Auf einen Blick
  • Hedgefonds sind Investmentfonds. Im Gegensatz zu herkömmlichen Fonds können sie jedoch in sämtliche Anlageklassen und Finanzprodukte investieren.

  • Um hohe Renditen zu erzielen, setzen Hedgefonds unter anderem auf Leerverkäufe. Und sie dürfen unbeschränkt Wertpapiere auf Kredit kaufen. Das birgt hohe Risiken.

  • Privatanleger dürfen in Deutschland nicht in einzelne Hedgefonds investieren. Sie können ihr Geld jedoch in sogenannten Dach-Hedgefonds anlegen.
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Sie können riesige Renditen abwerfen, ihre Manager haben zum Teil Legendenstatus. Gleichzeitig folgen sie kaum Regeln, gelten als undurchsichtig und hochriskant. Spätestens seit der Finanzkrise 2007/2008 sind Hedgefonds berüchtigt dafür, dass sie Börse und Anleger in Aufregung versetzen können – im guten wie im schlechten Sinne.
Doch was sind Hedgefonds überhaupt? Wir erklären Ihnen, wie die umstrittenen Finanzprodukte funktionieren, mit welchen Strategien ihre Manager arbeiten und ob sie für Privatanleger geeignet sind.

 

Was sind Hedgefonds?

Hedgefonds sind Investmentfonds. Das heißt: Ähnlich wie bei herkömmlichen Fonds versucht das Management, Gewinne zu erwirtschaften, indem es das Geld der Anleger in bestimmte Anlageprodukte investiert. Im Gegensatz zu Aktien- oder Anleihenfonds jedoch, sind bei einem Hedgefonds die Anlageklassen nicht beschränkt. Ein Hedgefonds-Manager kann Aktien und Anleihen ebenso handeln wie Währungen, Rohstoffe oder Immobilien.

Außerdem können Hedgefonds im Gegensatz zu klassischen Fonds mit allen Finanzinstrumenten arbeiten, die moderne Kapitalmärkte bieten. Sie dürfen unbegrenzt Kredite aufnehmen und mit dem geliehenen Geld spekulieren. Das alles macht diese Anlageform sehr flexibel, gleichzeitig aber auch undurchsichtig und riskant.

Hedgefonds werden nicht an der Börse gehandelt. Sie sind deshalb auch nur einem bestimmten Personenkreis vorbehalten. Das sind entweder sehr reiche Anleger oder sogenannte institutionelle Investoren, also etwa Versicherungen, Pensionsfonds oder Stiftungen.

Wer in einen Hedgefonds investieren will, muss in der Regel mindestens 500.000 Euro mitbringen. Das alleine schränkt die Möglichkeiten von Privatanlegern ein, in Hedgefonds zu investieren. In Deutschland dürfen Hedgefonds-Anteile ohnehin nur von „professionellen oder semi-professionellen Anlegern erworben werden“, heißt es beim Bundesfinanzministerium.

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Wie funktionieren Hedgefonds?

Das Grundprinzip eines Hedgefonds ist dasselbe wie bei einem herkömmlichen Fonds: Das Fondsmanagement sammelt Geld von Anlegern ein und investiert es in unterschiedliche Anlagen. Das Anlagespektrum eines Hedgefonds ist aber viel größer als bei einem klassischen Fonds. Es umfasst sämtliche Anlageklassen und Anlageinstrumente.

Hedgefonds investieren daher nicht nur direkt in Aktien, Anleihen oder Rohstoffe. Sie legen auch in Derivaten an, etwa in Zertifikaten oder Optionsscheinen. Damit spekulieren sie sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse. Häufig nutzen sie dafür Hebelprodukte, die den Kursanstieg oder -rückgang eines bestimmten Ausgangs- oder Basiswertes vervielfachen können. Das birgt hohe Gewinnchancen. Ebenso groß ist aber auch das Verlustrisiko.

Die Anlagestrategien der Hedgefonds sind sehr unterschiedlich. Eine der bekanntesten ist die Long-Short-Strategie. Der Hedgefonds-Manager setzt dabei auf steigende (long) oder fallende (short) Kurse. Häufig läuft beides auch parallel: So kaufen Hedgefonds einerseits etwa Aktien, Währungen oder Gold und hoffen darauf, dass deren Kurse steigen. Gleichzeitig setzen sie aber auch auf fallende Kurse bei diesen Werten – und sichern sich so gegen mögliche Verluste ab. Von dieser Absicherung rührt der Name Hedgefonds her: „hedge“ ist das englische Wort für absichern.

 

Was ist der Leverage-Effekt bei Hedgefonds?

Hedgefonds können ihre Positionen auch durch den Einsatz von Fremdkapital hebeln. Im Börsenjargon spricht man vom sogenannten Leverage-Effekt. Ein Beispiel für die Hebelwirkung: Der Hedgefonds investiert 200.000 Euro in eine Aktie. Davon stammen 100.000 Euro aus eigenen Mitteln und 100.000 Euro aus Fremdkapital mit einer Verzinsung von fünf Prozent.

Steigt die Aktie jetzt um zehn Prozent, hat der Hedgefonds aus insgesamt 200.000 Euro einen Kursgewinn von 20.000 Euro erzielt. Abzüglich der 5.000 Euro Zinsen beträgt die Rendite 15.000 Euro. Das sind 5.000 Euro mehr, als wenn er nur die eigenen 100.000 Euro investiert hätte. Die Rendite liegt somit bei 15 statt zehn Prozent.

