Auf einen Blick
  • Exchange Traded Products (ETPs) werden an der Börse gehandelt und stellen ein vielseitiges Anlageinstrument dar.

  • ETPs sind für Anlegerinnen und Anleger geeignet, die ihr Portfolio diversifizieren und von der Marktbewegung eines gesamten Sektors profitieren möchten.

  • Unter die Kategorie ETP fallen ETFs, ETCs und ETNs. Wir haben für Sie alle wesentlichen Informationen zum Thema ETPs zusammengefasst.
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Bei der Geldanlage sollten Anlegerinnen und Anleger immer darauf achten, nicht nur „auf ein Pferd zu setzen“, sondern ihr Vermögen auf unterschiedliche Anlageklassen zu streuen. Exchange Traded Products (ETPs) bieten in diesem Zusammenhang ein vielseitiges Anlageinstrument. Aber was genau ist ein ETP, und warum ist diese Form der Geldanlage so beliebt? Wir haben für Sie alle wesentlichen Informationen zusammengefasst.

 

Was sind ETPs?

Die Grundidee hinter den ETPs entstand durch die Portfoliotheorie des Nobelpreisträgers Harry Markowitz. Die Theorie besagt, dass eine Geldanlage am erfolgreichsten ist, wenn Anleger in unterschiedliche Vermögenswerte investieren, die nicht miteinander korrelieren.

Exchange Traded Products (ETPs) gehören zu den Anlageprodukten, die an der Börse gehandelt werden. Mit ETPs können Sie in eine Vielzahl von Vermögenswerten investieren und somit Ihr Portfolio breit diversifizieren, sprich auf unterschiedliche Anlageklassen streuen. Ziel eines ETPs ist es, die Entwicklung eines Referenzwertes abzubilden. Als Referenzwert können zum Beispiel AktienAnleihenRohstoffeEdelmetalleKryptowährungen oder Indizes dienen. Somit ist ein ETP keine aktiv gemanagte Anlage, sondern ein passives Investment, da sich die Kurse vom hinterlegten Referenzwert ableiten.

Den ersten Versuch, ein solches Finanzprodukt zu bilden, stellten die sogenannten Index Participation Shares (IPS) dar, quasi die Vorläufer der heutigen ETFs. Im Jahr 1989 ging in den USA der erste IPS an den Start, der den breiten US-Index S&P 500 referenzierte. Aus regulatorischen Gründen wurde der IPS-Handel an der American Stock Exchange allerdings verboten, die Produkte konnten nur noch an der Terminbörse gehandelt werden.

Ein Jahr später folgte mit dem Toronto Index Participation Shares (TIPs) ein weiterer Versuch. Es war der erste börsengehandelte Fonds an der Börse Kanada, mit dem Anleger in kanadische Blue Chips investieren konnten. Nach dessen Vorbild startete der US-Vermögensverwalter State Street Global Advisors im Jahr 1993 schließlich den ersten ETF auf den S&P 500 namens Standard & Poor’s Depositary Receipts, der wegen seines Kürzels SPDR auch Spider genannt wird. Der SPDR S&P 500 ETF zählt mit einem Fondsvolumen von umgerechnet rund fünf Milliarden Euro heute zu den größten ETFs der Welt.

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Welche Arten von ETPs gibt es?

Es gibt drei wesentliche Arten von ETPs, die sich in ihrer Struktur und dem Anlagefokus unterscheiden. Wir haben bereits in einem Ratgeber für Sie die Unterschiede der einzelnen ETPs zusammengefasst und bieten Ihnen daher hier nur einen kurzen Überblick:

Exchange Traded Funds (ETFs)

ETFs sind Indexfonds, die einen bestimmten Index wie zum Beispiel den DAX oder den S&P 500 nachbilden und in der Regel wie ein Fonds strukturiert sind. Genau wie klassische Fonds gehören ETFs zum Sondervermögen und somit bleibt das Vermögen im Insolvenzfall des Anbieters für Anleger reserviert. ETFs bieten Ihnen die Möglichkeit, diversifiziert in eine ganze Anlageklasse oder einen Sektor zu investieren. Nahezu zu jedem Aktienindex wird auch ein passender ETF angeboten. Auch das Investment in einzelne Nischen wie etwa Digitalisierung oder Künstlichen Intelligenz (KI) ist mit einem ETF möglich.

