Auf einen Blick
  • Der deutsche Aktienindex (Dax) enthält die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Bei Anlegern sind diese Werte sehr beliebt.

  • Der Sportartikelhersteller Adidas, der Baustoffkonzern Heidelberg Materials und die Rüstungsfirma Rheinmetall sind im Dax bislang die Top-Performer 2023.

  • Wir sagen Ihnen, warum die Aktien der drei Unternehmen so gut laufen – und wie ihre Aussichten sind.
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Sie sind die Stars am deutschen Aktienmarkt: die Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax). Der Leitindex wird von der Deutschen Börse berechnet und enthält die 40 größten börsennotierten deutschen Firmen. Das Marktbarometer repräsentiert damit etwa 80 Prozent der Marktkapitalisierung aller an der Börse gelisteter Aktiengesellschaften in Deutschland. Zu den Konzernen mit dem größten Börsenwert gehören derzeit der Softwarehersteller SAP (145 Milliarden Euro), der Flugzeugbauer Airbus und der Elektrokonzern Siemens (beide 100 Milliarden Euro). Am hinteren Ende der Skala rangieren der Werkstoff-Produzent Covestro (neun Milliarden Euro), der Sportwagenhersteller Porsche Automobilholding (acht Milliarden Euro) und der Online-Händler Zalando (sieben Milliarden Euro). Die Größe allein sagt aber noch nichts über die Performance der Dax-Aktien aus.

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Die drei Top-Performer im Dax

Im laufenden Jahr (Stichtag: 31. August 2023) konnten sich besonders die Aktionäre von Adidas (+ 44 Prozent), Heidelberg Materials (+39 Prozent) und Rheinmetall (+35 Prozent) über satte Gewinne freuen. Zum Vergleich: Der Dax legte im gleichen Zeitraum um 14,5 Prozent zu. Was macht die drei Dax-Gewinner in diesem Jahr so stark?

Adidas: Kooperation mit Indien treibt den Kurs

Die jüngste Outperformance von Adidas muss man vor dem Hintergrund eines massiven Kurseinbruchs des Titels in den vergangenen beiden Jahren sehen. Den Tiefpunkt erreichte die Aktie in dieser Phase im Herbst 2022, als sie bei unter 100 Euro notierte (siehe Chart). Seitdem konnte sich der Kurs, der aktuell bei rund 185 Euro steht, wieder einigermaßen erholen. Die Trendwende wird auch mit dem Wechsel in der Chefetage des Unternehmens verknüpft. Vorstandsvorsitzender ist seit diesem Jahr Bjørn Gulden, der den zuletzt glücklosen Kasper Rorsted ersetzte. Guldens guter Ruf eilte ihm voraus: Der Manager hatte zuvor fast ein Jahrzehnt die Geschicke des Adidas-Konkurrenten Puma geleitet.

So hat sich die Adidas-Aktie entwickelt

Entwicklung der Adidas Aktie.

Kursverlauf in den vergangenen zwölf Monaten, Stichtag 31.08.2023, Quelle: Tradingview

Jüngst trieb zudem die Aussicht auf eine Kooperation auf dem indischen Absatzmarkt die Aktie auf den höchsten Stand seit Juni 2022. Dem Vernehmen nach hat sich der Konzern über eine Zusammenarbeit mit dem indischen Schuhhersteller und -händler Bata verständigt, der mit 2.000 Filialen einer der führenden Anbieter am indischen Markt ist.

Heidelberg Materials: Fokus auf Recyclingmaterial

Heidelberg Materials hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr auf 719 Millionen Euro gesteigert. Wichtiger Grund dafür sind Preiserhöhungen, die der Baustoffkonzern mit seiner Marktmacht durchsetzen konnte. Künftige Preissenkungen sind nach Einschätzung von Unternehmenschef Dominik von Achten nicht zu erwarten. Deshalb hob Heidelberg Materials seine Jahresprognose an. Ein weiterer Wachstumstreiber sind sinkende Energiekosten. Ein Trend, der dem Unternehmen in die Hände spielt, ist zudem die Wiederverwendung von Baustoffen. Heidelberg Materials will bis 2030 weltweit für die Hälfte seiner Betonprodukte Recyclingmaterial verwenden. Die Aktie kennt seit Herbst nur noch eine Richtung: nach oben und notiert derzeit bei rund 74 Euro (siehe Chart).

So hat sich die Heidelberg-Aktie entwickelt

Entwicklung der Heidelberg Aktie.

