Auf einen Blick
  • Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gilt als eine der wichtigsten Kennzahlen für Börse und Aktien.

  • Mit dem KGV können Anleger eine Bewertung von Aktien vornehmen.

  • Das Kurs-Gewinn-Verhältnis lässt sich durch eine simple Formel berechnen.
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Auch wenn Negativzinsen durch die Zinswende der Europäischen Zentralbank erst mal der Vergangenheit angehören, bleibt die anhaltend hohe Inflation eine Herausforderung für Sparerinnen und Sparer. Denn trotz steigender Zinsen werden klassische Sparanlagen wie Tagesgeld und Festgeld abzüglich Inflation auf absehbare Zeit weiterhin Verluste erzielen. Daher müssen Anleger für den Vermögensaufbau nach alternativen Geldanlagen suchen. Bei negativen Realzinsen bieten sich beispielsweise Aktien und ETFs an.

Doch mit welchen Kennzahlen finden Sie geeignete Aktien? Das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis – kurz KGV – gilt als eine der wichtigsten Kennzahlen bei der Analyse von Aktien. Beim Wertpapierhandel geht es zum einen um die Auswahl der geeigneten Finanzinstrumente. Zum anderen benötigen Sie Kennzahlen zur Bewertung der entsprechenden Wertpapiere – beispielsweise Aktien.

Reicht das KGV aus, um eine Aktie zu bewerten? Was sagt das Kurs-Gewinn-Verhältnis aus? Wir erläutern in diesem Ratgeber, was das KGV ist und welche Aussagekraft diese Kennzahl hat. Zudem zeigen wir Ihnen, wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis einer Aktie berechnet wird.

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Was bedeutet das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)?

Das KGV ist eine Kennzahl, die oftmals in der Fundamentalanalyse verwendet wird. Die Fundamentalanalyse ist eine Methode zur Bewertung von Aktien. Mit dieser Analyse soll der faire Wert einer Aktie ermittelt werden. Beim KGV handelt es sich um einen sogenannten Multiplikator, der bemessen soll, ob das Unternehmen an der Börse eher teuer oder günstig bewertet ist. Zumindest erhalten Sie damit einen ersten Anhaltspunkt dazu.

Das KGV setzt den Unternehmensgewinn ins Verhältnis zur Bewertung an der Börse. Folglich basiert das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf dem Gewinn je Aktie und dem Börsenkurs. Sobald Sie sich regelmäßig über Kennzahlen informieren, wird Ihnen zwangsläufig die internationale beziehungsweise englische Variante begegnen: die Price-to-Earnings Ratio. Wenn Sie sich bei internationalen Finanzportalen informieren, müssen Sie also nach der Price-to-Earnings Ratio – kurz P/E – Ausschau halten.

Im weiteren Verlauf klären wir, ob und inwieweit das KGV beziehungsweise die P/E Ratio für die Bewertung einer Aktie ausreicht. Zunächst erfahren Sie, wo das Kurs-Gewinn-Verhältnis angegeben wird.

 

Wo wird das KGV angegeben?

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist eine etablierte Kennzahl, die Sie bei zahlreichen Finanzportalen finden. Zudem können Sie bei Ihrem Broker nachschauen, ob das KGV oder andere Kennzahlen zu einer jeweiligen Aktie zur Verfügung gestellt werden.

Im ersten Schritt rufen Sie eine Aktie ihrer Wahl über die WKN, ISIN oder Bezeichnung auf. Viele Broker stellen Ihnen ein übersichtliches Dashboard mit Kennzahlen, Unternehmensergebnissen, externen Analysen und Kursdaten zur Verfügung.

Bei den folgenden Online-Brokern können Sie das KGV einsehen:

Auch Neobroker wie Trade Republic bieten eine Übersicht mit Kennzahlen und Kursdaten. In der Regel wird Ihnen das KGV einer Aktie direkt angezeigt, wenn Sie in der Suchmaschine Folgendes eingeben:

  • Unternehmen + Aktie + KGV

Sie sollten darauf achten, wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis ermittelt wird. Es gibt unterschiedliche Methoden zur Berechnung. Diese Methoden schauen wir uns im nächsten Abschnitt näher an.

 

KGV berechnen: Formel zur Berechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses

Wie bereits erwähnt, finden Sie das KGV auf zahlreichen Portalen und bei einigen Online-Brokern. Falls Sie sich dazu entscheiden das Kurs-Gewinn-Verhältnis selbst zu berechnen, ist das auch kein Problem. Sie benötigen hierfür lediglich zwei Angaben.

