CFD-Trading: Hochspekulative Finanzderivate

Geldanlage CFD-Trading: Hochspekulative Finanzderivate

Peter Rensch
von Peter Rensch
03.04.2018
Auf einen Blick
  • Bei einem CFD können Sie in unterschiedliche Anlageklassen wie Rohstoffe, Indizes, Devisen oder Wertpapiere investieren.

  • Starten Sie mit einem Demokonto und sammeln Sie Erfahrungen, bevor Sie echtes Kapital investieren.

  • CFDs sind gerade deshalb so beliebt, weil für viele Handelswerte wie Index-CFDs bei den meisten Anbietern keine Ordergebühren anfallen.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Da der CFD-Handel hochspekulativ und komplex ist, sollten Sie als Anleger viel Erfahrung mitbringen und gut informiert sein, um auch die Risiken dieses Finanzinstruments zu kennen.

CFDs (Contracts for Difference), übersetzt Differenzkontrakte, sind Derivate, deren Gewinnchancen vom Basiswert des jeweiligen gehandelten Finanzprodukts abhängig ist. Als Anleger können Sie dabei von Hebelwirkungen profitieren. Das heißt: Mit einem geringeren Einsatz kommen Sie in den Genuss von positiven Kursbewegungen, die ein Vielfaches Ihrer Investition als Ertrag bringen können.

Ein Beispiel: Erwerben Sie einen CFD auf eine bestimmte Aktie, müssen Sie beim Broker eine Sicherheitsleistung (Margin) zahlen, beispielsweise zehn Prozent des Aktienkurses, können jedoch den kompletten Kursgewinn des Aktienvolumens erhalten. Bei einem Kurs von 200 Euro leisten Sie in diesem Fall eine Gebühr von 20 Euro. Steigt die Aktie um 50 Euro, haben Sie einen Gewinn von 30 Euro erzielt, was sich natürlich bei einem größeren Kaufvolumen proportional erhöht.

Für weitere Beiträge rund um das Thema Geldanlage abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Jens Chrzanowski, Vorstand des Brokerhauses Admiral Markets, erläutert die steigende Nachfrage nach CFDs: "CFDs sind gerade deshalb so beliebt, weil für viele Handelswerte wie Index-CFDs bei den meisten Anbietern keine Ordergebühren anfallen. Der Kunde zahlt quasi nur den Spread, den Unterschied zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs. Wenn die Orderposition Intraday, also am gleichen Tag geöffnet und geschlossen wurde, war es das. Nur beim Halten über Nacht fallen Finanzierungskosten an, die sogenannten Swaps."

Ein Broker ist Ihr Handelspartner beim CFD-Trading

Bei einem CFD können Sie in unterschiedliche Anlageklassen wie Rohstoffe, Indizes, Devisen oder Wertpapiere investieren. Der Handel findet ausschließlich außerbörslich im Over-the-counter-Handel (OTC) statt. Ihr Handelspartner ist ein Broker, mit dem Sie den Kontrakt abschließen und auf steigende oder fallende Kurse spekulieren. Die Größe des Volumens können im Gegensatz zu Futures frei verhandelt werden.

Bei einem CFD handelt es sich nicht um ein fixiertes Termingeschäft, was bedeutet, dass Sie es ohne Zeitlimit halten können. Sie haben die Wahl auf steigende (Long-Position) oder fallende Kurse (Short-Position) im Verhältnis zum Basiswert bei Vertragsabschluss zu spekulieren. Die Differenz zwischen dem Kurs beim Einstieg und Ausstieg wird Spread genannt und gibt Auskunft über die Höhe Ihres Gewinns und Verlust, natürlich nach Abzug der anfallenden Gebühren.

Dazu Matthias Hach, Leiter Brokerage bei Comdirect: "Mit CFDs können erfahrene Privatanleger ähnlich agieren wie professionelle Investoren. Sie können mit CFDs zum Beispiel Positionen in ihrem Depot absichern, auf fallende Kurse setzen oder in kurzer Zeit kleinste Kursbewegungen für sich nutzen – jeweils mit weniger Kapitaleinsatz als bei Direktinvestments. Ein weiterer Vorteil: Anleger erhalten mit CFDs einfach und kostengünstig Zugang zu Anlageklassen, wie beispielsweise Indices, Aktien, Rohstoffe, Währungen oder Edelmetalle."

Er weist darauf hin, dass mit CFDs schnell hohe Gewinne erzielt werden könnten. Der Hebeleffekt führe aber auch dazu, dass schnell hohe Verluste auflaufen können.

"Deshalb sind CFDs ausschließlich für sehr erfahrene und risikobewusste Privatanleger geeignet, die schon Erfahrungen im Derivatehandel gesammelt haben. Die Verluste sind bei Comdirect auf das verfügbare Kapital auf dem CFD-Konto begrenzt", so Matthias Hach, der zudem großen Wert auf eine umfassende Aufklärung der Kunden legt: "Wir bieten unseren Kunden und Interessenten deshalb ein in der Laufzeit unbegrenztes und kostenloses Demokonto zum Testen an und auf unserem CFD-Portal "cfd.comdirect.de" wird das Angebot ausführlich beschrieben und erklärt."

Lesen Sie auch: Sparen mit ETFs: Die zehn wichtigsten Fragen

Auf Geschäftsbedingungen und vertragliche Vereinbarungen achten

Um mit dem CFD-Handel zu starten, müssen Sie bei einem spezialisierten Broker ein Konto eröffnen. Nachdem Sie Ihre persönlichen Daten online eingegeben haben wird Ihre Identität, in den meisten Fällen per Postident-Verfahren, überprüft. Haben Sie die Geschäftsbedingungen und vertragliche Vereinbarungen bestätigt müssen Sie dem Konto Kapital zuführen. Hier bieten Broker unterschiedliche Möglichkeiten an - wie Banküberweisung, Kreditkarte, Paypal etc.

