Mieter und Vermieter

Rechte und Pflichten von Mietern und Vermietern

Annette Jäger
Autorin
Stefanie Engelmann
Redakteurin
Aktualisiert am: 22.09.2026

Auf einen Blick

  • Eine Eigenbedarfskündigung setzt einen konkreten und nachvollziehbaren Nutzungswunsch voraus.
  • Bei Mieterhöhungen gelten je nach Mietvertrag unterschiedliche Voraussetzungen, Fristen und Obergrenzen.
  • Schönheitsreparaturen müssen Mieter nur übernehmen, wenn die Pflicht wirksam auf sie übertragen wurde.
  • Die Mietkaution darf höchstens drei Monatsmieten ohne Betriebskosten betragen.
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Von Eigenbedarf über Mieterhöhungen bis zur Renovierung: Im Mietverhältnis gelten für beide Seiten klare Rechte und Pflichten.
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Eigenbedarfskündigung, steigende Mieten oder Streit über die Renovierung beim Auszug: Im Mietverhältnis gibt es zahlreiche Konfliktpunkte. Welche Rechte Mieter und Vermieter haben, welche Fristen gelten und wann Vereinbarungen im Mietvertrag unwirksam sein können, zeigt dieser Überblick.

Kurz erklärt: Vermieter können ein Mietverhältnis nicht ohne Grund kündigen und die Miete nicht beliebig erhöhen. Bei Eigenbedarf, Mieterhöhungen und Schönheitsreparaturen gelten konkrete gesetzliche Voraussetzungen. Mieter wiederum müssen wirksame Vereinbarungen im Mietvertrag beachten und beispielsweise zulässig übertragene Schönheitsreparaturen übernehmen.

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Eigenbedarfskündigung: Wann darf der Vermieter kündigen?

Vermieter können ein unbefristetes Mietverhältnis nicht allein deshalb ordentlich kündigen, weil sie die Wohnung lieber anderweitig nutzen möchten. Sie benötigen grundsätzlich ein berechtigtes Interesse. Ein solcher gesetzlich ausdrücklich genannter Grund liegt vor, wenn der Vermieter die Wohnung für sich, Familienangehörige oder Angehörige seines Haushalts benötigt. Die Gründe für die Kündigung müssen im Kündigungsschreiben angegeben werden.

Eigenbedarf ist damit einer der wichtigsten gesetzlichen Kündigungsgründe – aber nicht die einzige Möglichkeit, ein Mietverhältnis zu beenden.

Für wen dürfen Vermieter Eigenbedarf anmelden?

Zum begünstigten Personenkreis gehören neben dem Vermieter selbst beispielsweise:

  • Kinder und Eltern,
  • Enkel,
  • Geschwister,
  • Nichten und Neffen sowie
  • bestimmte verschwägerte Angehörige.

Der Bundesgerichtshof hat den Kreis der Familienangehörigen präzisiert. Maßgeblich ist grundsätzlich, ob einer Person wegen der familiären Beziehung ein Zeugnisverweigerungsrecht zusteht. Weiter entfernte Verwandte wie Cousins und Cousinen gehören deshalb selbst bei einer engen persönlichen Verbindung nicht automatisch zum privilegierten Familienkreis.

Auch Angehörige des Haushalts können einen Eigenbedarf rechtfertigen, etwa eine Pflegeperson oder ein Lebenspartner beziehungsweise eine Lebenspartnerin.

Darf die Wohnung auch als Zweitwohnung genutzt werden?

Der Vermieter muss die Wohnung nicht zwingend zu seinem alleinigen Lebensmittelpunkt machen. Unter Umständen kann auch ein ernsthafter und nachvollziehbarer Nutzungswunsch als Zweitwohnung oder für eine nur zeitweise eigene Wohnnutzung ausreichen.

Anders ist die Lage, wenn die Räume ausschließlich oder überwiegend beruflich beziehungsweise gewerblich genutzt werden sollen. Eine reine Büronutzung ist nicht ohne Weiteres Eigenbedarf im Sinne des § 573 Absatz 2 Nummer 2 BGB.

biallo-Tipp: Ob ein geltend gemachter Eigenbedarf im konkreten Fall trägt, hängt stark von den Umständen ab. Lassen Sie eine Kündigung im Zweifel von einem Mieterverein oder einem Fachanwalt für Mietrecht prüfen.

Welche Kündigungsfristen gelten bei Eigenbedarf?