Der Hebel wirkt aber auch in umgekehrter Richtung: Fällt die Aktie etwa um zehn Prozent, sind die anfangs investierten 200.000 Euro nur noch 180.000 Euro wert. Dazu muss der Hedgefonds noch die Zinsen zahlen. Nach Rückführung der Kreditsumme und Zinsen bleiben nur noch 75.000 Euro übrig. Somit beläuft sich der Verlust nicht auf zehn, sondern auf 25 Prozent!

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Was hat es mit den Leerverkäufen der Hedgefonds auf sich?

Mit einem Leerverkauf spekulieren Hedgefonds auf einen fallenden Kurs eines bestimmten Zielwertes – etwa auf den Kursverfall einer Aktie. Der Hedgefonds handelt dabei mit Wertpapieren, die ihm nicht gehören. Stattdessen leiht er sich die Aktien gegen eine Gebühr und verkauft sie direkt im Anschluss. Nach einer bestimmten Zeit werden die Papiere wieder eingekauft und dann dem Verleiher zurückgegeben. Sinkt bis zu diesem Rückgabezeitpunkt der Kurs, bekommt der Hedgefonds das Wertpapier günstiger, als er es verkauft hat. Die Differenz abzüglich Verleihgebühr ist sein Gewinn.

Der Schuss kann allerdings auch nach hinten losgehen: Steigt der Kurs der leerverkauften Aktie anstatt zu sinken, muss der Hedgefonds die Papiere zu einem teureren Kurs zurückkaufen, als er sie geliehen hat. Somit läuft die Position ins Minus.

 

Wie sicher sind Hedgefonds?

Im Gegensatz zu herkömmlichen Fonds gelten für die Geldanlage mit Hedgefonds kaum Einschränkungen. Hedgefonds sind größtenteils unreguliert. Sie können Hebelprodukte ebenso einsetzen wie Leerverkäufe oder die unbeschränkte Kreditfinanzierung von Wertpapiergeschäften. Diese Anlagetechniken bergen hohe Risiken, die auch einen Totalverlust des Anlagevermögens zur Folge haben können. Hedgefonds gehören damit zu den riskantesten Geldanlagen überhaupt. Nicht umsonst ist in Deutschland der Zugang zu dieser Anlagemöglichkeit weitestgehend auf professionelle Anleger beschränkt.

Hinzu kommt: Hedgefonds müssen ihre Bilanzen nicht offenlegen. Sie sind undurchsichtig, arbeiten gleichzeitig jedoch mit riesigen Anlagesummen. So lag das gesamte, weltweit in Hedgefonds verwaltete Vermögen laut Brancheninformationsdienst BarclayHedge zum Halbjahr 2022 bei knapp 4,9 Billionen US-Dollar (gut fünf Billionen Euro). Auch wegen dieser großen Anlagebeträge werden Hedgefonds oft kritisch gesehen. Denn sie können mit ihren Spekulationsgeschäften das Geschehen an den Finanzmärkten beeinflussen. Das zeigen die folgenden Beispiele.

 

Welches sind die bekanntesten Hedgefonds-Manager?

Einer der bekanntesten Hedgefonds-Manager ist der US-Investor George Soros. Er wurde berühmt, als er mit seinem Quantum Funds im Jahr 1992 gegen das britische Pfund spekulierte. Innerhalb einer Woche macht der Fonds damit einen Gewinn von einer Milliarde US-Dollar. Die Spekulation sorgte dafür, dass die Währung aus dem Europäischen Währungssystem ausscheiden musste.

Der US-amerikanische Hedgefonds-Manager John Paulson spekulierte im Jahr 2007 darauf, dass die Blase am Immobilienmarkt platzen würde. Seine Unternehmensgruppe verdiente damit mehr als 15 Milliarden US-Dollar, er selbst 3,7 Milliarden US-Dollar. Paulson stieg so über Nacht zum Starinvestor auf.

Mit seinem Hedgefonds auf andere Weise zu Berühmtheit gelangte der US-amerikanische Börsenmakler Bernard Madoff. Er ging als einer der größten Finanzbetrüger in die Geschichte ein. Madoff hatte mit seinem Hedgefonds Kundengelder in Höhe von rund 65 Milliarden US-Dollar veruntreut. Er ging dabei nach einem Schneeballsystem vor, bei dem er die Gewinne der Kunden aus immer neuen Einlagen finanzierte. Der Betrug kam 2008 ans Licht. Den Handel mit Aktien hatte Madoff bereits 1996 eingestellt.

 

Können Privatanleger in Deutschland in Hedgefonds investieren?

An einzelnen Hedgefonds, sogenannten „Single-Hedgefonds“, können sich Privatpersonen in Deutschland nicht beteiligen. Die einzige Möglichkeit für sie, Geld in Hedgefonds anzulegen, sind Dach-Hedgefonds. Diese sind so etwas wie die gezähmte Variante der Single-Hedgefonds und funktionieren wie herkömmliche Dachfonds: Man investiert dabei über den Dachfonds in eine Reihe einzelner Hedgefonds.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat solchen Dach-Hedgefonds allerdings strenge Regeln auferlegt. So gilt für sie ein Verbot von Leerverkäufen, der Einsatz von Fremdkapital ist begrenzt. Außerdem dürfen Dach-Hedgefonds nicht mehr als 20 Prozent ihres Volumens in einen einzelnen Zielfonds stecken.

Dennoch sind auch Dach-Hedgefonds riskante Anlageprodukte. Und sie sind teuer. Denn wie bei herkömmlichen Dachfonds fallen auch bei ihnen vergleichsweise hohe Gebühren an: für den Dachfonds selbst und die einzelnen Zielfonds darin. Für Privatanleger sind solche Fonds daher bestenfalls als geringe Beimischung im Portfolio geeignet.

Um was es sich bei dem High Watermark-Prinzip handelt, erfahren Sie in einem weiteren Artikel auf biallo.de

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Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

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