Goldanlage

Münzen, Barren oder Fonds: So investieren Sie goldrichtig

Update: 22.05.2020
Kevin Schwarzinger
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Auf einen Blick
  • In unsicheren Zeiten retten sich viele Anleger in den vermeintlich sicheren Hafen Gold.

  • Als Anlage in Krisenzeiten eignen sich Münzen und Barren. Für manche Anleger könnte Papiergold interessant sein.
Goldbarren sind bei vielen Händlern derzeit ausverkauft.
Ewa Studio / Shutterstock.com

Die Corona-Krise hält Anleger weiter im Atem. So hatte der deutsche Aktienleitindex (Dax) seit seinem Allzeithoch vom 17. Februar 2020 zwischenzeitlich bis zu 40 Prozent verloren. Zwar konnte sich der Leitindex seither wieder deutlich erholen, doch die Unsicherheit bleibt. Kommt die zweite Verkaufswelle oder gar der Weltsystemcrash, wie einige Experten prophezeien? Diese Krisenstimmung bewegt derzeit viele Anleger dazu, einen Teil ihrer Ersparnisse in Gold zu investieren. Denn Gold gilt als krisenfest.

Für ein Goldinvestment stehen Anleger verschiedene Wege offen. Aber nicht jeder Weg dient der alleinigen Absicherung. Anleger sollten in jedem Fall die Chancen und Risiken sowie die Kosten genau abwägen, denn eines ist klar: Der Goldpreis ist keine Einbahnstraße.

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Die Entwicklung des Goldpreises

Wer plant, in die Krisenwährung Gold zu investieren, sollte natürlich immer einen Blick auf die aktuelle Goldpreisentwicklung haben. Denn dieser hat im Zuge der weltweiten Corona-Pandemie ordentlich an Fahrt aufgenommen. So ist das Edelmetall am 23. April erstmals über die Marke von 1.600 Euro geklettert und hat am 18. Mai das vorläufige Rekordhoch bei 1.630 Euro markiert. "Ich kann mir gut vorstellen, dass wir zum Ende des Jahres wieder einen Goldpreis in der Region von um die 1.800 US-Dollar sehen werden, längerfristig wird es sicher auch neue Höchststände geben", sagt Ronald-Peter Stöferle, Fondsmanager und Analyst beim Liechtensteiner Vermögensverwalter Incrementum.

Diese Einschätzung teilt auch Eugen Weinberg, Rohstoff-Analyst bei der Commerzbank. Die jüngste Prognose der Analysten der Bank of America, die in den kommenden 18 Monaten gar einen Goldpreis von 3.000 US-Dollar prophezeien, hält Weinberg indes für "Panikmache". "Den Goldanlegern, die auf solche Preisanstiege hoffen, sollte klar sein, dass sie in einer Welt mit dem Goldpreis von 3.000 US-Dollar, die voller Risiken und Krisen wäre, selbst ungern leben würden", gibt Weinberg zu bedenken.

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Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
13,76
0,55%
2.
12,51
0,50%
3.
11,25
0,45%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate

Anlagemünzen und Barren

Sparer, die besonderen Wert auf Sicherheit legen, sollten auf physisches Gold in Form von Münzen und Barren setzen. Goldbarren- und münzen werfen zwar keine Zinsen ab, doch genießt das Edelmetall in Krisenzeiten höchste Akzeptanz. Denn im Gegensatz zu Papiergold ist physisches Gold nicht vermehrbar und verliert daher nicht an Wert. Daher legen viele Verbraucher eine kleine Sicherheitsreserve in Gold an, um im äußersten Notfall damit handeln oder bezahlen zu können.

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Wer Gold kaufen möchte, der kann dies bei Händlern, Banken und Juwelieren tun. Am bequemsten lässt sich Gold im Internet einkaufen. Zu den bekannten Adressen gehören etwa gold.de, proaurum.de sowie degussa-goldhandel.de. Aber aufgepasst: Hier lohnt sich ein gründlicher Vergleich. So kostet etwa bei Pro Aurum die Feinunze Wiener Philharmoniker 1.697,50 Euro, während bei Degussa die gleiche Münze 1.718 Euro kostet (Stand 18. Mai 2020).

Wichtig: Aktuell sind die Online-Shops der Goldhändler wie leergefegt, vor allem die Klassiker wie Krügerrand oder Maple-Leaf sind im Zuge der Pandemie restlos ausverkauft.