Bei einer ordentlichen Kündigung beträgt die Frist für den Vermieter zunächst drei Monate. Mit zunehmender Mietdauer verlängert sie sich:

Dauer des MietverhältnissesKündigungsfrist des Vermieters
Bis fünf Jahre3 Monate
Mehr als fünf Jahre6 Monate
Mehr als acht Jahre9 Monate
Quelle: § 573c Abs. 1 BGBStand: September 2026
Quelle: § 573c Abs. 1 BGB. Stand: September 2026

Danach verlängert sich die Kündigungsfrist für Vermieter nach fünf und nach acht Jahren Mietdauer jeweils um drei Monate.

Wann gilt eine Sperrfrist?

Eine Besonderheit kann gelten, wenn eine Mietwohnung während der Mietzeit in eine Eigentumswohnung umgewandelt und anschließend verkauft wurde. Dann kann für den neuen Eigentümer eine Sperrfrist gelten, bevor er wegen Eigenbedarfs kündigen darf. Die Grundfrist beträgt drei Jahre; sie kann in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt durch Landesrecht verlängert werden.

Eigenbedarf konkret begründen

Eine pauschale Begründung reicht nicht aus. Der Vermieter muss deutlich machen,

  • wer die Wohnung künftig nutzen soll und
  • warum diese Person die Wohnung benötigt.

Soll beispielsweise der erwachsene Sohn mit seiner Familie einziehen, sollte dies aus der Kündigung nachvollziehbar hervorgehen. Eine reine Vorratskündigung ist unzulässig. Noch vage Überlegungen, die Wohnung möglicherweise irgendwann selbst nutzen zu wollen, reichen nicht.

Was passiert, wenn der Eigenbedarf wegfällt?

Entfällt der Eigenbedarf noch vor Ablauf der Kündigungsfrist, muss der Vermieter den Mieter grundsätzlich informieren. Fällt der Nutzungswunsch dagegen erst nach Beendigung des Mietverhältnisses weg, ist die Rechtslage anders. Ob tatsächlich von Beginn an Eigenbedarf bestanden hat oder dieser nur vorgeschoben wurde, kann im Streitfall entscheidend sein.

Eigenbedarf: Welche Rechte haben Mieter?

Auch wenn eine Eigenbedarfskündigung grundsätzlich zulässig sein kann, müssen Mieter sie nicht ungeprüft hinnehmen. Sie können die Kündigung auf formale und inhaltliche Fehler prüfen und sich unter bestimmten Voraussetzungen auf einen Härtefall berufen.

Vorgeschobener Eigenbedarf

Eigenbedarf darf nicht lediglich vorgeschoben werden, um beispielsweise anschließend teurer weiterzuvermieten. Stellt sich nach einem Auszug heraus, dass die angegebene Bedarfsperson gar nicht eingezogen ist, kann das ein Hinweis auf einen vorgetäuschten Eigenbedarf sein. Kann der Mieter dies nachweisen, kommen Schadensersatzansprüche in Betracht. In der Praxis ist dieser Nachweis häufig schwierig. Betroffene können beispielsweise beobachten, wie die Wohnung anschließend genutzt wird, oder sich bei ehemaligen Nachbarn erkundigen.

Eigenbedarfskündigung Schritt für Schritt prüfen

Eine Kündigung wegen Eigenbedarfs sollten Mieter nicht vorschnell akzeptieren. Prüfen Sie insbesondere:

  1. Form: Ist die Kündigung ordnungsgemäß erklärt und an alle Mieter gerichtet?
  2. Begründung: Ist erkennbar, wer einziehen soll und warum?
  3. Frist: Wurde die richtige Kündigungsfrist eingehalten?
  4. Nutzungswunsch: Ist der angegebene Eigenbedarf konkret und nachvollziehbar?
  5. Alternativwohnungen: Gibt es andere Wohnungen des Vermieters, die im konkreten Fall eine Rolle spielen könnten?

Eine vorhandene Alternativwohnung macht eine Eigenbedarfskündigung allerdings nicht automatisch unwirksam. Der BGH hat klargestellt, dass selbst bei vorhandenen Alternativwohnungen ein Eigenbedarf bestehen kann, wenn nachvollziehbare Gründe gerade für die gekündigte Wohnung sprechen.

Auch die Verletzung einer möglichen Pflicht, dem Mieter eine andere freie Wohnung anzubieten, führt nach der Rechtsprechung des BGH nicht automatisch zur Unwirksamkeit der Kündigung. Sie kann jedoch andere Ansprüche auslösen.

