentlich attraktiver sein, Nebenwerte in eine langfristige Anlagestrategie mit einzubeziehen. Wichtig ist dabei jedoch, auf welche Art man sich an den Renditechancen des Mittelstandes beteiligen möchte.

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Den "heiligen Gral" für nachhaltigen Börsenerfolg gibt es am Kapitalmarkt leider nicht, dennoch kann man mittlerweile bei Mid Caps ohne aktives Fondsmanagement einfach und kostengünstig einsteigen. Wie sonst üblich haben Anleger auch hier zwei unterschiedliche Möglichkeiten zu Investieren: entweder direkt in einzelne Unternehmen oder wie zuvor gesagt passiv über einen Indexfonds.

Die Auswahl ist bei "klassischen" Indizes erfahrungsgemäß höher, als bei spezifischen Branchen-ETFs. Selbst unter den drei größten MDax-ETFs ist jedoch auffällig, dass ihr Fondsvolumen nicht im "sicheren" Bereich liegt und somit eventuell die Gefahr einer Einstellung des Indexfonds besteht.

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Die größten MDax-ETFs

ETF

Fondsvolumen

Performance
1 Jahr

Performance 3 Jahre

Performance 5 Jahre

Ishares MDAX UCITS ETF

1,53 Mrd. Euro

-7,14 % 

+12,82 %


51,43 %

Deka MDAX UCITS ETF

480 Mio. Euro

-7,01 %

+13,63 %


53,29 %

Invesco MDAX UCITS ETF A*

280 Mio. Euro


Quellen: justETF, Focus, Finanzen100, fondsdiscount.de; eigene Recherche, Stand 26.08.2019 / *Der Indexfonds wurde 2019 neu aufgelegt.

Biallo-Fazit

Nebenwerte gehören unserer Ansicht nach zweifelsfrei in ein gut ausgewogenes Wertpapierdepot. Wer bereits einen Dax-ETF besitzt, kann sein Portfolio durch den Zukauf einzelner Mid Cap-Aktien oder sogar eines zweiten ETFs für turbulentere Börsenzeiten wetterfest machen.

Letztendlich gilt der Mittelstand auch im Falle einer drohenden Rezession oder defensiver Märkte allgemein als Stabilitätsanker. Wichtigste Qualitätsmerkmale sind hier vor allem eine langfristige erfolgreiche Präsenz und nachhaltige Unternehmensführung sowie nach Möglichkeit die Marktführerschaft im entsprechenden Wettbewerbsumfeld.

Biallo-Tipp

Da es sich bei den börsenrelevanten deutschen Mid Caps in erster Linie um eine überschaubare Zahl von MDax-Werten handelt, sollte nach Möglichkeit ein ETF mit physischer Replikation gewählt werden. Dann ist gesichert, dass der Fonds auch tatsächlich alle Aktien gemäß ihrer Gewichtung im zugrunde liegenden Index abbildet. Lediglich bei Indizes wie dem MSCI World, die sehr viele Werte enthalten, ist auch eine synthetische Replikation akzeptabel.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de