Eine Analyse von justETF zeigt: Wer 1954 umgerechnet 1.000 Euro in deutsche Aktien investiert und das Depot nie angerührt hätte, besäße heute mehr als 1,1 Millionen Euro – eine Gesamtrendite von über 111.000 Prozent. Durchschnittlich sind es 10,24 Prozent pro Jahr. Was das über die Kraft des langen Anlagehorizonts aussagt – und was es für ETF-Anleger heute bedeutet.
Dax-ETF: Aus 1.000 Euro werden über eine Million Euro
Wer für sein Kind 1.000 Euro mit einem ETF auf den Deutschen Aktienindex (Dax) anlegt, kann damit rechnen, dass der Nachwuchs gut siebzig Jahre später Millionär ist – vorausgesetzt, der ETF bleibt so lange einfach im Depot liegen. Das zeigt eine Analyse von "justETF". Das Online-Portal hat dafür die Performance deutscher Aktien seit 1954 unter die Lupe genommen.
Anlagewert hat sich mehr als vertausendfacht
Die Ausgangsfrage dabei: Hätte es 1954 schon einen ETF auf die Aktien der größten deutschen Unternehmen gegeben – welche Rendite hätte ein solcher Indexfonds bis heute erzielt? Die beeindruckende Antwort: Die Gesamtrendite über den Zeitraum von 72 Jahren liegt bei mehr als 111.000 Prozent.
Das eingesetzte Kapital hätte sich damit mehr als vertausendfacht. Aus 1.000 Euro (in damaligen D-Mark gerechnet) wären heute also mehr als eine Million Euro geworden. Um genau zu sein, sind es 1,116 Millionen Euro.
Pro Jahr mehr als zehn Prozent Rendite
Um die Aktienmarktrendite so lange zurück zu rechnen, verwendete justETF von 1954 bis 2007 die Aktien im Hauptsegment der Frankfurter Wertpapierbörse. Sie entsprechen weitgehend dem heutigen Dax. Für die Zeit ab 2008 wurde der Dax direkt zugrunde gelegt.
Die Vertausendfachung des Aktienwerts entspricht dabei einer jährlichen Durchschnittsrendite von 10,24 Prozent. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Jahren enorm. So waren in der Zeit des Wirtschaftswunders zum Teil Jahresrenditen 80 Prozent und mehr drin. In der Finanzkrise 2008 dagegen fuhren Anlegerinnen und Anleger mit dem Dax rund 40 Prozent Verlust ein (siehe Grafik).
Große Unterschiede bei den jährlichen Renditen

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Auch kürzere Zeiträume liefern stolze Renditen
Dies mache deutlich, dass zu einer erfolgreichen langfristigen Anlagestrategie mit Aktien immer auch „extreme Einzeljahre“ gehören, heißt es in der Analyse. Gerade bei Rückschlägen und den anschließenden Erholungsphasen sei manchmal „erhebliche Geduld“ erforderlich.
Tatsächlich dürften die wenigsten einen Dax-ETF mit der Absicht kaufen, ihn 70 Jahre lang zu halten. Aber auch bei kürzeren Zeiträumen kann sich die Rendite sehen lassen. So zeigt die folgende Grafik den Gesamtertrag bei einer Anlage von 1.000 Euro, den man mit deutschen Aktien über verschiedene Zeiträume bis zum Stichtag 31. Dezember 2025 erzielen konnte.
So viel Ertrag bringen deutsche Aktien
Gesamtertrag bei einer Anlage von 1.000 Euro
Demnach haben sich nach zehn Jahren die 1.000 Euro mehr als verdoppelt. Wer das Geld 20 Jahre liegen ließ, erzielte einen Ertrag von gut 3.200 Euro, bei 30 Jahren sind es mehr als 10.200 Euro. Fazit: Geduld zahlt sich bei der Aktienanlage in jedem Fall aus – es müssen ja nicht immer gleich 70 Jahre sein.