Wann liegt ein Härtefall vor?

Auch eine grundsätzlich wirksame Eigenbedarfskündigung kann für den Mieter eine besondere Härte darstellen. Ein Widerspruch kommt beispielsweise in Betracht bei:

  • schwerer Erkrankung,
  • hohem Alter in Verbindung mit besonderen Belastungen,
  • Schwangerschaft,
  • Behinderung oder
  • anderen außergewöhnlichen persönlichen Umständen.

Auch fehlender Ersatzwohnraum kann ausdrücklich eine Härte darstellen, wenn angemessener Wohnraum zu zumutbaren Bedingungen nicht beschafft werden kann. Eine lange Wohndauer oder die bloße Tatsache, künftig mehr Miete zahlen zu müssen, reichen dagegen nicht automatisch aus. Entscheidend ist immer der Einzelfall.

Fehlender Ersatzwohnraum

Wer sich darauf beruft, keine zumutbare Ersatzwohnung finden zu können, sollte seine Wohnungssuche dokumentieren. Dazu gehören beispielsweise:

  • Bewerbungen,
  • Anfragen bei Vermietern,
  • Besichtigungen und
  • Absagen.

Ein Härtefall bedeutet nicht zwingend, dass der Mieter dauerhaft in der Wohnung bleiben darf. Je nach Umständen kann sich das Mietverhältnis aber verlängern.

Bis wann müssen Mieter widersprechen?

Der Widerspruch muss grundsätzlich spätestens zwei Monate vor dem vorgesehenen Ende des Mietverhältnisses in Textform erklärt werden. Hat der Vermieter nicht rechtzeitig auf die Widerspruchsmöglichkeit sowie Form und Frist hingewiesen, kann der Widerspruch noch im ersten Termin eines späteren Räumungsrechtsstreits erklärt werden.

biallo-Tipp: Lassen Sie sich bei einer Eigenbedarfskündigung möglichst früh beraten. Ob eine Kündigung fehlerhaft ist oder ein Härtefall vorliegt, lässt sich häufig nur anhand der konkreten Umstände beurteilen.

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Rechte und Pflichten von Mietern und Vermietern

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Mieterhöhung: Welche Regeln müssen Vermieter beachten?

Auch bei der Miethöhe können Vermieter nicht frei entscheiden. Welche Regeln gelten, hängt insbesondere davon ab, welche Form der Miete vereinbart wurde und warum die Miete steigen soll. Bei einem klassischen Mietvertrag kann der Vermieter beispielsweise die Zustimmung zu einer Erhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen.

Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete

Die ortsübliche Vergleichsmiete richtet sich nach den Mieten für vergleichbaren Wohnraum. Dabei werden unter anderem berücksichtigt:

  • Art und Größe,
  • Ausstattung,
  • Beschaffenheit,
  • energetischer Zustand und
  • Lage.

Berücksichtigt werden nach § 558 BGB die üblichen Entgelte, die in den vergangenen sechs Jahren vereinbart oder verändert wurden. Die Miete muss zum Zeitpunkt der Erhöhung seit mindestens 15 Monaten unverändert sein. Ein neues Mieterhöhungsverlangen kann frühestens ein Jahr nach der letzten Erhöhung gestellt werden.

Wie muss der Vermieter die Mieterhöhung begründen?

Das Mieterhöhungsverlangen muss in Textform erklärt und begründet werden.

Zur Begründung kann sich der Vermieter beispielsweise beziehen auf:

  • einen Mietspiegel,
  • eine Mietdatenbank,
  • ein Gutachten eines Sachverständigen oder
  • mindestens drei vergleichbare Wohnungen.

Wie funktioniert die Kappungsgrenze?

Auch wenn die ortsübliche Vergleichsmiete höher liegt, darf die bisherige Miete nicht beliebig schnell steigen. Grundsätzlich gilt innerhalb von drei Jahren eine Kappungsgrenze von 20 Prozent. In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt kann sie durch Landesverordnung auf 15 Prozent abgesenkt werden.

biallo-Lesetipp: Sie haben bereits eine Mieterhöhung erhalten? In unserem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie eine Mieterhöhung prüfen und welche Fehler bei Mietspiegel, Kappungsgrenze und Modernisierung häufig vorkommen.

Welche Rolle spiel der Mietspiegel?