Exchange Traded Commodities (ETCs)

ETCs ermöglichen Investitionen in einzelne Rohstoffe oder Edelmetalle und werden als Schuldverschreibung emittiert. Hierbei halten die Emittenten in der Regel als Sicherheit die Rohstoffe in physischer Form. Somit bieten ETCs Ihnen eine einfache Möglichkeit, in den Rohstoff- und Edelmetallmarkt zu investieren, ohne selbst physische Güter zu kaufen. Anders als ETFs zählen ETCs allerdings nicht zum Sondervermögen und weisen ein höheres Ausfallrisiko.

Exchange Traded Notes (ETNs)

ETNs werden von Banken ausgegeben und sind unbesicherte Schuldverschreibungen. Das bedeutet, dass die Sicherheit dieser Anlage sehr stark von der Bonität des Emittenten abhängt; unabhängig davon, wie sich der Referenzwert entwickelt. Daher sind ETNs ähnlich strukturiert wie unbesicherte Anleihen. Durch einen ETN ist beispielsweise das Investment in Währungen und Kryptowerte möglich.

 

Wo kommen ETPs zum Einsatz?

Ein ETP kommt zum Einsatz, wenn Anlegerinnen und Anleger ihr Portfolio diversifizieren und von einer gesamten Marktbewertung in einem Sektor partizipieren möchten. Ein großer Vorteil ist, dass beispielsweise durch ein Investment in einen Index keine alleinige Abhängigkeit von nur einem Wert besteht und somit ebenfalls Risiken gemanagt werden. Außerdem bieten ETPs niedrige Kosten, eine hohe Transparenz und einen sicheren Handel über eine Börse.

Aufgrund ihrer Flexibilität und Zugänglichkeit sind ETPs sowohl bei institutionellen als auch bei privaten Anlegern beliebt.

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Hier können Sie ETPs kaufen

Da ETPs an der Börse gehandelt werden, können Sie ein Investment grundsätzlich dann tätigen, wenn Sie ein Depot besitzen. Da die meisten Kreditinstitute und deren Bankberater jedoch eher die eigenen Anlageprodukte und Fonds verkaufen, müssen Sie sich um die Anlage in einem ETP meist selbst kümmern. In diesem Zusammenhang bieten verschiedene Onlinebroker und Internetbanken wie die ING, die DKBScalable CapitalTrade Republic und zahlreiche andere Anbieter günstige Online-Depots, niedrige Transaktionskosten sowie eine große Anzahl von ETPs.

Wenn Sie derzeit noch kein Depot besitzen, bietet Ihnen unser Depot-Vergleich eine solide Informationsquelle, um das für Sie passende Depot zu finden.

 

Das sollten Anleger beim Kauf von ETPs beachten

Beim Kauf von ETPs sollten Sie verschiedene Faktoren sorgfältig prüfen.

  • Ein wichtiger Aspekt sind die Kosten: Die Gesamtkostenquote, auch Total Expense Ratio (TER) genannt, gibt an, welche laufenden Kosten jährlich anfallen. Diese Kosten werden direkt aus dem Fondsvolumen entnommen und sind bereits in der Performance berücksichtigt. Je niedriger die TER ist, desto günstiger ist das Produkt für die Anlegerinnen und Anleger.
  • In diesem Zusammenhang sollten auch mögliche externe Kosten, wie etwa die Geld-Brief-Spanne ebenfalls berücksichtigt werden. Diese gibt den sogenannten Spread an, also die Spanne zwischen Ankauf- und Verkaufskurs. Grundsätzlich gilt: Je höher das Handelsvolumen beziehungsweise die Liquidität, desto niedriger fällt der Spread aus und desto günstiger können Sie das Wertpapier kaufen oder verkaufen. Daher sollten Sie das Handelsvolumen und den Spread genauestens im Auge behalten.
  • Auch die Exaktheit der Indexnachbildung ist entscheidend. Der sogenannte Tracking Error (Nachbildungsfehler) und die Tracking Difference (Nachbildungsdifferenz) sind hierbei wichtige Kennzahlen, die Aufschluss darüber geben, wie genau der ETP den zugrunde liegenden Index nachbildet.
 

