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Auf einen Blick

  • In den vergangenen Wochen haben einige Anbieter mit deutscher Einlagensicherung ihre Festgeldzinsen deutlich nach unten geschraubt – unter anderem die Isbank und IKB.

  • Trotz dieser jüngsten Zinssenkungen bieten einige deutsche Banken nach wie vor deutlich überdurchschnittliche Zinsen an.

  • Bei vielen deutschen Anbietern greift neben der gesetzlichen Einlagensicherung zusätzlich der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Über diesen Einlagensicherungsfonds sind Spargelder in Millionenhöhe abgesichert.

  • Die besten Festgelder mit deutscher Einlagensicherung im Überblick.
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Die Sparzinsen befinden sich seit Monaten auf Talfahrt, doch es gibt immer noch Anbieter mit deutscher Einlagensicherung, die überdurchschnittliche Zinsen bieten. So verzinsen etwa die KT Bank und Isbank einjährige Festgelder mit aktuell 0,30 Prozent pro Jahr. Immerhin 0,25 Prozent sind es bei Bank 11, Cronbank und Varengold. Bei der Autobank Ford Money winken 0,45 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Zum Vergleich: Laut Biallo-Index notieren die Zinsen für einjähriges Festgeld im Schnitt bei gerade einmal 0,14 Prozent. Bei zwei Jahren sind es 0,18 Prozent pro Jahr.

Cronbank, Ford Money und Bank 11 haben einen großen Vorteil gegenüber der ausländischen Konkurrenz: Während bei Auslandsbanken lediglich die gesetzliche Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro je Sparer greift, gilt bei ihnen zusätzlich der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Dadurch sind Einlagen in Millionenhöhe pro Sparer abgesichert. 

 

Wie sicher ist Festgeld in Deutschland?

Deutschland zählt im Hinblick auf seine Bonität zu den Triple A-Staaten, womit auch hier eine nahezu 100-prozentige Ausfallsicherung für Schuldner gegeben ist. Die Haushaltsführung ist traditionell konservativ und weist Überschüsse auf. Es besteht aber zumindest die Befürchtung, dass es mittelfristig zu einem Abschwung kommen kann.

So bewerten die Ratingagenturen die Bonität 

Die drei weltweit einflussreichsten Agenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. Um die Bonität eines Staates, einer Bank oder eines Unternehmens zu bewerten, nutzen die Agenturen Buchstabencodes.

Agentur Beste Bonität Sichere Anlage Durchschnittlich spekulativ Höchst spekulativ Risikohaft Zahlungsausfall
S&P AAA A- BBB B- CCC D
Moody's Aaa A3 Baa1 B3 Caa1 C
Fitch AAA A- BBB B- CCC D

Quelle: Angaben der Ratingagenturen

 

Diese Anbieter aus Deutschland finden Sie auf biallo.de

Mit über 30 Anbietern bilden deutsche Kreditinstitute die umfangreichste Gruppe im Festgeld-Vergleich von biallo.de – sowohl Sparkassen, Genossenschaftsbanken als auch Privatbanken sind mit dabei. Die Bonität der einzelnen Anbieter ist hier weitestgehend vorbildlich. Doch in erster Linie ist die Zahlungsfähigkeit des Staates für die Qualität der Einlagensicherung verantwortlich und nicht die Bonität des einzelnen Finanzdienstleisters.

  • Biallo-Tipp: Welche Rolle das jeweilige Einlagensicherungssystem für die Bewertung spielt, können Sie unter Festgeld-Testnachlesen.
 

Ausgewählte deutsche Anbieter mit einem Jahr Laufzeit

Geldhaus Zinsen p.a. Anlagebetrag
KT Bank 0,30 % 1.000 – 1. Mio. Euro
Isbank 0,30 % 2.500 – 250.000 Euro
Bank 11 0,25 % 1.000 – 250.000 Euro
Cronbank 0,25 % 1.000 – 100.000 Euro
Varengold 0,25 % 5.000 – 500.000 Euro

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Ausgewählte deutsche Anbieter mit zwei Jahren Laufzeit

Geldhaus Zinsen p.a. Anlagebetrag
Ford Money 0,45 % 500 – 1 Mio. Euro
Isbank 0,40 %
2.500 – 250.000 Euro
Cronbank       0,35 %
1.000 – 100.000 Euro
KT Bank 0,35 % 1.000 – 1 Mio. Euro
Bank 11       0,30 % 1.000 – 250.000 Euro
 


Ausgewählte deutsche Anbieter mit drei Jahren Laufzeit

Geldhaus Zinsen p.a. Anlagebetrag
Ford Money       0,60 % 500 – 1 Mio. Euro
Isbank 0,50 %
2.500 – 250.000 Euro
Cronbank 0,45 % 1.000 – 100.000 Euro
KT Bank 0,40 % 1.000 – 1 Mio. Euro
Bank 11       0,35 % 1.000 – 250.000 Euro

Quelle: Festgeld-Vergleich biallo.de / Stand: 22. November 2021 / Angaben ohne Gewähr.