In vielen Gemeinden erleichtert ein Mietspiegel die Einordnung einer Wohnung. Er unterscheidet Wohnungen beispielsweise nach Größe, Baujahr, Ausstattung, Modernisierungsgrad und Lage.

Oft gibt ein Mietspiegel keine einzelne Zahl vor, sondern eine Spanne. Wo eine konkrete Wohnung innerhalb dieser Spanne einzuordnen ist, hängt von ihren Merkmalen ab. Mieter sollten deshalb prüfen, ob die Wohnung vom Vermieter korrekt eingeordnet wurde.

Mietpreisbremse: Was gilt bei einer Neuvermietung?

Die Mietpreisbremse betrifft vor allem die Miethöhe bei Beginn eines neuen Mietverhältnisses. In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt darf die Miete grundsätzlich höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die entsprechenden Landesverordnungen können nach derzeitiger Gesetzeslage längstens bis zum 31. Dezember 2029 gelten.

Es gibt allerdings Ausnahmen. Die Mietpreisbremse gilt beispielsweise nicht

  • für bestimmte Neubauten, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmals genutzt und vermietet wurden,
  • bei der ersten Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung.

Auch eine zulässig vereinbarte höhere Vormiete kann berücksichtigt werden.

Wie können Mieter gegen eine zu hohe Miete vorgehen?

Mieter müssen einen möglichen Verstoß gegenüber dem Vermieter rügen, wenn sie überhöhte Mietzahlungen zurückverlangen wollen. Besonders wichtig sind die ersten 30 Monate des Mietverhältnisses: Wird erst später gerügt oder ist das Mietverhältnis bereits beendet, kann grundsätzlich nur noch die nach Zugang der Rüge fällig gewordene überhöhte Miete zurückverlangt werden.

Mieterhöhung nach Modernisierung

Modernisiert ein Vermieter eine Wohnung oder das Gebäude, kann dies unter bestimmten Voraussetzungen eine Mieterhöhung ermöglichen. Grundsätzlich können acht Prozent der für die Wohnung aufgewendeten berücksichtigungsfähigen Modernisierungskosten auf die jährliche Miete umgelegt werden. Wichtig ist die Abgrenzung zu Erhaltungsmaßnahmen.

Werden beispielsweise alte, ohnehin erneuerungsbedürftige Fenster durch energieeffiziente Fenster ersetzt, darf der Vermieter nicht sämtliche Kosten als Modernisierung ansetzen. Der Anteil, der auf ohnehin notwendige Erhaltungsmaßnahmen entfällt, muss berücksichtigt werden.

biallo-Tipp: Dokumentieren Sie als Mieter den Zustand vor Beginn einer Modernisierung mit Fotos. Das kann später helfen, die Berechnung nachzuvollziehen.

Welche Obergrenzen gelten?

Neben der prozentualen Umlage gelten zusätzliche Grenzen. Die Miete darf aufgrund entsprechender Modernisierungen innerhalb von sechs Jahren grundsätzlich nicht um mehr als drei Euro pro Quadratmeter steigen. Bei einer Ausgangsmiete unter sieben Euro pro Quadratmeter liegt die Grenze bei zwei Euro.

Für bestimmte Maßnahmen zum Einbau oder zur Aufstellung einer Heizungsanlage gelten besondere Regeln. § 559e BGB ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen eine Umlage von zehn Prozent nach Abzug berücksichtigter Fördermittel.

biallo-Lesetipp: Energetische Sanierungen können den Energieverbrauch eines Gebäudes senken und den Wohnkomfort verbessern. Welche Maßnahmen infrage kommen und worauf Eigentümer sowie Mieter achten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber zur energetischen Sanierung.

Betriebskosten sind keine Erhöhung der Nettokaltmiete

Steigen Betriebskosten, kann sich ebenfalls die monatliche Belastung erhöhen. Dabei wird jedoch nicht automatisch die Nettokaltmiete angehoben. Je nach Mietvertrag können vielmehr Betriebskostenvorauszahlungen oder eine vereinbarte Betriebskostenpauschale angepasst werden.

Staffel- und Indexmiete: Wie kann sich die Miete entwickeln?

Neben der klassischen Mieterhöhung gibt es Mietverträge, bei denen sich die Miete nach bereits festgelegten Regeln verändert. Bei der Staffelmiete stehen die Erhöhungen im Voraus fest, bei der Indexmiete richtet sich die Entwicklung nach dem Verbraucherpreisindex.

