Auf einen Blick

  • In den vergangenen Wochen haben einige deutsche Anbieter ihre Festgeldzinsen deutlich nach unten geschraubt – so etwa Merkur Bank oder die Eurocity Bank. 

  • Trotz dieser jüngsten Zinssenkungen bieten einige deutsche Banken nach wie vor deutlich überdurchschnittliche Zinsen an. So belegt die Bank 11 mit 0,55 Prozent pro Jahr beim einjährigen Festgeld Platz eins im Festgeld-Vergleich von biallo.de. Bei zwei Jahren Laufzeit belegt die Ziraat Bank  mit 0,65 Prozent die Spitzenposition.

  • Bei vielen deutschen Anbietern greift neben der gesetzlichen Einlagensicherung zusätzlich der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Über diesen Einlagensicherungsfonds sind Spargelder in Millionenhöhe abgesichert.

  • Übrigens: Die Klarna aus Schweden hat kürzlich ihre Festgeldzinsen stark angehoben. So offeriert der Finanzdienstleister aktuell 0,90 Prozent für zwölf Monate, bei zwei Jahren Laufzeit erhalten Anelger sogar 1,12 Prozent pro Jahr.

Menschenleerer Platz der Republik: Aufgrund des Lockdowns befindet sich Deutschland im Winterschlaf.
S.Borisov / Shutterstock.com

Zuerst die schlechte Nachricht: In den vergangen Wochen haben einige namhafte deutsche Anbieter ihre Festgeldzinsen zum Teil deutlich gesenkt. Krassestes Beispiel hierfür ist die Merkur Bank aus München. So erhalten Sparer etwa aktuell für die Laufzeiten sechs, zwölf und 24 Monate nur noch 0,05 Prozent Festgeldzinsen pro Jahr. Auch die Eurocity Bank hat ihre Festgeldzinsen ordentlich purzeln lassen.  

Die gute Nachricht: Trotz der Zinssenkungen gibt immer noch Anbieter, die deutlich mehr Zinsen als der Durchschnitt bieten. So gibt es bei der Bank 11 für ein Jahr 0,55 Prozent. Aber auch weitere Geldhäuser mit deutscher Einlagensicherung – wie etwa die Ziraat Bank, AKF Bank oder PSA Direkbankt – haben überdurchschnittliche Zinsen im Angebot (siehe Tabelle). Zur Einordung: Laut Biallo-Index notiert der Durchschnittszins für einjähriges Festgeld aktuell bei gerade einmal 0,23 Prozent, bei zwei Jahren sind es 0,28 Prozent.

Alle genannten Geldhäuser haben einen enormen Vorteil gegenüber der ausländischen Konkurrenz: Während bei Auslandsbanken lediglich die gesetzliche Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro je Sparer greift, gilt für alle oben genannten Banken zusätzlich Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Dadurch sind Einlagen in Millionenhöhe pro Sparer abgesichert. 

Biallo-Tipp: Interessante Alternative

Eine sichere und interessante Alternative sind Genossenschaftsanteile von Genossenschaftsbanken  Diese bieten Jahr für Jahr attraktive Dividenden, besonders die Genossenschaftsanteile der Volksbanken werfen hohe Renditen ab.

Wie sicher ist Festgeld in Deutschland?

Deutschland zählt im Hinblick auf seine Bonität zu den Triple A-Staaten, womit auch hier eine nahezu 100-prozentige Ausfallsicherung für Schuldner gegeben ist. Die Haushaltsführung ist traditionell konservativ und weist Überschüsse auf. Es besteht aber zumindest die Befürchtung, dass es mittelfristig zu einem Abschwung kommen kann.

So bewerten die Ratingagenturen die Bonität 

Die drei weltweit einflussreichsten Agenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. Um die Bonität eines Staates, einer Bank oder eines Unternehmens zu bewerten, nutzen die Agenturen Buchstabencodes.

Agentur Beste Bonität Sichere Anlage Durchschnittlich spekulativ Höchst spekulativ Risikohaft Zahlungsausfall
S&P AAA A- BBB B- CCC D
Moody's Aaa A3 Baa1 B3 Caa1 C
Fitch AAA A- BBB B- CCC D


Diese Anbieter aus Deutschland finden Sie auf biallo.de

Mit über 50 Anbietern bilden deutsche Kreditinstitute die umfangreichste Gruppe im Festgeld-Vergleich von biallo.de – sowohl Sparkassen, Genossenschaftsbanken als auch Privatbanken sind mit dabei. Die Bonität der einzelnen Anbieter ist hier weitestgehend vorbildlich. Doch in erster Linie ist die Zahlungsfähigkeit des Staates für die Qualität der Einlagensicherung verantwortlich und nicht die Bonität des einzelnen Finanzdienstleisters.

  • Biallo-Tipp: Welche Rolle das jeweilige Einlagensicherungssystem für die Bewertung spielt, können Sie unter Festgeld-Test nachlesen.

