Auf einen Blick
  • Hebelprodukte gehören zur Familie der Derivate. Durch die Hebelwirkung besteht die Chance auf hohe Gewinne. Dafür müssen Anleger und Anlegerinnen ein erhöhtes Verlustrisiko in Kauf nehmen.

  • Zu den bekanntesten Hebelprodukten gehören Optionsscheine, Faktor-Zertifikate und Knock-Out-Zertifikate. Mit diesen Hebelprodukten partizipieren Sie überproportional an der Wertentwicklung eines bestimmten Basiswerts.

  • In diesem Ratgeber erfahren Sie, wo und wie man Hebelprodukte handeln kann. Außerdem stellen wir Ihnen die verschiedenen Hebelprodukte im Detail vor.
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Hebelprodukte sind Finanzinstrumente, die zur Familie der Derivate gehören und ein erhöhtes Verlustrisiko mit sich bringen. Die Aussicht auf schnelle Gewinne klingt vielversprechend. Bei einem Investment in Hebelprodukte oder Derivate kann ein Totalverlust nicht ausgeschlossen werden.

Ein Derivat ist ein Finanzprodukt, dessen Wertentwicklung von einem Basiswert abhängt. Mögliche Basiswerte sind Aktien, Rohstoffe, Währungen oder Indizes.

 

Was sind Hebelprodukte und für welche Anleger sind sie geeignet?

Hebelprodukte ermöglichen Anlegern und Anlegerinnen mit kleinem Einsatz, überproportional an der Wertentwicklung eines Basiswerts zu partizipieren. Der Hebel des Finanzprodukts erhöht die potenziellen Gewinne um ein Vielfaches. Je nach Hebelprodukt kann dieser Hebel mit einem Faktor von zwei, drei, vier oder sogar zehn ausgestaltet sein. Allerdings gilt diese Hebelwirkung stets für beide Richtungen. Daher ist auch das Verlustrisiko deutlich höher. Auch ein Totalverlust ist möglich.

Mit Hebelprodukten können Anleger und Anlegerinnen sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse eines Basiswerts spekulieren. Das bedeutet, dass man mit Hebelprodukten verschiedene Anlagestrategien umsetzen kann. Vor allem Trader setzen Hebelprodukte ein. Damit können sie die kurzfristigen Auf- und Abschwünge der Finanzmärkte handeln und dadurch hohe Gewinne erzielen. Gleichzeitig eignen sich Hebelprodukte auch zur Absicherung bestehender Depotpositionen vor fallenden Kursen.

  • Beispiel: Sie möchten an der Wertentwicklung einer Aktie teilhaben, ohne diese selbst zu kaufen. Deshalb kaufen Sie etwa ein Hebelprodukt als Faktor-Zertifikat mit dem Hebel “vier”. Dieses Hebelprodukt wird von der Entwicklung Ihrer Wunschaktie abgeleitet. Da Sie davon ausgehen, dass sich die Aktie positiv entwickelt, setzen Sie auf einen steigenden Kurs. Im besten Fall steigt die Aktie um fünf Prozent. Dann steigt Ihr Einsatz für das Hebelprodukt nicht nur um fünf Prozent, sondern wegen des Hebels “vier” um 20 Prozent. Fällt der Kurs der Aktie und Sie haben falsch gepokert, haben Sie 20 Prozent Verlust eingefahren.

Aufgrund der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und der Komplexität eignen sich Hebelprodukte lediglich für erfahrene und professionelle Anleger und Anlegerinnen, die eine klare sowie erprobte Anlagestrategie verfolgen. Dementsprechend sollten Anfänger auf den Einsatz von Hebelprodukten verzichten und sich stattdessen zunächst mit den Grundlagen der Geldanlage vertraut machen.

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Wie wirken sich Hebelprodukte auf das Risiko aus?

Wie bei allen anderen Wertpapieren gilt auch für Hebelprodukte ein allgemeines Kursrisiko, das den Gesetzen von Angebot und Nachfrage unterliegt. Ein wichtiger Faktor, der häufig beim Wertpapierhandel unterschätzt wird, ist die Liquidität des Marktes. Unabhängig davon, ob Sie nun eine Aktie oder ein Hebelprodukt handeln, sollten Sie stets darauf achten, dass ein hinreichend liquider Markt besteht. Achten Sie zudem auch auf die Geld-Brief-Spanne (Spread) der Hebelprodukte. Je größer der Spread, desto größer sind die indirekten Kosten.

