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Auf einen Blick
  • Der Führerschein kostet ordentlich Geld. Wer seine Fahrausbildung mit Intensivkursen zügig absolviert, kann am meisten sparen. Auch Simulatorstunden können die Kosten senken.

  • Es macht Sinn, die Preise der Fahrschulen zu vergleichen, denn wie teuer der Führerschein wird, hängt auch vom Wohnort und der Größe der Fahrschule ab.

  • Wer die Kosten unter Kontrolle halten möchte, sollte möglichst nicht durch die Prüfung fallen, denn dann kann es richtig teuer werden. Wir zeigen, mit welchen Kosten man rechnen muss und wie sich der Führerschein finanzieren lässt.
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Viele Jugendliche können es kaum erwarten, den Führerschein zu machen. Das sogenannte begleitete Fahren ermöglicht es jungen Leuten, schon im Alter von 16,5 Jahren mit der Fahrschul-Ausbildung zu beginnen.

Eine Hürde gibt es jedoch: die Kosten. Ein Autoführerschein kostet um die 2.000 Euro. Je nach Bundesland, je nach Fahrschule und je nach eigenem Können ist der Führerschein noch teurer oder auch preiswerter. Die beste Sparmöglichkeit ist, nicht durch die Prüfung zu fallen. Doch darüber hinaus gibt es Tipps, wie sich die Kosten reduzieren lassen.

Erfahren Sie auf den folgenden Seiten, wie die Führscheinausbildung aufgebaut ist, welche Kosten anfallen, wie Sie sparen können und wie Sie den Führerschein finanzieren können.

 

Kosten sparen beim Führerschein

Um viele Kostenfaktoren beim Führerschein kommt man nicht herum. Wir erklären in einem weiteren Ratgeber, was auf Sie im Rahmen der Fahrschul-Ausbildung für den PKW-Führerschein alles zukommt. Es gibt zu absolvierende Pflichtstunden in Theorie und Praxis und es fallen Verwaltungs- und Prüfungsgebühren an. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die Kosten im Zaum zu halten. Hier einige Tipps:

 

Fahrschulen vergleichen

Die Fahrschulen verlangen durchaus unterschiedliche Preise für Theorie- und Übungsstunden. Deshalb sollten Sie sich von verschiedenen Fahrschulen die aktuellen Preise geben lassen und diese vergleichen. Die International Road Safety Association e.V. analysiert regelmäßig die Preise, die Fahrschulen ansetzen. Dabei hat sich im Vergleich gezeigt, dass kleinere bis mittelgroße Fahrschulen etwas günstigere Preise berechnen als etwa sehr große Fahrschulen. Auch die Preise zwischen Stadt und Land variieren: Auf dem Land sind die Preise günstiger als in der Stadt. Tipp: Passen Sie vor Fakeseiten im Internet auf, die Führerscheine online anbieten. Dort werfen Sie Ihr Geld zum Fenster raus, da Sie den Führerschein nicht kaufen können.

 

Mit Intensivkursen in acht Wochen zur Fahrerlaubnis

Sie können die Führerscheinausbildung innerhalb von vier bis fünf Monaten machen oder aber sehr kompakt in einem zwei- oder vierwöchigen Intensivkurs, den viele Fahrschulen anbieten. Dazu eignen sich zum Beispiel Ferienzeiten, wenn man noch Schüler ist. Das Positive an Intensivkursen ist, dass die Lerninhalte des Theorieunterrichts unmittelbar auf der Straße zur Anwendung kommen und sich so das Gelernte besonders gut vertieft.

  • Tipp: Wer den Führerschein in vier oder gar zwei Wochen absolvieren möchte, sollte einiges vorbereitet haben: Der Erste-Hilfe-Kurs sollte absolviert sein, der Sehtest und die Passfotos sollten vorliegen und bei der zuständigen Behörde sollte man den Führerscheinantrag gestellt haben als Voraussetzung, um Prüfungstermine zu erhalten. Das dauert je nach Wohnort mindestens einen Monat oder gar länger.
 

Simulatorstunden

Viele Fahrschulen bieten inzwischen an, die ersten Fahrstunden am Fahrsimulator in der Fahrschule zu absolvieren. Hier lernen Sie stressfrei ein erstes Grundverständnis für den Verkehr und Routine im Umgang mit dem Fahrzeug, etwa die obligatorischen Blicke in den Rückspiegel, schalten oder anfahren. Lassen Sie sich das alles vom Fahrlehrer im Auto erklären, vergeht viel Zeit, ohne das Sie wirklich viel gefahren sind. Da Simulatorstunden günstiger sind als die Übungsstunden auf der Straße, können sie eine Möglichkeit sein, die Anzahl der Übungsstunden zu reduzieren und damit Geld zu sparen.

Laut Untersuchung der International Road Safety Association e.V. kann das Üben am Fahrsimulator eine Kostenersparnis von bis zu zwei Prozent der Gesamtausgaben bewirken sowie eine um rund vier Fahrstunden (à 45 Minuten) geringere Anzahl an „realen Fahrstunden“. Allerdings gibt es dafür keine Garantie. Kritiker merken an, dass eine Simulatorstunde keine Übungsstunde auf der Straße ersetzt, weil der Fahrschüler unter anderem weder ein Gefühl für die Geschwindigkeit des Fahrzeugs entwickelt, noch für die äußeren Maße des Autos.