  1. Gewinn je Aktie (Englisch = Earnings per Share, EPS)
  2. Aktueller Börsenkurs

Die Formel zur Berechnung des KGV lautet:

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis = Aktienkurs/Gewinn je Aktie

oder alternativ

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis = Marktkapitalisierung/Jahresüberschuss

Die Daten zur Marktkapitalisierung finden Sie ebenfalls bei Online-Brokern oder Finanzportalen. Die Marktkapitalisierung gibt den Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Aktien an. Den Jahresüberschuss finden Sie im Geschäftsbericht des Unternehmens. Diesen können Sie auf der Website des Unternehmens abrufen. Wir betrachten im Folgenden ein Beispiel zur Veranschaulichung.

Beispielrechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses

Aktie X notiert derzeit zum Kurs von 100 Euro je Anteil. Die Marktkapitalisierung beträgt 100 Milliarden Euro. Das Unternehmen X hat einen Jahresüberschuss in Höhe von fünf Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Gewinn je Aktie beträgt fünf Euro.

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis = Marktkapitalisierung/Jahresüberschuss oder Aktienkurs/Gewinn je Aktie

100 Milliarden Euro/fünf Milliarden Euro beziehungsweise 100 Euro/fünf Euro ergibt ein KGV von 20.

Das KGV von Aktie X beträgt 20. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Ermittlung des KGV. Zum einen können wir den vergangenen Jahresüberschuss verwenden. Zum anderen kann die Berechnung auf Grundlage des erwarteten Gewinns erfolgen – einer Gewinnschätzung.

Kurs-Gewinn-Verhältnis – Welche Berechnungsmethode ist sinnvoll?

Sie können sowohl den vergangenen als auch den zukünftigen Gewinn für die Berechnung des KGV nutzen. Welche Methode nun besser ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. An der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt beziehungsweise eingepreist. Daher hat die Berechnung auf Grundlage des erwarteten Gewinns ihre Berechtigung. Voraussetzung hierfür ist, dass die Erwartung plausibel begründet werden kann. Achten Sie bei ihrer Quelle darauf, wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis berechnet wurde.

Häufige Fehler bei der Berechnung des KGV

Nachfolgend erhalten Sie eine Übersicht zu den häufigsten Fehlern bei der Berechnung:

  • Die Berechnung ist zu pessimistisch. Sie gehen von einem zu geringen Gewinn aus.
  • Ebenso kann die Berechnung zu optimistisch sein, weil die Gewinnschätzung zu hoch ausfällt.
  • Sie verwenden keine aktuellen Daten.

Infolgedessen erhalten Sie eventuell ein verzerrtes Ergebnis. Jede Kennzahl hat ihre Vor- und Nachteile und nur eine begrenzte Aussagekraft. Daher sollten Sie stets mehrere Kennzahlen zur Bewertung einer Aktie heranziehen.

 

Welche Aussagekraft hat das Kurs-Gewinn-Verhältnis?

Das KGV ist ein Multiplikator, der das Verhältnis von Aktienkurs zum (erwarteten) Gewinn angibt. Sie erfahren also, mit welchem Vielfachen des Unternehmensgewinns die Aktie an der Börse aktuell bewertet ist. Ein KGV von 20 bedeutet, dass das Unternehmen 20 Jahre benötigt, um seinen Börsenwert als Gewinn zu erwirtschaften.

In diesem Fall würden Sie für jeden Euro Gewinn 20 Euro bezahlen.

Sowohl der Gewinn als auch der Aktienkurs verändern sich. Folglich handelt es sich lediglich um eine Momentaufnahme. Können wir nun davon ausgehen, dass ein niedriges KGV von Vorteil ist? Im ersten Moment sieht es so aus, als wären Aktien mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis günstig und somit eine gute Kaufgelegenheit. Lassen Sie sich nicht täuschen.

Sehr niedriges oder hohes KGV - mögliches Warnzeichen

Ein geringes KGV könnte Folgendes bedeuten:

  1. Der Aktienkurs ist stark eingebrochen, weil das Unternehmen in Schieflage geraten ist.
  2. Ein hoher Gewinn stellt die Ausnahme und nicht die Regel dar.

Daraus lässt sich schließen, dass ein niedriges KGV in bestimmten Konstellationen sogar ein Warnzeichen sein könnte. Daher sollten Sie stets die Gesamtsituation des Unternehmens betrachten. Selbstverständlich kann ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis ebenso ein positives Signal sein. Ein positives Zeichen wäre ein steigender Gewinn bei konstantem Aktienkurs. Das Unternehmen kann mit Innovationen seinen Gewinn nachhaltig steigern und dennoch ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis niedrig. In diesem Fall sind viele Marktteilnehmer noch zurückhaltend – sie glauben noch nicht an den Erfolg des Unternehmens. Das könnte sich jederzeit ändern.

