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Auf einen Blick
  • Wertpapiere werden normalerweise über die Börse gekauft und verkauft.

  • Einige Anleger möchten die Börse jedoch umgehen und Kosten sparen oder sich in einigen Fällen einen Vorteil verschaffen.

  • Wir erklären, welche Besonderheiten es beim OTC-Handel gibt und für wen sich der Freiverkehrs- oder Direkthandel eignet.
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Wer glaubt, Wertpapiere ausschließlich an der Börse ordern zu können, hat weit gefehlt. Es gibt nämlich noch die durchaus lukrative Möglichkeit des sogenannten OTC-Handels, was für "Over the counter" (zu deutsch "über den Tresen") steht. Manchem dürfte diese Art von Geschäft auch unter dem nicht minder verbreiteten Namen Freiverkehrs- oder Direkthandel geläufig sein. Der wesentliche Unterschied zur Börse besteht darin, dass der Markt deutlich weniger reguliert ist und auch die Behörden nicht allzu genau hinsehen. Gekauft und verkauft werden können übrigens Derivate wie Optionen, Zertifikate oder Swaps, aber auch Aktien. Für den privaten Investor ohne ausreichende Erfahrung empfehlen wir diese Art des Handels nicht.

In einem weiteren Ratgeber erfahren Sie, auf welchen Wegen Sie einen Fonds verkaufen können und wie man mit Termingeschäften Gewinne und Verluste macht.

 

Was ist der OTC-Handel?

Gemeint sind damit außerbörsliche Transaktionen von Wertpapieren. Der Anleger einigt sich mit dem Broker direkt auf den Preis eines konkreten Basiswertes, ohne dass dabei Kaufgesuche und Verkaufsangebote aufeinandertreffen, die sonst normalerweise den Wert bestimmen würden. Um genau zu sein, muss man die unterschiedlichen Formen des OTC-Handels allerdings noch in Kategorien einteilen.

Beispielsweise existieren Trades mit börsennotierten Papieren, die außerhalb der normalen Öffnungszeiten stattfinden. Dies hat den Zweck, dass manchmal gewisse Transaktionen von den regulierten Märkten entfernt gehalten werden sollen beziehungsweise müssen. Daneben ist auch denkbar, dass einige Finanzderivate über den OTC-Handel laufen, da es für diese anderweitig keine standardisierten Spezifikationen gibt, sie also aus rein technischen Gründen am gewöhnlichen Markt nicht gekauft oder verkauft werden können. CFDs ihrerseits wären an der Börse nicht zugelassen und müssen daher im Freiverkehrshandel den Besitzer wechseln. Im Übrigen sind solche Differenzkontrakte ohnehin ein Direktgeschäft zwischen Broker und Trader.

 

Vor- und Nachteile des außerbörslichen Handels

Damit Sie als Laie entscheiden können, ob der OTC-Handel für Sie infrage kommt, sollten Sie die spezifischen Vor- und Nachteile kennen. Positiv hervorzuheben sind unter anderem die verlängerten Handelszeiten, die nicht selten den gesamten Tag umfassen. Ferner entfallen renditeschmälernde Kosten wie die Maklercourtage oder das Börsenentgelt. Natürlich gibt es auch die andere Seite der Medaille. Dazu gehören die fehlende Transparenz sowie mangelnde Regulierung, eine teils enorm hohe Volatilität und gelegentliche Kurslücken.

Nachfolgend noch eine übersichtliche Darstellung der positiven und negativen Seiten.

Vorteile:

  • Längere Handelszeiten

  • Geringere Kosten

  • Handel von spezifischen Derivaten

Nachteile:

  • Fehlende Transparenz und wenig Regulierung

  • Abhängigkeit von einem Kursmakler

  • Hohe Volatilität

  • Kurssprünge und Handelsaussetzungen


  • Biallo-Tipp: Das Risiko mindern, indem man es streut. Nach Markowitz' Regeln ist bei der Wertpapieranlage Diversifikation wichtig. Bei der Strukturierung eines "optimalen" Portfolios ist das Verhältnis der Anlageklassen zueinander elementar. Wie die moderne Portfoliotheorie nach Markowitz funktioniert erklären wir Ihnen in einem separaten Ratgeber.
 

Anleitung OTC-Handel – so läuft es in der Praxis ab

Vielleicht sind Sie nach genauem Abwägen nun doch neugierig geworden und möchten deshalb wissen, wie das Ganze für den Laien umsetzbar ist. Zunächst einmal wird ein seriöser Online-Broker benötigt, der den Zugriff zum OTC-Handel erst ermöglicht. Er ist schließlich der Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer.

  1. Der Interessierte fragt bei seinem Broker zu Beginn den aktuellen Preis eines bestimmten Wertpapiers ab. 

  2. Sagt ihm dieser zu, wird er eine Order aufgeben. Dieser Auftrag wird in der Folge an einen zufälligen Marktteilnehmer weitergegeben. 

  3. Nun wird der gebotene Preis auch für den Verkäufer ersichtlich. Ist er zufrieden, muss die Order nur noch akzeptiert werden. Anschließend ist sie bereits ausgeführt. Der Prozess ist in wenigen Sekunden bis Minuten vollständig abgeschlossen.

Dass der Deal auch tatsächlich stattfindet, ist der Verdienst derer, die die Liquidität zur Verfügung stellen. Je liquider der Markt, desto wahrscheinlicher, dass Käufer und Verkäufer einen gemeinsamen Preis finden. Ist eine Seite allerdings nicht einverstanden, was durchaus vorkommen kann, verfällt die Transaktion ohne weitere Folgen.

Was Sie als Neueinsteiger beim Aktienkauf beachten müssen, erklären wir Ihnen in einem weiteren Artikel.

Über den Autor Mike Belschner

Mike, Jahrgang 1971, ist Online-Redakteur und bringt seine Expertise bei biallo.de im Bereich Verbraucherthemen sowie in Ratgeber und Anleitungen ein. Er ist erst dann zufrieden, wenn der Leser die Lösung für sein Problem gefunden hat. Als Verkäufer, freier Autor, Unternehmer und erfolgreicher Gründer bringt er viel Erfahrung und “Internet-Geist” mit. 2016 gründete Mike das Verbraucherschutzportal onlinewarnungen.de, später verbraucherschutz.com, welches bereits 3 Jahre später zu den führenden Webseiten im Bereich Verbraucherschutz gehörte. Nach dem Verkauf des Projektes verstärkt Mike das Biallo-Team seit 2020. 

  Mike Belschner