Immer mehr CFD-Broker tummeln sich mittlerweile auf dem Markt und es fällt für Einsteiger nicht leicht, den passenden Handelspartner zu finden. Gut aufgehoben sind Sie in der Regel bei Brokern, die ihren Geschäftssitz innerhalb der EU, Großbritannien oder der Schweiz haben, da dort beim Handel gewisse Grundregeln eingehalten werden müssen.

"Ein guter CFD-Broker für die Kunden in Deutschland sollte auch eine Niederlassung in Deutschland haben", meint Jens Chrzanowski vom Brokerhaus Admiral Markets. "Dies garantiert eine zuverlässige Regulierung und einen leistungsstarken Kundenservice."

Ähnliches rät Jens Wöhler, Mitglied des Vorstands bei S Broker: "Im CFD-Handel müssen sich Anleger auf ihren Broker verlassen können. Mögliche Indizien für einen sicheren Broker: Er ist Bafin-reguliert, die Einlagen der Anleger werden durch ein Sicherungssystem geschützt, die Kursversorgung ist zuverlässig, der Hebel wird begrenzt (zum Beispiel wie beim S Broker auf 50) und der Broker bietet Webinare zur Wissensvermittlung an."

Stichwort Kosten: Neben den Handelskosten berechnen einige Broker zusätzlich Gebühren für Kontoführung, die Bereitstellung von Daten und verlangen Mindesteinlagen. Beim Broker-Vergleich sollten Sie deshalb Wert auf eine transparente Darstellung aller anfallenden Kosten legen.

Nehmen Sie weiterhin die Funktionen der jeweiligen Handelsplattform unter die Lupe. Werden umfangreiche Analysen, Charts und eine Community zum Erfahrungsaustausch angeboten?

Verlockend klingen Angebote wie eine Prämie für Neukunden. Doch bringt dies wenig, wenn damit überhöhte Gebührenmodelle kaschiert werden und Sie bei späteren Abschlüssen zu hohe Kosten tragen müssen.

Umfangreiches Angebot an Basiswerten

Sie sollten auch im Auge behalten, welche CFDs beziehungsweise Basiswerte vom jeweiligen Broker angeboten werden. Eine umfangreiche Auswahl ist ebenso wichtig wie auch das Kriterium, dass die vorhandenen CFDs zu Ihrem Anlageschwerpunkt passen. Damit ist gemeint, dass es wenig Sinn macht, wenn Sie in Aktien-CFDs investieren wollen und sich der Broker auf Devisen und Rohstoffe fokussiert hat.

Ganz wichtig: Arbeiten Sie mit Verlustbegrenzungen. Setzen Sie zum Beispiel Stopp-Loss ein. Weitere Zusatzfunktionen gewährleisten eine Minimierung des Risikos wie Trailing-Stopps, Limit-Orders etc. Nutzen Sie diese Money-Management-Tools und verschaffen Sie sich einen Einblick in die Funktionsweise, um in der Praxis sicher damit arbeiten zu können.

Bedenken Sie: Mit CFDs können Sie mit wenig Kapitaleinsatz hohe Gewinne erzielen, jedoch auch entsprechend hohe Verluste einfahren, wenn Sie mit der falschen Strategie handeln. 

Bafin verbietet Nachschusspflicht

Einige Broker bieten Kontrakte mit einer Nachschusspflicht an. Das bedeutet, dass Sie verpflichtet sind, jegliche Differenz aus einem Trade auszugleichen, wenn diese Ihr eingesetztes Kapital übersteigt.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat jedoch im Mai 2017 eine Allgemeinverfügung nach Paragraf 4 des Wertpapierhandelsgesetztes (WpHG) erlassen, wonach eine Nachschusspflicht beim CFD-Handel nicht mehr zulässig ist.

Jens Wöhler berichtet hierzu: "Das CFD-Angebot beim S Broker gibt es bereits seit September 2015 nur ohne Nachschusspflicht für Kunden. Für Sicherheit sorgt beim S Broker darüber hinaus ein Frühwarnsystem, bei dem Kunden bei sehr hohen Margin-Anforderungen gewarnt werden, sowie das Referenzkontoprinzip, bei dem Überweisungen ausschließlich auf ein vorab festgelegtes Referenzkonto erfolgen können."

Lesen Sie auch: Finanzaufsicht greift bei Finanzwetten durch

Nach Experten-Meinung verursachen viele Einsteiger Verluste, weil weder das Basiswissen vorhanden ist noch eine sinnvolle Strategie vorliegt. Gerade wenn in den Anfangsphasen nicht die erwarteten Gewinne erzielt werden, sollten Sie nicht überstürzt agieren und gesteckte Verlustbegrenzungen außer Acht lassen.

Überlegtes Handeln unter Berücksichtigung Ihrer Wertsicherungsstrategie lautet die oberste Formel. Hektik und ein unstrukturiertes Vorgehen erhöhen das Verlustrisiko. Behalten Sie den Überblick zu Ihren Handelsaktivitäten und überfordern Sie sich nicht mit einer hohen Anzahl von Trades.

Unser Fazit

CFD-Trading verspricht hohe Gewinne bei niedrigeren Investitionen im Vergleich zum Direkt-Handel an der Börse. Jedoch sind Basiswissen, der passende Broker und eine geeignete Strategie empfehlenswert, um Total-Verluste zu vermeiden.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Peter Rensch
Peter Rensch
Autor
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Artikel kommentieren
Peter Rensch
Peter Rensch
E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Peter Rensch
Peter Rensch
E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de