Die wichtigsten Anlagemünzen im Überblick:

Bezeichnung

Land

Rohgewicht in Gramm

Feinheit in Promille

Krügerrand

Südafrika

33,93

916,66

Maple Leaf

Kanada

31,10

999,9

Kängurur

Australien

31,10

999,9

Philharmoniker

Österreich

31,10

999,9

Eagle

USA

33,93

916,66

Britannia

GB

31,21

999,9

Panda

China

30,00

999,9

Buffalo

USA

31,10

999,9

Lesen Sie auch: Corona sorgt für Engpässe bei Goldmünzen und -barren

Goldfonds und -zertifikate

Physisches Gold ist die Absicherung in Krisenzeiten, doch Rendite lässt sich damit nicht erwirtschaften. Wer sich hingegen für einen Goldfonds entscheidet, setzt damit in erster Linie auf den Goldpreis und dadurch auf einen Vermögensaufbau. Kostengünstig sind börsengehandelte besicherte Goldzertifikate (ETC). "Die meisten Gold-ETCs haben einen direkten Bezug zu Gold, sprich: der Anleger erwirbt indirekt einen Anspruch auf das physische Gold und dadurch ist es sicherlich eine gute Alternative zum klassischen Goldhändler", erklärt Weinberg.

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Die meisten Gold-ETCs sind mit physischen Gold besichert. Allerdings zählen ETCs nicht wie ETFs zum Sondervermögen. Das heißt, im Falle einer Pleite des Emittenten oder der Depotbank haben Anleger keine Garantie, dass ihr investiertes Vermögen unangetastet bleibt.

Bei vollständig besicherten ETCs dienen nicht klassische Goldbarren als Sicherheit, sondern Kreditsicherheiten beispielsweise von einem Versicherer. Es gibt auch ETCs, die durch eine Drittdeckung besichert, also "Swap basiert" sind.

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Wertentwicklung ausgewählter Gold-ETCs

Name

ISIN

Performance 1 Jahr

Performance 3 Jahre

Performance 5 Jahre

Xetra Gold

DE000A0S9GB0

37,55 %

40,48 %

45,15 %

iShares Physical Gold ETC

DE000A1EXFA9

37,08 %

39,30 %

43,22 %

Gold Bullion Securities

DE000A0LP781

36,53 %

38,37 %

42,74 %

EUWAX Gold

DE000EWG0LD1

41,46 %

43,16 %

47,89 %

Xtrackers Physical Gold ETC

DE000A1E0HR8

36,89 %

39,27 %

45,29 %

Quelle: onvista.de / Stand 22. Mai 2020.

Gold-ETC und die Sicherheit

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Trotz der Goldbesicherung bieten ETCs bei einer Insolvenz des Emittenten nur bedingt Schutz. Anleger haben keine Garantie, dass sie ihr investiertes Geldzurückbekommen.

Goldaktienfonds

Mehr Sicherheit bieten aktiv gemanagte Goldaktienfonds, weil sie als Sondervermögen stets im Eigentum des Anlegers bleiben. Goldfonds, die direkt in Edelmetalle investieren, mischen meist verschiedene Edelmetallwerte miteinander. Beispiel hierfür ist der Edelmetallfonds Hansa-Werte (ISIN: DE000A0RHG59), der in Gold, Silber, Platin und Palladium investiert.

Ein weiterer Anlageschwerpunkt sind weltweit agierende Minen-Unternehmen, die in der Goldförderung oder -verarbeitung tätig sind. Im Gegensatz zu den oben erwähnten Gold-ETCs bilden sie nicht den Goldpreis ab, sondern die Geschäftsentwicklung der jeweiligen Goldmine. Daher ist in erster Linie nicht die Goldpreisentwicklung, sondern die Geschäftsergebnisse für die Performance entscheidend.

Performance ausgewählter aktiv gemanagter Goldaktienfonds

Name

ISIN

Performance 1 Jahr

Performance 3 Jahre

Performance 5 Jahre

Stabilitas – Pacific Gold Metals

LU0290140358

69,40 %

88,83 %

190,10 %

Earth Gold Fund

DE000A0Q2SD8

104,08 %

66,32 %

102,89 %

Nestor Gold

LU0147784465

95,21 %

43,18 %

83,00 %

DWS Invest Gold Precious Metals

LU0273159177

77,39 %

72,20 %

89,25 %

Quelle: onvista.de / Stand 22. Mai 2020.

