Max Geißler
Autor
 

 
Auf einen Blick
  • Immer mehr Anleger sparen mit Indexfonds (ETFs), weil sie einfach aufgebaut und relativ kostengünstig sind.

  • Per Sparplan sind ETFs auch für Anfänger gut geeignet.

  • Wer Schritt für Schritt vorgeht, kann fast nichts falsch machen.
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Sie möchten mit ETFs sparen? Kein Problem. Eine Geldanlage mit Indexfonds stellt nur geringe Anforderungen, denn ETFs sind einfach aufgebaut, vergleichsweise kostengünstig und bei fast jeder Bank zu haben. Gut 228 Milliarden Euro hatten deutsche Anleger nach Angaben des Fondsverbands BVI Ende 2023 in ETFs angelegt – ein neuer Rekord. Per Sparplan sind ETFs auch für Anfänger gut geeignet.  

Alles, was Sie zum ETF-Sparen brauchen, ist ein Depot, einen passenden Index und einen entsprechenden ETF. Wenn Sie Schritt für Schritt vorgehen, können Sie fast nichts falsch machen. Tiefergehendes Börsenwissen ist für das Sparen mit ETFs nicht erforderlich. Langfristig lassen sich bereits mit überschaubaren Sparraten gute Ergebnisse erzielen.

ETFs unterliegen allerdings handelsüblichen Börsenschwankungen. Der Wert des Sparguthabens kann schwanken. Auf lange Sicht tendierten die Börsen in der Vergangenheit jedoch unbeirrt nach oben. Für Anlegerinnen und Anleger empfiehlt sich daher ein eher langfristiger Sparhorizont. Zudem sollten Sie den Ausstiegszeitpunkt flexibel halten, um nicht in einer Börsenschwäche verkaufen zu müssen.

In diesem Beitrag finden ETF-Einsteigerinnen und -Einsteiger viele nützliche Tipps. Wir sagen Ihnen, was ein ETF ist, wie Sie mit dem ETF-Sparen beginnen können, wie Sie einen Index auswählen und auf welche Kosten Sie achten sollten. Ob als Einmalanlage oder als Sparplan – mit unseren Tipps wird ETF-Sparen ganz einfach.

 

Was ist ein ETF?

Was ist überhaupt ein ETF, fragen sich viele. Exchange Traded Funds sind börsengehandelte Fonds, die einen bestimmten Börsenindex nachbilden, zum Beispiel den deutschen Leitindex Dax, den amerikanischen Dow Jones oder den MSCI World Index. Das Ziel von ETFs besteht darin, die gleiche Wertentwicklung zu erreichen wie der nachgebildete Index. In der Regel gelingt das sehr gut.  

Wie erfolgt die Index-Nachbildung?

Die Nachbildung des Index kann auf verschiedene Weise erfolgen. Erstens kann der ETF exakt die gleichen Wertpapiere kaufen, die auch der Index enthält (physische Nachbildung). Er kann aber auch nur einen Teil dieser Aktien oder Anleihen erwerben und durch eine andere Gewichtung der Papiere versuchen, die Index-Performance zu erzielen („Sampling“).

Eine andere Methode ersetzt die Aktien oder Anleihen, die im Index enthalten sind, durch nachgebildete Wertpapiere (Derivate). Bei dieser sogenannten synthetischen Index-Nachbildung wird in der Regel ein Tauschgeschäft (engl. „Swap“) mit der Mutterbank des ETF-Anbieters geschlossen. Diese verpflichtet sich, dem ETF die Wertentwicklung des Index zu liefern. Solche ETFs werden auch Swap-ETFs genannt.

Der große Unterschied zu aktiv verwalteten Investmentfonds besteht darin, dass die einzelnen Posten im ETF nicht fortlaufend beobachtet, überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden müssen. Die ETF-Zusammensetzung sowie dessen Wertentwicklung ist durch den Index vorgegeben und wird vom Emittenten quasi nur kopiert. Das hat den Vorteil, dass die internen Kosten eines ETF vergleichsweise gering sind und dass Sie die Wertentwicklung des ETF anhand der Indexentwicklung leicht nachvollziehen können. Mehr darüber lesen Sie in unseren Ratgeber „ETF physisch oder synthetisch“.