Staffelmiete: Wann steigt die Miete automatisch?

Bei einer Staffelmiete wird bereits im Mietvertrag festgelegt, wann und in welcher Höhe die Miete künftig steigt. Zwischen zwei Mietstaffeln muss mindestens ein Jahr liegen. Die jeweilige Miethöhe beziehungsweise Erhöhung muss vertraglich festgelegt sein.

Für Mieter bietet das Planungssicherheit, weil die künftige Entwicklung der Miete bereits bekannt ist. Gleichzeitig steht von Anfang an fest, dass die Miete in den vereinbarten Abständen steigt. Während einer Staffelmiete sind andere Erhöhungen nach den allgemeinen Regeln weitgehend ausgeschlossen.

Indexmiete: Wie wird die Miete angepasst?

Bei einer Indexmiete orientiert sich die Miethöhe am Verbraucherpreisindex. Steigt der Index, kann auch die Miete steigen. Die Erhöhung erfolgt jedoch nicht automatisch: Der Vermieter muss sie erklären und nachvollziehbar berechnen.

Zwischen zwei Änderungen muss die Miete grundsätzlich mindestens ein Jahr unverändert bleiben. Zusätzliche Mieterhöhungen wegen Modernisierung sind bei einer Indexmiete nur unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen möglich.

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Renovierung und Schönheitsreparaturen: Was müssen Mieter übernehmen?

Beim Auszug kommt es häufig zum Streit darüber, ob die Wohnung renoviert werden muss. Die gesetzliche Grundregel ist zunächst eindeutig: Der Vermieter ist verpflichtet, die Wohnung in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten. Normale Abnutzung durch den vertragsgemäßen Gebrauch muss der Mieter grundsätzlich nicht vertreten. Allerdings kann die Pflicht zu bestimmten Schönheitsreparaturen wirksam auf den Mieter übertragen werden.

Wann müssen Mieter Schönheitsreparaturen übernehmen?

Eine formularmäßige Klausel kann den Mieter zu Schönheitsreparaturen verpflichten, wenn sie wirksam ausgestaltet ist.

Wichtig ist insbesondere, dass sie den tatsächlichen Zustand der Wohnung berücksichtigt und den Mieter nicht unabhängig vom Renovierungsbedarf zu Arbeiten zwingt. Wurde die Wohnung unrenoviert oder renovierungsbedürftig übergeben, kann eine formularmäßige Verpflichtung zu Schönheitsreparaturen grundsätzlich unwirksam sein, wenn der Mieter keinen angemessenen Ausgleich erhalten hat.

Was gehört zu Schönheitsreparaturen?

Typischerweise können dazu gehören:

  • Tapezieren sowie Streichen oder Kalken von Wänden und Decken,
  • Streichen gestrichener Fußböden,
  • Streichen der Heizkörper und Heizungsrohre,
  • Streichen von Innentüren,
  • Streichen der Innenseiten von Fenstern und Außentüren.

Nicht zu den üblichen Schönheitsreparaturen gehören beispielsweise:

  • das Abschleifen und Versiegeln von Parkett,
  • der Austausch abgenutzter Teppichböden oder
  • Arbeiten an der Außenseite von Fenstern und Türen.

Welche Klauseln können unwirksam sein?

Problematisch sind insbesondere starre Klauseln, die den Mieter unabhängig vom tatsächlichen Zustand zur Renovierung zwingen. Beispiele:

  • feste Renovierungsintervalle ohne Ausnahmemöglichkeit,
  • eine pauschale Pflicht zur vollständigen Renovierung bei jedem Auszug,
  • die Pflicht, ausschließlich einen Fachbetrieb zu beauftragen,
  • Vorgaben, die dem Mieter während der Mietzeit jede andere Gestaltung verbieten.

Entscheidend ist immer der genaue Wortlaut des Mietvertrags und das Zusammenspiel der Klauseln.

Auszug und Wohnungsübergabe: Was müssen Mieter beachten?

Ist keine wirksame Pflicht zu Schönheitsreparaturen vereinbart, muss die Wohnung beim Auszug grundsätzlich geräumt und in dem geschuldeten Zustand zurückgegeben werden. Bauliche Veränderungen und Einbauten, die der Mieter vorgenommen hat, müssen grundsätzlich wieder entfernt werden, sofern nichts anderes mit dem Vermieter vereinbart wurde. Dazu können beispielsweise gehören:

  • nachträglich errichtete Trennwände,
  • fest eingebaute Möbel,
  • selbst eingebaute Küchen oder
  • eigene Bodenbeläge.

