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Auf einen Blick
  • Um Aktien oder Fonds zu kaufen, brauchen Sie zunächst einmal ein Depot bei einem Broker. Darin werden die Wertpapiere aufbewahrt.

  • Erfolgreicher Vermögensaufbau mit Aktien, Fonds oder ETFs ist kein Hexenwerk. Allerdings sollten Sie die wichtigsten Grundlagen kennen.

  • Unser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie ein Depot eröffnen und was Sie bei einem Einstieg in den Kapitalmarkt auf jeden Fall beachten sollten.

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Aktien seien nur etwas für Reiche. Dieser Mythos hält sich hartnäckig. "Dabei geht Aktienanlage ganz einfach," erklärt Uta-Bettina von Altenbockum vom Deutschen Aktieninstitut. Das DAI veröffentlicht regelmäßig Studien zur Aktionärsquote in Deutschland. Zwar waren im vergangenen Jahr 17,5 Prozent der Menschen ab 14 Jahren hierzulande in Aktien, Aktienfonds oder ETFs investiert – das war der höchste Stand seit fast 20 Jahren. Allerdings fällt die Aktionärsquote in den USA mit etwa 55 Prozent gut dreimal so hoch aus.

Dabei muss die Börse kein Schloss mit sieben Siegeln bleiben. Schon ein Überblick über die Grundlagen erleichtert den Einstieg erheblich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in wenigen Schritten an Ihre ersten Aktien gelangen.

 

Der erste Schritt: die Depoteröffnung

Als Börsenneuling brauchen Sie zunächst ein sogenanntes Depot. Hier werden die Aktien – oder allgemeiner gesagt die Wertpapiere – aufbewahrt. Waren dies früher tatsächlich papierhafte Dokumente, führen Sie heute nur noch ein virtuelles Depot bei ihrer Hausbank oder einem Onlinebroker. 

Sowohl Onlinebroker als auch Hausbank bieten meist umfangreiche Wertpapierdienstleistungen an. Vorteil Filial- und Direktbanken: Dort erhalten Sie neben dem Wertpapierhandel ein vollwertiges Angebot an Bankdienstleistungen – vom Girokonto über die Baufinanzierung bis hin zu Versicherungen und Altersvorsorgeprodukten mit persönlicher Beratung. Allerdings ist der Wertpapierhandel bei den Filialbanken in der Regel etwas teurer als bei Onlinebrokern oder Direktbanken. In den vergangenen Jahren haben auch zahlreiche Neobroker auf den Markt gedrängt, die den Aktienhandel teilweise zum Nulltarif anbieten.

Biallo-Tipp: Ausführliche Informationen, wie Sie ein passendes Depot finden und eröffnen, lesen Sie in unserem Depot-Vergleich.

Zusätzlich zum Depot eröffnen Sie bei Ihrem neuen Broker automatisch auch ein Verrechnungskonto mit. Auf das Verrechnungskonto zahlen Sie ihren Anlagebetrag von Ihrem hinterlegten Referenzkonto ein, das in der Regel Ihr Girokonto bei Ihrer Hausbank ist. Viele VR-Banken und Sparkassen bieten auch die Möglichkeit, das hauseigene Giro- oder Tagesgeldkonto als Verrechnungskonto zu nutzen. Somit sparen Sie sich den Umweg über das zwischengeschaltete Hilfskonto.

Vom Verrechnungskonto aus werden die anfallenden Handelskosten und der Investitionsbetrag abgebucht, mit dem der Broker die Wertpapiere kauft und anschließend ins Depot einbucht. Im umgekehrten Fall fließen die Erlöse aus Ihren Wertpapierverkäufen und mögliche Zins- und Dividendenzahlungen wieder auf Ihr Verrechnungskonto zurück. Von dort können Sie das Geld jederzeit wieder auf Ihr hinterlegtes Girokonto überweisen.

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Aktien und Anleihen

Wer sein Depot eröffnet hat, steht nun vor der Frage, in welches Produkt er investieren sollte. Die Auswahl ist riesig, doch Anleger können sich auf ein paar Grundlagen konzentrieren. Die wichtigsten Anlageklassen sind Aktien (Eigenkapital) und Anleihen (Schuldverschreibungen). Um in diese Anlageklassen zu investieren, haben Sie wiederum mehrere Möglichkeiten: entweder Sie kaufen direkt Einzeltitel oder Sie nehmen den „Umweg“ über Fonds, ETFs oder Derivate (s. u.).

