Mieten oder Kaufen

  • Was ist eigentlich günstiger?
  • Wie steigt die Miete weiter an?
  • Soll ich eine Eigentumswohnung finanzieren?

Eigentum schlägt Miete – fast immer

Die überwiegende Mehrheit aller Deutschen würde - wenn sie es sich aussuchen könnte – am liebsten im Eigenheim leben. Das zeigen aktuelle Studien. Aber damit nicht genug: Noch nie war es so günstig, den Erwerb der eigenen Immobilie über einen Kredit zu finanzieren.

Die Frage, ob der Kauf eines Eigenheims zur Selbstnutzung günstiger ist als Mieten, wird entscheidend vom jeweiligen Niveau des Kreditzinses beeinflusst. Das aktuelle Zinstief begünstigt den Immobilienkauf, denn es federt teure Immobilienpreise ab und spart jede Menge Zinsen.

In der Mehrzahl aller Städte und Gemeinden sind die Wohnungspreise zwar stark gestiegen, in einem Drittel ist das jedoch genau anders herum. Ist Mieten in den teureren Städten nicht die bessere Alternative?

Schließlich brauchen sich Mieter über die Instandhaltung ihres Hauses keine Gedanken zu machen. Das ist Sache ihres Vermieters. Sie können viel flexibler den Wohnort wechseln. Und sie müssen sich fürs Wohnen nicht verschulden. Die Antwort auf die Frage "Kaufen oder Mieten" ist von Fall zu Fall verschieden.

Da mit der Bankrate der Baukredit getilgt wird, baut man mit dem Geld, das man ja zuvor als Miete einsetzte, kontinuierlich eigenes Vermögen auf. Aber auch Faktoren wie Wohnsicherheit, Wohnqualität, Altersvorsorge oder das eigene Erbe spielen eine große Rolle.

Andererseits: Insbesondere Familien mit geringem Eigenkapital benötigen aufgrund der hohen Erwerbskosten große Kreditsummen, um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.

Die Folgen sind: teure Kreditraten trotz staatlicher Förderspritzen wie der KFW-Förderung oder dem Baukindergeld und jahrzehntelange Verschuldung. So wundert es nicht, dass laut IW (Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.) seit 2013 die Zahl der Ersterwerber in Deutschland gesunken ist.

2016 waren es noch rund 600.000 Haushalte die den Schritt ins Eigenheim wagten (in Vergleich dazu: 2014 waren es mehr als 700.000).

Eigentümer oder Mieter – alles eine Frage der Einstellung

Laut einer repräsentativen Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment und dem Immobilienunternehmen ZBI-Gruppe, ziehen knapp 70 Prozent der 18- bis 40-jährigen Befragten das Eigenheim dem Mieterdasein vor. Aber gerademal 27 Prozent leben tatsächlich in den eigenen vier Wänden.

Denn 83 Prozent der Befragten fehlt es an genug Eigenkapital. Zwei von drei (64 Prozent) Befragten schätzen ihr Haushaltseinkommen als nicht ausreichend ein und 44 Prozent steht ein befristetes Arbeitsverhältnis im Weg.

Vor allem ist es eine Art Lebenseinstellung, ob wir in den eigenen vier Wänden oder zur Miete wohnen wollen. Und letztendlich auch, wo wir leben möchten beziehungsweise wo wir es uns leisten können. Für den einen stellt sich die Frage, "Wohnen in der Stadt?", für den anderen "Haus auf dem Land?" und meistens vor dem Hintergrund, ob mit oder ohne Nachwuchs.

Für die junge Generation hat das Wohnen zur Miete zweifelsohne Vorteile. Ihrer Meinung nach sind Mieter weniger eingeschränkt und bleiben flexibler. Seinen Lebensstil einzuschränken, nur damit man sich eine Immobilie leisten kann, ist für viele vor allem Jüngere heutzutage tabu. Zudem bereitet das Eigenheim mit seinen Aufgaben und Verpflichtungen nicht immer nur Spaß.

Demgegenüber ist, egal für welches Alter oder Lebensphase, ein Immobilienkauf gleichzeitig eine grundsätzliche Entscheidung über die eigenen finanziellen Möglichkeiten. Will man lieber sein Erspartes für die eigene Immobilie einsetzen oder doch eher in Aktien, Anleihen, Rohstoffe, etc. anlegen? Ob Mieten oder Kaufen, in beiden Fällen spielen die eigenen persönlichen Lebensziele eine ausschlaggebende Rolle.

