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Auf einen Blick
  • Kryptowährungen lassen sich inzwischen einfach und bequem auf zahlreichen seriösen Handelsplätzen kaufen.

  • Viele der Handelsplätze bieten standardmäßig nur eine kleine Auswahl aller Kryptowährungen an.

  • Die Gebühren und Transaktionszeiten sind viel schneller als beim klassischen Aktienhandel.
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Egal ob BitcoinEthereumRipple, Bitcoin Cash oder eine der vielen weiteren Kryptowährungen. Im laufenden Jahr gab es heftige Kursauschläge in beide Richtungen – im Moment allerdings fast ausschließlich Richtung Süden. Der Bitcoin zum Beispiel hat seit seinem Rekordhoch im April bei knapp 65.000 US-Dollar mehr als die Hälfte verloren. Wer hier investiert ist, braucht auf jeden Fall starke Nerven. Doch wie erwerben Sie eigentlich Kryptowährungen und was müssen Sie dabei beachten?

Was ist ein Handelsplatz?

Auf einem Handelsplatz für Kryptowährungen können Sie, ähnlich wie bei einem klassischen Broker Ihrer Bank, Kryptowährungen kaufen und verkaufen. Inzwischen gibt es eine Vielzahl solcher Handelsplätze für Kryptowährungen, die sich in der Qualität und Benutzerfreundlichkeit sehr stark unterscheiden. Es gibt insbesondere viele ausländische Handelsplätze, aber auch einige nationale und europäische Anbieter.

Wie funktioniert eine Plattform zum Kauf der Kryptowährungen?

Die Handelsplätze für Kryptowährungen funktionieren sehr ähnlich wie eine klassische Börse für den Wertpapierhandel. Die Plattform führt vereinfacht gesagt Käufer und Verkäufer zusammen. Oftmals gibt es vergleichbare Funktionen wie Market Maker an klassischen Börsen, die für ein ausreichendes Volumen sorgen und die Losgrößentransformation übernehmen. Ohne die sogenannte Losgrößentransformation müssten sich immer ein Käufer und Verkäufer finden, die den gleichen Betrag handeln wollen.

Beispiel: Sie wollen 500 Euro in Bitcoin eintauschen. In diesem Fall müssten sie jemanden finden, der genau Bitcoins im Wert von 500 Euro verkaufen möchte. Dies ist das Problem auf Peer-to-Peer Marktplätzen. Mehr Details dazu finden Sie am Ende des Ratgebers.

Die meisten Handelsplätze gestalten den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen jedoch sehr einfach. Außerdem sind die Prozesse bei Kryptowährungen schneller und effizienter als im Wertpapierhandel, da keine Clearingstellen oder Verwahrstellen mehr notwendig sind. Die digitalen Währungen werden direkt von einem Wallet auf das andere Wallet übertragen. Zusätzlich ist der Handel in der Regel auch rund um die Uhr möglich. Somit gibt es keine Unterbrechungen mehr, wie Sie es von dem Aktienmarkt gewohnt sind. Hier ruht der Handel von Freitagnachmittag bis Montagmorgen.

Welche Plattformen für Kryptowährungen gibt es?

Inzwischen gibt es zahlreiche Handelsplätze für den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen. Zu den größten und bekanntesten Handelsplätzen gehört das US-amerikanische Unternehmen Coinbase und die in China gestartete Börse Binance. Binance hat zwar noch immer einen chinesischen Einschlag, residiert jedoch inzwischen aus regulatorischen Gründen in Malta. Es gibt auch einige deutsche Anbieter, wie die App Bison von der Börse Stuttgart.

Kann ich Kryptowährungen per App kaufen?

Die meisten großen Plattformen bieten den Kauf der Kryptowährungen sowohl per Browser als auch per App an. Einige Anbieter, Bison aus Deutschland etwa, bieten den Handel der Kryptowährungen sogar derzeit ausschließlich per App an.

Binance

  • Hauptsitz: Malta
  • Über 150 verschiedene Kryptowährungen handelbar
  • Zugang: Mobile App, App für Windows und Mac sowie online, es gibt für Smartphone eine Lite Version, die sich an Einsteiger richtet und einen reduzierten Funktionsumfang anbietet.
  • Bezahlmethoden: Banküberweisung, Kreditkarte, iDEAL, Advcash, Etana
  • Gebühren: Gebühren liegen bei 0,1 % für den Handel (Kauf und Verkauf) sowie ggf. Gebühren auf einzelne Zahlungsmittel
  • Besonderheiten: Binance bietet einen großen Funktionsumfang, unter anderem auch einen eigenen Coin, sowie eine Kreditfunktion und Future Handel.

