Aktienmarkt

Die besten Dividenden im Dax und MDax: Bis zu 10 Prozent Rendite

Update: 26.02.2020
Sebastian Schick
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Auf einen Blick
  • Die Angst vor einer möglichen Corona-Pandemie hat an den Börsen eine neue Schockwelle verursacht.

  • Im Zuge der Kursverluste sind die Dividendenrenditen im Dax und MDax deutlich gestiegen.

  • Dividendenjäger wittern bereits ihre Chancen. Dennoch sollten Anleger das Kursrisiko nicht außer Acht lassen.
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Viktoriia Hnatiuk / Shutterstock.com

Das Rezessionsgespenst ist zurück an den Börsen. In den vergangenen fünf Handelstagen hat der deutsche Leitindex Dax mehr als 1.000 Punkte oder zehn Prozent verloren. Grund für den Mini-Crash sind die jüngsten Zahlen zum Corona-Virus. Der Markt spielt das Pandemie-Szenario. Falls es wirklich so kommt, würde die Gefahr einer Weltrezession deutlich steigen. Die jüngsten Umsatzwarnungen von Apple und Mastercard lassen grüßen.

Dividendenrenditen deutlich gestiegen

Der momentane Kursrutsch hat aber auch etwas Positives: Die Dividendenrenditen der Dax30-Unternehmen ziehen an. Das ruft die ersten Dividendenjäger auf den Plan, zumal die Dividenden-Hochsaison im April und Mai nicht mehr lange auf sich warten lässt. Zwar werden die Ausschüttungen in diesem Jahr wohl nicht an das Rekordjahr 2019 herankommen. Allerdings winken im Dax aktuell Renditen von bis zu sechs Prozent.

Das Dax-Schwergewicht Siemens hat seine Dividende für das vergangenen Geschäftsjahr bereits ausgeschüttet. Anleger erhielten eine Auszahlung von 3,90 Euro je Anteilsschein (Vorjahr: 3,80 Euro). Gemessen am Schlusskurs zur Hauptversammlung am 5. Februar erzielten Aktionäre einen Ertrag von gut vier Prozent.

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Die höchste Dividendenrendite im Dax bietet derzeit die Aktie von Covestro mit 6,25 Prozent. Der Spezialchemiekonzern hat kürzlich mitgeteilt, dass Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 17. April eine unveränderte Dividende in Höhe von 2,40 Euro vorschlagen wollen. Damit liegt die Rendite aktuell bei 6,25 Prozent – Zinsen, von denen Tagesgeld- oder Festgeld-Anleger derzeit nur träumen können.

Die höchsten Dividendenrenditen im Dax

Unternehmen Dividende 2020 (Vorjahr) Rendite** HV
Covestro 2,40 Euro (2,40 Euro) 6,25 % 17.04.2020
Lufthansa 0,80 Euro* (0,80 Euro) 6,02 % 05.05.2020
BASF 3,30 Euro* (3,20 Euro) 5,73 % 30.04.2020
Allianz 9,60 Euro (9,00 Euro) 4,47 % 06.05.2020
BMW 2,70 Euro* (3,50 Euro) 4,42 % 14.05.2020
HeidelbergCement 2,50 Euro* (2,10 Euro) 4,32 % 07.05.2020
E.on 0,46 Euro (0,43 Euro) 4,20 % 13.05.2020
Continental 4,35 Euro* (4,75 Euro) 4,20 % 30.04.2020
Deutsche Post 1,20 Euro* (1,15 Euro) 4,02 % 13.05.2020
Bayer 2,80 Euro* (2,80 Euro) 4,00 % 28.04.2020

Quellen: eigene Recherche / Bloomberg / Dekabank
*Schätzung von Bloomberg
**bezogen auf den Xetra-Schlusskurs vom 25. Februar 2020

Die höchsten Dividendenrenditen im MDax und SDax

Wer kurzfristig hohe Renditen abstauben will, sollte seinen Blick immer auch auf die sogenannten Nebenwerte richten. Beim MDax oder SDax winken traditionell höhere Rendite als beim großen Bruder Dax. Allerdings zeigen sich die Small- und Mid Caps auch schwankungsanfälliger als die Blue Chips – vor allem in unruhigen Börsenzeiten.

