Hilfreicher Schutz vor Mietnomaden

Mietausfallversicherung Hilfreicher Schutz vor Mietnomaden

Update: 20.01.2020
von biallo.de
17.01.2020 Update: 20.01.2020
Auf einen Blick
  • Die Angst vor Leuten, die die Miete nicht zahlen oder die Wohnung kaputt machen, ist weit verbreitet. Und berechtigt.

  • Versicherer bieten Schutz vor den finanziellen Risiken, die durch solche Mietnomaden entstehen. 

  • Wir haben uns die Produkte angesehen und erklären, was sie absichern – und was nicht.
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Jährlich entgehen deutschen Vermietern nach Schätzung von Experten rund vier Milliarden Euro an Einnahmen, weil Mieten nicht bezahlt werden. Hinzu addieren sich enorme Beträge, wenn die Wohnungen vermüllt oder demoliert hinterlassen werden. Für private Vermieter ist es besonders schlimm, wenn die Miete ausfällt, da die Bank weiter ihre Raten will, und auch die anderen Kosten weiterlaufen.

Da die deutschen Gerichte häufig überlastet sind, dauert es oft bis zu einem Jahr oder länger, bis eine Wohnung geräumt ist und nach der Renovierung neu vermietet werden kann.

Welche Kosten sich addieren können, zeigt dieses Beispiel:

Wohnung in Berlin, 3 Zimmer, 761,00 Euro Kaltmiete

Mietausfall – 6 Monatsmieten

4.566,00 Euro

Rechtsanwalt (ohne Rechtsschutz)

2.800,00 Euro

Reinigung/Müllbeseitigung

2.400,00 Euro

Neue Küche durch Inventarschaden

3.100,00 Euro

Kaution - 3 Monatsmieten

-2.283,00 Euro

Schaden

10.583,00 Euro

Quelle: Rhion Versicherungen

Versicherer decken die Risiken mit Spezialpolicen ab

Sie können die Risiken eines Mietausfalls und von Folgeschäden durch eine Police absichern. Bei bereits bestehenden Mietverhältnissen gibt es jedoch meist eine Wartefrist von sechs Monaten. Zahlt Ihr Mieter nicht, müssen Sie zunächst die Kaution von drei Monatsmieten für sich behalten.

Danach können Sie mit diesen Leistungen rechnen:

  • Zahlung ausbleibender Miete durch den Versicherer bis zu neun Monatsraten
  • Übernahme von Renovierungs- und Sanierungskosten
  • Erstattung von entgangenen Mieteinnahmen für die Dauer der Renovierung nach einem Schaden – maximal drei Monatsmieten.

Was eine Mietausfallversicherung kostet und leistet

Schutz gegen derartige existenzielle Risiken bieten zwei Versicherer, deren Prdoukte wir jetzt im Detail ansehen

Rhion Mietnomadenversicherung

Als einer der ersten Versicherer hierzulande hat die Rhion, eine Tochter der Rheinland, eine Mietnomadenpolice 2012 auf den Markt gebracht. Diese leisten immer dann Entschädigung, wenn die Kaution von drei Monatsmieten verbraucht ist.

Die Tarife bestehen aus zwei Bausteinen: der Absicherung von Mietausfall und von Sachschäden. Beim Mietausfall gibt es zum einen eine Absicherung von bis zu sechs Monatsmieten (max. 10.000 Euro Versicherungssumme). Die Kosten dafür liegen bei69 Euro im Jahr. Zum anderen kann man den Mietausfall auch bis zu zwölf Monatsmieten absichern(max. 20.000 Euro Versicherungssumme). Dies kostet 109 Euro im Jahr

Die Absicherung von Sachschäden läuft nach folgender Staffel:

  • 10.000 Euro Deckung für zusätzlich 29 Euro im Jahr
  • 20.000 Euro Deckung für zusätzlich 39 Euro im Jahr
  • 30.000 Euro Deckung für zusätzlich 49 Euro im Jahr
  • 40.000 Euro Deckung für zusätzlich 59 Euro im Jahr
  • 50.000 Euro Deckung für zusätzlich 69 Euro im Jahr.

Ersatz wird dabei aber nur bei einem Mietausfall von mehr als drei Monatskaltmieten geleistet. Der Abschluss der Versicherung ist nur möglich, wenn die Bonitätsprüfung positiv ausfällt. Diesen kostenlosen Check führt das Unternehmen von sich aus durch. Bei bestehenden Mietverträgen entsteht eine Wartezeit von sechs Monaten bis der Versicherungsschutz greift.