Mietertyp ist, ...

Käufertyp ist, ...

wer wohnortunabhängig leben möchte oder muss.

wer das ideale Objekt für sich und seine Lebensplanung gefunden hat.

wer unerwartete Ausgaben, Bankrate & Co. als psychische Belastung empfindet.

wer über genügend Eigenkapital verfügt und unvorhersehbare Kosten (für z.B. Reparaturen) decken kann.

wer seine Wohnung oder sein Haus als reines Nutzobjekt definiert.

wer sich z.B. entschieden hat, an einem Wohnort zu bleiben.

wer seinen persönlichen "Lifestyle" nicht aufgeben will.

wer sich um seine Wohnung, Haus, Immobilie gerne kümmert.

Entwicklung der Wohnkosten von Mietern und Käufern

Ob als Mieter oder Eigentümer: Wohnen ist teuer. Selbst internationale Investoren werden inzwischen von den hohen Immobilienpreisen in den teuersten deutschen Metropolen wie München abgeschreckt – so eine aktuelle Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC zu den Immobilientrends 2018 in Europa. In andere Städten, die deutlich günstiger sind wie Berlin, tummeln sich hingegen viele ausländische Investoren.

Die Antwort darauf, ob Mieten oder Kaufen im Endeffekt für den Einzelnen besser ist, hängt jedoch nicht nur vom Preis oder der monatlichen Mietbelastung ab. Daneben spielen die Höhe des Eigenkapitals sowie der fälligen Kreditkosten, die Entwicklung des Immobilienmarkts an sich, die Lage der Immobilie und nicht zuletzt das Einstiegsalter für Eigentümer beziehungsweise Kapitalanleger eine Rolle.

Daraufhin analysierte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) 401 deutsche Städte und Landkreise, um aufzudecken, wer heutzutage günstiger wohnt: Der Eigentümer oder der Mieter?

Das Ergebnis des IW: "Die monatlichen Kosten von selbst genutztem Wohneigentum liegen derzeit durchschnittlich um ein Drittel unter den Mietkosten für eine vergleichbare Immobilie."

Forscher des Berliner Empirica-Instituts wollten es genau wissen und verglichen im Auftrag von LBS Research auf Basis aktueller Einkommens- und Verbrauchsstichproben (EVS) des Statistischen Bundesamtes die finanzielle Belastung von Miet- und Eigentümerhaushalten mit einem Nettoeinkommen zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Bei den Mietern wurde die Bruttowarmmiete in die Rechnung einbezogen, bei den Eigentümern die Ausgaben für Zins und Tilgung sowie die Wohnnebenkosten.

Käufer wohnen flächendeckend immer noch günstiger

Wie die Auswertung zeigt, haben in jungen Jahren selbstnutzende Eigentümerhaushalte meist höhere Wohnkosten zu tragen als vergleichbare Mieterhaushalte. Mit fortschreitender Tilgung der Baukredite dreht sich jedoch die Belastungskurve zum Nachteil der Mieter.

Denn diese müssen nicht nur die Bruttowarmmiete aufbringen, sondern sind über die Jahre auch mit steigenden Mietkosten konfrontiert. Ihr anfänglicher Vorteil bei den Wohnkosten schmilzt dahin, während Eigentümer ihre finanzielle Belastung allmählich abbauen und immer günstiger wohnen.

Durchschnittliche Belastung in konkreten Zahlen:

  • Unter 40-Jährige geben im Schnitt 619 Euro monatlich für Miete inklusive sämtlicher Nebenkosten aus. Eigentümer dieser Altersklasse müssen zunächst tiefer in die Tasche greifen: Ihre Belastung liegt bei 729 Euro monatlich; bei frisch gebackenen Erwerbern, die noch nichts getilgt haben, sogar bei 861 Euro.

