Auf einen Blick
  • Dividenden-Aristokraten zahlen ihren Aktionären über lange Zeiträume steigende Dividenden aus. Bei US-Firmen etwa muss das für mindestens 25 Jahre der Fall sein.

  • Die Aktien dieser Unternehmen eignen sich gut für ein langfristiges Investment. Die Firmen haben solide Finanzen und stabile Erträge.

  • Neben der langen Dauer der Dividendenzahlungen sollten Anleger auch auf die Dividendenrendite achten. Mit der Kombination aus beiden Größen lassen sich die besten Aktien finden.

Es ist ein rundes Jubiläum für Colgate-Palmolive: Im 50. Jahr hintereinander hat der US-amerikanische Hersteller für Körperpflegemittel und Haushaltsreiniger 2021 seine Dividende erhöht. Der Zahnpasta-Konzern gehört damit zum erlauchten Kreis der sogenannten „Dividenden-Aristokraten“. Für Anlegerinnen und Anleger können solche Unternehmen ein solider Baustein fürs Depot sein. Biallo.de erklärt, was es mit dem „Dividendenadel“ auf sich hat, und worauf Sie achten sollten, wenn Sie auf deren Aktien setzen möchten.

 

Was sind Dividenden-Aristokraten?

So bezeichnet man in der Regel Unternehmen, die mindestens 25 Jahre hintereinander die Dividende erhöht haben – also die jährliche Ausschüttung einer Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre. Diese Definition gilt aber in erster Linie für die USA. Der US-Indexanbieter S&P Dow Jones etwa wendet sie auf seine „Dividend Aristocrats“ an, für die es auch ETFs gibt. Hierzulande bietet etwa der Anbieter SPDR Aristokraten-ETFs für verschiedene Regionen an.

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Eine einheitliche Definition des Begriffs existiert allerdings nicht. Für Länder wie Japan und Deutschland oder für Regionen wie Europa sind die Kriterien meist weniger streng. Dort werden Firmen häufig schon als „Dividenden-Champions“ bezeichnet, wenn sie fünf oder zehn Jahre hintereinander eine konstante oder höhere Dividende an die Aktionäre ausgezahlt haben. Generell aber gilt: Je länger der Zeitraum, desto verlässlicher können Sie als Anteilseigner mit einer anhaltend guten Dividende rechnen.

 

Wie lief es bei den Dividenden-Aristokraten in der Coronakrise?

Weil die Geschäfte weltweit schlecht liefen, haben in der Coronakrise viele Unternehmen ihre Ausschüttungen an die Aktionäre gekürzt. Für die Dividenden-Aristokraten gilt das nicht: Sie müssen ihre Dividende ja zumindest konstant halten, um weiterhin als Aristokrat oder Champion zu gelten. Dennoch ging auch an ihnen die Krise nicht spurlos vorüber. So zeigen etwa die Analysen des amerikanischen „Dividend Investing Resource Center“: In den Jahren 2020 und 2021 fiel das Wachstum der Dividenden bei vielen Aristokraten moderater aus als zuvor. Es blieb jedoch meist positiv.

Der deutsche Medizintechnik- und Gesundheitskonzern Fresenius etwa zahlte 2021 eine Dividende von 0,88 Euro pro Aktie. Das ist ein Plus von 4,7 Prozent im Vergleich zu 2020. Im Jahr vor der Krise war die Dividende dagegen noch um 6,6 Prozent gewachsen. Der französische Kosmetikkonzern L’Oréal verzichtete 2020 ganz auf eine Erhöhung und ließ die Dividende bei 3,85 Euro je Aktie konstant. Im laufenden Jahr gab es dann wieder eine Erhöhung auf vier Euro – ein Plus von knapp vier Prozent.

Video: Dividenden Aktien: Warum es nicht nur auf die Dividendenrendite ankommt

Quelle: Youtube-Kanal von biallo.de.

 

Was sind die Vor- und Nachteile der Dividenden-Aristokraten?

Unternehmen, die über lange Jahre hinweg steigende Dividenden zahlen, gewinnen das Vertrauen der Anleger. Ihre Aktien gelten als Standardwerte, in die man langfristig investieren kann, ohne den Kurs ständig im Blick haben zu müssen. Dividenden-Aristokraten sind häufig Konsumaktien von Markenfirmen wie Coca-Cola, Henkel oder McDonalds. Darunter sind aber auch Versicherungskonzerne wie die Münchener Rück oder der US-Konsumgüter- und Pharmakonzern Johnson & Johnson. Die Unternehmen zeichnen sich durch bewährte Geschäftsmodelle, solide Finanzen und stabile, gut vorhersehbare Erträge aus. Das bietet Anlegern Sicherheit.

