Mietnebenkosten

Wie viel Nebenkosten sind normal?

Update: 11.08.2020
Auf einen Blick
  • Den größten Anteil an den Nebenkosten machen in der Regel die Heiz- und Wasserkosten aus.

  • Anhand des Betriebskostenspiegels des Deutschen Mieterbundes (DMB) können Mieter einschätzen, ob ihre Nebenkosten im normalen Rahmen liegen.
Heizung und Warmwasser sind in der Regel die größten Posten auf der Nebenkostenabrechnung.
fizkes / Shutterstock.com

Im Monat 2,16 Euro pro Quadratmeter – so viel Nebenkosten sind laut Betriebskostenspiegel 2017 des Deutschen Mieterbundes (DMB) im Schnitt normal. Neuere Zahlen stehen aktuell noch nicht zur Verfügung. Der DMB ruft auf seiner Internetseite derzeit Mieter dazu auf, Zahlen aus ihren Betriebskostenabrechnung 2018 zur Verfügung zu stellen.

Berücksichtigt man alle denkbaren Betriebskostenarten, können durchschnittlich sogar bis zu 2,81 Euro pro Monat und Quadratmeter zusammenkommen. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung sind das übers Jahr betrachtet 2.697,60 Euro als Durchschnittswert.


Den größten Anteil an den Nebenkosten machen in der Regel die Heizkosten einschließlich der Warmwasserkosten sowie die Wasser- und Abwasserkosten aus. Beides sind Posten, die Mieter zumindest in einem gewissen Rahmen beeinflussen können.

Eigene Nebenkosten mit dem Durchschnitt vergleichen

Die Vergleichswerte aus dem Betriebskostenspiegel des DMB sind eine gute Orientierung, ob sich die Nebenkosten Ihrer Familie im normalen Rahmen bewegen. Nehmen Sie dazu Ihre letzte Nebenkostenabrechnung und teilen Sie den Jahresbetrag durch die Quadratmeterzahl Ihrer Wohnung und das Ergebnis nochmal durch zwölf: Liegen Sie weit über dem normalen Durchschnitt von 2,16 Euro monatlich pro Quadratmeter, sollten Sie genauer nachrechnen, woran das liegen könnte.

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Mehr Heizkosten als normal?

Die Heiz- und Warmwasserkosten lagen laut DMB 2017 monatlich bei 1,03 Euro pro Quadratmeter. Liegen die Kosten bei Ihnen (Kosten geteilt durch Quadratmeter, geteilt durch zwölf) deutlich darüber, sollten Sie über Energiesparmaßnahmen nachdenken. Elektrische Heizkörperthermostate, richtiges Stoßlüften und nachts herunter gelassene Rollläden können hier schon eine erhebliche Kostenersparnis bringen.

Ist Ihre Familie schon sparsam und die Heizkosten sind trotzdem überdurchschnittlich, sollten Sie auch als Mieter einen Blick in den aktuellen Heizkostenspiegel werfen und Ihren Vermieter auf Probleme aufmerksam machen. Hier ist genau aufgeschlüsselt, welche Heizkosten normal sind, getrennt nach Größe und ob mit einer Öl-, Gas- oder Fernwärmeheizung geheizt wird.

Der Heizspiegel liegt bereits für das Abrechnungsjahr 2018 vor. Erstellt wird er von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online in Zusammenarbeit mit dem DMB und dem Verband kommunaler Unternehmen.

Je nach energetischem Zustand des Hauses immense Kostenunterschiede

700 Euro pro Jahr an Heizkosten fielen 2018 laut Heizspiegel durchschnittlich für eine 70 Quadratmeter große Wohnung an. Dabei zeigen sich je nach Sanierungsstand erhebliche Unterschiede. In energetisch gut sanierten Häusern betrugen die Durchschnittskosten 470 Euro, bei Häusern in einem energetisch schlechteren Zustand waren es durchschnittlich 980 Euro, also mehr als doppelt so viel.

So können Mieter ihre Heizkosten senken

Tipp: Unter www.heizspiegel.de gibt es einen Rechner, mit dem man die eigene Heizkostenabrechnung prüfen kann. Zudem finden Mieter hier Tipps, wie sie Heizkosten sparen können.

Beispiel: Bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit zwei Bewohnern in einem Mehrfamilienhaus mit Gas-Zentralheizung könne laut co2online richtiges Stoßlüften eine jährliche Ersparnis von etwa 85 Euro bringen. Die Raumtemperatur um ein Grad zu senken, könne jährlich circa 40 Euro mehr in die Haushaltskasse bringen. Und wer auf einen Sparduschkopf umsteigt, könne etwa 255 Euro einsparen.

Biallo-Tipp

Einige Mietnebenkosten sind immerhin steuerlich absetzbar. Näheres hierzu erfahren Sie in unserem Artikel Wie Mieter Steuern sparen.

Mehr Wasserkosten als normal?

Neben den Heizkosten ist Wasser in der Abrechnung der Nebenkosten normalerweise der andere Hauptkostentreiber. An den durchschnittlichen Betriebskosten pro Quadratmeter fallen Wasser und Abwasser mit 35 Cent pro Quadratmeter ins Gewicht, so der aktuelle Betriebskostenspiegel.

Den Wasserverbrauch haben Mieter weitgehend selbst unter Kontrolle. Möglichst duschen statt baden, Waschmaschine nur voll beladen laufen lassen und Sparvorrichtungen für Toilettenspülung, Duschkopf und Wasserhähne anbringen: Konsequentes Sparen kann den Wasserverbrauch oft sogar halbieren. Und so können die Nebenkosten gar niedriger werden als normal .

Weitere Mietnebenkosten

Zu den Betriebskosten zählen außerdem unter anderem die Grundsteuer, Kosten für Hausmeister, Müllabfuhr, Gebäudereinigung, Versicherung, Gartenpflege und Straßenreinigung. Auf dessen Höhe haben Mieter allerdings in der Regel keinen Einfluss.

Mieten oder kaufen?

Mehr Spielraum, um Nebenkosten zu senken, haben Eigentümer. Sie können die Heizung gegen ein sparsames Modell austauschen, die Wände dämmen und moderne Fenster einbauen. Lesen Sie hier Näheres zu den Fördermöglichkeiten energetischer Sanierungsmaßnahmen.
Ob für Mieter der Erwerb von Wohneigentum eine Alternative sein kann, erfahren Sie in unserem Ratgeber Ist Mieten oder Kaufen besser?.
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  Florian Junker
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