 

Kompakte Lerneinheiten

Die meisten unterschätzen, dass Autofahren eine Übungssache ist, die viel Routine verlangt, weil Vieles gleichzeitig passieren muss: Auf den Verkehr und Verkehrszeichen achten, stets Fußgänger und Radfahrer im Blick haben, gleichzeitig bremsen, dann wieder beschleunigen, schalten, Blinker setzen – das überfordert viele Fahranfänger. Wer viele Fahrstunden kompakt hintereinander nimmt, kann schnell Routine aufbauen. Wer dagegen nur eine Fahrstunde pro Woche hat, dazwischen noch lange Ferienzeiten einbaut, in denen gar keine Fahrstunden stattfinden, benötigt sehr viel länger, um die für die Prüfung geforderte Routine zu entwickeln.

  • Tipp: Am meisten lässt sich sparen, wenn Sie so wenige Übungsstunden – also reguläre Fahrstunden – wie möglich benötigten. Man muss hier keine vorgeschriebene Anzahl absolvieren. Wer beim Autofahren ein Naturtalent ist, ist klar im Vorteil. Eventuell können Übungseinheiten auf speziellen Übungsplätzen, zum Beispiel des ADAC, hilfreich sein.

Und noch ein Tipp:

Erst wenn der Antrag auf den Führerschein bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde des Wohnsitzes (je nach Bundesland, Stadt oder Gemeinde ist das Einwohnermeldeamt, das Straßenverkehrsamt oder die Kreisbehörde zuständig) bearbeitet wurde, können Sie einen Termin zur Theorieprüfung und danach zur praktischen Prüfung vereinbaren. Damit es hier nicht unnötig zu Verzögerungen kommt – manchmal dauert die Antragsbearbeitung wochenlang –, sollten Sie zeitgleich mit der Anmeldung zur Fahrschule auch den Antrag stellen.
 

Lernmaterial für die Führerschein-Prüfung

Die Fahrschulen bieten Lernmaterial an, um den theoretischen Stoff zu lernen und zu vertiefen. Sie sollten wissen: Die Fahrschule verdient natürlich auch am Lernmaterial. In der Regel arbeiten die Fahrschulen heute mit Online-Lernmaterial: Über eine App kann der Schüler für die Theorieprüfung lernen. Meist gibt es auch noch ein Begleitbuch, in dem Sie das ein oder andere Thema vertiefen können.

Wichtig zu wissen ist, dass der Schüler nicht verpflichtet ist, das Lernmaterial der Fahrschule zu kaufen. Der Theorieunterricht sollte einen eigenen Lernplan haben und nicht nur Prüfungsfragen abarbeiten. Entscheidend ist, dass das Lernmaterial aktuell ist – die Prüfungsfragen werden etwa zweimal im Jahr angepasst. Kann der Schüler aktuelles Lernmaterial über eine andere Quelle beziehen, die günstiger ist, steht ihm das frei. Wer Lernmaterial über die Fahrschule bezieht, muss mit etwa 50 Euro an Kosten dafür rechnen.

 

Theoretische und praktische Prüfung bestehen

Eines ist sicher: Das größte Sparpotential hat das Bestehen der Prüfung. Eine Prüfung zu wiederholen geht ins Geld. Bei der theoretischen Prüfung ist das noch überschaubar, es fallen erneut TÜV/Dekra-Prüfungsgebühren an. Aber eventuell stellt die Fahrschule auch einen Teilgrundbetrag in Rechnung, wenn erneute Nachschulungen stattfinden müssen. Das Nicht-Bestehen der praktischen Prüfung ist noch viel teurer, denn dann fallen noch zusätzliche Fahrstunden an. Eventuell wird für die Nachschulungsstunden ein höherer Satz berechnet – auch die Prüfungsgebühr bei TÜV/Dekra wird erneut fällig, die rund 117 Euro kostet.

Ob Sie die praktische Prüfung bestehen, kann man nur schwer abschätzen. Aber bei der Theorieprüfung haben Sie es durchaus selbst in der Hand, ob Sie bestehen oder nicht. Es liegt nämlich einzig und allein am Lerneifer. Die Lern-App zeigt Ihnen an, wie gut der Lernfortschritt ist. Zudem bieten viele Fahrschulen inzwischen die Möglichkeit einer Vorprüfung an. So können Sie testen, ob Sie die Prüfung bestehen würden. Die Vorprüfung kann dabei nicht nur in der Fahrschule angeboten werden, sondern auch über modernes Lernmaterial gibt es Angebote dazu.

In einem weiteren Artikel erfahren Sie mehr über die Führerschein-Kosten 2021 und was an einer neuen Fahrerlaubnis noch dranhängt. Außerdem warnen wir vor unserösen Angeboten für Führerscheine im Web, mit denen ahnungslose Verbraucher abgezockt werden sollen.

Über die Autorin Annette Jäger
während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren. Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.
  Annette Jäger
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