  • Über 64-Jährige zahlen im Schnitt 688 Euro Miete, dies entspricht annähernd einem Drittel ihres verfügbaren Einkommens im Rentenalter. Die höhere Mietbelastung im Alter erklären die Wissenschaftler einerseits mit Mietsteigerungen über die Jahrzehnte und damit, dass Senioren oft nicht aus ihren zu großen Wohnungen ausziehen, auch wenn die Kinder längst aus dem Haus sind.

Ältere Eigentümer senken im Zeitablauf ihre Wohnkosten, indem sie den Immobilienkredit tilgen. Kurz vor Eintritt in den Ruhestand belaufen sich die Wohnkosten durchschnittlich nur noch auf 499 Euro im Monat. Ist die Immobilie schuldenfrei, reduzieren sich die Wohnkosten gar auf 386 Euro.

Fazit

Während Mieter in jungen Jahren zirka ein Viertel ihres Einkommens für eine warme Wohnung ausgeben, muss der Selbstnutzer anfangs jeden dritten Euro fürs Wohnen aufwenden. Zugleich schränken sich Eigentümer auch beim Konsum ein, so die Empirica-Wissenschaftler. Aber in der Familienphase zwischen 40 und 54 Jahren gleicht sich die Belastung an.

Beide Gruppen geben dann etwa ein Viertel ihres Einkommens für das Wohnen aus. Im Ruhestand kippt die Waage dann vollends zugunsten der Eigentümer: Schuldenfreie Selbstnutzer geben im Ruhestand nur noch jeden sechsten Euro, also 16 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aus, Mieterhaushalte dagegen fast ein Drittel.

Mieten oder Kaufen: Was lohnt sich mehr?

Wie entwickeln sich die Vermögen von Mietern und Käufern? Entscheidende Parameter sind die Kreditzinsen, die Wertsteigerung der Immobilie und die Rendite vorhandener Sparguthaben.

Als Faustregel gilt: Je geringer die Kreditaufnahme und je günstiger die Kreditzinsen, desto besser für den Käufer. Auch eine schnelle Wertsteigerung des Objekts begünstigt die Vermögensentwicklung. Mieter können eigentlich nur gegenhalten, wenn ihre Sparguthaben eine hohe Rendite erzielen.

Wenn die Bedingungen anders sind

Müssten beide, Käufer und auch Mieter, den Wohnort wechseln, dann kann der Mieter einfach umziehen.

Der Käufer hätte die Wahl, seine Wohnung zu vermieten oder diese zu verkaufen. In dem Fall müsste er allerdings den Kredit ablösen. Für den entgangenen Zinsgewinn würde die Bank dann aber eine Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung stellen. Damit würde sich das Vermögen des Käufers schmälern.

Tipp: Die Vorfälligkeitsentschädigung lässt sich umgehen, indem man den Kredit zusammen mit der Immobilie verkauft.

Immobilien sind weiterhin erschwinglich

Zwar sind die Immobilienpreise rasant gestiegen, das Wohneigentum bleibt aber von der Zinsseite erschwinglich, wie eine Untersuchung von Deutsche Bank Research zeigt. Allerdings dürfte sich anhand der anhaltenden Preisdynamik und der Prognose, dass Hypothekenzinsen leicht anziehen werden, die bundesweite Erschwinglichkeit etwas verringern.

Der sogenannte Erschwinglichkeitsindex führt Faktoren wie Immobilienpreise, Löhne sowie das Zinsniveau zusammen und gibt Auskunft darüber, inwieweit es für einen Durchschnittshaushalt möglich ist, eine Immobilie zu erwerben.

Laut Deutscher Bank profitieren Bauherren und Immobilienkäufer in Deutschland noch von den günstigen Finanzierungskonditionen für Neubau, Sanierung oder Anschlussfinanzierung. Regional gibt es da aber große Unterschiede.

Teure Quadratmeterpreise von mehr als 8.000 Euro für einen Neubau wie in München sind oft nur dann erschwinglich, wenn genügend Geld auf der hohen Kante liegt oder Immobilienkäufer Abstriche bei der Wohnungsgröße machen. Aber auch für eine Bestandswohnung von 60 Quadratmetern ist der Preis ab 6.000 Euro aufwärts mehr als sportlich.