Vor- und Nachteile von ETFs

Vorteile

  • Einfacher Aufbau durch bloße Indexkopie
  • Kein tiefergehendes Wissen über die Entwicklung der Kapitalmärkte erforderlich
  • Breite Risikostreuung, da ETFs einen kompletten Index nachbilden
  • Flexibel, ETF-Anteile können jederzeit ge- und verkauft werden.  
  • Preiswert, weil passiv verwaltet
  • Geringes Ausfallrisiko, da ETFs als Sondervermögen geführt werden. Im Konkursfall des Anbieters bleibt das Vermögen für Anleger reserviert und zählt nicht zur Insolvenzmasse.

Nachteile

  • Im Gegensatz zu aktiv verwalteten Fonds können ETFs keine Überrendite (Outperformance) gegenüber dem Markt erzielen.
  • Die Wertentwicklung eines ETF ist nicht beeinflussbar, sie hängt vom ausgewählten Index ab.  
  • Die Indexbindung verhindert Kurssprünge und damit schnelle Kursgewinne. Für die Kurzfristanlage sind ETFs daher nicht geeignet. 

Quelle: Biallo.de

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Wie kaufe ich einen ETF?

Am Anfang steht die Frage: Wie fange ich an, in ETFs zu investieren? Vereinfacht gesagt, sind für den Kauf von ETF-Anteilen drei grundlegende Schritte notwendig:

  1. Depot eröffnen
  2. Index auswählen
  3. Passenden ETF suchen
 

Wie finden Sie das passende Depot?

Als ETF-Anfänger benötigen Sie zunächst ein Depot, in dem die ETF-Anteile verwahrt werden. Wertpapierdepots finden Sie bei jeder Bank, die Wertpapiere handelt, aber auch bei Onlinebrokern, Investmentgesellschaften, Vermögensverwaltern sowie Anbietern von Robo-Advisors.

Praktisch ist es, wenn Sie bereits ein Wertpapierdepot haben oder das Depot dort eröffnen können, wo sich Ihr Konto oder Ihre sonstigen Geldanlagen befinden. Das spart Transaktionen zwischen den verschiedenen Banken und Sie behalten einfacher den Überblick über Ihre Wertanlagen. Doch nicht immer ist es sinnvoll, alle Geldgeschäfte bei einer Bank zu haben, vor allem dann nicht, wenn das Geldhaus hohe Gebühren fordert oder nicht die gewünschten Geldanlagen wie Fonds oder ETFs bereithält.

Tipp: Wenn Sie nach einem neuen Broker suchen, sollten Sie zunächst Ihre persönliche Handelsaktivität und individuellen Bedürfnisse festlegen. Mit den Antworten und Ihrer persönlichen Gewichtung vergleichen Sie dann die entsprechenden Konditionen der Anbieter. Nutzen Sie den Depot-Vergleich von biallo.de um die besten Broker für ETF und Aktien zu finden.

Worauf sollten Sie bei der Wahl ihres Depos achten?

Bei der Wahl des richtigen Depots gibt es einige wichtigen Punkte zu beachten:

Depotgebühren prüfen

Bevor Sie ein Depot eröffnen, gilt es also erst einmal, die Kosten zu checken. Manche Filialbanken berechnen bis zu 1,0 Prozent des Depotvolumens an Gebühren – das ist aber vergleichsweise teuer. Bei einem Depotwert von 50.000 Euro würden dadurch jedes Jahr 500 Euro an die Bank fließen.

Bei anderen Geldhäusern kann unter bestimmten Bedingungen eine Monatspauschale anfallen. Die Comdirect erhebt zum Beispiel pauschal 1,95 Euro/Monat (23,40 Euro/Jahr) ab dem vierten Jahr, wenn weniger als zwei Trades pro Quartal getätigt werden oder nicht das bankeigene Girokonto genutzt wird. Deutlich teuer mit 3,99 Euro/Monat (47,88 Euro/Jahr) wird’s bei S-Broker, wenn weniger als ein Trade pro Quartal ausgeführt wird oder der Vermögensbestand über alle Konten gesehen unter 10.000 Euro fällt.

