Auf einen Blick
  • Ethereum ist die Blockchain der zweitgrößten Kryptowährung Ether.

  • Im Gegensatz zum Bitcoin bietet Ethereum mehr Funktionen als nur den reinen Wertspeicher.

  • In diesem Artikel erfahren Sie alle wesentlichen Informationen zu Ethereum.
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Kryptowährungen wie Bitcoin haben weitaus mehr Funktionen als nur als Wertspeicher und digitales Geld zu dienen. Mittels der Blockchain-Technologie lassen sich verschiedene andere Anwendungsfälle kreieren und somit neue Geschäftsfelder erschließen. In diesem Zusammenhang ermöglicht beispielsweise Ethereum das Programmieren von Smart Contracts und dezentralisierten Apps (dApps). In diesem Artikel stellen wir Ihnen die wesentlichen Merkmale von Ethereum vor.

 

Was ist Ethereum?

Ethereum ist die Blockchain der gemessen an der Marktkapitalisierung zweitgrößten Kryptowährung namens Ether. Dabei geht Ethereum auf den Programmierer Vitalik Buterin zurück, der das Netzwerk im Jahr 2013 als Idee entworfen hat. Ethereum folgte also erst einige Jahre später auf die Veröffentlichung von Bitcoin und wurde über ein Crowdfunding Projekt finanziert. Im Sommer 2015 konnte der reguläre Betrieb aufgenommen werden.

 

So entwickelt sich der Kurs von Ethereum

Der Kurs von Ethereum (Ether) steht derzeit (Stand 12.2.2023) bei rund 1.427,88 Euro. Genauso wie viele andere Kryptowährungen musste auch Ethereum zu Beginn des Jahres 2022 starke Kursverluste in Kauf nehmen. Während am 10. November 2021 mit 4.228,93 € das Allzeithoch erreicht wurde, stürzte der Kurs innerhalb von sieben Monaten auf knapp 1.000 Euro (19.6.2022). Seitdem befindet sich Ethereum in einer Seitwärtsbewegung und notiert seit Ende September 2022 zwischen 1.000 Euro und 1.600 Euro. Auch der Ethereum-Merge (der Wechsel des Prüfmechanimuses) konnte den Kurs nicht beflügeln, obwohl viele Anlegerinnen und Anleger damit gerechnet hatten. Im Gegensatz zum Bitcoin nutzt Ethereum nicht mehr den Prüfmechanismus Proof of Work, sondern hat auf das energieeffizientere Proof of Stake umgestellt, mit dem knapp 90 Prozent an Strom gespart werden.

 

Seit wann gibt es Ethereum?

Ethereum geht zurück auf den Programmierer Vitalik Buterin, der das Netzwerk im Jahr 2013 als Idee entworfen hat. Ethereum folgte also erst einige Jahre später auf die Veröffentlichung von Bitcoin. Ethereum wurde über ein Crowdfunding Projekt finanziert und konnte im Sommer 2015 den regulären Betrieb aufnehmen.

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Wofür kann Ethereum genutzt werden?

Die erweiterten Möglichkeiten sind ein wichtiger Meilenstein für Innovationen im Finanzbereich, da beispielsweise Aktien über das Ethereum-Netzwerk tokenisiert werden können. Dies war einer der Gründe, wieso viele der insbesondere ab 2017 aufgetauchten ICOs (Initial Coin Offerings) auf Basis des Ethereum-Netzwerks herausgegeben wurden. ICOs sind dabei, vereinfacht gesagt, das Pendant zu einem klassischen Börsengang auf der Blockchain.

 

Ethereum und DeFi

Darüber hinaus ist das Ethereum-Netzwerk auch offen für Anwendungen aus dem Bereich “DeFi”, was auf Deutsch etwa dezentralisierte Finanzgeschäfte bedeutet. DeFi soll das Gegenstück bilden zu dem klassischen Finanzgeschäft basierend auf Intermediären und zahlreichen großen Institutionen. DeFi soll, so oftmals die Hoffnung, Finanzprodukte für jeden mit einem Internetzugang ermöglichen.

Dazu gehört insbesondere, dass Nutzer kein Konto mehr bei der Bank eröffnen müssen und Geld ohne weitere Gebühren rund um die Welt schicken können. Es gibt auch die Möglichkeit auf Basis von Ethereum Kredite zu beantragen oder auf einer beliebigen Plattform Ethereum gegen andere Tokens zu tauschen.