 

Risiko der Hebelwirkung und Totalverlust

Wie bereits erwähnt, stellt die Hebelwirkung sowohl Chance als auch Risiko dar.

Bitte beachten Sie: Die Wahrscheinlichkeit von Verlusten ist beim Handel mit Hebelprodukten sehr hoch. Auch ein Totalverlust kann nicht ausgeschlossen werden.
Schon eine kleine Kursbewegung des Basiswerts kann hohe Gewinne zur Folge haben. Allerdings wirkt der Hebel wie bereits erwähnt in beide Richtungen. Angenommen, der Hebel eines Anlageprodukts ist mit einem Faktor fünf ausgestaltet und der zugrundeliegende Basiswert steigt oder fällt um zehn Prozent: Je nach Hebelprodukt beträgt Ihr Kursgewinn oder Kursverlust dann etwa 50 Prozent. Bei diesem Szenario handelt es sich lediglich um eine stark vereinfachte Darstellung der Hebelwirkung. Die Kursbewegung des Hebelprodukts kann auch geringer ausfallen, da der Hebel je nach Produkt und Marktsituation unterschiedlich wirkt. Die exakte Kursentwicklung hängt stets von mehreren Faktoren ab, wie etwa dem sogenannten Zeitwert oder dem Inneren Wert, auf deren Funktionsweise an dieser Stelle nicht näher eingegangen wird.

Grundsätzlich gilt: Je größer der Hebel, desto riskanter ist das Hebelprodukt.

Emittentenrisiko

Bei einer Zahlungsunfähigkeit des Emittenten kann es zu Verlusten für Anleger und Anlegerinnen kommen. Das Emittentenrisiko betrifft Schuldverschreibungen wie Optionsscheine, Zertifikate und Anleihen. Der Ausfall führt zu einem Teil- oder Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Währungsrisiko

Wenn Sie ein Hebelprodukt kaufen, bei dem der zugrundeliegende Basiswert in einer Fremdwährung notiert, unterliegt Ihr Kapital einem Währungsrisiko. Ein Beispiel wäre das Edelmetall Gold als Basiswert oder eine US-amerikanische Aktie. Neben den Kursschwankungen des Basiswerts stellt auch der Wechselkurs ein Risiko dar.

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Welche Hebelprodukte gibt es?

Die Auswahl an Hebelprodukten ist riesig. Bei etablierten Online-Brokern stehen Ihnen mehrere hunderttausend Hebelzertifikate und Optionsscheine zur Verfügung. Einige Broker bieten sogar weit mehr als eine Million Hebelprodukte an. Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht zu den beliebtesten Hebelprodukten.

Optionsscheine

Optionsscheine bezeichnet man auch als Warrants. Sie sind eine Variante verbriefter Termingeschäfte. In der Regel verbriefen Optionsscheine das Recht, eine bestimmte Menge eines Basiswerts zu kaufen oder zu verkaufen. Hierbei besteht jedoch keine Verpflichtung. Anleger und Anlegerinnen können mit Optionsscheinen sowohl auf steigende Kurse (Call-Optionsscheine) als auch auf fallende Kurse (Put-Optionsscheine) spekulieren.

Faktor-Zertifikate

Faktor-Zertifikate sind Zertifikate mit einem gleichbleibenden Hebel, der in den meisten Fällen zwischen zwei und zehn liegt. Auch hier können Sie sowohl auf steigende Kurse (Long) als auch auf fallende Kurse (Short) setzen. Der Schlusskurs des Basiswerts dient als Basis für die Hebelwirkung.

Knock-out-Zertifikate

Knock-out-Zertifikate, auch bekannt als Knock-outs oder KO-Scheine, sind Hebelzertifikate, die Anlegern und Anlegerinnen den gehebelten Handel mit unterschiedlichen Basiswerten ermöglichen. Auch hier ist eine Spekulation auf fallende und steigende Kurse möglich.

Es gibt Knock-outs mit Laufzeit und sogenannte Open End Knock-outs ohne Fälligkeit. Die Open End KO-Scheine können Anleger und Anlegerinnen über Monate oder sogar Jahre halten. Sobald der Kurs des Basiswerts die sogenannte Knock-out-Schwelle erreicht, verfällt das KO-Papier wertlos. Dieses Knock-out-Ereignis kann jederzeit eintreten, auch während der Laufzeit. Bei klassischen Optionsscheinen ist das nicht der Fall. Bis zum Laufzeitende könnte sich noch ein Richtungswechsel ergeben.
 