Wenn Sie eine einzelne Aktie kaufen, erwerben Sie einen Anteil an einem Unternehmen. Sie sind rechtlich gesehen Miteigentümer, haben ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung (Stammaktien) und sind am Unternehmensgewinn beteiligt. Der Aktienpreis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Das bedeutet: Ist die Nachfrage nach den Aktien größer als das Angebot der zum Verkauf stehenden Anteile, steigt der Aktienkurs. Das Gleiche gilt natürlich auch für die entgegengesetzte Richtung: Gibt es an der Börse mehr Verkäufer als Abnehmer, sinkt der Preis. Die Rendite wiederum setzt sich aus der Kursentwicklung und den möglichen Dividendenzahlungen zusammen.

Die zwei wichtigsten Formen der Aktie sind die Stammaktie und die Vorzugsaktie. Während Stammaktien ihren Besitzern ein Stimmrecht pro Aktie verleihen, gibt es bei Vorzugsaktien kein Mitspracherecht. Dafür werden Vorzugsaktien – wie der Name andeuten lässt – bei der Dividendenausschüttung bevorzugt und weisen in der Regel auch höhere Dividenden aus. 

Anleihen – auch Bonds genannt – werden zwar auch an der Börse gehandelt. Allerdings wird deren Kurs nicht in einer Währung, sondern in Prozent ausgedrückt, und die Papiere haben eine fest vereinbarte Laufzeit. Anleihen zählen auch nicht zum Eigenkapital, sondern zu den Schuldverschreibungen beziehungsweise zum Fremdkapital. Das bedeutet: Sie leihen einem Unternehmen oder einem Staat Geld und erhalten dafür regelmäßige Zinszahlungen. Anders als bei Aktien sind Sie also nicht Miteigentümerin oder Miteigentümer am Unternehmen, sondern dessen Gläubiger.

Anleihen gelten gemeinhin zwar als risikoärmer als Aktien, sie sind aber ebenfalls einem Kurs- und Emittentenrisiko ausgesetzt. Die Renditeberechnung gestaltet sich zudem etwas komplizierter als bei Aktien, da neben den regelmäßigen Zinszahlungen und der Kursentwicklung auch die Laufzeit die Rendite beeinflusst. Weitere Infos dazu erhalten Sie in unserem Ratgeber „Der Unterschied zwischen Zins und Rendite“.

 

Aktiv gemanagte Fonds

Ein Fonds bietet ein Investment in mehreren Wertpapieren gleichzeitig an. Sie können sich das als einen bunten Aktienkorb vorstellen, den Sie erwerben. In diesem Korb befinden sich ganz unterschiedliche Aktien. Statt jedoch alle Titel einzeln zu kaufen, erhalten Sie mit nur einem Fondsanteil das ganze Paket. Das spart hohe Transaktionskosten für den Kauf und Verkauf.

Viele Fonds haben einen Anlageschwerpunkt. Ein Aktienfonds mit Fokus auf Asien investiert, wie der Name schon sagt, in Aktien asiatischer Unternehmen. Das bietet einen entscheidenden Vorteil: Sie würden vermutlich kaum erfolgreiche Unternehmen in Asien kennen und können die Auswahl so einem erfahrenen Fondsmanager überlassen. Investoren müssen also nicht mühsam jede einzelne Aktie analysieren und kaufen, sondern können über einen einzelnen Fonds gleichzeitig Dutzende oder sogar Hunderte Unternehmen abdecken.

Allerdings gibt es den Service nicht umsonst. Bei Fonds fallen im Gegensatz zu Einzeltiteln laufende Kosten für die Verwaltung der Fonds an. Die sogenannte Total Expense Ratio (TER) – auch Ongoing Charges (OGC) genannt – können bis zu zwei Prozent betragen und werden direkt vom Fondsanbieter einbehalten. Hinzu kommt meist noch ein Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent und zuweilen eine erfolgsabhängige Gebühr (Performance Fee).

 

Ein Muss für Privatanleger: ETFs

Eine besondere Form von Fonds sind sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). Diese bilden einen Aktienindex nach, beispielsweise den Dax oder den Weltaktienindex MSCI World. Im Gegensatz zu anderen Fonds sucht hier kein Fondsmanager eigenständig die Aktien aus. ETFs sind fest an einen Index geknüpft und versuchen diesen möglichst genau nachzubilden.