Performance ausgewählter Goldminen-ETFs

Name ISIN Performance 1 Jahr Performance 3 Jahre Performance 5 Jahre
ComeStage NYSE Arca Gold Bugs UCITS ETF LU0488317701 99,04 % 50,58 % 71,60 %
Market Access NYSE Arca Gold Bugs UCITS ETF U0259322260 102,10 % 52,43 % 70,85 %
VanEck Vectors Gold Miners UCITS ETF IE00BQQP9F84 78,10 % 62,47 % 87,12 %

Quelle onvista.de / Stand 22. Mai 2020.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
211,10
1,05%
2.
  201,00
1,00%
3.
151,08
0,75%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Goldminen-Aktien: Chancen und Risiken abwägen

Im Grunde handelt es sich hierbei um eine klassische Aktienanlage, mit dem kleinen Unterschied, dass Anleger nicht in die Anteilsscheine von Banken, Automobilhersteller oder Software-Konzernen investieren, sondern in Gesellschaften, die nach Goldminen suchen oder solche bereits betreiben. Doch Goldmine ist nicht gleich Goldmine. Grundsätzlich gilt es zwischen folgenden Unternehmen zu unterscheiden:

  • Explorationsgesellschaften: Sie suchen nach profitablen Goldreserven mit der Absicht, gegebenenfalls später mit der Produktion zu beginnen.

  • Angehende Produzenten: Diese Unternehmen verfügen bereits über die notwendigen Ressourcen und stehen kurz vor Produktionsbeginn.

  • Juniorproduzenten: Unternehmen, die gerade die Produktion aufgenommen haben.

  • Seniorproduzenten: Unternehmen, die bereits seit vielen Jahren Gold fördern. Viele dieser Seniorproduzenten kommen auf ein Fördervolumen von 500.000 Unzen im Jahr.

Im Ernstfall droht der Totalverlust

Wer in Einzelaktien investiert, geht immer Risiken ein - das gilt natürlich auch bei Goldminen-Aktien. Die Wertentwicklung hängt nicht nur vom Goldpreis ab. Hinzu gesellen sich wirtschaftliche und politische Risiken in den Förderländern. Im schlimmsten Fall droht die Pleite - und dem Anleger der Totalverlust. Auf der anderen Seite ist die Investition in eine Goldmine eine Möglichkeit, um mit einem Hebeleffekt vom Goldpreis zu profitieren. "Anleger, die in diesem Bereich noch keine Erfahrungen gemacht haben und sich mit der Materie nicht gut auskennen, sollten lieber die Finger von Minenaktien lassen", warnt Analyst Weinberg. So habe sich der Goldminensektor in der Vergangenheit alles andere als zuverlässig erwiesen.

Performance ausgewählter Goldproduzenten

Name

ISIN

Performance 1 Jahr

Performance 3 Jahre

Performance 5 Jahre

Newmont Goldcorp

US6516391066

104,95 %

91,78 %

138,24 %

Barrick Gold

CA0679011084

120,82 %

61,48 %

114,31 %

Freeport-MC-MoRan

US35671D8570

- 12,03 %

- 22,01 %

- 57,64 %

Agnico Eagle Mines

CA0084741085

60,94 %

34,30

100,75 %

Kirkland Lake

CA49741E1007

15,74 %

435,07 %

6.405,92 %

Quelle: finanzen100 / Stand 22. Mai 2020.

Goldsparplan

Nicht jeder kann auf einmal, einen größeren Betrag in Gold anlegen. Eine Alternative sind klassische Sparpläne auf Gold. Dabei wird ein bestimmter Betrag, zum Beispiel 100 Euro, monatlich an einen Anbieter überwiesen. Dieser kauft dafür Gold und verwahrt es in seinem Tresor.

"Wegen des Kaufs in Raten klingt ein Goldsparplan im ersten Moment nach einer guten Lösung, wenn man nicht einmalig einen Betrag investieren kann oder will. Allerdings sollten Anleger hier genau auf Kosten und Gebühren achten", heißt es bei der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Diese seien oft sehr "üppig", weshalb sich ein Vergleich lohne. So berechnen einige Anbieter eine hohe Vermittlungsprovision. "Sie kalkulieren dabei, dass der Kunde den Sparplan über die gesamte Vertragslaufzeit bedient und berechnen die Provision aus dieser gesamten Anlagesumme, und zwar zu Vertragsbeginn."

Lesen Sie auch: Goldsparpläne – Mit regelmäßigen Sparraten in Gold investieren




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