Unternehmen Dividende 2020 (Vorjahr) Rendite** Hauptversammlung
RTL Group 4,00 Euro* (3,00 Euro) 9,60 % 22.04.2020
Takkt 1,00 Euro (0,85 Euro) 8,21 % 13.05.2020
Freenet 1,65 Euro* (1,65 Euro) 8,10 % 20.05.2020
ProSiebenSat.1 Media 0,92 Euro* (1,19 Euro) 8,07 % 10.06.2020
Aareal Bank 2,00 Euro (2,10 Euro) 7,08 % 27.05.2020
Hugo Boss 2,70 Euro* (2,70 Euro) 6,57 % 07.05.2020
Telefonica Deutschland 0,17 Euro  (0,27 Euro) 6,56 % 20.05.2020
Deutsche Euroshop 1,55 Euro* (1,50 Euro) 6,35 % 16.06.2020

Quellen: eigene Recherche / Bloomberg / Dekabank
*Schätzung von Bloomberg
**bezogen auf den Xetra-Schlusskurs vom 25. Februar 2020

Hohe Dividendenrenditen lohnen sich nicht immer

Anleger sollten allerdings nicht nur auf die Dividendenhöhe beziehungsweise Rendite achten. Denn Letztere ergibt sich immer aus der Dividende dividiert durch den aktuellen Kurs. Das bedeutet: Sinkt der Aktienkurs, steigt die Rendite – und umgekehrt. So kann es durchaus sein, dass eine Aktie nur deshalb eine hohe Dividendenrendite erzielt, weil der Aktienkurs zuvor deutlich gesunken ist.

Beispiel RWE: Die Aktie des Stromversorgers hat 2018 durch eine hohe Sonderausschüttung eine stattliche Dividendenrendite von 8,5 Prozent erzielt (aktuell: 2,5 Prozent). Wer allerdings Anfang 2008 bei Kursen um die 100 Euro eingestiegen ist, liegt trotz aller seither erzielten Dividendenzahlungen immer noch gut 40 Prozent im Minus. Zwar summieren sich die Dividendenzahlungen mit der diesjährigen Ausschüttung auf insgesamt rund 24 Euro je Aktie. Allerdings beträgt der Kursverlust seit Anfang 2008 trotz der jüngsten Erholung immer noch knapp 70 Prozent beziehungsweise fast 70 Euro.

Natürlich ist das Ganze nur eine Momentaufnahme und hängt immer auch vom durchschnittlichen Kaufkurs ab. Wer beispielsweise die Tiefs von RWE nach der Fukushima-Katastrophe 2011 genutzt hätte, um seinen Einstiegkurs zu verbilligen, hätte durch die höheren Dividendenrenditen und Kurssteigerungen mittlerweile seine Bilanz deutlich aufpoliert, wenn nicht sogar ins Plus gedreht.

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Biallo-Tipp

Wenn Sie sich die Dividende eines börsennotierten Unternehmens noch für dieses Jahr sichern wollen, müssen Sie die Aktie spätestens am Tag der Hauptversammlung (HV) im Depot eingebucht haben. Am ersten Handelstag nach der HV wird die Aktie "ex-Dividende" gehandelt. Das bedeutet, die Ausschüttung ist bereits im ersten Kurs berücksichtigt. Es kann aber durchaus sein, dass das Papier trotz Dividendenabschlag im Plus notiert oder im ungünstigsten Fall noch deutlicher im Minus steht. Die eigentliche Dividendenzahlung erfolgt in der Regel am dritten Geschäftstag nach der HV. Die Ausschüttung bleibt auch dann in vollem Umfang erhalten, falls Sie die Aktie direkt im Anschluss wieder verkaufen.

Welche Dividenden-Kennzahlen noch wichtig sind

Mindestens genauso wichtig wie die Dividendenrendite sind Kontinuität und Wachstum bei den Ausschüttungen. Die sogenannten Dividendenaristokraten schaffen es über Jahrzehnte, ihre Dividende kontinuierlich anzuheben. Bislang gelang das nur einem einzigen Dax-Mitglied: dem Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius.

Der Konzern hat kürzlich die 27. Dividendenerhöhung in Folge angekündigt. Fresenius will seinen Aktionären auf der Hauptversammlung am 20. Mai im Congress Center Messe Frankfurt eine Dividende von 84 Cent vorschlagen (Vorjahr: 80 Cent). Das ist zwar – wie im Vorjahr – nur eine Dividendenrendite von 1,79 Prozent. Allerdings ist die Dividende in den vergangenen zehn Jahren um rund 240 Prozent gestiegen, was im Schnitt eine jährliche Steigerung von rund 13 Prozent bedeutet.

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Kontinuität zahlt sich langfristig aus

Eine exzellente Dividendenhistorie spiegelt sich meist auch langfristig im Aktienkurs wider. Denn kontinuierlich steigende Dividenden lassen auf stetiges Gewinnwachstum schließen, was von der Börse in der Regel honoriert wird. So konnte sich die Fresenius-Aktie im aktuellen Börsenzyklus (seit März 2009) in der Spitze mehr als verachtfachen. Allerdings muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass das Papier allein im Schlussquartal 2018 mehr als 30 Prozent einbüßte. Der langfristige Aufwärtstrend wurde aber gehalten.

