Auf einen Blick
  • Der Basiszinssatz dient als grundlegender Zinssatz zur Berechnung von Verzugszinsen bei Zahlungsverzug in Verträgen.

  • Grundlage für den Basiszins liefert der Hauptrefinanzierungssatz der Europäischen Zentralbank.

  • Der Basiszinssatz hat nicht nur in Deutschland, sondern auch international eine wichtige Rolle. Viele Länder verwenden ähnliche Referenzzinssätze, um Zinsberechnungen zu beeinflussen.
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Zinssätze sind nicht nur Fachbegriffe aus der Finanzwelt, sondern beeinflussen auch unseren Alltag. Bestimmt haben Sie schon einmal eine Mahnung erhalten, in der es hieß, dass Sie bei Nichtzahlung Verzugszinsen zu zahlen haben, welche über einer bestimmten Prozentzahl über dem Basiszinssatz liegen? Haben Sie sich je gefragt, was es mit dem „Basiszinssatz“ auf sich hat und wie dieser Zinssatz berechnet wird? 

 

Was ist der Basiszinssatz?

Der Basiszinssatz ist ein Grundzinssatz, der zur Berechnung von Zinsen herangezogen wird. Er wird in vielen Ländern verwendet – einschließlich Deutschland. Verankert ist der Zinssatz im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB)

Im Wesentlichen dient der Basiszinssatz als Grundlage für Zinsberechnungen in Verträgen und finanziellen Transaktionen. Damit beeinflusst er sowohl Verbraucherinnen und Verbraucher als auch Unternehmen. Denn durch den Basiszinssatz wird die Höhe der Verzugszinsen bei Zahlungsverzug berechnet. Er dient also als Gerüst für die Berechnung von Zinsen. Banken nutzen den Basiszins allerdings nur selten als Referenzzinssatz für Guthabenzinsen (Tagesgeld sowie Festgeld) oder Kreditzinsen. Hierfür greifen Banken eher auf den Leitzins der EZB zurück, der in diesem Jahr bereits mehrfach erhöht wurde, oder auf andere Referenzzinssätze wie den Euribor oder die Euro Short-Term Rate (€STR).  

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Anwendung des Basiszinssatzes

Wenn Sie sich etwa in einem Kaufvertrag über die Lieferung von Waren einigen, wird der Basiszinssatz bei Zahlungsverzug als Grundlage für die Berechnung der Höhe des Verzugsschadens herangezogen. Der Basiszinssatz hilft also im Zivilrecht, die Verzugszinsen (Paragraf 288 Absatz 1 Satz 2 BGB) zu berechnen. Er bestimmt, wie viel Zinsen bei verspäteter Zahlung anfallen. Von Bedeutung ist dies sowohl für Käufer als auch Verkäufer, da so klare Richtlinien für den Umgang mit Verzugszinsen festgelegt werden. 

Je nach Art des Geschäfts liegen diese Verzugszinsen fünf Prozent (Verbrauchergeschäfte) oder acht Prozent (Handelsgeschäfte) über dem Basiszinssatz. Unter basiszinssatz.de finden Sie einen Zinsrechner für Verzugszinsen. Die Höhe des Basiszinssatzes hat also unmittelbare Auswirkungen auf die Höhe der Verzugszinsen. Auch bei juristischen Größen wie den Kosten für Gerichtsvollzieher oder Notare wird der Basiszins als Grundlage verwendet.

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Bekanntgabe des Basiszinssatzes

Der Basiszinssatz wurde in Deutschland ursprünglich im Jahr 1998 eingeführt, um die Berechnung von Verzugszinsen zu standardisieren. Seitdem dient er als Richtlinie für Vertragspartner, um faire und transparente Zinsvereinbarungen zu treffen. 

Um den aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, erfolgt die Veröffentlichung durch die Deutsche Bundesbank alle sechs Monate, jeweils am 1. Januar und 1. Juli. 

 

Wo ist der aktuelle Basiszinssatz zu finden?

Unmittelbar nach seiner Festlegung muss der Basiszinssatz im Bundesanzeiger öffentlich bekannt gegeben werden. Der Bundesanzeiger ist ein amtliches Organ der Bundesrepublik Deutschland und des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz. Die Veröffentlichung findet unter der Webseite bundesanzeiger.de statt. Zusätzlich veröffentlicht die Bundesbank den aktuellen Basiszinssatz auf ihrer Webseite. Zum 1. Januar 2023 wurde die Höhe des Basiszinses auf 1,62 Prozent festgelegt.

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Wie wird der Basiszinssatz berechnet?

Der Basiszins wird nach den gesetzlichen Vorgaben des Paragraf 247 Abs. 1 BGB berechnet. Demnach wird als Bezugsgröße immer der letzte Hauptrefinanzierungssatz (Leitzins) der Europäischen Zentralbank (EZB) hergenommen, der vor dem Start des neuen Kalenderhalbjahres gültig war. Der Basiszinssatz steigt oder sinkt um so viele Prozentpunkte, wie sich die Bezugsgröße seit der letzten Berechnung verändert hat.

Im ersten Halbjahr 2023 ist der EZB-Leitzins von 2,5 Prozent auf 4,0 Prozent gestiegen (aktuell 4,25 Prozent). Dadurch hat sich der Basiszins zum 1. Juli 2023 ebenfalls um 1,5 Prozentpunkte auf 3,12 Prozent erhöht (zuvor 1,62 Prozent).

Der Basiszinssatz kann – wie von Anfang 2013 bis Ende 2021 – auch negativ ausfallen, wenn der Hauptrefinanzierungssatz 0,75 Prozent oder geringer ausfällt. Denn der Basiszins liegt immer 0,88 Prozentpunkte unter dem EZB-Leitzins. Den Tiefstand markierte der Basiszins von Mitte 2016 bis Ende 2022 mit minus 0,88 Prozent, da der EZB-Leitzins in diesem Zeitraum bei null Prozent lag. 

 

Basiszinssatz global betrachtet

Interessanterweise hat nicht nur Deutschland einen Basiszinssatz. Viele Länder haben ähnliche Referenzzinssätze, die in ihren jeweiligen Rechtsordnungen verankert sind. Diese dienen als Maßstab für finanzielle Angelegenheiten und sorgen für eine gewisse Stabilität in der Wirtschaft. Während die Bezeichnungen variieren, teilen sie den gleichen Grundsatz: Sie sind eine zentrale Grundlage für die Zinsberechnungen.

 

Fazit

In der Welt der Finanzen und Wirtschaft spielt der Basiszinssatz eine wichtige Rolle. Er ist nicht nur eine Zahl, sondern ein Instrument, das Verträge regelt und Verzugszinsen beeinflusst. Der Basiszinssatz ist international relevant. Er ermöglicht eine faire und stabile Grundlage für finanzielle Transaktionen.

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Franziska Baum

Bereits in ihrer Schulzeit war Franziska für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war Franzi (so ihr Spitzname) als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat Franzi sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet. Bei biallo.de bringt sie genau dieses Wissen ein. Außerdem ist Franziska in der Leserbetreuung tätig. Ihr Ziel ist es, den Leserinnen und Lesern zu helfen und ein gutes Gefühl zu geben. 

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