Bison

  • Hauptsitz: Deutschland
  • fünf Kryptowährungen verfügbar (BTC, BCH, ETH, LTC, XRP)
  • Zugang: Als App auf dem Iphone oder Android, eine Version für den Browser ist geplant.
  • Bezahlmethoden: SEPA-Überweisung
  • Gebühren: keine Gebühren für den Handel, Einzahlung oder Auszahlung, es fällt jedoch der Spread an (ca. 0,75%)
  • Besonderheiten: Einer von vergleichsweise wenigen Anbietern aus Deutschland, seriöser Anbieter mit Reputation der Börse Stuttgart

Justtrade

  • Hauptsitz: Deutschland
  • fünf Kryptowährungen verfügbar (BTC, BCH, ETH, LTC, XRP)
  • Zugang: Mobile App (Android / iOS) und Online Mobile App (Android / iOS) und Online
  • Bezahlmethoden: Banküberweisung
  • Gebühren: keine Orderprovision, Spread mindestens 0,30% für Kauf/Verkauf
  • Besonderheiten: Handel ab einen Auftragswert von 50 Euro, zusätzlich zum Kryptohandel ist auch der Erwerb von Wertpapieren möglich

etoro

  • Hauptsitz: Zypern (bei der eToro Europe)
  • Über 50 Kryptowährungen handelbar auf eToro.
  • Zugang: Mobile App (Android / iOS) und Online
  • Bezahlmethoden: Paypal, Kreditkarte (ohne Gebühr), sowie diverse Zahlungsdienstleister
  • Gebühren: eToro erhebt keine Einzahlungs- oder Trading-Gebühren, erhält jedoch Einnahmen aus dem Spread. Zusätzlich fällt eine Umrechnungsgebühr für den Tausch von Euro in USD an, da die Plattform auf USD verrechnet. Darüber hinaus verrechnet eToro eine Gebühr von 5 USD für jede Auszahlung.
  • Besonderheiten: eToro wirbt mit einem virtuellen Konto (100.000 USD), sodass Sie den Handel von Kryptowährungen zuvor ausprobieren können. Zusätzlich zum Kryptohandel ist auch der Erwerb von Wertpapieren möglich.
  • Hinweis: Die Anbieter bietet auf seiner Webseite kein Impressum an. Dieses ist in Deutschland jedoch gesetzlich vorgeschrieben. Deshalb raten wir bei diesen Anbietern zu großer Vorsicht.

Coinbase

  • Hauptsitz: USA
  • Dutzende Kryptowährungen in der App verfügbar und ein noch größeres Angebot in dem Pro Moduls für erfahrene Investoren
  • Zugang: Mobile App und Online
  • Bezahlmethoden: Paypal (Abbuchungen), Überweisung, Sofortüberweisung, Kreditkarte 
  • Gebühren: Variiert zwischen 0,99 Euro und 2,99 Euro bei Beträgen unter 250 Euro und liegt danach zwischen 1,49 % oder 3,99 % (je nach Zahlungsmittel); hinzu kommt ein Spread von ca. 0,5 %, Gebühren günstiger bei Coinbase Pro.
  • Besonderheiten: Hat nach eigenen Angaben 43 Millionen verifizierte Nutzer.
  • Hinweis: Die Anbieter bietet auf seiner Webseite kein Impressum an. Dieses ist in Deutschland jedoch gesetzlich vorgeschrieben. Deshalb raten wir bei diesen Anbietern zu großer Vorsicht.

Wie können Gelder eingezahlt werden?

Bevor Sie Kryptowährungen das erste Mal über eine Plattform kaufen können, müssen Sie zunächst einmal Gelder in Euro einzahlen. Dazu gibt es verschiedene Varianten.