Auch wenn Fresenius eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Leitindex ist, was die Dividendenpolitik angeht, gibt es dennoch einige Dax-Unternehmen, die eine ähnlich gute Performance bei der Ausschüttung vorweisen.

Folgende Dax-Mitglieder haben ihre Dividende in den vergangenen zwölf Jahren maximal einmal gesenkt, sonst immer angehoben oder stabil gehalten:

Dividendenaristokraten im Dax

Unternehmen Dividenden-Historie (2007-2019) Dividenden-Wachstum (2007-2019) Dividende 2020 HV

Rendite**

Adidas Neunmal erhöht, zweimal stabil, einmal gesenkt (2010) 0,42 auf 3,35 Euro ( 698%) 3,70 Euro* 14.05.2020 1,40%
Allianz Neunmal erhöht, zweimal stabil, einmal gesenkt (2009) 3,80 auf 9,00 Euro ( 137%) 9,60 Euro 06.05.2020 4,47%
BASF Elfmal erhöht, einmal stabil, einmal gesenkt (2010) 1,50 auf 3,20 Euro ( 113%) 3,30 Euro* 30.04.2020 5,73%
Bayer Zehnmal erhöht, zweimal stabil 1,00 auf 2,80 Euro ( 180%) 2,80 Euro* 28.04.2020 4,00%
Deutsche Post Achtmal erhöht, dreimal stabil, einmal gesenkt (2009) 0,75 auf 1,15 Euro ( 53%) 1,20 Euro* 13.05.2020 4,02%
Fresenius Zwölfmal erhöht 0,19 auf 0,80 Euro ( 321%) 0,84 Euro 20.05.2020 1,79%
Henkel Zehnmal erhöht, zweimal stabil 0,50 auf 1,85 Euro (270%) 2,12 Euro* 20.04.2020 2,41%
Linde1 Zehnmal erhöht, einmal stabil, einmal gesenkt (2019 1,50 auf 3,35 ( 123%) 3,35 Euro* 25.07.2020 1,77%
Munich Re Neunmal erhöht, dreimal stabil 4,50 auf 9,25 Euro ( 106%), 9,60 Euro* 29.04.2020 3,76%
SAP Neunmal erhöht, zweimal stabil, einmal gesenkt (2013) 0,46 auf 1,50 Euro ( 226%), 1,58 Euro 20.05.2020 1,33%
Siemens Achtmal erhöht, viermal stabil 1,45 auf 3,80 Euro ( 162%), 3,90 Euro 05.02.2020 3,97%

Quellen: eigene Recherche / Bloomberg / Dekabank
1Dividende quartalsweise in US-Dollar
*Schätzung von Bloomberg
**bezogen auf den Xetra-Schlusskurs vom 25. Februar 2020

Dividendenfonds als Alternative

Natürlich sollten Anleger immer auch die langfristigen Wachstumsperspektiven eines börsennotierten Unternehmens im Blick haben. Zudem ist die Einzelanlage in Aktien risikoreicher als ein Investment in einen Aktienkorb. Deshalb ist eine breite Streuung beim langfristigen Vermögensaufbau unverzichtbar. Setzen Sie also nicht alles auf eine Karte, sondern legen Sie mehrere Titel in einen Korb.

Wenn Ihnen das Stock-Picking zu kompliziert oder zeitaufwendig ist, können Sie auch auf einen dividendenorientierten Aktienfonds setzen, wie etwa den DWS Top Dividende oder den KBC Equity Fund High Dividend. Letzterer ist thesaurierend. Das bedeutet, die Dividendenzahlungen werden nicht ausgeschüttet, sondern erneut angelegt. Dadurch kommt es zum Zinseszinseffekt.

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Auch unter den börsengehandelten Indexfonds gibt es kostengünstige ETFs, die ausschließlich in globale Dividendentitel investieren, wie etwa der SPDR S&P Global Dividend Aristocrats, der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yieldoder der iShares Stoxx Global Select Dividend. Allerdings sollten Anleger hier das Währungsrisiko beachten.

Mit einem ETF auf den Dax partizipieren Sie ebenfalls an den Dividendenzahlungen seiner Mitglieder. Denn der deutsche Leitindex wird als sogenannter Performanceindex berechnet. Das heißt, in die Berechnung fließen auch die Dividenden und deren Wiederanlage mit ein.

Im Unterschied dazu berücksichtigt der weniger bekannte Dax-Kursindex die Reinvestition der Dividenden nicht und notiert deshalb auch niedriger. Den sogenannten DivDax gibt es ebenfalls als Kurs- und Performanceindex. Er beinhaltet die 15 Dax-Unternehmen mit den höchsten Dividendenrenditen. Der iShares DivDax ETF bildet den DivDax-Kursindex nahezu eins zu eins ab und schüttet die Dividenden aus.

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Biallo-Lesetipp

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