Gleichzeitig müssen Sie bei solchen Firmen jedoch auf das dynamische Wachstum verzichten, das etwa Technologiekonzerne wie Google oder Netflix aufweisen. Die Entwicklung des Aktienkurses dividendenstarker Titel lässt daher mitunter zu wünschen übrig. Dafür können Anleger mit weniger Schwankungen beim Kurs rechnen – und mit einem jährlichen Ertragsplus durch die Dividende.

 

Welche Rolle spielt die Dividenden-Rendite bei den Aristokraten?

Wichtiger als die Höhe der Ausschüttung ist bei den Dividenden-Champions der lange Zeitraum, über den Anleger mit soliden Dividenden-Zahlungen rechnen können. Dennoch ist auch die Höhe der Dividende bei der Auswahl einer Aktie wichtig – und damit die sogenannte Dividendenrendite. Die erhalten Sie, wenn Sie die jährliche Dividende pro Aktie durch den Kurs der Aktie teilen und dann mit 100 malnehmen. Zahlt ein Unternehmen etwa zwei Euro Dividende und liegt der Kurs bei 40 Euro, dann beträgt die Dividendenrendite fünf Prozent [(2/40) x 100 = 5].

An der Dividendenrendite können Sie als Anleger erkennen, wie viel Prozent Ihres in Aktien investierten Kapitals Sie über die Dividende wieder zurückbekommen. Allerdings werden auf die ausgezahlte Summe unter Umständen noch Steuern fällig. Liegen Sie mit ihren Kapitalerträgen im Jahr über dem Freibetrag von 801 Euro bei Singles oder 1602 Euro bei Verheirateten, fällt auf die darüber hinaus gehenden Beträge 25 Prozent Ertragssteuer an. Hinzu kommt gegebenenfalls noch die Kirchensteuer. Die Steuer wird dabei direkt von der Bank eingezogen. Sie sollten daher daran denken, bei Ihrem Geldinstitut einen Freistellungsauftrag zu hinterlegen, damit sie ihre Freibeträge auch ausschöpfen können.

 

Worauf sollten Anleger bei den Dividendenaristokraten achten?

Die Länge des Zeitraums über den ein Unternehmen konstante oder steigende Dividenden auszahlt, nennt man auch Dividendenkontinuität. Sie ist das wichtigste Auswahlkriterium für Anleger, die auf Dividenden-Aristokraten setzen wollen. Das andere Kriterium ist die Dividendenrendite. Um eine Auswahl zu treffen, können Sie beide kombinieren.

So führt die DZ Bank eine Liste im Internet, in der Dividendenkontinuität und (erwartete) Dividendenrendite für mehr als 270 europäische Unternehmen aufgeführt sind. Diese Liste können Sie zunächst nach der Dividendenkontinuität sortieren, schlagen die Analysten der DZ-Bank vor. Anschließend wählen Sie von den zehn oder zwanzig Aktien mit der höchsten Dividendenkoninuität die fünf Aktien mit der höchsten Dividendenrendite für Ihr Depot. Wollen Sie auch US-Unternehmen berücksichtigen, können Sie die Liste des Dividend Investing Resource Centers hinzunehmen. Das Vorgehen sollten Sie einmal im Jahr wiederholen. Aktien, die weiterhin beide Kriterien erfüllen, bleiben im Depot. Andere werden ausgetauscht.

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Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass sie von den solidesten Dividenden-Aristokraten stets die renditestärksten im Depot haben. Denn auch der Dividendenadel ist nicht davor gefeit, die Dividende einmal kürzen zu müssen, wenn es im Unternehmen oder in der Branche kriselt. Das sollten Sie als Warnsignal sehen. So zeigen Studien für die Unternehmen im US-Börsenindex S&P 500: Die Aktien performten nach einer Dividendenkürzung oft deutlich schlechter. Wer daher mit Dividenden-Aristokraten erfolgreich sein möchte, sollte nach einer Dividenden-Kürzung konsequent verkaufen.

Ausgewählte deutsche Dividenden-Aristokraten

Unternehmen Anzahl Jahre (1) Dividendenrendite 2021 in Prozent
 Fresenius  28
 2,63
 Fuchs Petrolub  21
 2,50
 Henkel  21
 2,65

Ausgewählte europäische Dividenden-Aristokraten

Unternehmen Anzahl Jahre (1) Dividendenrendite 2021 in Prozent
 L'Oréal  38
 1,01
 Roche Holding  34  2,53
 Unilever  28  3,69

Ausgewählte US-Dividenden-Aristokraten

Unternehmen Anzahl Jahre (1) Dividendenrendite 2021 in Prozent
 Colgate Palmolive  50
 2,30
 Johnson & Johnson  39
 2,44
 McDonalds  35  2,17

(1) aufeinanderfolgende Jahre mit konstanten oder steigenden Gewinnen bis heute; Quelle: Dividend Investing Resource Center, Stand November/September (für USA) 2021.

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Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

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