Tipp: Versuchen Sie Depotgebühren zu vermeiden. Viele Banken und Investmenthäuser verzichten komplett auf Gebühren. Das gilt vor allem im Sparplanmodus, also wenn regelmäßig ETF-Anteile gekauft werden. Bei Direktbanken und Onlinebrokern werden Sie hier schnell fündig. Achten Sie aber auf die Bedingungen im Kleingedruckten, denn bei Sparplan-Unterbrechungen können Ausnahmen gelten.

Transaktionskosten vergleichen

Neben den Depotgebühren sollten Sie die Transaktionskosten vergleichen. Es gilt: Je niedriger, desto besser für Ihre ETF-Anlage. Vor allem bei kleinen Sparraten können die Orderkosten ins Kontor schlagen. Da lohnt es sich, eine preiswerte Bank zu suchen.

Filialbanken erheben häufig eine prozentuale Pauschale, zum Beispiel 1,50 Prozent des Orderbetrags. Bei einer Sparrate von 200 Euro gehen dadurch jedes Mal drei Euro verloren. Einige Banken berechnen eine feste Orderpauschale, zum Beispiel 2,50 Euro pro Trade.

Tipp: Direktbanken und Neobroker liefern sich häufig Preiskämpfe. Dabei verzichten viele Anbieter bei ETF-Sparplänen komplett auf Ordergebühren oder bieten eine gewisse Zahl an gebührenfrei besparbaren ETFs und Sparplänen an.  

Beispiele:  

  • Consorsbank: 1.700 ETF-Sparpläne für Neukunden zwölf Monate lang ohne Ordergebühr
  • ING: über 1.000 ETF-Sparpläne ohne Kaufkosten
  • Flatex: gut 1.600 ETF-Sparpläne zum Nulltarif
  • Trade Republic: Rund 2.500 ETF-Sparpläne ohne Ordergebühr

ETF-Auswahl prüfen

Möchten Sie nicht nur ETFs besparen, die auf klassische Indizes wie den Dax, den S&P 500 oder den MSCI World-Index setzen, sondern verfolgen Sie breiter aufgestellte Anlagewünsche, dann empfiehlt sich eine Bank mit einem großen ETF-Spektrum. ETFs aus den Bereichen KryptowährungenKünstliche IntelligenzNachhaltigkeit oder Dividenden können Ihnen helfen, ausgefallene Anlage-Kombinationen zusammenzustellen. Ein besonders großes Angebot an unterschiedlichen ETFs offerieren zum Beispiel:

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Welcher ETF Index eignet sich für Anfänger?

ETF sind besonders geeignet für den langfristigen Kapitalaufbau, denn die passiven Indexfonds investieren ausgewogen in einen ganzen Markt und sind deutlich preiswerter als klassische Investmentfonds. Das breite Investitionsspektrum mindert Anlagerisiken und stärkt die Renditechancen. Schließlich ist der Markt langfristig kaum zu schlagen.  

Allerdings ist nicht jeder Börsenindex für den langfristigen Kapitalaufbau geeignet. Die Verbraucherzentralen warnen, dass „manche Indizes nur wenige Aktien enthalten“ oder „nach schwer nachvollziehbaren Kriterien berechnet werden“. Das sei oft bei so genannten Branchen-, Strategie- oder Faktor-Indizes der Fall. Diese versuchen zum Beispiel, Aktien mit besonders hoher Dividendenausschüttung oder besonders wachstumsstarke Unternehmen einer Branche in einem Index zu vereinen.

Die Verbraucherzentralen favorisieren breit gestreute, globale Indizes, wie zum Beispiel den MSCI World Index oder die um Schwellenländer erweiterten Indizes MSCI All Country World (ACWI) und FTSE All-World: „Wenn Sie Vermögen aufbauen wollen, wählen Sie ETFs, die möglichst viele Aktien aus vielen Ländern und vielen unterschiedlichen Branchen enthalten“, rät die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Internetseite. ETFs auf solche Indizes „eignen sich als Grundlage einer diversifizierten langfristigen Anlagestrategie“.  