Dennoch stützt der Immobilienverband Deutschland (IVD) die Einschätzung der Deutschen Bank. Mit einem Wert von aktuell 122,63 Punkten (Vorjahr 134,29) bleibt der vom IVD ermittelte Erschwinglichkeitsindex für Wohneigentum in Deutschland auch im Jahr 2017 auf hohem Niveau. Vor zehn Jahren lag dieser Wert noch unter 100, das heißt die Erschwinglichkeit war deutlich schlechter.

Nichtsdestotrotz können sich viele Privatpersonen das Wohnen in guten und besseren Lagen vieler Städte einfach nicht mehr leisten. PWC bestätigt in seiner neuesten Analyse (Emerging Trends in Real Estate, Europe 2018), dass der deutsche Immobilienmarkt "überteuert" und "Nahe am Gipfel" sei.

Der Immobilienatlas 2018 des Wirtschaftsmagazins Wirtschaftswoche (Wiwo) relativiert hingegen und zeigt die gravierenden Unterschiede am Markt auf. Die Analyse deckt das Potenzial von Immobilien in den 50 größten deutschen Städten auf Zehn-Jahres-Sicht auf. Einfluss haben unterschiedliche Indikatoren wie der Leerstand, die Erschwinglichkeit oder Standortdynamik, ob mehr Nachfrage generiert werden kann und wie sehr sich diese auf den Markt auswirkt. Mit dem Auszug der Top-14 Großstädte bekommen Sie Empfehlungen, wo der Markt überbewertet ist und wo sich ein Kauf heute noch lohnt.

Dabei liegt in mittelgroßen Städten mit einer Bevölkerung zwischen 500.000 und 600.000 Einwohnern (z.B. in Dresden, Leipzig, Dortmund, Bremen und Essen) das durchschnittliche Erschwinglichkeitsniveau für Eigenheime höher als in den Metropolen.

Rangliste der Großstädte (> 500.000 Einwohner):

Stadt

Leerstand1

Erschwinglichkeit2

Übertreibungs-risiko3

Preis-/Miet-Entwicklung4

Miet-rendite5

Anteil
Rendite-
angebote6

Mieten oder Kaufen?7

Frankfurt

sehr niedrig

- -

hoch

52,9

3,5

24,0

mieten

Hamburg

sehr niedrig

+ / -

hoch

57,7

3,3

15,1

mieten

Berlin

sehr niedrig

-

hoch

59,0

3,5

18,1

mieten

Nürnberg

sehr niedrig

+ / -

hoch

58,7

3,8

25,7

mieten

Dresden

niedrig

+ +

mittel

26,5

4,5

40,9

kaufen

München

sehr niedrig

- -

hoch

71,1

3,1

3,9

mieten

Stuttgart

sehr niedrig

- -

hoch

50,6

3,7

16,9

mieten

Köln

sehr niedrig

+ / -

hoch

51,5

3,7

31,6

mieten

Düsseldorf

niedrig

+ / -

hoch

48,9

3,6

20,4

mieten

Leipzig

mittel

+

mittel

35,9

4,9

50,7

kaufen

Hannover

niedrig

+ / -

hoch

62,3

3,9

38,1

mieten

Dortmund

niedrig

+ +

gering

11,7

4,9

69,8

kaufen

Bremen

niedrig

+ +

hoch

51,3

4,5

52,3

kaufen

Essen

niedrig

+ +

mittel

12,8

4,7

64,6

kaufen

1 von unter 1,5 % (sehr niedrig) bis über 7,5 % (sehr hoch); 2 Verhältnis lokale Kaufkraft/Immobilienpreise; 3 Risiko eines übertriebenen Preisanstiegs, ermittelt aus Preisen/Mieten, Preisen/lokalen Einkommen und Wohnungsfertigstellungen/Einwohnern; 4 Wert über 0 zeigt, um wie viele Prozentpunkte Preise seit 2009 stärker als Mieten gestiegen sind; 5 Jahres-Netto-Kaltmiete/Kaufpreis zzgl. 2 % für Notar/Grundbuch sowie 3,5 bis 6,5 % Grunderwerbsteuer, in Prozent; 6 Anteil Angebote mit über 5 % Brutto-Mietrendite; 7 Empfehlung für Selbstnutzer mit 40 % Eigenkapital in Abhängigkeit u. a. von lokalen Kaufpreisen und Mieten Quelle: Immobilienatlas 2018, Wirtschaftswoche

Zinstief bringt hohe Kostenvorteile

Die Frage, ob der Kauf eines Eigenheims zur Selbstnutzung günstiger ist als Mieten, wird entscheidend vom jeweiligen Niveau des Kreditzinses beeinflusst. Das aktuelle Zinstief begünstigt den Immobilienkauf, denn es federt teure Immobilienpreise ab und spart jede Menge Zinsen.

