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Auf einen Blick
  • Welche Anlagestrategien verwenden die berühmtesten Hedgefonds-Manager der Welt?

  • Zudem beantworten wir die Frage, welche Kosten ein Hedgefonds-Investment verursacht und welche Risiken es gibt.

  • Schließlich erfahren Sie, welche Chancen Hedgefonds in Bezug auf die Rendite haben.
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Hedgefonds gelten als Königsdisziplin der Kapitalanlage. Weil sie mit fast allen Mittel moderner Finanzmärkte arbeiten, eilt ihren Managerinnen und Managern ein geradezu mystischer Ruf voraus. Legendäre Wetten, extreme Fondsgewinne und Mega-Gehälter haben sie global bekannt und berüchtigt gemacht. Wir stellen die Finanzjongleure, ihre Strategien sowie Risiken und Renditechancen von Hedgefonds vor.

 

Das sind die 5 berühmtesten Hedgefonds-Manager der Welt

1. James Simons

Der US-Mathematiker startete 1978 die Investmentgesellschaft Renaissance Technologies und gilt als Vorreiter beim Einsatz mathematischer Modelle. Seine Reputation basiert auf dem Hedgefonds „Medallion“, der seit 1988 spektakuläre Renditen erzielen konnte.

2. Ray Dalio

Der Amerikaner gründete 1975 das Hedgefonds-Unternehmen Bridgewater Associates. Der „Pure Alpha“ von Bridgewater ist derzeit der global größte Hedgefonds. Seit Auflage soll er fast 38 Milliarden Euro Gewinn erzielt haben und wäre damit der weltweit erfolgreichste Hedgefonds.

3. George Soros

Der mittlerweile 91 Jahre alte ungarisch-amerikanische Milliardär war einer der Erfinder der Hochrisiko-Anlagestrategien. Weltweit berühmt machte ihn 1992 eine Spekulation gegen das überbewertete britische Pfund, durch die sein „Quantum Fonds“ in kurzer Zeit rund 850 Millionen Euro verdiente. Mehr Informationen zu George Soros.

4. Carl Icahn

Der Investor wird auch als „Corporate Raider“, als Plünderer von Unternehmen bezeichnet. Die Übernahme und Zerschlagung der US-Airline TWA 1985 machte ihn so berühmt, dass ihn Oliver Stone als Vorbild für den Spekulanten Gordon Gekko im Hollywood-Film „Wall Street“ wählte.

5. Paul Singer

Der US-Manager zählt zu den aggressivsten Investoren der Branche. Sein 1977 gestarteter Fonds Elliott kauft Anleihen sowie Aktien und mischt sich „aktivistisch“ ein. Etwa im Fall Argentinien: Als das Land 2001 pleiteging, erwarb Elliott Staatsanleihen. Während andere Gläubiger später Schulden erließen, verklagte Singer Argentinien und gewann 2016 mit über 1.000-prozentiger Rendite.

 

Strategien der Hedgefonds-Manager

Als Basis der Hedgefonds-Strategien gilt der „Absolute Return-Ansatz“. Der Anlageerfolg wird dabei nicht per Benchmark wie bei klassischen Fonds bewertet, sondern über absolute Renditen. Heißt: Während ein Vergleichsindex den durchschnittlichen Markt spiegelt, folgen Hedgefonds quantitativen Zielen. Um die Vorgaben zu schaffen, setzen sie auf alternative Anlagestrategien: die vier bekanntesten sind 

  • 1. Long/Short 
  • 2. Relative Value 
  • 3. Event Driven und 
  • 4. Global Macro.

    1) Die Long Short Equity-Strategie

    Der Klassiker: Bei dem weit verbreiteten Ansatz werden unterbewertete Aktien gekauft, während überbewertete Werte abgegeben werden. Markttrends spielen kaum eine Rolle. Wichtig ist, wie sich das Verhältnis der Wetten auf steigende und fallende Kurse darstellt.

    2) Die Relative Value-Strategie

    Hier werden Profite mit Preis- oder Zinsunterschieden gemacht. Bei den „Arbitrage“-Geschäften werden Assets an Börsenplätzen erworben und an einem anderen direkt wieder veräußert. Dafür sind heute viel Rechnerpower und ausgeklügelte Programme nötig. Der Fonds kann etwa von Kursdifferenzen festverzinslicher Wertpapiere (Fixed Income) profitieren oder Preisanomalien zwischen Aktien eines Unternehmens und den dazugehörigen Wandelanleihen (Convertible/Bond) nutzen.

    3) Die Event Driven-Strategie

    Unternehmen erleben Insolvenzen, Übernahmen, Fusionen oder Spinn-offs. Werden diese (außergewöhnlichen) Ereignisse korrekt und zum richtigen Zeitpunkt vorhergesagt, lässt sich Geld verdienen. So setzen Hedgefonds bei Restrukturierungen darauf, dass die Programme Erfolg haben und die Firmenpapiere zulegen. Bei Zusammenschlüssen oder Übernahmen kann darauf spekuliert werden, dass die Kaufpreise falsch angesetzt wurden.

