Auf einen Blick
  • In unsicheren Zeiten retten sich viele Anleger in den vermeintlich sicheren Hafen Gold.

  • Als Anlage in Krisenzeiten eignen sich Münzen und Barren. Für manche Anleger könnte Papiergold interessant sein.

  • Ob physisches Gold, ETF oder ETCs: Wir zeigen, welche Goldanlage sich wirklich lohnt.
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Der Deutsche Aktienindex Dax hat in den vergangenen Wochen eine rasante Achterbahnfahrt hingelegt. Anfang März ein Kursfeuerwerk bis auf gut 15.700 Punkten, in den darauffolgenden zwei Wochen der Absturz auf unter 14.500 Punkte, an diesem Mittwoch schließlich ein Jahreshoch auf gut 15.800 Punkte, nachdem die Inflationsdaten in den USA besser als erwartet ausgefallen sind. Damit liegt der Dax seit Jahresanfang knapp 14 Prozent im Plus (Stand: 12. April 2023).

Anders der Goldpreis: Dieser liegt seit Jahresanfang in der Leitwährung US-Dollar gerechnet mit rund elf Prozent zwar ebenfalls zweistellig im Plus. Allerdings hat das US-Bankenbeben, das am 10. März mit der Pleite der Silicon Valley Bank (SVB) ausbrach und schließlich die traditionsreiche Schweizer Großbank Credit Suisse in Schieflage brachte, den Goldpreis beflügelt. Denn Gold genießt einen Ruf als Krisenschutz. Und ein "sicherer Hafen" war gerade Mitte März gefragter denn je.

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Goldpreis-Entwicklung 2022 und Prognose für 2023

Für Goldanleger war das Jahr 2022 eher durchwachsen. Immerhin ist der Preis für eine Feinunze Gold im Gesamtjahr relativ stabil geblieben und hat sich als Stabilitätsanker für so manches Portfolio erwiesen. In Euro gerechnet konnte der Goldpreis sogar um gut sechs Prozent zulegen und die hohe Inflation zumindest annähernd kompensieren.

Wie geht es weiter? Die Chancen stehen unserer Meinung nach gut, dass der Goldpreis kurzfristig das bisherige Rekordhoch vom August 2020 knacken wird. Das All Time High (ATH) markierte der Goldpreis an der New York Commodities Exchange (COMEX) am 6. August 2020 bei 2.081,80 US-Dollar auf Intraday-Basis und 2.069,40 auf Schlusskurs-Basis. Ein nachhaltiger Sprung über die bisherigen Rekordstände dürfte erst einmal weitere Goldkäufer anlocken.

Auch die Analysten von Goldman Sachs haben ihr Kursziel für die Feinunze Gold vor kurzem von 1.950 auf 2.050 US-Dollar leicht angehoben. „Wir glauben, dass der Markt nicht nur durch Zuflüsse von ETFs (Exchange Traded Funds) gut unterstützt wird, sobald die Fed-Fonds-Zinsen ihren Höchststand erreicht haben, sondern auch durch einen stärkeren „Reichtum“-Effekt aus dem Osten, da der USD infolge des Renditerückgangs bis zum Jahresende abwertet und das BIP der Schwellenländer durch die Wiedereröffnungseffekte in China stark wächst“, schrieben die Goldmänner Ende März in einer Studie.   


 

Goldmünzen und Goldbarren

Sparer, die besonderen Wert auf Sicherheit legen, sollten auf physisches Gold in Form von Münzen und Barren setzen. Goldbarren- und münzen werfen zwar keine Zinsen oder Dividenden ab, doch genießt das Edelmetall in Krisenzeiten höchste Akzeptanz. Daher legen viele Verbraucher eine kleine Sicherheitsreserve in Gold an, um im äußersten Notfall damit handeln oder bezahlen zu können.

Gold kaufen: Wo geht das am besten?

Wer Gold kaufen möchte, der kann dies bei Händlern, Banken und Juwelieren tun. Am bequemsten lässt sich Gold im Internet einkaufen. Zu den bekannten Adressen gehören etwa gold.de, proaurum.de sowie degussa-goldhandel.de und goldsilbershop.de. Aber aufgepasst: Hier lohnt sich ein gründlicher Vergleich. So kostet etwa bei Pro Aurum die Feinunze Wiener Philharmoniker 1.930,50 Euro, während bei goldsilbershop.de die gleiche Münze 1.883,42 Euro kostet (Stand 12. April 2023).