Wegen ihrer Transparenz, niedrigen Kosten und hohen Risikostreuung (Diversifikation) sind ETFs für Einsteigerinnen und Einsteiger besonders geeignet. „Für Anleger ist die regelmäßige Anlage in ETFs deshalb eine hervorragende Möglichkeit, kostengünstig und breit gestreut in den Aktienmarkt zu investieren“, sagt Ute-Bettina von Altenbockum vom Deutschen Aktieninstitut (DAI).

Die laufenden Kosten von ETFs liegen im Schnitt nur bei circa 0,25 Prozent pro Jahr. Es gibt weder Ausgabeaufschläge noch erfolgsabhängige Gebühren. Weiterer Vorteil: Sie können ETFs an der Börse kaufen und verkaufen. Das ist bei vielen aktiven Fonds zwar mittlerweile auch möglich, allerdings ist der ETF-Handel deutlich liquider. Allerdings können ETFs immer nur so gut laufen, wie der Gesamtmarkt beziehungsweise der hinterlegte Index, während aktiv gemanagte Fonds die Chance auf eine Überrendite (Outperformance) bieten.

Diversifikation ist das A und O

Eine Verteilung auf mehrere Einzelwerte reduziert zugleich das Risiko. Anleger setzen nicht alles auf eine Karte. Etwas professioneller ausgedrückt sprechen Experten von Diversifikation. Das bedeutet einfach gesagt, das Risiko auf möglichst viele Produkte zu streuen.

Im Optimalfall ergänzen sich die Wertpapiere sogar, sodass wenn ein Wert im Depot fällt, der andere steigt. Das lässt sich über die sogenannte Korrelation von Wertpapieren messen. Ein beliebter Portfoliomix ist beispielsweise die "Beimischung" von Gold. Gold gilt als sicherer Hafen, ähnlich wie einige Währungen (zum Beispiel Schweizer Franken).

Wenn nun die Aktienmärkte nachgaben, steigt der Goldpreis oftmals an. Wenn Sie also zuvor ein paar Feinunzen Gold gekauft haben und der Aktienmarkt nun einbricht, kann die Wertsteigerung des Edelmetalls dies auffangen.

Lesen Sie auch: Coronakrise sorgt für Lieferengpässe bei Goldmünzen und Goldbarren

 

Für Zocker: Derivate

Eine weitere Anlageklasse sind die sogenannten Derivate. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "abgeleitet". Derivate sind Finanzprodukte, deren Preisentwicklung von einem bestimmten Basiswert abgeleitet ist. Der Basiswert kann zum Beispiel eine Aktie, eine Anleihe oder ein Rohstoff sein. Zu den bekanntesten Derivaten zählen Optionsscheine, Futures, CFDs und Zertifikate.

Derivate sind insbesondere für ihre Hebelfunktion bekannt. Rohstoffspekulanten nutzen sie zum Beispiel, um auf einen steigenden oder fallenden Ölpreis zu wetten. Für Unternehmen dienen Derivate oftmals zur Absicherung von Rohstoffpreisen oder Währungen. Auch Hedgefonds nutzen Optionen und Futures, um Aktienpositionen abzusichern. Für Einsteigerinnen und Einsteiger sind Derivate dagegen nicht geeignet, da das Risiko eines Totalverlusts deutlich höher liegt als bei einem Investment in Aktien oder Anleihen. 

 

Die erste Kauforder

Um Aktien oder andere Wertpapiere zu kaufen, müssen Sie eine sogenannte Order – also einen Kaufauftrag – bei Ihrem Broker einstellen. Dazu könnten Sie jetzt einfach den Namen Ihres Wertpapiers in die Suchmaske eingeben. Das Problem dabei: Bei Aktien gibt es oft auch zahlreiche Derivate, die ähnlich klingen. So kann es schnell zu Verwechslungen kommen.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie deshalb die Wertpapierkennnummer (WKN) oder entsprechende ISIN (International Securities Identification Number) eingeben, die jedem Wertpapier zugeordnet ist. Bei der Daimler-Aktie zum Beispiel lautet die ISIN DE0007100000. Die jeweilige ISIN oder WKN einer Aktie finden Sie am schnellsten über die Google-Suche.

