Was hinter den Cryptonow-Karten bei MediaMarkt steckt
Der Kauf funktioniert wie bei einer Geschenkkarte. Sie nehmen eine Cryptonow-Karte aus dem Regal und lassen sie an der Kasse mit einem Betrag – beispielsweise 50 Euro – aufladen. Erst durch das Scannen an der Kasse wird die Karte aktiviert und erhält ihren Wert. Zu Hause geben Sie den Code auf der Plattform ein, und das Guthaben wird zum aktuellen Kurs in Bitcoin umgetauscht. Die Kryptowährungen befinden sich nicht auf der Plastikkarte selbst, sondern existieren ausschließlich auf der Blockchain: einem digitalen, weltweit verteilten Register, in dem alle Transaktionen dauerhaft gespeichert werden.
Hinter Cryptonow steht ein regulierter Anbieter. Das Unternehmen erhielt im Oktober 2025 die Zulassung als regulierter Krypto-Dienstleister (Crypto Asset Service Provider) nach der europäischen MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets Regulation). Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) erteilte die Lizenz. Das ist ein solider Rahmen. Nur schützt eine Lizenz nicht vor hohen Kosten und nicht vor Kursverlusten.
Fallstrick 1: Aus 50 Euro werden schnell weniger
Der wichtigste Punkt zuerst: Beim Umtausch verlieren Sie sofort einen spürbaren Teil Ihres Einsatzes. Laut der Gebührenübersicht von Cryptonow fällt beim Bitcoin-Starterpaket und bei den Prepaid-Gutscheinkarten eine Handels- und Ausführungsgebühr von 4,90 Prozent an, beim Starterpaket zusätzlich eine einmalige Pauschale von 2,90 Euro für die physische Wallet-Karte.
Doch damit ist es nicht getan. Zur reinen Gebühr kommen ein häufig ungünstiger Wechselkurs der Anbieter und die Netzwerkkosten der Blockchain. Was das in der Summe bedeutet, hat t-online durchgerechnet: Nach Abzug aller Kosten sowie der Blockchain-Netzwerkgebühr entsprechen die gekauften Bitcoins oft nur noch einem Wert von rund 41 bis 44 Euro. Für Käuferinnen und Käufer bedeutet das einen unmittelbaren Wertverlust von etwa 12 bis 18 Prozent. Bezogen auf eine 50-Euro-Karte heißt das: Rund sechs bis neun Euro sind weg, bevor der Kurs sich überhaupt bewegt hat.
Zum Vergleich lohnt ein Blick auf den Online-Handel: Cryptonow selbst berechnet für Online-Handelsaufträge laut Gebührenübersicht nur gestaffelte Transaktionsgebühren, die bei kleinen Beträgen bei 1,49 Prozent beginnen und mit steigender Summe bis auf 0,75 Prozent sinken. Die Gutscheinkarte ist mit 4,90 Prozent also rund drei- bis sechsmal so teuer wie das eigene Online-Angebot des Anbieters.