Die wichtigsten Anlagemünzen im Überblick

Bezeichnung

Land

Rohgewicht in Gramm

Feinheit in Promille

Krügerrand

Südafrika

33,93

916,66

Maple Leaf

Kanada

31,10

999,9

Kängurur

Australien

31,10

999,9

Philharmoniker

Österreich

31,10

999,9

Eagle

USA

33,93

916,66

Britannia

GB

31,21

999,9

Panda

China

30,00

999,9

Buffalo

USA

31,10

999,9

Quelle: Biallo.de; eigene Recherche

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Gold-Fonds und Gold-Zertifikate (Gold-ETC)

Physisches Gold ist die Absicherung in Krisenzeiten, doch Rendite lässt sich nur über mögliche Wertsteigerungen erzielen. Zinsen oder Dividenden wie bei Anleihen oder Aktien gibt es bei Gold nicht. Wer sich hingegen für einen Goldfonds entscheidet, setzt damit in erster Linie auf Goldunternehmen, die durchaus attraktive Dividenden auschütten können. Kostengünstig sind börsengehandelte besicherte Gold-Zertifikate (ETC). "Die meisten Gold-ETCs haben einen direkten Bezug zu Gold, sprich, der Anleger erwirbt indirekt einen Anspruch auf das physische Gold und dadurch ist es sicherlich eine gute Alternative zum klassischen Goldhändler", erklärt Eugen Weinberg, Leiter Rohstoffanalyse bei der Commerzbank.

Die meisten Gold-ETCs sind zwar mit physischen Gold besichert. Allerdings zählen ETCs nicht wie ETFs zum Sondervermögen, sondern es handelt sich um Schuldverschreibungen – zum Teil auch mit Auslieferungsrecht. Das heißt, im Falle einer Pleite des Emittenten oder der Depotbank besteht ein Totalverlustrisiko.

  • Biallo-Tipp: Wo genau die Unterschiede zwischen ETF, ETC, ETN liegen und wie sie jeweils genau funktionieren, erläutern wir Ihnen in einem separaten Ratgeber zu diesen börsengehandelten Produkten.

Wichtiger Hinweis: Die Auswahl der unten genannten Wertpapiere dient ausschließlich Informationszwecken und stellt kein Angebot, keine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar!

Wertentwicklung ausgewählter Gold ETCs

Name (ISIN)

Performance 1 Jahr

Performance 3 Jahre

Performance 5 Jahre

Xetra Gold (DE000A0S9GB0)

+ 2,26 %

+ 19,43 %

+ 68,09 %

iShares Physical Gold ETC (IE00B4ND3602)

+ 2,56 %

+ 18,10 %

+ 66.09 %

Gold Bullion Securities (GB00B00FHZ82)

+ 2,65 %

+ 19,03 %

+ 67,62 %

EUWAX Gold (DE000EWG0LD1)

+ 1,97 %

+ 18,73 %

+ 66,03 %

Xtrackers Physical Gold ETC (DE000A1E0HR8)

+ 2,12 %

+ 17,45 %

+ 65.84 %

Quelle: eigene Recherche; Performance-Werte laut von Börse Stuttgart (Stand: 12. April 2023) / Angaben ohne Gewähr.

Goldaktienfonds

Mehr Sicherheit bieten aktiv gemanagte Goldaktienfonds, weil sie als Sondervermögen stets im Eigentum des Anlegers bleiben. Aktiv gemanagte Goldfonds investieren überwiegend in Aktien, die im Edelmetallsektor tätig sind, zum Beispiel in Goldminenaktien. Der nachhaltige Fonds "DJE – Gold & Ressourcen" (LU0159550077) fokussiert sich beispielsweise auf "Aktien von Unternehmen, die in der Gewinnung, Verarbeitung und Vermarktung von Gold tätig sind". Der Anteil an Goldminenaktien könne dabei dynamisch zwischen 30 und 100 Prozent variieren, heißt es.

Wichtig: Aktienfonds und ETFs mit Schwerpunkt auf Goldminenaktien gelten als äußerst sepkulativ und sollten nur einen geringen Anteil im Gesamtportfolio ausmachen. Sie fungieren quasi als Hebel auf den Goldpreis.

Performance ausgewählter aktiv gemanagter Goldaktienfonds

Name / ISIN

Performance 1 Jahr

Performance 3 Jahre

Performance 5 Jahre

DJE - Gold & Ressourcen (LU0159550077) -8,61 % +54,14 % +39,07 % 

Stabilitas – Pacific Gold Metals (LU0290140358)

-14,89 %

+31,58 %

+72,37 %

Earth Gold Fund (DE000A0Q2SD8)

-15,69 %

+87,43 %

+105,02 %

Nestor Gold (LU0147784465)1

-5,59 %

+72,91 %

+83,85 %

DWS Invest Gold and Precious Metals (LU0363470401)

-11,16 %

+30,32 %

+83,24 %

Quelle: eigene Recherche; Performance-Werte auf NAV-Basis laut fondsweb.com (Stand: 11. April 2023) / Angaben ohne Gewähr.
1Performance-Werte zum Stand 12. April 2023

Es gibt auch Goldminen-ETFs, die einen bestimmten Index nachbilden. Der bekannteste Goldminenaktien-Index ist wohl der NYSE Arca Gold BUGS Index, auch HUI genannt. Diesen Index referenzieren auch die ETFs in nachfolgender Übersicht.