 

Dezentrale Apps (DApps) und Smart Contracts

Das Ethereum-Netzwerk bietet mehr als den reinen Handel der eigenen Kryptowährung, sondern bildet eine Plattform, auf der Verträge und Anwendungen (sogenannte DApps) ausgeführt werden können. Verträge können an bestimmte Ereignisse geknüpft werden, daher rührt der Begriff intelligente Verträge. Theoretisch wäre es etwa möglich, eine Sendung mit Sensoren auszustatten und sobald diese den Bestimmungsort erreicht, wird die Zahlung (in Form einer Kryptowährung) ausgelöst und von dem Wallet des Käufers zum Verkäufer transferiert.

DApps hingegen sind dezentralisierte Anwendungen, die für jeden Nutzer mit einem Ethereum-Wallet zugänglich sind. Die DApps umfassen dabei sowohl Finanzanwendungen, etwa “Uniswap” als auch Computerspiele wie “Dark Forest”. Die Anwendung “PoolTogether” ist eine Art Lotto spielen, bei dem Teilnehmer “Pool” Token halten können und dabei einen zufälligen Gewinn zugeteilt bekommen können.

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Ethereum Kurs und Prognosen

Der Kurs von Ethereum (Ether) steht derzeit (02.06.2021) bei rund 2.200 Euro. Ethereum konnte genauso wie viele andere Kryptowährungen eine starke Rally zum Jahresstart 2021 hinlegen und ein saftiges Kursplus verzeichnen. Der Kurs hat sich allein in den ersten acht Wochen des Jahres mehr als verdoppelt. Ethereum profitiert, wie viele andere Kryptowährungen derzeit, von einem enormen Kursanstieg in relativ kurzer Zeit.

Die seit Jahren anhaltende Niedrigzinspolitik und ein medialer Run auf das Thema Kryptowährungen, befeuern derzeit die Kurse stark. Davon profitiert auch Ethereum. Wie lange der Aufwärtstrend anhält, lässt sich nicht prognostizieren. Dieses Momentum am Markt erscheint zwar derzeit sehr stark, kann aber auch jederzeit zusammenbrechen. Wenn Sie jetzt neu in Ethereum einsteigen wollen, sollten Sie die Risiken nicht außer Acht lassen. Viele Experten sprechen inzwischen von einer Blasenbildung am Markt. Kryptowährungen sind nach wie vor tendenziell eher volatil, sodass ausgeprägte Schwankungen üblich sind. Neueinsteiger sollten auf einen Rücksetzer warten und tiefere Kaufkurse nutzen.

 

Das sind die Unterschiede von Ethereum (Ether) und Bitcoin

Im Gegensatz zu dem Bitcoin-Netzwerk gibt es keine definitive Obergrenze an verfügbaren “Coins” und Blöcken. Die verfügbaren Coins in Ethereum sind damit theoretisch unbegrenzt, jedoch ist das jährliche Volumen gedeckelt. Ethereum generiert alle paar Sekunden einen neuen Block, während dies im Bitcoin Netzwerk im Schnitt rund zehn Minuten dauert. Die Transaktionszeit ist also erheblich besser. Es gibt zwar auch auch für Bitcoin Ideen, die Transaktionszeit zu verbessern, jedoch ist dies noch ein weiter Weg. Ethereum hat hier bereits jetzt deutliche Zeitvorteile.

Der größte und wichtigste Unterschied ist dabei wohl die breite Nutzung von Ethereum für Smart Contracts, DApps und DeFi. Außerdem verwendet Ethereum seit dem 15. September 2022 den Prüfmechanismus Proof of Stake, der wesentlich stromsparender als der Proof of Work-Mechanismus des Bitcoins ist.

Ein letztes kleines Detail im Unterschied von Bitcoin und Ethereum liegt bei den Gründern der jeweiligen Währung: Während sich die Entwickler von Bitcoin bis heute erfolgreich hinter dem Pseudonym und Mythos Satoshi Nakamoto verstecken, geht die Entwicklung von Ethereum auf den russischen Entwickler Vitalik Buterin zurück.