Normale Gebrauchsspuren muss der Mieter dagegen grundsätzlich nicht beseitigen.

Was gilt für Dübellöcher und Wandfarben?

Dübellöcher in üblichem Umfang gehören grundsätzlich zum normalen Wohnen. Anders kann es bei einer ungewöhnlich großen Anzahl oder Beschädigungen sein. Auch bei Wandfarben gilt: Mieter dürfen ihre Wohnung während der Mietzeit grundsätzlich nach ihrem Geschmack gestalten. Bei der Rückgabe können extrem auffällige Gestaltungen jedoch problematisch sein, wenn sie die Weitervermietung erheblich erschweren.

Warum ist ein Übergabeprotokoll wichtig?

Bei Einzug und Auszug empfiehlt sich ein gemeinsames Übergabeprotokoll. Darin sollten beispielsweise festgehalten werden:

  • vorhandene Schäden,
  • Abnutzungen,
  • Zustand von Böden, Türen und Fenstern sowie
  • gegebenenfalls Zählerstände.

Fotos können die Dokumentation zusätzlich erleichtern.

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Rechte und Pflichten von Mietern und Vermietern

Der kostenlose biallo-Ratgeber erklärt die wichtigsten Regeln zu Eigenbedarf, Mieterhöhung, Renovierung und Mietkaution.

Mietkaution: Wie viel darf der Vermieter verlangen?

Die Mietkaution darf bei Wohnraum höchstens das Dreifache der monatlichen Miete ohne Betriebskosten betragen. Eine Barkaution darf der Mieter in drei gleichen monatlichen Teilzahlungen leisten. Der Vermieter muss das Geld getrennt von seinem eigenen Vermögen anlegen.

Wann muss die Mietkaution zurückgezahlt werden?

Nach Beendigung des Mietverhältnisses muss der Vermieter prüfen, ob noch Ansprüche gegen den Mieter bestehen. Eine starre gesetzliche Rückzahlungsfrist gibt es nicht. Die Dauer hängt davon ab, welche Ansprüche noch geklärt werden müssen. Steht beispielsweise eine Betriebskostenabrechnung noch aus und ist eine Nachzahlung zu erwarten, kann ein angemessener Teil der Kaution zunächst zurückbehalten werden.

biallo-Lesetipp: Eine Mietkaution muss getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt werden. Welche Möglichkeiten es gibt und worauf Mieter und Vermieter beim Mietkautionskonto achten sollten, erfahren Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.

Die wichtigsten Regeln im Überblick

Eigenbedarf, Mieterhöhung, Renovierung und Kaution folgen jeweils unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben. Die wichtigsten Regeln und Grenzen haben wir hier kompakt zusammengefasst:

ThemaWichtigste Regel
EigenbedarfEs muss ein konkreter und nachvollziehbarer Nutzungswunsch bestehen.
KündigungsfristJe nach Mietdauer drei, sechs oder neun Monate.
HärtefallAuch fehlender zumutbarer Ersatzwohnraum kann ein Härtefall sein.
Klassische MieterhöhungErhöhung grundsätzlich nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete.
KappungsgrenzeIn drei Jahren grundsätzlich 20 Prozent, örtlich teilweise 15 Prozent.
ModernisierungGrundsätzlich acht Prozent der berücksichtigungsfähigen Kosten pro Jahr.
SchönheitsreparaturenNur bei wirksamer Übertragung auf den Mieter.
MietkautionHöchstens drei Monatsmieten ohne Betriebskosten.
Quelle: §§ 535, 551, 558, 559, 573, 573c und 574 BGB; ergänzend Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Schönheitsreparaturen. Stand: September 2026.

Checkliste: Das sollten Mieter prüfen

Im Streitfall kommt es häufig auf Details und Nachweise an. Diese Punkte sollten Sie im Blick behalten:

  • Prüfen Sie eine Eigenbedarfskündigung auf Begründung und Fristen.
  • Dokumentieren Sie Ihre Wohnungssuche, wenn Sie sich auf fehlenden Ersatzwohnraum berufen.
  • Kontrollieren Sie Mieterhöhungen anhand von Vergleichsmiete, Kappungsgrenze und Fristen.
  • Dokumentieren Sie den Zustand der Wohnung vor Modernisierungen.
  • Prüfen Sie Schönheitsreparaturklauseln genau.
  • Halten Sie den Zustand der Wohnung bei Einzug und Auszug in einem Übergabeprotokoll fest.
  • Bewahren Sie Mietvertrag, Schriftverkehr und Fotos auf.