Kursverlauf in den vergangenen zwölf Monaten, Stichtag 31.08.2023, Quelle: Tradingview

Rheinmetall: Ukraine-Konflikt sorgt für volle Auftragsbücher

Panzer, Munition, Flugabwehr-Waffen und bald auch noch Drohnen: Der Rüstungskonzern Rheinmetall macht gute Geschäfte mit dem Russland-Ukraine-Krieg. Die Auftragsbücher des Konzerns sind wegen des Konflikts so voll wie noch nie. Der jüngste Auftrag kommt erneut von der Bundesregierung. Voraussichtlich zum Jahresende soll Rheinmetall Aufklärungsdrohnen liefern, die in die Ukraine gehen. Die Drohnen sollen dazu dienen, die Kommunikation des Feindes abzuhören oder zu stören. Bereits zuvor hatte das Unternehmen zahlreiche Militärgüter an die Ukraine verkauft. Experten gehen davon aus, dass der Rüstungsbereich auch längerfristig für Profite sorgen wird. Daneben läuft es auch in der Autosparte gut: Der Konzern macht rund ein Drittel seines Geschäfts als Zulieferer für die Automobilindustrie. Der Aktienkurs ist binnen eines Jahres kräftig gestiegen, zuletzt ging es aber eher seitwärts (siehe Chart).

So hat sich die Rheinmetall-Aktie entwickelt

Entwicklung der Rheinmetall Aktie.

Kursverlauf in den vergangenen zwölf Monaten, Stichtag 31.08.2023, Quelle: Tradingview

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Trend spricht für weitere Kursanstiege

„The Trend is your friend” (zu deutsch: Der Trend ist dein Freund) lautet eine bekannte Börsenweisheit, die man auch beim Aktienkauf beherzigen sollte. Anhänger dieser Strategie konzentrieren sich auf Aktien, die in der Vergangenheit stark gestiegen sind. Für sie ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Gewinner von gestern auch zu den Top-Performern von morgen gehören. Experten nennen dies die Momentum-Strategie.

Das Fundament dazu lieferte der US-Wissenschaftler Robert Levy bereits Ende der 1960er-Jahre mit seiner „Theorie der relativen Stärke“. Levy zählte bei 200 Aktien jeweils die Schlusskurse der vergangenen 26 Wochen zusammen und teilte das Ergebnis durch 26. So erhielt er einen Durchschnittskurs. Anschließend teilte er jeden einzelnen Kurs durch den Durchschnittskurs. Kam dabei eine Zahl größer eins heraus, war dies für ihn ein Kaufsignal.

Die Berechnung der Relativen Stärke nach Levy (RSL) kann sich auch auf andere Zeiträume als 26 Wochen beziehen. So lässt sich der RSL-Indikator etwa für 250 Tage betrachten. Nach Angaben des Börsenportals Onvista liegt dieser Wert bei den drei Top-Performern im Dax zum Stichtag 1. September 2023 jeweils über eins: Bei Adidas beträgt er 1,25, bei Heidelberg Materials 1,21 und bei Rheinmetall 1,12.

 

Welche Aktien noch Kurspotenzial haben

Wenn Aktien eine Zeit lang deutlich steigen, stellt sich die Frage, ob die Papiere weiteres Kurspotenzial besitzen. Eine wichtige fundamentale Kennzahl, um festzustellen, ob der Markt den Titel „teuer“ oder „günstig“ bewertet, ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) einer Aktie. Das KGV ist das Verhältnis des Kurses zum Gewinn je Aktie und gibt an, wie sich der Gewinn in der Bewertung des Unternehmens niederschlägt. Faustregel: Ein niedriges KGV gilt grundsätzlich als Kaufargument, weil noch Kurspotenzial in der Aktie steckt. Ein KGV von unter 15 sehen Analysten häufig als niedrig an, ab einem KGV von etwa 25 gelten Aktien als eher teuer. Allerdings sind dies nur ungefähre Richtwerte. Die Kennziffer sollte zudem mit der jeweiligen Branche, in der das Unternehmen tätig ist, verglichen werden. Liegt das KGV einer Aktie zum Beispiel bei 16, das der Branche aber bei 20, so kann man auch hier von einer Unterbewertung sprechen.