Ein sehr hohes KGV wiederum könnte auch auf eine Überbewertung der Aktie hindeuten. Entweder ist der Kurs massiv gestiegen und der Gewinn kann nicht mithalten oder der Kurs stagniert und der Gewinn ist eingebrochen. Ebenso könnte ein konstanter Gewinn bei gleichzeitigem Kursanstieg darauf hindeuten, dass die Marktteilnehmer vom Geschäftsmodell überzeugt sind und daher bereit sind, einen Aufschlag zu bezahlen. In diesem Fall ist das Unternehmen etabliert und Gewinnsteigerungen sind kaum möglich. Dennoch bewertet der Markt das als positiv.

Was ist ein angemessenes Kurs-Gewinn-Verhältnis?

Auch hierfür gibt es keine pauschale Antwort. Wenn Sie das KGV einer Aktie ermitteln, sagt der Wert allein wenig aus. Sie sollten im nächsten Schritt das KGV mit anderen Unternehmen innerhalb der Branche vergleichen. Es macht kaum Sinn, das Kurs-Gewinn-Verhältnis einer Technologie-Aktie mit dem KGV einer Basis-Konsumgüter-Aktie zu vergleichen. Aktien aus dem Tech-Sektor sind häufig Wachstumsaktien und Aktien aus dem Bereich Basis-Konsumgüter sind in der Regel Value-Titel, die sich nicht durch starkes Wachstum auszeichnen. Deshalb sollten Sie Aktien immer auch innerhalb der Branche vergleichen und auf den Branchendurchschnitt achten.

Je nach Branche kann ein höheres KGV angemessen sein. Eine wichtige Kennzahl in diesem Zusammenhang ist das Gewinnwachstum.

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Erweiterung des KGV: Price/Earnings to Growth Ratio (PEG-Ratio)

Die PEG-Ratio ist eine Kennzahl, mit der Sie beurteilen können, ob eine Aktie über- oder unterbewertet ist. Bei der Berechnung wird das KGV ins Verhältnis zum Gewinnwachstum gesetzt.

So berechnen Sie die PEG-Ratio

  • KGV/erwartetes Gewinnwachstum = PEG-Ratio

Aus einem KGV von 20 und einem Gewinnwachstum von 10 Prozent ergibt sich eine PEG-Ratio von zwei.

Was sagt die PEG-Ratio aus?

Die PEG-Ratio ist eine gute Kennzahl zur Bewertung von wachstumsstarken Unternehmen. Wachstumsaktien haben häufig ein hohes KGV – zumindest in der Anfangsphase. Ein hohes KGV muss kein Ausschlusskriterium für Anlegerinnen und Anleger sein.

Grundsätzlich ist eine PEG-Ratio von eins ein fairer Wert. Dementsprechend ist ein Wert über beziehungsweise unter eins eine mögliche Über- oder Unterbewertung.

Angenommen Aktie X hat aktuell ein KGV von 50 und ein Gewinnwachstum von 50 Prozent. Folglich beträgt der Wert der PEG-Ratio eins – ein fairer Wert. Aufgrund des starken Gewinnwachstums ist das hohe KGV angemessen. Die Voraussetzung hierfür ist ein nachhaltig starkes Gewinnwachstum.

Zusammenfassend bedeutet das:

  1. Weder ein niedriges noch ein hohes KGV sind automatisch als positiv oder negativ zu werten.
  2. Vergleichen Sie das KGV innerhalb der Branche.
  3. Je nach Branche kann ein hohes KGV angemessen sein.
  4. Die PEG-Ratio ist eine wichtige Kennzahl zur Bewertung von Wachstumsaktien.
  5. Achten Sie bei der Bewertung der Aktie auf ein nachhaltiges und stabiles Gewinnwachstum.

Für die Bewertung einer Aktie sind stets mehrere Kennzahlen erforderlich. Das KGV allein ist nur bedingt aussagekräftig. Sie sollten immer die Gesamtsituation des Unternehmens betrachten. In einem separaten Ratgeber stellen wir Ihnen die zehn wichtigsten Kennzahlen vor, mit der Sie Aktien bewertet können.

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Über den Autor Dennis Groß

Zunächst war er im Privatkundenbereich einer Bank tätig, anschließend ist er in den Wertpapierservice gewechselt. Privat beschäftigt er sich seit seinen 15. Lebensjahr mit der Börse. Nach fast 10 Jahren im Bankbereich hat er sich dazu entschlossen, sein angeeignetes Fachwissen an möglichst viele Menschen weiterzugeben. Deshalb ist er inzwischen als Autor tätig. Er verfasst Aktienanalysen, Produkttests und Ratgeber rund um das Thema Finanzen und Wirtschaft.

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