Der Dax fällt im ersten Halbjahr 2026 im internationalen Vergleich zurück. Euro Stoxx 50, S&P 500 oder MSCI World schneiden deutlich besser ab. Allerdings: Einzelne Dax-Werte wie Infineon, Hochtief oder Siemens Energy erzielten hohe Kursgewinne. Anleger sollten im zweiten Halbjahr 2026 ihre Investitionen möglichst breit streuen.
Beste Dax-Aktien 2026: Diese Werte laufen am besten
Es ist ein mageres Plus: Wer Ende 2025 in einen Dax-ETF investiert hat, dem bleibt zur Jahresmitte 2026 nur ein Mini-Gewinn. Wer dagegen Infineon im Depot hatte, kann sich über eine Kursverdoppelung freuen. Selten lagen die Ergebnisse einzelner Dax-Werte und des Gesamtindex so weit auseinander wie im ersten Halbjahr 2026. Wir zeigen, warum das so ist und wie Anlegerinnen und Anleger ihr Depot fürs zweite Halbjahr am besten aufstellen.
Dax fällt im Index-Vergleich zurück
Um knapp 2,1 Prozent legte der Dax im ersten Halbjahr 2026 zu. Verglichen mit anderen großen Indizes wie dem weltweiten MSCI World, dem europaweiten Euro Stoxx 50 oder den US-Indizes S&P 500 und Dow Jones liegt der deutsche Leitindex ganz hinten (siehe Grafik).
Der Dax hinkt hinterher
Das Bild aus den Vorjahren hat sich gedreht: 2025 lag der Dax noch deutlich vor MSCI World, Dow Jones und Co. Ein Grund für das schwache Abschneiden 2026 ist der Krieg im Nahen Osten: Nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran brach der deutsche Leitindex stärker ein als andere Indizes. Hinzu kamen Probleme bei einigen Dax-Größen: Der Rüstungskonzern Rheinmetall, in den vergangenen Jahren Überflieger im Index, schwächelte deutlich, ebenso der Software-Riese SAP und die Autobauer. Der Euro Stoxx 50 etwa wurde weit weniger von schwergewichtigen Ausreißern nach unten belastet.
Dax-Werte 2026: KI-Profiteure liegen vorne
Dass der Dax dennoch im Plus liegt, verdankt er vor allem den Profiteuren des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) und der Infrastruktur. Das gilt insbesondere für die drei Top-Performer im ersten Halbjahr 2026: Infineon, Hochtief und Siemens Energy (siehe Grafik).
Diese Dax-Aktien liefen am besten
Infineon verdankt seine Kursverdopplung der KI-Euphorie: Der Chipkonzern liefert unter anderem Lösungen für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren. Die Nachfrage danach ist stark gestiegen. Die Münchner hoben daher auch ihre Jahresprognose an.
Hochtief überzeugte mit einem Rekord-Auftragsbestand von rund 79 Milliarden Euro und einem Gewinnplus von 30 Prozent. Der Baukonzern profitiert ebenfalls vom Bau neuer KI-Rechenzentren und guten Perspektiven bei der Infrastruktur.
Siemens Energy kommt der weltweite Ausbau der Stromnetze zugute: Eine angehobene Prognose und starke Auftragseingänge bei der Netztechnik haben den Kurs angetrieben.
Damit hängen drei der vier besten Dax-Werte direkt am KI- und Infrastrukturboom. Bei einem Unternehmen wie Bayer hingegen setzt der Markt nach Jahren der Schwäche auf einen "Turnaround", also auf die Aussicht, dass die Geschäfte künftig besser laufen. So hat unter anderem das Ende des jahrelangen Streits um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat den Bayer-Kurs beflügelt.
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Was die Dax-Bilanz für Anleger bedeutet
Anlegerinnen und Anleger sollten in jedem Fall über den Dax hinausdenken. Der Index-Vergleich zeigt: Wer nur auf den deutschen Index setzte, hat gegenüber Europa und den USA Rendite liegen gelassen. Unangenehm überrascht wurde, wer zu stark in vermeintliche Gewinner-Themen investiert hat, etwa in Rüstung
Die Börsenbilanz im ersten Halbjahr 2026 macht daher deutlich: Breite Streuung bleibt der beste Schutz. Ein weltweit anlegender ETF, etwa auf den MSCI World Index oder den noch breiteren FTSE All World Index, ist für jedes Depot als Basisinvestment sinnvoll. Wem der US-Anteil darin zu groß ist, kann einen Dax-ETF oder Europa-ETF hinzufügen. Anlegerinnen und Anleger sollten außerdem auf einen nennenswerten Anteil von Schwellenländern achten. So legte der MSCI Emerging Markets 2026 bislang um knapp 23 Prozent zu, deutlich mehr als Dax, Dow oder MSCI World.
Einzelwerte oder Branchen im Portfolio sollten Anleger begrenzen. Das gilt auch für das Thema Künstliche Intelligenz: Der KI-Boom hat viele Kurse kräftig getrieben. Experten warnen mittlerweile jedoch vor Überhitzung. Das sollten Anlegerinnen und Anleger im Hinterkopf behalten. Und: Auch wenn sich der Nahost-Konflikt zwischenzeitlich entspannt hat, wird es weiterhin Risiken geben – und Kursrückschläge. Sie einzuplanen ist besser, als im Krisenfall panisch zu verkaufen.