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Vor- und Nachteile von Ethereum

Ethereum hatte sich zum Ziel gesetzt die Nachteile von Bitcoin zu verbessern und mehr zu bieten als nur eine klassische Kryptowährung. Nutzer können das Blockchain-Netzwerk von Ethereum nutzen, um Spiele zu spielen, Finanztransaktionen abzuwickeln und sogar digitale Börsengänge umzusetzen.

Zu den Vorteilen von Ethereum gehören:

  • große und aktive Entwickler-Community
  • stromsparender Proof of Stake - Mechanismus
  • Interoperabilität mit anderen Plattformen
  • mehr als nur eine Kryptowährung (DeFi, Smart Contracts, DApps)
  • zweitgrößte Kryptowährung

Zu den Nachteilen gehören:

  • vergleichsweise geringe Transaktionsgeschwindigkeiten
  • relativ junge Programmiersprache “Solidity” für DApps & Smart Contracts
 

Wie kann man Ethereum kaufen?

Ethereum ist die zweitgrößte und gleichzeitig eine der bekanntesten Kryptowährungen. Sie lässt sich daher auf nahezu jeder Handelsplattform kaufen und verkaufen. Die hohe Liquidität der Währung garantiert einen reibungslosen Handel und einen geringen Spread. Wie und wo Sie Ihre erste Kryptowährung kaufen, haben wir hier detailliert beschrieben.

Jede Transaktion kostet dabei “Gas”. Das ist der Begriff für die geringe Gebühr, die bei Transaktionen bezahlt werden muss. Ganz ohne Gebühren ist also auch die neue, dezentralisierte Finanzwelt nicht. Die Gebühr betrifft alle Transaktionen im Ethereum-Netzwerk, angefangen bei dem Kauf der Kryptowährung Ether, über die Ausführung von Smart Contracts und DApps. Das “Gas” geht als Entschädigung an die Teilnehmer im Blockchain-Netzwerk, die so für ihre Rechenleistung eine Entschädigung (oder auch Rendite) erhalten.

Wichtig zu beachten ist, dass die kaufbare Kryptowährung streng genommen “Ether” heißt. Ethereum ist de facto die Software-Plattform, auf der die Kryptowährung basiert. In der Praxis werden die Begriffe aber meistens als Synonym verwendet. Wer also die Kryptowährung “Ether” bei seinem Broker kaufen möchte, findet oftmals nur den Namen “Ethereum”.

Seit Mitte 2022 können Sie in einigen ausgewählten Saturn- und Media Märkten über einen Kurant Automat Bitcoin und Ethereum erwerben.

 

Fazit

Ethereum bietet mehr als nur eine reine Kryptowährung, sondern zeigt auf, wie die Zukunft am Finanzmarkt aussehen kann. Auch wenn Bitcoin noch eine bedeutend höhere Marktkapitalisierung hat als Ethereum, sehen viele Experten aufgrund dieser breiteren Anwendungsmöglichkeit (DeFi, DApps, Smart Contracts) bessere Wachstumschancen für die Zukunft.

Dabei hat die Vergangenheit, nicht nur am Finanzmarkt, immer wieder gezeigt, dass sich bessere Produkte nicht unbedingt durchsetzen. Das heißt, auch wenn Ethereum eine gute Ausgangslage hat, garantiert dies keinen zukünftigen Erfolg.

In einem weiteren Artikel haben wir uns angesehen wie ein NFT genau funktioniert und was Sie dabei beachten sollten.

Biallo.de im Interview mit einem Krypto-Professor:

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Über den Autor Tim Stockschläger

Tim Stockschläger ist im Münsterland aufgewachsen und hat in Augsburg, Leipzig und Binghamton (New York State) Wirtschaftswissenschaften und Finanzen studiert. Schon im Studium haben ihn die internationalen Aktienmärkte und Produkte gereizt. Er ist seit 2007 Consultant und freiberuflicher Journalist für diverse Medien und Magazinen, insbesondere zu Finanz- und Blockchain Themen. Er arbeitete bis Ende 2017 als Analyst bei der Deutschen Bank. Seit 2018 berät und unterstützt er insbesondere Startups beim Marketing und bei der Finanzierung mit Security Token Offerings und Crowdfunding. Tim Stockschläger hat 2018/19 einen der ersten Security Token Sales in Europa begleitet und die Erfahrung davon inzwischen in einem Buch veröffentlicht. 

Co-Autoren:
  Timo Kohlhaase
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