In der sogenannten Ordermaske könnten Sie nun die Anzahl der Aktien eingeben, den Börsenplatz wählen und auf "Kaufen" klicken – doch dann würden Sie ein paar wichtige Entscheidungen dem Zufall überlassen. Zu welchem Preis kaufen Sie die Aktie eigentlich? Das ist nämlich nicht immer der angezeigte Preis. Dieser ist nur der Preis, zu dem zuletzt ein Handel stattgefunden hat. Ihr Kaufpreis kann niedriger, aber auch höher liegen.

Wichtige Orderzusätze 

Mit den sogenannten Orderzusätzen – auch Handelsoptionen genannt – können Sie Ihre Trades konkretisieren und die Ausführung an bestimmte Bedingungen knüpfen. Dabei stoßen Sie auf Begriffe wie „billigst“ (bei Kauforders) oder „bestens“ (bei Verkaufsorders), die gerade bei Börsenneulingen für Verwirrung sorgen. Wenn Sie nämlich eine Kauforder mit dem Zusatz „billigst“ einstellen, bedeutet das nicht, dass Sie die Aktie zum günstigsten Tagespreis erhalten, sondern dass die Order unverzüglich zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt wird. Man spricht auch von der sogenannten Market-Order. Das Gleiche gilt für die Verkaufsorder, die „bestens“ ausgeführt wird. Auch hier wird der Trade zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt, der nicht unbedingt der beste für Sie sein muss.

Wenn Sie sichergehen wollen, dass Sie mindestens den aktuellen oder einen besseren Kurs erzielen wollen, können Sie eine limitierte Order setzen. Dies zeigt dem Broker den maximalen Preis, zu dem man bereit, ist die Aktie zu kaufen; oder den Mindestpreis, zu dem man verkauft. Ist ein Handel zu diesem Preis nicht möglich, wird die Order nicht ausgeführt.

 

Fundamentalanalyse und Charttechnik

Die Aktienanalyse kann für fortgeschrittene Anlegerinnen und Anleger ein hilfreiches Werkzeug sein, um chancenreiche Titel aufzuspüren. Ziel der Analyse ist es, einen günstigen Einstiegszeitpunkt zu finden oder den richtigen Zeitpunkt für den Verkauf. Man spricht auch vom sogenannten Market Timing.

In der Fundamentalanalyse wird das Unternehmen insbesondere anhand von Kennzahlen, Finanzkraft und Wachstumschancen bewertet. Die technische Analyse wertet hingegen den historischen Chart einer Aktie aus, versucht entsprechende Chartmuster zu erkennen und daraus Prognosen für die Zukunft abzuleiten.

Sowohl die Fundamentalanalyse als auch die technische Analyse sind in der Wissenschaft und Praxis umstritten. Die sogenannte Markteffizienzhypothese besagt, dass alle Informationen bereits im Kurs enthalten sind und eine Chart- oder Fundamentalanalyse keine weiteren Informationen liefern könne. Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Eugen Fama stellte die Hypothese in den 1970er Jahren auf und erhielt dafür später den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften.

 

Finanzmärkte sind sehr schnellebig

Wer in einzelne Aktien investiert, sollte den Überblick nicht verlieren. Kurzfristige Gewinnwarnungen oder Dividendenkürzungen können einen starken Einfluss auf die Kurse und damit den individuellen Gewinn haben. In sogenannten Ad-hoc-Meldungen müssen Unternehmen umgehend über die wichtigsten Veränderungen benachrichtigen.

Informationen, die kursbeeinflussende Wirkung haben könnten, müssen von Aktiengesellschaften in regulierten Börsensegmenten umgehend veröffentlicht werden. Details zu diesen Veröffentlichungen regelt das Wertpapierhandelsgesetz (WphG). Die Verpflichtung zur Veröffentlichung soll für eine einheitliche Informationsversorgung der Marktteilnehmer sorgen, sodass Informationsungleichheiten vermieden werden.

 

Die Analyse von Aktien

Wer sich etwas ausführlicher mit den Chancen und dem Potenzial seiner Aktien auseinandersetzen will, wirft einen Blick auf die Aktienanalyse. Diese beschreibt die Untersuchung des Unternehmenswertes. Die Aktienanalyse gliedert sich in die Fundamentalanalyse und die technische Analyse. In der Fundamentalanalyse wird das Unternehmen insbesondere anhand von Kennzahlen, Finanzkraft und Wachstumschancen bewertet. Die technische Analyse wertet hingegen den historischen Chart einer Aktie aus und versucht entsprechende Muster in dem Chart zu erkennen und Prognosen für die Zukunft abzuleiten.