Performance ausgewählter Goldminen-ETFs

Name / ISIN Performance 1 Jahr Performance 3 Jahre Performance 5 Jahre
Lyxor NYSE Arca Gold Bugs UCITS ETF (LU0488317701) -16,33 % +19,11 % +66,97 %
Market Access NYSE Arca Gold Bugs UCITS ETF (LU0259322260) -14,96 % +21,57 % +66,90 %
VanEck Vectors Gold Miners UCITS ETF (IE00BQQP9F84) -11,56 % +27,92 % +79,12 %

Quelle: eigene Recherche; Performance-Werte laut von Börse Stuttgart (Stand: 12. April 2023) / Angaben ohne Gewähr.

 

Goldminen-Aktien: Chancen und Risiken abwägen

Im Grunde handelt es sich hierbei um eine klassische Aktienanlage, mit dem kleinen Unterschied, dass Anleger nicht in die Anteilsscheine von Banken, Automobilhersteller oder Software-Konzernen investieren, sondern in Gesellschaften, die nach Goldminen suchen oder solche bereits betreiben. Doch Goldmine ist nicht gleich Goldmine. Grundsätzlich gilt es zwischen folgenden Unternehmen zu unterscheiden:

  • Explorationsgesellschaften: Sie suchen nach profitablen Goldreserven mit der Absicht, gegebenenfalls später mit der Produktion zu beginnen.

  • Angehende Produzenten: Diese Unternehmen verfügen bereits über die notwendigen Ressourcen und stehen kurz vor Produktionsbeginn.

  • Juniorproduzenten: Unternehmen, die gerade die Produktion aufgenommen haben.

  • Seniorproduzenten: Unternehmen, die bereits seit vielen Jahren Gold fördern. Viele dieser Seniorproduzenten kommen auf ein Fördervolumen von 500.000 Unzen im Jahr.

Im Ernstfall droht der Totalverlust

Wer in Einzelaktien investiert, geht immer Risiken ein – das gilt natürlich auch bei Goldminen-Aktien. Die Wertentwicklung hängt nicht nur vom Goldpreis ab. Hinzu gesellen sich wirtschaftliche und politische Risiken in den Förderländern. Im schlimmsten Fall droht die Pleite und dem Anleger der Totalverlust. Auf der anderen Seite ist die Investition in eine Goldmine eine Möglichkeit, um mit einem Hebeleffekt vom Goldpreis zu profitieren. "Anleger, die in diesem Bereich noch keine Erfahrungen gemacht haben und sich mit der Materie nicht gut auskennen, sollten lieber die Finger von Minenaktien lassen", warnt Commerzbank-Analyst Weinberg. So habe sich der Goldminensektor im vergangenen Jahrzehnt alles andere als zuverlässig erwiesen.

Performance ausgewählter Goldproduzenten

Name / ISIN

Performance 1 Jahr

Performance 3 Jahre

Performance 5 Jahre

Newmont Mining (US6516391066)

-37,05 %

-11,30 %

+41,62 %

Barrick Gold (CA0679011084)

-21,88 %

-11,68 %

+70,79 %

Freeport-McMoRan (US35671D8570)

-15,09 %

+402,91 %

+160,91 %

Agnico Eagle Mines (CA0084741085)

-13,84 %

k. A.

k. A. 

Wheaton Precious Metals (CA9628791027)

-1,18 %

+61,21 %

+168,01 %

Quelle: eigene Recherche; Performance-Werte laut von Börse Stuttgart (Stand: 12. April 2023) / Angaben ohne Gewähr.

 

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Goldsparplan

Nicht jeder kann auf einmal einen größeren Betrag in Gold anlegen. Eine Alternative sind klassische Goldsparpläne. Dabei wird ein bestimmter Betrag, zum Beispiel 100 Euro, monatlich an einen Anbieter überwiesen. Dieser kauft dafür Gold und verwahrt es in seinem Tresor.

"Wegen des Kaufs in Raten klingt ein Goldsparplan im ersten Moment nach einer guten Lösung, wenn man nicht einmalig einen Betrag investieren kann oder will. Allerdings sollten Anleger hier genau auf Kosten und Gebühren achten", heißt es beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Diese seien oft sehr "üppig", weshalb sich ein Vergleich lohne. So berechnen einige Anbieter eine hohe Vermittlungsprovision. "Sie kalkulieren dabei, dass der Kunde den Sparplan über die gesamte Vertragslaufzeit bedient und berechnen die Provision aus dieser gesamten Anlagesumme, und zwar zu Vertragsbeginn."

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Über den Autor Kevin Schwarzinger
Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.
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