R+V - Mietschutzversicherung

Die R+V- Versicherung bietet einen ähnlichen Schutz für drei Versicherungssummen an:

  • 10.000 Euro für 299,00 Euro Prämie im Jahr
  • 15.000 Euro für 349,00 Euro Prämie im Jahr
  • 20.000 Euro für 399,00 Euro Prämie im Jahr.

Wer einen Vertrag gleich über drei Jahre schließt, zahlt 284,05 bzw. 331,56 und 379,05 Euro pro Jahr.

Die R+V erstattet dafür nach einer Selbstbeteiligung von drei Netto-Monatsmieten (Kaution) diese finanziellen Schäden:

  • Mietrückstände einschließlich der monatlichen Betriebskosten ab Schadenmeldung und rückwirkend für maximal drei Monate,
  • Nutzungsentgelte einschließlich der monatlichen Betriebskosten für den Zeitraum, in dem der Mieter nach Beendigung des Mietvertrags die Wohnung weiter in Anspruch nimmt,
  • Kosten für Reparatur oder Ersatz von beschädigten, zerstörten oder entwendeten Gegenständen des Versicherungsnehmers oder von Bestandteilen der Wohneinheit bis zum Zeitwert,
  • Kosten für die Räumung, Grundreinigung und Desinfektion der Wohneinheit – Kosten für die Einlagerung der Einrichtungsgegenstände des Mieters höchstens für zwei Monate,
  • Entgangene Mieteinnahmen (ohne monatliche Betriebskosten) für die Renovierungszeit, höchstens für drei Monate.

Um bei der R+V diese Police abschließen zu können, muss der Vermieter die Bonität seines Mieters nachweislich überprüft haben. Diese Wege erkennt der Versicherer an:

  • Einkommensnachweis des Mieters für die letzten drei Monate oder – eine Wirtschaftsauskunft einer Auskunftei über den Mieter, die keine negativen Merkmale enthielt oder
  • eine Mietkaution in Form einer Bürgschaft eines Kreditinstituts oder einer Versicherung.

Diese Police können Sie entweder bei einem Versicherungsmakler abschließen oder auch bei jeder Volks- und Raiffeisenbank. Die Kosten eines Rechtsstreits tragen diese Policen nicht. Die sollte man durch eine entsprechende Rechtsschutz-Police absichern.

Lesen Sie auch: Vermietung über Airbnb & Co

Sind diese Policen also auf jeden Fall zu empfehlen? Da sind manche Verbraucherschützer skeptisch. Ihr Argument: "Wenn vorher die Bonität aller Mieter geprüft wird und positiv ausfällt, ist eine solche Police überflüssig." Das ist jedoch lebensfremd. Wird ein Mieter arbeitslos oder lässt sich scheiden, kann sich dies negativ auf die finanziellen Verhältnisse und das persönliche Verhalten des Mieters auswirken. Fällt dann die Miete über längere Zeit aus, wird der Vermieter glücklich sein, wenn er auf einen solchen Schutz zurückgreifen kann.

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Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
gebundener
Sollzins
 
1.
987,50
0,45%
0,45%
2.
990,00
0,46%
0,46%
3.
1.020,00
0,60%
0,58%
Betrag 300.000 €, Laufzeit 10 Jahre, Beleihung 60 %

Mietausfallversicherung: Sinnvoll oder nicht?

Sind diese Policen also auf jeden Fall zu empfehlen? Da sind manche Verbraucherschützer skeptisch. Ihr Argument: "Wenn vorher die Bonität aller Mieter geprüft wird und positiv ausfällt, ist eine solche Police überflüssig."

Dabei wird jedoch übersehen: So geradlinig sind Lebensläufe nicht. Wird ein Mieter arbeitslos oder lässt sich scheiden, kann sich dies negativ auf die finanziellen Verhältnisse und das persönliche Verhalten des Mieters auswirken. Fällt dann die Miete über längere Zeit aus, wird der Vermieter glücklich sein, der auf einen solchen Schutz zurückgreifen kann. Wer als Vermieter viele Wohnungen besitzt, wird immer mit einem gewissen Mietausfall kalkulieren.

Für ihn ist eine solche Police wohl weniger interessant. Wer hingegen nur eine oder zwei Wohnungen besitzt und mit den Mieteinnahmen fest rechnen und kalkulieren muss, für den ist die erste, günstigere Police sicher interessant.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de