  • klassische Banküberweisung
  • Zahlung mittels Kreditkarte
  • Kauf auf Rechnung
  • sowie diverse Zahlungsdienstleister

Die klassische Banküberweisung von der Hausbank ist dabei in der Regel kostenlos, dauert dafür jedoch ein bis drei Tage. Die Kreditkartenzahlung wird meist sofort gutgeschrieben, dafür kostet das Zahlungsmittel oftmals auch ein bis drei Prozent der eingezahlten Summe an Gebühren. Sie sollten daher rechtzeitig vor dem geplanten Kauf von Kryptowährungen eine Überweisung tätigen, um Gebühren zu vermeiden.

Kann ich Kryptowährungen auch mit Paypal bezahlen?

Ein direkter Kauf von Kryptowährungen über Paypal ist derzeit in Deutschland noch nicht möglich. Jedoch hat die US-Firma Ende vergangenen Jahres angekündigt, dass amerikanische Kunden des Zahlungsdienstleisters in Zukunft Kryptowährungen direkt über die Paypal-Plattform nutzen können. Wann der Service auf Deutschland ausgeweitet wird, ist noch nicht bekannt. In Deutschland können Sie jedoch über Plattformen wie Coinbase Einzahlungen vornehmen und diese mit Paypal bezahlen.

Lesetipp: Kennen Sie schon die Bitcoin-Kreditkarten?

Was ist KYC?

Inzwischen muss auf den offiziellen und legalen Handelsplätzen jeder Nutzer identifiziert werden. Das heißt, der Anbieter muss Sie mittels Ausweis eindeutig identifizieren, um der Geldwäsche und Korruption vorzubeugen. Der Vorgang der Leigitimationsprüfung wird auch als "KYC" (Know your customer) bezeichnet, was so viel bedeuted wie "Kenne deinen Kunden".

Die Identitätsfeststellung geschieht ähnlich wie bei der Eröffnung eines neuen Bankkontos. Der Prozess verläuft bei den meisten Plattformen nahezu automatisch und dauert nur wenige Minuten. Sie brauchen dazu in der Regel nur einen gültigen Ausweis und müssen sämtliche persönlichen Daten wie Name und Adresse angeben. In einigen Fällen werden auch weiterführende Fragen nach der Herkunft Ihres Vermögens notwendig.

Wie können Kryptowährungen verwahrt werden und was ist ein Wallet?

Während klassische Fiat-Währungen entweder in bar oder auf dem Bankkonto gehalten werden, besteht für Kryptowährungen nur eine Option – ein Wallet. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Wallets, die alle unterschiedliche Vor- und Nachteile bieten. Die verbreitetsten Lösungen sind:

  • Cold Storage
  • Hot Wallet
  • Online-Plattform
  • Hardware-Wallet

Was ist der Unterschied zwischen einem Wallet und einem Handelsplatz?

Ein Wallet ist nur der Teil, in dem die Kryptowährungen verwahrt werden. In der Praxis ist der Unterschied für viele Anleger fließend, da die Kryptowährungen auch direkt bei dem Handelsplatzbetreiber verwahrt werden können.

Wie kann ich Kryptowährungen erwerben?

Wenn Sie erfolgreich registriert sind und sich haben legitimieren lassen, sind Sie bereit Kryptowährungen zu handeln. Sobald die Einzahlung angekommen ist, stehen Ihnen die Mittel zum Kauf bereit. Sie können dann, je nach Anbieter, die angebotenen Kryptowährungen auswählen und zu dem angezeigten Preis erwerben. Die Gebühr für den Handel ist oftmals schon im Preis integriert.

Im Gegensatz zu den bekannten Kryptowährungen lassen sich allerdings nicht unbedingt alle der tausenden verfügbaren Kryptowährungen einfach auf den großen Handelsplätzen kaufen. Hierfür gibt es oftmals spezialisierte Handelsplätze, bei denen Sie gegebenenfalls die Seriosität und Liquidität im Vorfeld prüfen sollten.

Lesetipp: Bitcoin-Höhenflug gestoppt: Wiederholt sich 2018?

Anleitung: So kaufen Sie eine Kryptowährung

Nachfolgend zeigen wir Ihnen am Beispiel der Bison-App, wie Sie eine Kryptowährung per Smartphone-App erwerben:

1. In der Übersicht der Bison-App wählen Sie die gewünschte Kryptowährung zum Kauf oder Verkauf aus. In diesem Fall wählen wir exemplarisch Bitcoin für den Kauf.