 

Wie der Markt die Top-Performer im Dax bewertet

Für 2023 basieren die Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf den Gewinnschätzungen für die Unternehmen im laufenden Jahr. Bei Adidas allerdings sind die Schätzungen für das aktuelle Geschäftsjahr negativ. Bei einem Verlust gibt es jedoch kein KGV. Erst für 2024 sind die Gewinnschätzungen für Adidas wieder positiv. Das KGV liegt nach den bisherigen Schätzungen dann bei gut 40 bei einem Kurs von 182 Euro. Bei Heidelberg Materials beträgt das KGV acht für das Jahr 2023 (Aktienkurs: 77 Euro). Bei Rheinmetall liegt es bei knapp 18 (Aktienkurs: 249 Euro). Auf KGV-Basis ist daher Heidelberg Materials sehr günstig bewertet. Gleichwohl sollte man bedenken, dass die Baubranche von den massiven Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und den gestiegenen Preisen für Baustoffe negativ betroffen ist. Das KGV muss man daher auch mit Blick auf das gesamte wirtschaftliche Umfeld bewerten.

 

Vor- und Nachteile bei Dax-Aktien

Unternehmen mit einem hohen Börsenwert, auch Large Caps genannt, gelten als solide, finanzstark und profitabel. Daher geben Dax-Aktien Anlegern eine gewisse Sicherheit. Ihre Kursschwankungen sind weniger intensiv als bei kleineren Unternehmen, wie man sie etwa im Nebenwerte-Index SDax findet. Diese sind nicht so bekannt und weniger finanzstark. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel: 2020 meldete mit dem Finanzdienstleister Wirecard erstmals ein Dax-Mitglied Insolvenz an. Dubiose Machenschaften des Managements sollen zu einem Bilanzloch von 1,9 Milliarden Euro geführt haben.

Dennoch genießen Dax-Konzerne nach wie vor einen guten Ruf, der bei Investoren eine wichtige Rolle spielt. Das Wachstumspotenzial solcher Unternehmen ist allerdings oft geringer als bei Aktien von kleineren Firmen, da sich Umsätze und Gewinne bei Large Caps oft bereits auf hohem Niveau befinden und die Unternehmen damit weniger positives „Überraschungspotenzial“ besitzen als zum Beispiel mittelständische Unternehmen.

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Fonds und ETFs auf den Dax als Alternative

Statt auf Einzeltitel können Anleger auch auf einen ganzen Leitindex setzen wie den Dax (Aktien Deutschland), den Euro Stoxx 50 (Eurozone), den S&P 500 (USA) oder den MSCI World (Welt). Das funktioniert mit dem Kauf eines börsengehandelten Indexfonds (ETFs). So ist es möglich, mit einem ETF in einen ganzen Markt, in verschiedene Regionen oder in unterschiedliche Branchen zu investieren. Ein Dax-ETF etwa enthält alle 40 Dax-Titel. Er bildet die Kursentwicklung des Index eins zu eins ab.

Darüber hinaus gibt es auch klassische Investmentfonds, die in große und bekannte Konzerne dieser Welt investieren. Bei ihnen kümmern sich Fondsmanager um die Auswahl der Aktien. Allerdings ist hierbei die Managementgebühr höher als bei ETFs, bei denen die Zusammensetzung des Index automatisch nachgebildet wird.

Ob Anleger lieber Einzelwerte kaufen oder in den Index als Ganzes investieren, ist dabei vor allem eine Frage der persönlichen Risikobereitschaft. Bei Einzeltiteln ist das Risiko eines Kursverlustes in der Regel höher als bei einem ganzen Bündel von Unternehmensaktien, das sich in einem Fonds befindet. Daher sollte man auch bei einer Investition in einzelne Werte des Deutschen Aktienindex versuchen, das Risiko zu streuen, indem man mehrere Dax-Aktien aus verschiedenen Branchen kauft. Experten raten dazu, in mindestens zehn solcher Einzeltitel zu investieren. Wie man als Anleger beim Kauf von Einzelaktien am besten vorgeht, erläutern wir in einem weiteren Ratgeber.

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Über den Autor Gian Hessami

Gian Hessami ist freiberuflicher Finanzjournalist. Er schreibt unter anderem für „Börse Online“, „Euro am Sonntag“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)“ und das „Handelsblatt“ rund um das Thema Geldanlage. Dabei stehen die Perspektive des Anlegers sowie die Chancen und Risiken der Investments im Vordergrund. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004. Bei Investments fokussiert er sich auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe. Darüber hinaus hat er sich auf Derivate wie Zertifikate und Hebelprodukte, beispielsweise Optionsscheine und Knock-out-Papiere, spezialisiert.

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