    Die Global Macro-Strategie

    Hedgefonds mit dieser Ausrichtung untersuchen die Wirtschaftsdaten von Ländern oder Branchen und treffen Entscheidungen aufgrund der Fundamentalanalyse. Mit dem Ansatz „make money on trends“ wird dann in Assetklassen, Sektoren oder Regionen investiert. In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung qualitativer Bewertungen aber abgenommen, da zunehmend computerbasierte (quantitative) Analysen eingesetzt werden.

     

    Kosten für die Anlage in Hedgefonds

    Zwei Kostenarten werden berechnet: Erstens fallen Verwaltungs- beziehungsweise Managementgebühren an. Sie werden abhängig vom Substanzwert des Hedgefonds kalkuliert und können zwischen ein und vier Prozent pro Jahr liegen. Zweitens erhält das Management eine leistungsabhängige Vergütung. „Performance Fees“ können zwischen 10 und 50 Prozent der Fondsgewinne betragen. Am gängigsten ist ein Kostenverhältnis von „2 und 20“.

     

    Wodurch entsteht das hohe Risiko?

    Bei jedem Investment stellen sich die Fragen: Welche Risiken gibt es und wie hoch sind sie? Da Hedgefonds spekulativ agieren, besitzen sie auch ein ausgeprägtes Risikoprofil. Als spezielle Gefahr gelten Kredite, die das Eigenkapital erhöhen und so das Anlagevolumen hebeln. Laufen die Kurse nicht in der gewünschten Weise, wirken die Hebeleffekte negativ.

    Ein weiteres Risiko stellen die Derivate-Wetten auf steigende oder fallende Kurse dar. Zudem bestehen oft Liquiditätsrisiken, da Hedgefonds in schlecht handelbare Finanztitel wie geschlossene Fonds anlegen. Weil Hedgefonds etliche Finanzprodukte nutzen, Fremdkapital aufnehmen sowie mit Derivaten spekulieren dürfen, gehören sie zu den Hochrisiko-Investments, bei denen ein Totalverlust möglich ist.

     

    Welche Rendite-Chancen bieten Hedgefonds?

    Es scheint eine Zweiklassen-Gesellschaft zu sein: Während die meisten der weltweit laut Statista knapp 16.000 aktiven Hedgefonds kaum brillieren, überraschen die größten der Branche immer wieder mit erstaunlichen Gewinnen. Dem Global Hedgefonds Index der Schweizer Bank Credit Suisse zufolge lag die Rendite von Hedgefonds zwischen 1994 und 2017 bei 7,7 Prozent pro Jahr; ein global diversifiziertes Marktportfolio hätte demnach im selben Zeitraum 9,2 Prozent gebracht.

    Zum Vergleich: Schätzungen zufolge erzielte Bridgewater als größter Hedgefonds 2018 eine Rendite von fast 15 Prozent nach Gebühren. Und zwei Jahre später erwirtschafteten die 20 weltweit besten Hedgefonds für ihre Kundinnen und Kunden 54 Milliarden Euro. Daten des Dach-Hedgefonds LCH Investments zufolge ist das ein Zehn-Jahres-Rekord und die Hälfte dessen, was die gesamte Anlageklasse einfuhr.

     

    Wie werden Hedgefonds reguliert?

    Hedgefonds unterliegen kaum Richtlinien: Um bei ihren Anlagen ungebunden zu sein, bewegen sie sich quasi unter dem Radar der Aufsichtsbehörden. Eine der wenigen Regeln ist das Verbot des Insiderhandels. Das soll Anlegende vor Kursmanipulationen schützen. Bei uns dürfen Hedgefonds laut Kapitalanlegegesetzbuch (KAGB) nicht von Privatpersonen, sondern nur von Profi-Investoren erworben werden. In Dach-Hedgefonds dürfen alle Anlegerinnen und Anleger investieren, da Leerverkäufe verboten sind und Fremdkapital nur in Höhe von 10 Prozent des Fondswertes erlaubt ist. Beaufsichtigt werden deutsche Hedgefonds und Dach-Hedgefonds von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

    In einem weiteren interessanten Artikel schauen wir auf die fünf größten Hedgefonds und welche Skandale besonders heftig waren.

    Über den Autor Matthias Kutzscher

    Matthias Kutzscher ist Experte für Energie-, Internet- und Verbraucherthemen. Der Wirtschaftswissenschaftler volontierte bei der Deutschen Presse-Agentur und schrieb als Redakteur für Rheinische Post, VDI Nachrichten, den Rheinischen Merkur sowie das Magazin DM/Euro aus dem Handelsblattverlag. Als Chefredakteur verantwortete er die Nachrichtendienste Energie & Markt sowie Energie & Handel des ET Verlags. Kutzscher ist Dozent für Journalismus und Online-Journalismus an der Axel Springer Akademie, an der Europäischen Medien- und Business-Akademie, für die School for Communication and Management sowie für Media Workshop Hamburg. Große Stärke von Matthias Kutzscher ist es, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten. Dabei kombiniert er gekonnt die Vermittlung von Fakten mit lebendigem Storytelling.

      Matthias Kutzscher