Achtung: Der MSCI World Index verteilt zwar das Risiko auf mehr als 1.500 Aktien führender Unternehmen aus 23 Industrieländern, dennoch ist der Welt-Index nicht frei von Risiken. So wird der MSCI World Index zu zwei Dritteln von US-Aktien dominiert. Hier besteht nicht unerhebliche Verlustgefahr, sollten US-Aktien crashen.  

Als Alternative zu diesem sogenannten Klumpenrisiko empfehlen die Verbraucherzentralen ETFs auf verschiedene Indizes miteinander zu kombinieren, zum Beispiel einen europäischen Index, einen amerikanischen und einen Schwellenländer-Index. Mögliche Indizes wären:

Außerdem sollten Sie bedenken, dass Sie mit einem ETF-Sparplan Ihr Geld an der Börse investieren. Hier sind Wertschwankungen an der Tagesordnung. ETFs eigenen sich daher nicht als Kurzfristinvestment. Auf lange Sicht glätten sich jedoch Kursdellen und die Performance-Vorteile von Aktien kommen zum Tragen.

 

Wie wähle ich einen ETF aus?

Haben Sie den passenden Index gefunden, geht es an die Wahl des optimalen ETFs, der diesen Index nachbildet. Dabei spielen vor allem die Fondskosten, die Fondsgröße und die Ertragsverwendung eine wichtige Rolle.  

Fondskosten

Auf fast jeden Index finden sich heute eine Vielzahl von ETFs. Um den richtigen ETF herauszufinden, sollten Sie in einem ersten Schritt die Kosten vergleichen. Denn geringe Jahresgebühren begünstigen bekanntlich die Nettorendite.  

Bei bekannten und beliebten Indizes wie dem Dax oder dem MSCI-World Index beträgt die Kostenquote klassischer ETFs oft nur 0,1 bis 0,2 Prozent pro Jahr. Dadurch gehen jährlich nur wenige Zehntel Ihres Sparkapitals verloren. ETFs mit gemischten oder ausgefallenen Indexzusammenstellungen können dagegen drei- oder viermal so teuer sein. Kostet ein ETF zum Beispiel 0,5 Prozent pro Jahr, geht immerhin ein halbes Prozent der erzielten Jahresrendite wieder verloren.  

Tipp: Achten Sie auf die in den Fondsinformationen ausgewiesene Kostenquote (TER) und entscheiden Sie sich für einen möglichst günstigen ETF. Die TER zeigt die laufenden Kosten eines ETF, wie etwa die jährlichen Verwaltungskosten, die Vertriebskosten und die Managementgebühren. Diese Kosten werden jährlich aus dem Fondsvermögen entnommen.  

Beispiele für günstige ETF auf den MSCI-World-Index

Name / ISIN Kostenquote TER
Amundi MSCI World UCITS ETF / ISIN IE000BI8OT95
0,12 %
SPDR MSCI World UCITS ETF / ISIN IE00BFY0GT14
0,12 %
Xtrackers MSCI World UCITS ETF / ISIN IE00BK1PV551
0,12 %
HSBC MSCI World USITS ETF / ISIN IE00B4X9L533
0,15 %
XTracker MSCI World UCITS ETF / ISIN IE00BJ0KDQ92
0,19 %

Quelle: justETF.com, Stand: 11.06.2024

Fondsgröße

Wichtig ist, dass der ETF nicht zu klein ist, andernfalls besteht die Gefahr, dass der ETF wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen oder mit einem anderen Indexfonds verschmolzen wird. Liegt das Fondsvermögen im dreistelligen Millionenbereich sind Sie auf der sicheren Seite.  

Allgemein gilt: Größere Anbieter sind hier oft im Vorteil, weil ihre Fonds und ETFs oft mehr Anlagekapital verwalten. Zudem fließen in weit verbreitete Indizes mehr Gelder ein als in exotische.

Ertragsverwendung

Bei der Ertragsverwendung kommt es darauf an, welches Sparziel Sie verfolgen.  

