Dividendenadel mit Gewinnpotenzial

Wertpapiere Dividendenadel mit Gewinnpotenzial

von Björn König
12.12.2019
Auf einen Blick
  • Selbst in Phasen der Rezession schütten viele Unternehmen nach wie vor jährlich steigende Dividenden an ihre Aktionäre aus.

  • Einige Unternehmen locken allerdings auch abseits der Dividendenrendite mit durchaus attraktiven Wachstumschancen.

  • Zehn besonders attraktive Portfolio-Werte finden sich vor allem im konservativen Branchenumfeld.
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Zwar hat Christine Lagarde mittlerweile Mario Draghi an der EZB-Spitze abgelöst, für Sparer ändert sich im Hinblick auf eine weniger expansive Geldpolitik jedoch herzlich wenig. Man muss wohl damit rechnen, dass die Zinsen noch für lange Zeit im Keller bleiben. Welche Auswirkungen dies nicht nur auf Sparkonten sondern beispielsweise auch auf Rentenversicherungen hat, wurde bereits ausführlich diskutiert.

Kurzum: Für das Ersparte gibt es nur noch wenige sichere Häfen, die Wachstum versprechen. Ganz sicher gehören klassische Wertpapieranlagen dazu. Doch welche Aktien erzielen eigentlich auf lange Sicht nicht nur hohe Dividendenerträge, sondern gleichzeitig auch Kursgewinne?

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Solche Unternehmen zu finden, ist in der Tat nicht ganz einfach. Ein wesentlicher Aspekt ist zum Beispiel die Branche: Insbesondere im Konsumgüterbereich, im Bereich Pharma und im Bereich Finanzen finden sich einige Renditeperlen. In den entsprechenden Branchen sollte man sich schließlich die operativen Kennzahlen des gewählten Unternehmens anschauen.

Interessant sind hier unter anderem der Free Cash-Flow, das Kurs-Gewinn-Verhältnis, die langfristige Gewinnprognose und die Dividendenrendite. Diese Kennzahlen können beispielsweise gut zur Analyse herangezogen werden.

Werfen wir im Folgenden einen Blick auf zehn interessante Wertpapiere, die auch auf lange Sicht attraktive Renditen und Dividendenerträge versprechen.

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Bereich Pharma- und Medizintechnik

Johnson & Johnson

Eigentlich ist Johnson & Johnson kein reiner Pharmahersteller, sondern auch ein Konsumgüterproduzent. Das US-Unternehmen schüttet seit 1944 regelmäßig Dividenden (mindestens 25 Jahre steigend) aus und verfügt außerdem über eine hohe Marktkapitalisierung sowie stabile Kursgewinne. Für Anleger besonders wichtig: Die Dividende ist aktuell durch den Gewinn gedeckt – das Unternehmen zehrt also für die Ausschüttung an Aktionäre nicht an seiner eigenen Substanz.

Abbott Laboratories

Bei Abbott handelt es sich um ein US-Pharmaunternehmen mit langer Dividendenhistorie und solider Kursentwicklung. 2013 wurde der Bereich Spezialmedikamente, insbesondere Immunologie, Onkologie und Virologie, in das ebenfalls börsennotierte Unternehmen AbbVie abgespalten. Das Geschäftsmodell mit einer Mischung aus Labordiagnostik, Pharma und klinischer Ernährung gilt als wachstumsorientiert.

Novo Nordisk

Die Diabetes-Forschung steht weltweit vor großen Herausforderungen, da sich diese Volkskrankheit aufgrund des Lebensstils vor allem in westlichen Industrienationen zu einer regelrechten Epidemie entwickelt. Allerdings wird Diabetes mittlerweile auch in asiatischen Ländern zu einem ersten Problem, da sich auch hier die Ernährungsgewohnheiten geändert haben. Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk ist ein weltweiter Marktführer in der Diabetes-Forschung. Auch hier stieg die Dividende bei gleichzeitig positiver Kursentwicklung bereits im 21. Jahr in Folge.

Fresenius

Der hessische Medizintechnik-Produzent Fresenius gehört zu den Wachstumstreibern auf dem deutschen Pharma-Markt. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang auch die mehrheitliche Beteiligung am Dialysespezialisten Fresenius Medical Care, mit welchem man sich auf dem Markt gut behauptet. Der aktuelle Kurs auf Basis des Wachstumspotenzials ist angemessen bewertet und die Dividende ebenfalls gut durch den Gewinn gedeckt. 

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Bereich Versicherung und Finanzen

Allianz

Während Bankentitel in Deutschland eher Kapital verbrennen, sieht es bei den Versicherungen ganz anders aus. Allianz ist zweifellos eine Renditeperle, sowohl im Hinblick auf Wachstum als auch auf solide Dividendenzahlungen. Wesentliche Fundamentaldaten sprechen für sich. Der Versicherer beeindruckt vor allem durch die aktuell hohe Dividendenrendite – bezogen auf dem Jahresendkurs 2018 lag diese bei 5,1 Prozent. Die Aktie gilt unter Analysten als stark unterbewertet. Gleichwohl steht das Unternehmen durch den Konkurrenten Generali unter Druck, der sich im Bereich Lebens- und Sachversicherungen stärker positionieren will.