Welche Gründe gibt es für den Einsatz von Hebelprodukten?

Für den Einsatz von Hebelprodukten gibt es vier Gründe:

  1. Sie partizipieren mit geringem Kapitaleinsatz überproportional an der Wertentwicklung eines Referenzwertes. Die Hebelwirkung ermöglicht hohe Gewinne.
  2. Mit Hebelprodukten können Sie flexibel alle Anlageklassen abbilden. Hebelprodukte ermöglichen Ihnen den Zugang zu Leitindizes, Einzelaktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffen.
  3. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, in allen Marktsituationen Geld zu verdienen, unabhängig davon, ob die Kurse steigen oder fallen.
  4. Ein weiterer Aspekt ist die Absicherung der Depotpositionen gegen fallende Kurse.
 

Wo und wie kann man Hebelprodukte handeln?

Für den Handel mit Hebelprodukten benötigen Sie zunächst ein Depot. Vergleichen Sie im Vorfeld die Produktpalette und die Konditionen der Online-Broker. Einige Broker bieten sogar einen gebührenfreien Derivatehandel an. Hinzu kommen noch die marktüblichen Spreads und die Finanzierungskosten der Emittenten.

Der Handel mit Hebelprodukten kann über die Börse erfolgen oder außerbörslich im Direkthandel mit dem jeweiligen Emittenten. Im Direkthandel sparen Sie in der Regel Ordergebühren, allerdings sollten Sie dann auf den Spread achten.

Außerdem ist es sinnvoll, stets mit einem eigenen Stop-Loss zu agieren. Somit können Sie ihr Risiko und potenzielle Verluste nach eigenem Ermessen begrenzen. Es ist äußerst wichtig, dass Sie den Ausstieg vorab festlegen und Ihre Position mit einem Stop-Loss absichern.

 

Welche Kritik gibt es an Hebelprodukten?

Auch unerfahrene Anleger und Anlegerinnen haben über ihren Online-Broker Zugang zu Derivaten und Hebelprodukten. Im Internet gibt es einige schwarze Schafe, die nicht oder nicht ausreichend auf die Risiken beim Handel mit Hebelprodukten hinweisen. Bei vielen Hebelzertifikaten wird die Hebelwirkung falsch eingeschätzt beziehungsweise unterschätzt. Das führt nicht selten zu erheblichen finanziellen Verlusten oder sogar zum Totalverlust.

Zudem ist der Aufbau vieler Hebelprodukte zu komplex und die Kostenstruktur teilweise zu intransparent. Aufgrund ihrer Eigenschaften verleiten Hebelprodukte zum kurzfristigen Handel, zum Day-Trading. Allerdings hat nur ein verschwindend geringer Anteil wirklich Erfolg beim Trading.

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Diese Alternativen zum Hebelprodukt sind sicherer

Hebelprodukte eignen sich nicht für Börsenneulinge. Alternativ können Einsteigerinnen und Einsteiger auf folgende Finanzinstrumente setzen:

Wenn Sie in Aktien investieren, beteiligen Sie sich direkt an einem Unternehmen. Mit ETFs können Sie ganze Sektoren oder Märkte abbilden. Dadurch erzielen Sie eine breite Streuung. Investmentfonds stellen ebenfalls eine geeignete Alternative dar.

Mit Zertifikaten und ETCs erhalten Sie Zugang zu den Rohstoffmärkten. Mit diesen Produkten können Sie 1:1 an der Wertentwicklung des Basiswerts partizipieren.

Bitte beachten Sie: Auch Finanzprodukte ohne Hebel sind mit einem Risiko verbunden. Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Bei Zertifikaten und ETCs besteht zudem das Emittentenrisiko.

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Über den Autor Dennis Groß

Zunächst war er im Privatkundenbereich einer Bank tätig, anschließend ist er in den Wertpapierservice gewechselt. Privat beschäftigt er sich seit seinen 15. Lebensjahr mit der Börse. Nach fast 10 Jahren im Bankbereich hat er sich dazu entschlossen, sein angeeignetes Fachwissen an möglichst viele Menschen weiterzugeben. Deshalb ist er inzwischen als Autor tätig. Er verfasst Aktienanalysen, Produkttests und Ratgeber rund um das Thema Finanzen und Wirtschaft.

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