Für den Vermögensaufbau empfehlen sich thesaurierende ETFs, also ETFs, die ihre Erträge (Zinsen, Dividenden) automatisch wieder anlegen. Dadurch kommt der Zinseszinseffekt voll zum Tragen. Außerdem müssen Sie sich über die Wiederanlage der Erträge keine Gedanken machen, denn sie werden automatisch und kostenfrei für den Kauf neuer ETF-Anteile verwendet.  

Dagegen geben ausschüttende ETFs die erwirtschafteten Dividenden und Zinsen einmal pro Quartal oder pro Jahr direkt an die Anleger weiter. Das Geld fließt auf das Verrechnungskonto des Depots. Nachteil: Der Anteilspreis des ETFs sinkt am Tag der Ausschüttung um den ausgeschütteten Betrag. Vorteil: Sie erhalten regelmäßig Geld, dass Sie für ein Zusatzeinkommen oder für Anschaffung verwenden können.

Zinswende: Hier gibt es jetzt noch attraktive Zinsen

Die EZB hat Fakten geschaffen und die Leitzinsen gesenkt. Das klassische Zinssparen wird dadurch wieder unattraktiver. Biallo.de hat mit Sebastian Hasenack, dem Leiter der Online-Vermögensverwaltung Solidvest, darüber gesprochen, wie man angesichts sinkender Zinsen eine Zins-Anlage noch sinnvoll gestalten kann. Jetzt mehr erfahren!

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Wie viel Geld sollte man monatlich in einen ETF investieren?

Das kommt darauf an, ob Sie einmalig eine größere Summe anlegen oder regelmäßig einen kleinen Betrag sparen wollen. In beiden Fällen sollten Sie jedoch einige Grundregeln beachten:  

  1. Legen Sie nicht mehr Geld an, als Sie zur freien Verfügung haben. Das gilt sowohl bei Einmalanlage als auch für das monatliche Ratensparen.
  2. Legen Sie nur Geld an, das Sie langfristig entbehren können und das sie nicht für den Lebensunterhalt benötigen.
  3. Nehmen Sie keinen Kredit auf, um Geld anzulegen! Zum einen sind die Kreditzinsen zumeist höher als die zu erzielende Rendite, zum anderen lässt sich bei einem Börseninvestment die Rendite nicht vorherbestimmen. Läuft die Geldanlage nicht wie gewünscht, drohen unter Umständen noch höhere Schulden.

Monatlich in ETFs investieren mit dem ETF-Sparplan

Viele Banken erlauben monatliche Sparraten ab einem Euro. Doch das ist Spielerei. Mit so einer geringen Sparrate können Sie kein Kapital aufbauen. Eine Daumenregel besagt, dass etwa zehn Prozent des Nettoeinkommens in den Sparplan fließen soll, bei 2.000 Euro also 200 Euro. Verfügen Sie nur über ein geringes Einkommen, können Sie auch mit 50 oder 100 Euro pro Monat starten, bei höherem Einkommen kann die Sparrate üppiger ausfallen.

Richten Sie einfach einen ETF-Sparplan bei Ihrer Bank oder Ihrem Onlinebroker ein. Das Geld wird dann automatisch jeden Monat zum vereinbarten Termin abgebucht und eine entsprechende Zahl von ETF-Anteilen gekauft. Die gekauften ETF-Anteile wandern in Ihr Depot und summieren sich mit der Zeit. Auch der Kauf von ETF-Bruchstücken ist möglich. Diese addieren sich dann ebenfalls Monat für Monat.  

Vorteile: ETF-Sparpläne sind sehr flexibel. Sie können jederzeit Ihre Sparrate verändern, den Sparplan unterbrechen oder komplett beenden. Bei Bedarf ist auch ein Verkauf der erworbenen ETF-Anteile möglich. Aufgrund der hohen Flexibilität, der Transparenz und der überschaubaren Kosten favorisiert die Stiftung Warentest ETF-Sparpläne als „Königsweg des Fondssparens“.