Berechneten beispielsweise fünfzehnjährige Baukredite vor fünf Jahren noch rund 3,2 Prozent Zinsen, so sind sie heute im Schnitt für 1,8 Prozent Zinsen zu haben. Ein Darlehen über 200.000 Euro kostet dadurch rund 230 Euro weniger im Monat. Im Lauf von 15 Jahren spart dies satte 50.000 Euro. Zwar ist die Restschuld am Ende höher, dies können Kreditnehmer aber mit einer etwas höheren Tilgung ohne großen Mehraufwand ausgleichen.

Welche Anbieter derzeit günstige Kredite bei fünfzehnjähriger Laufzeit bieten, zeigt ein Blick auf unseren Baufinanzierungsvergleich.

Vor- und Nachteile von Wohneigentum

Biallo „Mieten-oder-Kaufen-Rechner“ unterstützt Sie bei der Entscheidung

Der Rechner hilft Ihnen bei der Frage: Lieber langjährige Miete bezahlen oder Eigentum erwerben?

Dabei vergleicht der Rechner die monatlichen Belastungen aus Zins sowie Tilgung mit den Mietzahlungen. Außerdem wird von einer gewissen Mietsteigerung und einer Wertsteigerung des Eigentums ausgegangen. Diese Werte sind voreingestellt und basieren auf der deutschlandweit durchschnittlichen Miet- und Kaufpreisentwicklung. Diese Werte können Sie natürlich auch beliebig abändern.

Bei der Eingabe zur erwarteten Wertsteigerung der Immobilie sollten Sie jedoch nicht zu optimistisch in die Zukunft blicken, das Gleiche gilt für den Anlagezins. Diesen müssen Sie angeben, da bei der Berechnung davon ausgegangen wird, dass der Mieter sein Eigenkapital anlegen würde, statt es in ein Eigenheim zu investieren.

Das müssen Sie angeben:

Alle relevanten Daten sowohl zur Miete

  • aktuelle monatliche Kaltmiete
  • Wohnfläche
  • Objekt – Wohnung, Reihenhaus oder Einfamilienhaus
  • erwartete Mieterhöhung
  • Anlagezins

als auch zur monatlichen Belastung im Falle des Immobilienkaufs:

  • Kaufpreis
  • Nebenkosten Erwerb
  • gewünschte Zinsbindung
  • Sollzinssatz
  • Eigenkapital
  • Tilgung
  • Rückstellungen für Reparaturen
  • erwartete Wertsteigerung der Immobilie

Am Ende erhalten Sie Ihr persönliches Ergebnis, an welchem Sie ablesen können, wie sich Ihre Entscheidung zu kaufen oder zu mieten auf Ihren Vermögensstand am Ende des Vergleichszeitraums (komplette Rückzahlung des Darlehens) auswirken würde.

Im Detail sehen Sie:

  • aktuelle monatliche Belastung (wenn Sie kaufen und wenn Sie mieten)
  • späteren Immobilienwert
  • späteres Barvermögen (wenn Sie kaufen und wenn Sie mieten)

Diese Werte werden miteinander verglichen und so sehen Sie, wie viel Vermögen Sie als Käufer mehr aufgebaut hätten oder eben auch nicht. Außerdem wird diese Summe dann auf den gesamten Zeitraum umgerechnet sodass Sie sehen, wie hoch der monatliche Unterschied ist.

Tipps zur optimalen Baufinanzierung

Ohne Darlehen sind die hohen Anschaffungskosten für Wohneigentum nur selten zu stemmen. Große Kreditsummen sowie die lange Laufzeit derBaufinanzierungerfordern Sorgfalt bei der Finanzierungsplanung.