2. Jetzt öffnet sich das Detailfenster für Bitcoin mit Informationen zum historischen Kursverlauf, dem aktuellen Kurs, das Kryptoradar von Bison und das Handelsvolumen der letzten 24 Stunden. In der oberen Leiste können Sie wahlweise die Kursentwicklung der letzten drei Stunden bis zwölf Monate anzeigen lassen.

3. Nach einem Klick auf “Kaufen” können Sie das gewünschte Volumen für den Kauf (beispielsweise 1.000 Euro) eingeben. Alternativ lässt sich der Betrag auch in Bitcoin angeben. Weiter geht es mit einem Klick auf “Ok senden” – ein Kauf erfolgt zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht.

4. Der gewählte Betrag muss erneut bestätigt werden. Das ausgewählte Volumen kann dabei leicht von der eigenen Angabe abweichen, da sich der Kaufkurs sekündlich ändert. Für die Annahme zu dem angezeigten Kurs bleiben Ihnen nur zehn Sekunden – bis der Kaufkurs nicht mehr aktuell ist. Sie müssten dann den Schritt wiederholen.

5. Geschafft. Sie haben nun erfolgreich 1.000 Euro in Bitcoin getauscht.

Alternativen zu klassischen Handelsplätzen

Neben den klassischen Handelsplätzen, die Sie via Smartphone oder Desktop-PC nutzen, können Sie auch auf alternativen Wegen Kryptowährungen kaufen. Beispielsweise finden Sie in einigen Städten Bitcoin-Automaten oder Sie tauschen Bitcoin direkt von Nutzer zu Nutzer.

Bitcoin Geldautomaten

Inzwischen gibt es auch an immer mehr Orten Bitcoin Automaten, an denen Sie Bargeld einzahlen können und dafür Bitcoins gutgeschrieben bekommen, oder umgekehrt. Dies funktioniert ganz ähnlich, wie wenn Sie mit einer EC-Karte Geld bei Ihrer Bank Ein- oder Auszahlen.

Bitcoins direkt kaufen

Wie bereits beschrieben gibt es auch besondere direkte Handelsplätze, sogenannte Peer-to-Peer Handelsplattformen. Dort können Sie konkret mit einer Person die Kryptowährungen tauschen. In diesem Fall müssen Sie genau den Betrag an Kryptowährungen abnehmen, den Ihre Gegenpartei bereit ist abzugeben. Sie können sich in manchen Fällen mit der anderen Person für die Übergabe sogar vor Ort treffen. Im Gegensatz zu den renommierten Handelsplätzen sollten Sie bei solchen Angeboten jedoch darauf achten, dass Sie von der Seriosität Ihres individuellen Handelspartners abhängen. Aus diesem Grund ist der direkte Erwerb von Kryptowährungen gerade für Einsteiger nicht empfehlenswert.

Fazit

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten in Kryptowährungen zu investieren. Die größten Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum lassen sich sehr leicht über bekannte Plattformen handeln. Die Gebühren unterscheiden sich hier erheblich und auch die Gebühren für Ein- und Auszahlungen sind nicht zu vernachlässigen. Sie haben dafür allerdings die Auswahl zwischen zahlreichen Anbietern im In- und Ausland. Ihre erste Investition in Kryptowährung ist also dank der Angebote vieler Anbieter fast so leicht geworden, wie der Aktienkauf und in den meisten Fällen sogar viel schneller und günstiger.




Über den Autor Tim Stockschläger

Tim Stockschläger ist im Münsterland aufgewachsen und hat in Augsburg, Leipzig und Binghamton (New York State) Wirtschaftswissenschaften und Finanzen studiert. Schon im Studium haben ihn die internationalen Aktienmärkte und Produkte gereizt. Er ist seit 2007 Consultant und freiberuflicher Journalist für diverse Medien und Magazinen, insbesondere zu Finanz- und Blockchain Themen. Er arbeitete bis Ende 2017 als Analyst bei der Deutschen Bank. Seit 2018 berät und unterstützt er insbesondere Startups beim Marketing und bei der Finanzierung mit Security Token Offerings und Crowdfunding. Tim Stockschläger hat 2018/19 einen der ersten Security Token Sales in Europa begleitet und die Erfahrung davon inzwischen in einem Buch veröffentlicht. 

  Tim Stockschläger