
Deutschland- Basiszins: 1,00%
- Aktionszins: 2,75% - gilt für die ersten 6 Monate

Niederlande- Basiszins: 1,80%
- Aktionszins: 3,00% - gilt für die ersten 4 Monate

Schweden- Basiszins: 1,45%
- Aktionszins: 3,00% - gilt für die ersten 4 Monate
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen auf der Ratssitzung am 30. April 2026 wie erwartet unverändert gelassen, das siebte Mal in Folge. Wegen der steigenden Inflation werden Zinserhöhungen aber wahrscheinlicher. Wir sagen, wie Sparerinnen und Sparer reagieren sollten.
Die Überraschung blieb vorerst aus: Trotz zuletzt deutlich gestiegener Inflationszahlen – im April nach erster Schätzung des Statistikamts Eurostat 3,0 Prozent im Euroraum – blieben die Zinsen unverändert. Damit liegt der für Sparer wichtige Einlagensatz weiterhin bei 2,00 Prozent. An diesem Zins orientieren sich die Banken bei den Konditionen für Tagesgeld und Festgeld.
Das könnte sich bei den kommenden EZB-Sitzungen allerdings ändern. Derzeit rechnet das Gros der Marktbeobachter 2026 mit zwei Zinserhöhungen. Die EZB schreibt in einer Pressmitteilung, der Rat lege sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest. Er werde von Sitzung zu Sitzung entscheiden. „Der EZB-Rat ist fest entschlossen, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig beim Zielwert von 2 % stabilisiert“, heißt es in der Pressemitteilung.
Die Erwartungen steigender Leitzinsen haben sich bereits in den vergangenen Monaten in der Entwicklung der Sparzinsen niedergeschlagen: Die Zinssätze sowohl für Tages- als auch für Festgeld haben merklich angezogen. So stieg der durchschnittliche Zins für Tagesgeld laut Biallo-Tagesgeld-Index von 1,32 Prozent im September 2025 auf derzeit 1,48 Prozent (Stand 30. April 2026). Bei Festgeld gingen die Zinsen vor allem in den vergangenen beiden Monaten deutlich nach oben und liegen Ende April im Durchschnitt zwischen 1,31 Prozent für eine dreimonatige Anlagedauer und 2,54 Prozent für zehn Jahre. Allerdings zahlen bei beiden Anlageformen etliche Anbieter Zinsen, die erheblich über den Durchschnittswerten liegen.
Angesichts der Erwartungen kommender Zinsanhebungen durch die EZB, die sich dann auch in den Tages- und Festgeld-Zinsen widerspiegeln könnten, sollten Sparerinnen und Sparer sich derzeit allerdings überlegen, ob sie Geld langfristig anlegen oder erst die weitere Entwicklung abwarten wollen. Sinnvoller könnte sein, Geld aktuell nur kurzfristig zu „parken“, um dann bei einer längeren Anlagedauer von eventuell höheren Zinssätzen zu profitieren. Dafür könnte auch sprechen, dass die Tagesgeld-Aktionszinsen für drei oder vier Monate momentan mit den besten Angeboten für langlaufendes Festgeld mithalten können, wie der Biallo-Tagesgeld-Vergleich zeigt.
| Anbieter | Aktionszins p. a. | Aktionslaufzeit |
| Raisin | 3,50 % | 3 Monate |
| Consorsbank | 3,40 % | 3 Monate |
| Ikano Bank | 3,36 % | 3 Monate |
| Santander | 3,30 % | 4 Monate |
| Distingo Bank | 3,30 % | 3 Monate |
Mit den Zinsaktionen können Sparer die Zeit bis zur nächsten EZB-Sitzung am 11. Juni 2026 überbrücken. Bei dieser rechnen etliche Beobachter mit einer Zinsanhebung, sollten sich die allgemeinen Rahmenbedingungen nicht erheblich verändern. Unabhängig davon, ob diese Erwartungen erfüllt werden, können Sparer dann besser informiert reagieren.

Deutschland
Niederlande
Schweden