Häufige Fragen zu Rechten und Pflichten im Mietverhältnis

Bei Eigenbedarf, Mieterhöhung oder Renovierung entscheiden häufig die konkreten Umstände. Die wichtigsten Grundregeln im Überblick:

Für wen darf ein Vermieter Eigenbedarf anmelden?

Eigenbedarf kommt für den Vermieter selbst, bestimmte Familienangehörige und Angehörige seines Haushalts infrage. Bei weiter entfernten Verwandten gelten engere Grenzen.

Wie lange ist die Kündigungsfrist bei Eigenbedarf?

Die Kündigungsfrist des Vermieters beträgt grundsätzlich drei Monate. Nach mehr als fünf Jahren Mietdauer verlängert sie sich auf sechs Monate, nach mehr als acht Jahren auf neun Monate.

Kann eine freie andere Wohnung die Eigenbedarfskündigung verhindern?

Nicht automatisch. Entscheidend ist, ob der Vermieter nachvollziehbare Gründe dafür hat, gerade die gekündigte Wohnung nutzen zu wollen.

Wie stark darf eine klassische Mieterhöhung ausfallen?

Neben der ortsüblichen Vergleichsmiete gilt grundsätzlich eine Kappungsgrenze von 20 Prozent innerhalb von drei Jahren. In bestimmten Gebieten beträgt sie 15 Prozent.

Muss ein Mieter beim Auszug renovieren?

Nicht automatisch. Eine Pflicht zu Schönheitsreparaturen besteht nur, wenn sie wirksam vereinbart wurde und im konkreten Fall tatsächlich Renovierungsbedarf besteht.

Wie lange darf der Vermieter die Mietkaution behalten?

Es gibt keine feste allgemeine Rückzahlungsfrist. Der Vermieter darf die Kaution so lange prüfen und gegebenenfalls teilweise zurückbehalten, wie dies zur Klärung berechtigter Ansprüche erforderlich ist.

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Quellen:

Eigenbedarf:
https://www.verbraucherschutz.tv/box/wie-setze-ich-eine-kuendigung-wegen-eigenbedarf-durch-was-tun-nach-eigenbedarfskuendigung
https://www.wohneigentum.nrw/beitrag/was-bei-einer-eigenbedarfskuendigung-zu-beachten-ist
https://www.berliner-mieterverein.de/recht/infoblaetter/info-67-die-eigenbedarfskuendigung.htm
https://www.haus.de/immobilienideen/eigenbedarfskuendigung-26351
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1181844.mietenwahnsinn-kuendigungswelle-in-berlin-mieter-haben-eigenbedarf.html
Mietpreisgestaltung
https://www.hausundgrund.de/indexmietvertrag
https://www.homeday.de/de/immobilienvermietung/mietpreis-berechnen/

Renovierung:
https://www.vis.bayern.de/recht/mieten_leihen_tauschen/schoenheitsreparaturen_zeitpunkt.htm
https://www.berliner-mieterverein.de/recht/infoblaetter/info-11-schoenheitsreparaturen-und-renovierung-der-wohnung.htm

Expertinnen-Interviews:   
Jutta Hartmann, Sprecherin Deutscher Mieterbund Berlin, https://mieterbund.de/
Beate Heilmann, Rechtsanwältin und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein (DAV), https://anwaltverein.de/de; https://hgk-berlin.de/beate-heilmann-2/
 

Über die Autorin Annette Jäger

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während meines Studiums der Neueren Geschichte in München begann ich als freie Journalistin zu arbeiten, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung. Im Jahr 2000 kam ich zu biallo.de, damals waren Versicherungsthemen für mich Neuland, über Gesundheitspolitik las ich in der Zeitung oder bekam die Auswirkungen als Patientin zu spüren. Schnell stellte ich fest, dass der unverstellte Blick von außen durchaus von Vorteil ist bei der kritischen Aufbereitung dieser Themen. Bei Biallo schreibe ich noch immer über Versicherungen, Gesundheit und Soziales. Neuland sind diese Themen heute nicht mehr.

Co-Autoren

Stefanie Engelmann
Redakteurin

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