Die Vor- und Nachteile von ETPs

ETPs sind für viele Anlegerinnen und Anleger ein attraktives Investment. Einer der Hauptvorteile von ETPs ist ihre Handelbarkeit. So können Sie ETPs jederzeit während der Handelszeiten an der Börse kaufen und verkaufen. Damit bieten ETPs eine hohe Flexibilität und sind hilfreiches Mittel für die Portfoliodiversifizierung. Mit nur einem Wertpapier können Sie in eine Vielzahl von Vermögenswerten investieren und somit Risiken minimieren, aber auch gleichzeitig Ihre Renditechancen erhöhen. Besonders attraktiv sind hierbei die geringen Kosten, die beim Kauf eines ETPs anfallen. Klassische Fonds sind im Vergleich oftmals teurer.

Vorteile

  • grundsätzlich hohe Verfügbarkeit durch den Handel an der Börse
  • hohe Flexibilität
  • breite Diversifikation in unterschiedliche Werte mit nur einem Finanzprodukt
  • gebremstes Risiko und dennoch hohe Renditechancen
  • große Auswahl an verschiedenen ETPs
  • geringe Kosten

Trotz der genannten Vorteile gibt es auch Nachteile, die bei einer Anlage in einem ETP berücksichtigt werden sollten. Durch die große Auswahl an ETPs kann es für Anlegerinnen und Anleger schwer sein, die richtige Anlagelösung zu finden.

Insbesondere bei Exchange Traded Notes (ETNs) ist das Emittentenrisiko ein kritischer Faktor, da es sich hierbei um unbesicherte Schuldverschreibungen handelt. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten können Anlegerinnen und Anleger erhebliche Verluste erleiden. Dieses Emittentenrisiko besteht auch bei ETCs, da diese ebenfalls nicht zum Sondervermögen der Fondsgesellschaft zählen. Das allgemeine Marktrisiko ist bei ETPs ebenfalls nicht zu vernachlässigen, da die Wertentwicklung von den Marktschwankungen abhängt. Folglich besteht immer das Risiko von Kursverlusten. Des Weiteren kann eine nicht exakte Nachbildung des zugrunde liegenden Referenzwertes durch Nachbildungsfehler und Nachbildungsdifferenzen die Erwartungen von Anlegerinnen und Anlegern trügen.

Nachteile

  • großes Angebot an ETPs kann verwirrend sein
  • Risiko von Kursverlusten
  • ETNs und ETCs sind Schuldverschreibungen und daher tragen Sie ein Emittentenrisiko
  • Risiken, wenn der Referenzwert nicht exakt nachgebildet wird

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Wann lohnt sich ein Investment?

Ein Investment in ETPs kann sich in verschiedenen Situationen lohnen. Anlegerinnen und Anleger, die ihr Portfolio diversifizieren möchten, können ETPs nutzen, um einfach und kostengünstig Zugang zu verschiedenen Märkten und Assetklassen zu erhalten. Für kostenbewusste Anlegerinnen und Anleger sind ETPs eine attraktive Alternative zu aktiv verwalteten Fonds, da sie in der Regel niedrigere Gebühren aufweisen. Außerdem können Sie mit einem ETP gezielt in ganze Sektoren oder Regionen investieren, ohne dabei mehrere verschiedene Titel erwerben zu müssen. In diesem Zusammenhang spart ein ETP Ihnen auch Zeit, die für die Recherche passender Wertpapiere aufgebracht werden muss. Dafür müssen Sie jedoch dem angebotenen ETP vertrauen und Grundkenntnisse über den zugrunde liegenden Referenzwert haben.

Besonders attraktiv sind die immer beliebter werdenden ETFs. Diese sind in der Regel nicht nur sehr transparent, sondern ihr Handel ist grundsätzlich hochliquide. Viele Sparerinnen und Sparer nutzen einen ETF, um mit monatlichen Sparraten ganz bequem ein breit diversifiziertes Portfolio aufzubauen. Zudem ergibt sich im Gegensatz zum Investment in einen ETN oder in einen ETC beim Kauf eines ETFs eine hohe Sicherheit. Dies ist dadurch begründet, dass ETFs als Sondervermögen gelten und somit das Fondsvermögen im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft oder des Brokers geschützt ist.

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