 

Wie ist die momentane wirtschaftliche Lage in Deutschland?

Die vierte Corona-Welle ist in voller Fahrt und trifft die Republik deutlich härter als noch die dritte Welle im November 2020. Trotzdem ist die deutsche Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs. Die Wirtschaftsleistung legte im dritten Quartal 2021 laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) um 1,8 Prozent zu, nach einem Plus von 1,9 Prozent im zweiten Quartal. Die Industriekonjunktur wird allerdings noch auf absehbare Zeit von den bestehenden Lieferengpässen gebremst werden. Dies gilt vorwiegend für die Automobilindustrie, die unter einem Mangel an Halbleitern leidet. "Trotz einer weiterhin hohen weltweiten Nachfrage nach deutschen Waren ist das Verarbeitende Gewerbe somit nicht in der Lage, den Ausstoß in stärkerem Ausmaß hochzufahren", erklärt das BMWi.

Derweil betrug die Inflationsrate im Oktober 4,6 Prozent – der höchste Stand seit knapp 30 Jahren. Für November 2021 erwarten die Experten der Bundesbank sogar eine Teuerungsrate von knapp sechs Prozent. 

 

Worst-Case-Szenario: Was mache ich bei einer Bankenpleite?

Grundsätzlich gilt: Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu einer maximalen Anlagesumme von 100.000 Euro gesetzlich geschützt, so will es die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung. Bislang gibt es allerdings noch kein gemeinsames europäisches Einlagensicherungssystem. Die Einlagensicherung ist nach wie vor national organisiert. Direkter Ansprechpartner im Falle einer Bankeninsolvenz ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB).

Bei öffentlich-rechtlichen Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen und Genossenschaftsbanken sind Anleger durch die institutsbezogenen Sicherungssysteme geschützt. Bei Sparkassen ist das der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), bei Genossenschaftsbanken der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

So verläuft das Entschädigungsverfahren

Kommt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zu dem Ergebnis, dass eine Bank ihre Geschäfte nicht mehr erfolgreich fortführen kann, oder dauert das von der Bafin verhängte Moratorium (Ein- und Auszahlungsverbot) bereits sechs Wochen an, stellt sie den sogenannten Entschädigungsfall fest. Die EdB informiert im Anschluss unverzüglich die betroffenen Anleger und hat sieben Tage Zeit sie zu entschädigen. Wichtig: Ein Antrag auf Entschädigung seitens des Anlegers ist nicht erforderlich.

Der Einlagensicherungfonds des BdB

Neben der gesetzlichen gibt es auch eine freiwillige Einlagensicherung. Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) schützt die Spareinlagen von Verbrauchern bei privaten Banken in Deutschland und zwar bis zu einer Höhe von 20 Prozent der haftenden Eigenmittel der jeweiligen Bank.

Dies bedeutet einen Einlagenschutz von mindestens einer Million Euro je Anleger. So sind beispielsweise bei Bank 11 Kundengelder bis zu einer maximalen Summe von jeweils gut 41 Millionen Euro pro Anleger abgesichert – zumindest in der Theorie.

  • Biallo-Tipp: Welche Bank dem Einlagensicherungsfonds angeschlossen ist und wie hoch die jeweiligen Garantiesummen ausfallen, können Anleger ganz einfach unter einlagensicherungsfonds.de nachvollziehen.

Wichtig: Im Gegensatz zur gesetzlichen besteht bei der freiwilligen Einlagensicherung kein rechtlicher Anspruch auf Entschädigung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte nicht mehr als 100.000 Euro bei einem einzelnen Institut anlegen.

 

Was ist steuerlich bei einer Festgeldanlage aus Deutschland zu beachten?

In Deutschland fällt die reguläre Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent an. Anleger zahlen aus ihren Kapitalerträgen den Solidaritätszuschlag und je nach konfessioneller Zugehörigkeit gegebenenfalls die Kirchensteuer.

Über den Autor Kevin Schwarzinger
Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.
  Kevin Schwarzinger