Außerdem vermeiden Sie mit einem Sparplan das sogenannte Timing-Risiko. Bei der Einmalanlage kann es passieren, dass Sie Ihr Geld zu einem ungünstigen Einstiegszeitpunkt investieren, zum Beispiel wenn die Aktienkurse gerade sehr hoch sind. Weitere Kursgewinne sind dann unter Umständen nur sehr zögerlich möglich. Mit einem ETF-Sparplan investieren Sie regelmäßig den gleichen Betrag – egal ob in Hoch- oder Tiefphasen. Dadurch entsteht der sogenannte Cost-Average-Effekt. Das bedeutet, in schwachen Börsenphasen landen mehr ETF-Anteile in Ihrem Depot, in starken Börsenphasen entsprechend weniger. Unterm Strich entsteht ein günstiger Einstandspreis. Der Effekt fällt umso stärker aus, je länger der Sparplan läuft und je volatiler die Kurse sind.

 

Wie lange sollte man einen ETF halten?

Börsengehandelte Geldanlagen wie Aktien, Fonds oder ETFs unterliegen Kursschwankungen. Neben der Wahl des passenden ETFs ist die Spardauer ein entscheidendes Kriterium für eine erfolgreiche Geldanlage. Um auf kurzfristige Gewinne zu spekulieren, eignen sich ETFs in der Regel nicht. Indexfonds vollziehen wegen ihrer hohen Diversifikation nur selten schnelle Kurssprünge, häufig bewegt sich der Kurs in einer überschaubaren Bandbreite. ETFs sind Dauerläufer. Auf lange Sicht spielen sie ihre Stärken voll aus. Die Kapitalmärkte tendierten bislang langfristig stetig aufwärts, was sich in den Renditen von ETFs anschaulich zeigt (siehe nächster Abschnitt).  

Für Sie als Anleger heißt das: Investieren Sie nur in ETFs, wenn Sie über mehrere Jahre ansparen und Kapital aufbauen wollen. Eine Daumenregel besagt, dass man Aktieninvestments mindestens zehn Jahre halten sollte, besser sogar zwölf oder 15. Am Beispiel des MSCI World Index zeigt sich, warum: Der Index weist innerhalb beliebiger 15-Jahres-Zeiträume keine Verluste aus – unabhängig vom Einstiegszeitpunkt.  

Tipp: Terminieren Sie das Ausstiegsende nicht punktgenau. Sollten sich die Märkte gerade in einer Tiefphase befinden, drohen Verluste. Bestimmen Sie ein mehrjähriges Zeitfenster, innerhalb dessen Sie Ihre ETF-Anteile bei guter Börsenlage verkaufen können.

 

Welche Renditen erzielen ETFs?

Die Renditeentwicklung von ETFs hängt in erster Linie von den jeweils zugrundeliegenden Indizes ab. ETFs auf globale Aktien-Indizes, wie sie die Verbraucherzentralen für Einsteiger empfehlen, erzielen dabei langfristig durchaus überzeugende Renditen.  

  • Beispiel MSCI World-Index: Der MSCI World Index erreichte – inklusive Nettodividenden – in den vergangenen 50 Jahren (bis Dezember 2023) eine Durchschnittsrendite von 9,2 Prozent pro Jahr. Die aktuelle Zehnjahresrendite liegt nach Angaben des Indexanbieters mit 9,16 Prozent fast gleichauf. (Stand: 30.04.2024)
  • Beispiel MSCI All Country World-Index: Der breiter aufgestellte All Country World Index, der auch Schwellenländer einschließt, erzielte auf Zehnjahressicht eine Durchschnittsrendite von 8,53 Prozent pro Jahr. (Stand: 30.04.2024)
  • Beispiel Dax-Index: Eine Einmalanlage in den deutschen Leitindex Dax erzielte in den vergangenen 50 Jahren laut Deutschem Aktieninstitut eine Durchschnittsrendite von 8,5 Prozent pro Jahr (Stand: Ende 2023). Die Zehnjahresrendite lag Ende Dezember 2023 bei 7,4 Prozent.

Wie viel Geld bringt ein ETF-Sparplan nach zehn beziehungsweise 20 Jahren?