Ausgewählte deutsche Anbieter mit einem Jahr Laufzeit

Geldhaus Zinsen p.a. Anlagebetrag
Bank 11 0,55 % 1.000 – 250.000 Euro
Ziraat Bank  0,50% 2.500 – 250.000 Euro
AKF Bank 0,50% ab 2.500 Euro
PSA Direktbank 0,40 % 500 – 1 Mio. Euro


Ausgewählte deutsche Anbieter mit zwei Jahren Laufzeit

Geldhaus Zinsen p.a. Anlagebetrag
Ziraat Bank 0,65% 2.500 – 250.000 Euro
Bank 11 0,60% 1.000 – 250.000 Euro
AKF Bank 0,65% ab 2.500 Euro
PSA Direktbank 0,50% 500 – 1 Mio. Euro


Ausgewählte deutsche Anbieter mit drei Jahren Laufzeit

Geldhaus Zinsen p.a. Anlagebetrag
Ziraat Bank 0,75 % 2.500 – 250.000 Euro
AKF Bank 0,70% ab 2.500 Euro
Bank 11 0,65% 1.000 – 250.000 Euro
PSA Direktbank 0,60% ab 2.500 Euro

Quelle: Festgeld-Vergleich biallo.de / Stand: 16. Dezember 2020 / Angaben ohne Gewähr.

Wie ist die momentane wirtschaftliche Lage in Deutschland?

Deutschland steckt mitten im zweiten Lockdown. Am 16. Dezember 2020 wurde das öffentliche Leben weitgehend heruntergefahren – inklusive ortsbedingter Ausgangssperre. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel)  schätzt den Verlust für die deutsche Wirtschaft bis zum Jahresende auf 40 bis 50 Milliarden Euro. Diese Zahlen nannte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths gegenüber dem Handelsblatt. Die Wirtschaftsleistung werde demnach im vierten Quartal 2020 um 0,80 Prozent und im ersten Quartal 2021 um 1,40 Prozent schrumpfen. Sollte sich das bewarheiten, würde der Einbruch nicht so stark ausfallen wie wähend des Lockdowns im Frühjahr. Denn das IfW geht bei seiner Prognose davon aus, dass nach dem 10. Januar bis Ende März wieder ein "Lockdown light" gelten wird. 

Worst-Case-Szenario: Was mache ich bei einer Bankenpleite?

Grundsätzlich gilt: Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu einer maximalen Anlagesumme von 100.000 Euro gesetzlich geschützt, so will es die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung. Bislang gibt es allerdings noch kein gemeinsames europäisches Einlagensicherungssystem. Die Einlagensicherung ist nach wie vor national organisiert. Direkter Ansprechpartner im Falle einer Bankeninsolvenz ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB).

Bei öffentlich-rechtlichen Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen und Genossenschaftsbanken sind Anleger durch die institutsbezogenen Sicherungssysteme geschützt. Bei Sparkassen ist das der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), bei Genossenschaftsbanken der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

So verläuft das Entschädigungsverfahren

Kommt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zu dem Ergebnis, dass eine Bank ihre Geschäfte nicht mehr erfolgreich fortführen kann, oder dauert das von der Bafin verhängte Moratorium (Ein- und Auszahlungsverbot) bereits sechs Wochen an, stellt sie den sogenannten Entschädigungsfall fest. Die EdB informiert im Anschluss unverzüglich die betroffenen Anleger und hat sieben Tage Zeit sie zu entschädigen.

Wichtig: Ein Antrag auf Entschädigung seitens des Anlegers ist nicht erforderlich.

Der Einlagensicherungfonds des BdB

Neben der gesetzlichen gibt es auch eine freiwillige Einlagensicherung. Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) schützt die Spareinlagen von Verbrauchern bei privaten Banken in Deutschland und zwar bis zu einer Höhe von 20 Prozent der haftenden Eigenmittel der jeweiligen Bank.

Dies bedeutet einen Einlagenschutz von mindestens einer Million Euro je Anleger. So sind beispielsweise bei Bank 11 und der Ziraat Bank Kundengelder bis zu einer maximalen Summe von jeweils knapp 35 Millionen Euro pro Anleger abgesichert – zumindest in der Theorie.

  • Biallo-Tipp: Welche Bank dem Einlagensicherungsfonds angeschlossen ist und wie hoch die jeweiligen Garantiesummen ausfallen, können Anleger ganz einfach unter einlagensicherungsfonds.de nachvollziehen.

Wichtig: Im Gegensatz zur der gesetzlichen besteht bei der freiwilligen Einlagensicherung kein rechtlicher Anspruch auf Entschädigung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte nicht mehr als 100.000 Euro bei einem einzelnen Institut anlegen.

Was ist steuerlich bei einer Festgeldanlage aus Deutschland zu beachten?

In Deutschland fällt die reguläre Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent an. Anleger zahlen aus ihren Kapitalerträgen den Solidaritätszuschlag und je nach konfessioneller Zugehörigkeit gegebenenfalls die Kirchensteuer.




  Kevin Schwarzinger

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