Was kostet ein Garten?

Baunebenkosten Was kostet ein Garten?

Helga Riedel
von Helga Riedel
06.05.2019
Auf einen Blick
  • Beim Neubau eines Hauses fallen auch für die Gestaltung des Außenbereichs erhebliche Kosten an.

  • Mit zwölf bis 18 Prozent der Bausumme müssen Bauherren für Wege, Gartenzaun, Bepflanzung und Co. rechnen, wenn die Arbeiten von Fachfirmen ausgeführt werden.

  • Durch rechtzeitige Planung und Eigenleistung können Bauherren deutlich sparen. Einen Teil der Kosten erstattet das Finanzamt.
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Die Außenanlagen rund ums Haus gehören zu den Baunebenkosten. Nebensächlich sind sie jedoch nicht, denn auch ein bescheidener Garten lässt sich nicht aus der Haushaltskasse bezahlen. Planen Sie ihn rechtzeitig, das heißt zusammen mit dem Haus, können Sie eine Menge Geld sparen.

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Faustformeln zur Berechnung der Kosten

Nach den Erfahrungen von Gartenplanern verhalten sich die Kosten für ein freistehendes Eigenheim und die Kosten für seine Außenanlagen proportional zu einander. Als Richtwert gelten zwölf bis 18 Prozent der Bausumme.

Liegt die bei 250.000 Euro, muss man also zwischen 27.000 und 45.000 Euro veranschlagen. Darin enthalten sind, von Fachfirmen ausgeführt, alle befestigten Flächen wie Terrasse, Hauseingang und Garagenzufahrt, Gartenzaun oder Hecke, Rasen und die Bepflanzung mit Bäumen, Sträuchern und Stauden. Eine weitere Berechnungsmethode orientiert sich an der Gartengröße. Man geht dabei von 40 bis 100 Euro je Quadratmeter (qm) aus.

Wesentliche Kostenfaktoren eines Gartens

  • Einsatzmöglichkeit von Maschinen
  • Grundstück in Hanglage
  • Baumaterialien
  • Menge und Art der Bepflanzung
  • Höhe bzw. Alter der Pflanzen
  • Beleuchtung und Bewässerung
  • Spezielle Wünsche wie Schwimmteich, Brunnen, Pavillon oder Gewächshaus 
  • Eigenleistung

Dazu einige Beispiele: Die Hanglage verteuert einen Garten – im Vergleich zu einem ebenen Grundstück gleicher Größe – durch die notwendigen Stützmauern und Treppen und den eingeschränkten Einsatz von Maschinen um das Doppelte. Bei den Baumaterialien reicht die Spanne von Betonpflaster für 7,50 Euro pro qm bis zu indischem Granit für 130 Euro pro qm oder einem Holz-Jägerzaun für etwa zehn Euro pro zwei Meter Lauflänge oder mehreren 100 Euro für Schmiedeeisen oder Edelstahl.

Bei der Bepflanzung schlagen vor allem die Gehölze unterschiedlich stark zu Buche. Ein Kugelahorn mit einem Hochstamm von zehn bis zwölf Zentimeter Umfang kostet etwa 150 Euro, mit 25 bis 30 Zentimeter dagegen schon 800 Euro. All dies lässt sich vor der Aufnahme eines Modernisierungskredits recht genau berechnen.

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Viel Potenzial für Eigenleistung

Viele Arbeiten beim Anlegen eines Gartens setzen keinerlei Spezialkenntnisse voraus. Roden, umgraben, jäten, planieren, pflanzen, Beete abstecken, Rasen säen oder Rollrasen verlegen lassen sich problemlos selbst erledigen. Wer über genügend handwerkliches Geschick verfügt, kann sicher auch Holzdecks bauen oder Pflaster verlegen. Arbeiten, bei denen Fehler richtig teuer werden könnten wie etwa Stützmauern, Schwimmteich oder Treppenanlagen, sollte man dagegen vielleicht doch lieber Fachfirmen mit entsprechenden Garantieleistungen überlassen.

Den Staat an den Garten-Kosten beteiligen

Die Kosten für sie kann man – zumindest teilweise – bei der Steuer geltend machen. Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (Az.: VI R 61/10) spielt es für die Anrechenbarkeit von Handwerkerleistungen keine Rolle, ob ein Garten neu angelegt oder umgestaltet wird.

Das heißt 20 Prozent vom Arbeitslohn und den Kosten für Anfahrt und Maschinenmiete von bis zu 6.000 Euro können als sogenannter Handwerkerbonus bis 1.200 Euro von der Steuer abgezogen werden. Um weitere 4.000 Euro lässt sich die Steuerlast drücken, wenn im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen für die Pflege des Gartens Aufwendungen von 20.000 Euro (20 Prozent davon) fällig wurden.

Lesen Sie auch: Steuererklärung 2018 – Steuerabzug durch außergewöhnliche Belastungen

Kosten für den Garten durch frühe Planung senken

Nicht nur für die Kreditaufnahme ist die rechtzeitige Gartenplanung wichtig. Es können dadurch auch Kosten gespart beziehungsweise unnötige vermieden werden. Der Bagger beispielsweise, der nach der Fertigstellung des Hauses, den Humus vom Aushub verteilt, hebt das Loch für einen Teich nebenbei und in kurzer Zeit aus. Sind dagegen erst einmal Zaun und Sichtschutz errichtet, kann das Ganze je nach Lage zu kostenintensiver Handarbeit ausarten.

Wer die Investitionen für den Garten über einen längeren Zeitraum verteilen möchte, sollte dies unbedingt wohlüberlegt tun. Denn prinzipiell sind alle größeren Aktionen wie die Verlegung von Elektrizität und Bewässerungsanlagen sowie Erdbewegungen am günstigsten, wenn sie im Zuge des Hausbaus mit Maschinen ausgeführt werden – ganz abgesehen von den Schäden, die im bereits angelegten Garten dadurch entstehen würden.

Zeigt sich bei den Vorüberlegungen, dass viele Arbeiten von Fachfirmen ausgeführt werden sollen, lohnt es sich zudem, einen Gartenarchitekten mit der Planung und Ausschreibung der Leistungen zu betrauen. Bei Preisunterschieden von 15 bis 40 Prozent übersteigt die Ersparnis häufig das Architekten-Honorar, das bei etwa acht bis 15 Prozent der Gesamtinvestition liegt.

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Helga Riedel
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nach dem Studium der deutschen, italienischen und vergleichenden Literaturwissenschaft begann sie 1985 mit ihrer journalistischen Tätigkeit für verschiedene Magazine und Tageszeitungen mit den Schwerpunkten Kulturgeschichte, Soziales und Umweltthemen. Bei Biallo.de schreibt sie seit der Gründung 2001 über Themen aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Energie und Umweltschutz.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de