Ziel der Analyse ist es, einen günstigen Einstiegszeitpunkt zu finden oder den richtigen Zeitpunkt für den Verkauf. Wenn Analysten bei der Bewertung von einem Trend sprechen, setzt sich die Entwicklung der vergangenen Handelstage (oder Wochen bzw. Monate) noch weiter fort. Die Trendindikatoren sind dabei auch eine wichtige Grundlage für die technische Analyse. Charttechniker nutzen die Informationen von Trendlinien, um eine Umkehr des Trends frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

 Lesen Sie auch: Charttechnik für Einsteiger – was die Elliott Wellen bedeuten

Die Aussagekraft dieser Bewertungsverfahren ist allerdings in Wissenschaft und Praxis umstritten. Viele Marktteilnehmer setzen nach wie vor auf die Aktienanalyse, während insbesondere Wissenschaftler skeptisch sind. Die Markteffizienzhypothese besagt, dass alle Informationen bereits im Kurs enthalten sind und eine Chartanalyse oder Fundamentalanalyse keine weiteren Informationen liefern könnte. Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Eugen Fama stellte die Hypothese in den 1970er Jahren auf und erhielt dafür später den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften.

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Festgeld
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
  168,00 €
0,84 %
2.
  70,00 €
0,35 %
3.
  70,00 €
0,35 %
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre
 

Mit regelmäßigen Sparraten zum Vermögensaufbau

Viel wichtiger, als den richtigen Zeitpunkt für ein Investment über die Aktienanalyse zu erwischen, sollte es für Anlegerinnen und Anleger sein, überhaupt zu investieren. Die Mehrheit der Deutschen lässt das Vermögen lieber konservativ auf dem unverzinsten Bankkonto stehen und sieht zu, wie es weniger wird, anstatt es in vergleichsweise riskantere Wertpapiere anzulegen und sich so zumindest eine Chance auf eine Realrendite zu ermöglichen.

Gerade für Börsenneulinge ist ein ETF-Sparplan eine zeitgemäße und risikoarme Investition. Ein Sparplan ist wie ein Sparschwein für Börsianer. Viele Anleger starten mit einer monatlichen Einzahlung eines Betrages zwischen 25 und 100 Euro. Die monatliche Ansparung automatisiert sozusagen den Vermögensaufbau. Sie müssen nur die Entscheidung für einen Sparplan treffen und bauen ihr Depot jeden Monat ein Stück weiter aus.

Die Automatisierung ist wichtig, da viele Anleger sich nicht mit der Aktiensuche und dem Depotmanagement beschäftigen wollen und daher oftmals auf eine Anlage verzichten. Das ist jedoch gleichbedeutend mit einer verpassten Rendite.

Ein weiterer wichtiger Vorteil von Sparplänen ist der Durchschnittskosteneffekt, auch Cost-Average-Effekt genannt. Langfristig können Sie sich einen attraktiven Durchschnittskurs sichern. Und Sie müssen sich keine Gedanken mehr über den richtigen Einstiegszeitpunkt machen.

 

Tradingkosten nagen an Rendite

Ein letzter wichtiger Punkt für die Rendite sind die Kosten und Steuern. Eine besondere Kennzahl ist die Gesamtrendite des Portfolios. Sie beschreibt den Erfolg des Depots, also aller Investments zusammen. Die Rendite wird jedoch oftmals nicht nur von dem Erfolg am Aktienmarkt beeinflusst, sondern enthält gerade bei Privatanlegern eine besonders wichtige Komponente: die Tradingkosten. Der Kauf und Verkauf von Wertpapieren ist immer mit Kosten und Gebühren verbunden. Die reduzieren natürlich die Rendite des Investments.

Beispiel: Diese Auswirkungen haben Gebühren

Wenn Sie für 1.000 Euro Aktien der Firma BMW kaufen, zahlen Sie Ihrem Broker in der Regel einen Betrag zwischen fünf Euro und 50 Euro. In dem Extrembeispiel von 50 Euro muss die Aktie zunächst einmal fünf Prozent zulegen, bevor Sie den Verlust aus dem Kauf wieder ausgeglichen haben. Für den Verkauf kämen weitere fünf Prozent Gebühr dazu.