Munich Re

Das Rückversicherungsgeschäft gilt ebenfalls als renditeträchtig, allerdings auch ausgesprochen kapitalintensiv. Munich Re gehört zu den Versicherungskonzernen, welche in diesem Marktsegment im Hinblick auf ihre Marktkapitalisierung über eine kritische Größe verfügen. Aussichtsreich ist auch das Konzept einer "Multiline-Insurance-Platform" in Zusammenarbeit mit Insurtechs – also digitalen Versicherungen, die über Smartphones vermittelt werden. 

T. Rowe Price

Vermögensverwalter spielen im Finanzsektor nach wie vor eine nicht zu unterschätzende Rolle, auch wenn immer mehr Menschen ihr Kapital selbst anlegen. T. Rowe Price zeigt in diesem Bereich bemerkenswerte Wachstumsperspektiven. Mit über 30 Jahren steigender Ausschüttungen zählt T. Rowe Price zu den klassischen Dividendenaristokraten. Die Aktie könnte man durchaus in die Kategorie der zyklischen "Average Grower" einordnen, somit sind regelmäßig starke Kursvolatilitäten eher nicht zu erwarten.

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Bereich Konsumgüter und Technologie

Hormel Foods

In den USA zählt Hormel Foods zu den bekanntesten Nahrungsmittelherstellern. Eines der beliebtesten Produkte ist unter anderem das Frühstücksfleisch der Marke Spam. 

L‘Oréal

Der französische Kosmetikhersteller beeindruckt seit Beginn der 2000er-Jahre mit konstant steigenden Dividendenzahlungen und ebenfalls soliden Kursgewinnen. Die Erfolgsstory des Weltmarktführers könnte sich weiter fortsetzen, denn im dritten Quartal hat das Unternehmen seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut um elf Prozent steigern können. 

AT&T

Vor allem im Bereich Streaming wird der größte US-Telekommunikationskonzern AT&T kräftig wachsen, was insbesondere der Übernahme von Time Warner zu verdanken ist. Das Filetstück des Unternehmens ist die Premium-Serienschmiede HBO – ab 2020 geht der Streaming-Dienst HBO Max weltweit an den Start.

Kennzahlen der Dividenden-Aristokraten

UnternehmenKGV 2019eDividende 2019e Rendite 2019e
Fünf-Jahres-Performance

Abbott Laboratories

39,69 

1,13 €

1,48 %

112,43 %

Allianz


11,38

9,53 €

4,42 %

155,43 %

AT&T

16,98


1,84 €

5,37 %

29,81 %

Fresenius

15,14


0,80 €

1,62 %

15,59 %

Hormel Foods

25,61


0,75 €

1,82 %

97,61 %

Johnson & Johnson

18,05


3,39 €

2,68 %

46,92 %

L‘Oreal

34,12


4,21 €

1,64 %

87,88 %

Munich Re

12,83


9,67 €

3,71 %

59,06 %

Novo Nordisk

23,26

1,12 €

2,18 %

37,26 %

T. Rowe Price

14,76


2,72 €

2,46 %

49,95 %

Quelle: Onvista / FactSet Research; Stand: 12. Dezember 2019.

Rendite mit Schattenseiten

Eine positive Kursentwicklung kombiniert mit attraktiven Dividenden sind der Traum eines jeden Anlegers. Insbesondere dann, wenn dahinter noch ein solides Geschäftsmodell steht. Daraus ergeben sich aber zwei grundlegende Probleme: Zwar werden Aktien, wie zum Beispiel Allianz und Münchener Rück, nach Ansicht von Analysten immer noch unterbewertet gehandelt, trotzdem sind die Kurse dieser Titel insbesondere in den vergangenen vier Jahren drastisch gestiegen, was sie für Privatanleger wiederum unattraktiver macht.

Zweitens muss man auch bedenken: Wenn ein Unternehmen jährlich steigende Anteile des Gewinns an Aktionäre ausschüttet, steht weniger Kapital im Bezug auf Reinvestitionen und Akquisitionen zur Verfügung. Für dauerhaftes Wachstum sind aber nicht nur ein zukunftssicheres Geschäftsmodell, sondern auch nachhaltige Investitionen unabdingbar. Somit ist die eierlegende Wollmilchsau aus Kurssteigerungen und immer höheren Ausschüttungen eher ein Teufelskreis für Unternehmen und Aktionäre, denn sie bedeuten im Zweifel weniger Wachstum, Gewinn und damit am Ende stagnierende oder womöglich sinkende Dividenden für Aktionäre.

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Biallo-Tipp

Wer beim Kauf von Einzelwerten seine Dividendenrendite noch weiter optimieren möchte, kann bei zahlreichen börsennotierten Unternehmen anstelle von Stammaktien auch Vorzugsaktien erwerben. Allerdings wird dem Aktionär dann kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung eingeräumt.

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