Finanzkraft realistisch kalkulieren

Vor jeder Immobilienfinanzierung steht ein umfassender Kassensturz. Damit ermitteln Sie den finanziellen Spielraum, der für Kreditverpflichtung, Nebenkosten und Notfallreserve zur Verfügung steht. Stellen Sie dazu alle Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Neben Miete, Haushaltsgeld und Altersvorsorge gehören dazu unregelmäßige Ausgaben wie Abonnements, Versicherungsbeiträge und Kfz-Steuer.

Hinzu kommen Ausgaben für Urlaub, Ärzte und Geschenke sowie die nach dem Eigenheimerwerb anfallende Grundsteuer und regelmäßige Instandhaltungsrücklagen. Der Betrag, der unterm Strich übrig bleibt, plus die derzeitige Kaltmiete, das ist das, was Ihnen für die monatliche Kreditbelastung zur Verfügung steht. Dabei gilt als Faustregel: Die Kreditrate sollte 30, höchstens jedoch 40 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens nicht übersteigen.

Möglichst viel Eigenkapital

Eigenkapital verringert den Finanzierungsbedarf und optimiert die Zinskonditionen. Finanzierungen ohne Eigenmittel sehen Banken ungern, da sie riskant sind und die Gefahr der Überschuldung besteht.

Als Faustregel gilt: Rechnen Sie mit einem Eigenkapitalanteil von 30 Prozent, besser jedoch 40 Prozent. Sinkt der Kreditbedarf auf 60 Prozent und weniger, vergeben Banken den bestmöglichen Kreditzins. Setzen Sie bis auf die Notfallreserve so viel eigenes Geld wie möglich ein.

Kaufnebenkosten nicht vergessen

Als Käufer kommen Sie um Grunderwerbsteuer (bis zu 6,5 Prozent vom Kaufpreis) sowie um Notargebühren (1,5 Prozent) und das Grundbuchamt (ein Prozent) nicht herum. Wird das Objekt durch einen Makler vermittelt, fallen weitere Kosten an.

Gesamtnebenkosten von zehn oder sogar zwölf Prozent des Kaufpreises sind keine Seltenheit. Berechnen Sie diese Kosten in den Kaufpreis ein, damit das Eigenkapital nicht unter die 40-Prozent-Grenze fällt – andernfalls drohen Zinsaufschläge!

Kreditzinsen vergleichen

Akzeptieren Sie nicht das erstbeste Kreditangebot Ihrer Hausbank. Zwar sind die Zinsen niedrig, dennoch zeigt ein umfassender Darlehensvergleich häufig Sparpotential. Direktbanken und freie Kreditvermittler offerieren häufig bessere Konditionen als Filialbanken.

Achten Sie auf kostenlose Sondertilgungen, Tilgungssatzwechsel während der Laufzeit und die Einbeziehung von staatlich geförderten KfW-Darlehen.

Anfangstilgung nicht zu niedrig wählen

Extrem niedrige Bauzinsen ermöglichen sehr kleine Kreditraten. Das hat jedoch einen Haken: Niedrige Zinsen ziehen die Finanzierung in die Länge. Standardfinanzierungen mit einem Prozent Anfangstilgung benötigen – ohne Sondertilgung gerechnet – derzeit 60 Jahre bis zur vollständigen Schuldenfreiheit! Stellen Sie die Tilgungsquote so ein, dass Sie spätestens mit Eintritt in den Ruhestand schuldenfrei sind.

Geld vom Staat

Berücksichtigen Sie während Ihrer Baufinanzierungsplanung auch, dass Vater Staat mit zahlreichen Programmen Ihr Vorhaben unterstützt. Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert zum Beispiel Ihr Energiebewusstsein. Einen Überblick, welche Förderprogramme die KfW im Angebot hat, finden Sie im Biallo-Ratgeber KfW-Förderung 2018.

Das neueste Förderinstrument ist das Baukindergeld. Der Zuschuss beträgt 12.000 Euro für jedes Kind bis zum vollendeten 18. Lebensjahr für den Zeitraum von zehn Jahren.

Der Klassiker unter den staatlichen Programmen: das sogenannte Wohn-Riester-Modell. Seit 2008 ermöglicht es Altersvorsorgesparern, ihre Riester-Förderung dafür zu nutzen, sich günstiger eigenes Wohneigentum anzuschaffen oder für die Entschuldung der Immobilie zu verwenden.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de