Die Aktie müsste also insgesamt erst einmal mehr als zehn Prozent zulegen, damit Sie einen wirklichen Gewinn erzielen – Dividenden-Ausschüttungen nicht eingerechnet. Angenommen die Handelsgebühr beträgt nur fünf Euro pro Trade, dann müsste die Aktie statt zehn Prozent nur noch um ein Prozent zulegen, bevor Sie bereits in die Gewinnzone rutschen. Das Beispiel zeigt, wieso Sie die Gebühren von Banken und Brokern genau vergleichen sollten.

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Tagesgeld
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
3,75 €
0,15 %
2.
2,50 €
0,10 %
3.
1,25 €
0,05 %
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate
 

Mit Freistellungsauftrag Abgeltungsteuer sparen

Wenn auch nach Gebühren noch ein Gewinn übrig bleibt, gehört dieser immer noch nicht ganz alleine Ihnen. Denn auch der Staat will seinen Anteil erhalten. Die Berechnung der Steuer auf Kapitalerträge ist seit der Einführung der Abgeltungssteuer 2009 erheblich einfacher geworden. Die Bank führt die Steuer direkt ab. Sie müssen sich in der Regel nicht mehr mit den Steuern beschäftigen. Kapitalerträge, sofern sie den sogenannten Sparerpauschbetrag übersteigen, unterliegen einem pauschalierten einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Wenn Sie bei Ihrem Broker einen Freistellungsauftrag einrichten, können Sie den Sparerpauschbetrag optimal nutzen.

Der Sparerpauschbetrag ist ein Freibetrag für alle Anleger. Realisierte Gewinne (beispielsweise Kursgewinne oder Dividendeneinnahmen) bleiben bis zur Höhe von 801 Euro im Jahr steuerfrei. Erst über diesen Betrag hinaus fällt die Abgeltungssteuer von 25 Prozent an. Bei zusammen veranlagten Ehepartnern liegt der jährliche steuerfreie Betrag bei 1.602 Euro. Zuvor unterlagen Kapitalerträge dem individuellen persönlichen Einkommensteuersatz, nun ist der Steuersatz für alle Anleger einheitlich auf 25 Prozent fixiert. Das erleichtert die Berechnung, sodass die Bank die Steuern automatisch ans Finanzamt abführen kann. Eine Ermittlung der Steuer auf die Kapitalerträge am Jahresende entfällt damit für Sie.

Seit 2019 können auch Privatanlegerinnen und Privatanlger die Auswirkungen der Investmentsteuerreform spüren. Ziel der neuen Regulierung ist es, die Besteuerung von ausländischen und heimischen Fonds sowie zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds zu harmonisieren. In der Folge müssen Sie teilweise eine Vorabpauschale zahlen. Die Berechnung und Abführung übernimmt jedoch die Bank. Sie merken die Änderungen daher kaum, zumal die Höhe der Vorabpauschale oftmals sehr gering ausfällt.

 

Fazit: Eine Aktienanlage muss nicht kompliziert sein

Die Aktienanlage ist kein Buch mit sieben Siegeln. Den meisten Erfolg mit einer Wertpapieranlage haben Sie vermutlich, wenn Sie sich nicht zu viel den Kopf zerbrechen, und diszipliniert und ausdauernd in einen monatlichen Sparplan einzahlen. "Langfristig geht kein Weg an Aktien vorbei", ist Barghoorn überzeugt. Und das ist nicht nur die Hausmeinung von Fidelity, sondern auch die Überzeugung vieler Wissenschaftler. 

Biallo-Tipp

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Über den Autor Tim Stockschläger

Tim Stockschläger ist im Münsterland aufgewachsen und hat in Augsburg, Leipzig und Binghamton (New York State) Wirtschaftswissenschaften und Finanzen studiert. Schon im Studium haben ihn die internationalen Aktienmärkte und Produkte gereizt. Er ist seit 2007 Consultant und freiberuflicher Journalist für diverse Medien und Magazinen, insbesondere zu Finanz- und Blockchain Themen. Er arbeitete bis Ende 2017 als Analyst bei der Deutschen Bank. Seit 2018 berät und unterstützt er insbesondere Startups beim Marketing und bei der Finanzierung mit Security Token Offerings und Crowdfunding. Tim Stockschläger hat 2018/19 einen der ersten Security Token Sales in Europa begleitet und die Erfahrung davon inzwischen in einem Buch veröffentlicht. 

  Tim Stockschläger
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