Anhand der Rendite der zuvor genannten Beispiele für den MSCI World Index ergibt sich folgende Rechnung bei einer Sparrate von 200 Euro pro Monat. Die erzielten Zehnjahresrenditen von 9,16 und 8,53 Prozent wurden vereinfacht auf den Zeitraum von 20 Jahren hochgerechnet. Anlagekosten und Steuern sind nicht berücksichtigt.

Index 10 Jahre 20 Jahre
MSCI World
38.566 Euro
131.214 Euro
MSCI All-Country World
37.303 Euro
121.876 Euro

Anmerkung: Anlage 200 Euro/Monat. Quelle: eigene Berechnungen

Ergebnis: Wenn Sie 24.000 Euro in einen ETF auf den MSCI-World-Index einzahlen, können Sie nach zehn Jahren mit einem Sparergebnis vor Steuern von rund 38.500 Euro rechnen, beim All Country-Index werden etwa 37.300 Euro erreicht. Nach 20 Jahren sind bei 48.000 Euro Einzahlung und gleichbleibender Rendite gut 130.000 beziehungsweise 120.000 Euro zu erwarten.

 

Wie werden ETFs versteuert?

Realisierte Gewinne aus einem ETF-Verkauf sowie die jährlichen Kapitalerträge (Zinsen und Dividenden) einer ETF-Anlage unterliegen der 25-prozentigen Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Als Anleger müssen Sie aber nicht tätig werden. Banken und Investmentgesellschaften führen die Abgeltungsteuer automatisch ans Finanzamt ab.  

Positiv: Bei Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent der Gewinne und Ausschüttungen steuerfrei, da hier bereits eine Besteuerung beim Emittenten erfolgt. Machen Sie durch den Verkauf eines solchen ETF 1.000 Euro Gewinn, werden also nur 700 Euro davon versteuert. Statt 250 Euro Abgeltungsteuer ohne Teilfreistellung fallen also nur 175 Euro an. Hinzu kommen jeweils noch der Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer.

  • Sparerpauschbetrag: Bevor die Abgeltungsteuer greift, gewährt der Gesetzgeber jedem Anleger und jeder Anlegerin einen Freibetrag. Dieser beträgt 1.000 Euro je Sparer und umfasst sowohl realisierte Kursgewinne als auch die jährlichen Ausschüttungen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie Ihrer Bank einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilen.
  • Steuern sparen: Beim ETF-Sparen gilt das sogenannte Fifo-Prinzip. Es bedeutet: Haben Sie Ihre ETF-Anteile zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder in regelmäßigen Portionen gekauft (zum Beispiel per Sparplan), werden beim Verkauf zuerst die jeweils ältesten Anteile entnommen (First in, first out).

Diese Methode hat den Nachteil, dass sie zumeist eine hohe Steuerbelastung verursacht. Denn die ältesten Anteile im Depot besitzen in der Regel die größte Wertsteigerung und damit den höchsten Gewinn. Und genau danach berechnet sich die Abgeltungsteuer.

Tipp: Wenn Sie ein Zweitdepot eröffnen, können Sie ihre ETF-Anteile splitten. Übertragen Sie einfach so viele Anteile, wie Sie nicht verkaufen möchten, auf das neue Depot. Da beim Depotübertrag ebenfalls das Fifo-Prinzip gilt, werden zuerst die ältesten Anteile übertragen. Im Erstdepot verbleiben dann die jüngeren Anteile, die Sie nun wegen der geringeren Gewinnspanne mit geringerer Steuerbelastung verkaufen können.

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Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 5.000,00€, Anlagedauer: 12 Monate, Bonitätsbewertung: mind. hohe Sicherheit, Staat: alle Länder. Die Sortierung erfolgt nach dem Zinssatz. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar. Weitere Details zu Rankingfaktoren.
ANBIETER
ZINSSATZ
BEWERTUNG
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Sicherheit
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2
Klarna Bank

3,56 %

178,00

4,4 / 5

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Konditionen
Sicherheit
Weitere Informationen
3
Avarda

3,50 %

175,00

4,3 / 5

★★★★★
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AAA Schweden

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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand: 23.07.2024
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Über den Autor Max Geißler
nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de. Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien). Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.
Co-Autoren:
  Andreas Jalsovec
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