
Deutschland- Basiszins: 2,00%
- Aktionszins: 4,00% - gilt für die ersten 4 Monate

Deutschland- Basiszins: 0,75%
- Aktionszins: 4,00%

Luxemburg- Basiszins: 1,50%
- Aktionszins: 3,70% - gilt für die ersten 3 Monate
Auf einen Blick
Lange Festgeld-Laufzeiten erscheinen wegen der vergleichsweise hohen Zinsen wieder attraktiv. Dabei hängt der Ertrag nicht nur vom Zins, sondern auch von der Art der Auszahlung ab.
Hier erfahren Sie, welche Arten der Ausschüttung es bei Festgeld und Sparbriefen gibt, welche Erträge sich ergeben und worauf Sie jeweils achten sollten.
Nach einer Auswertung von biallo.de zu zehnjährigen Festgeldern zahlen die meisten Banken die Zinsen einmal jährlich. Bei manchen erfolgt die Zahlung aber erst am Laufzeitende. In beiden Fällen kann es Zinseszinsen geben. Allerdings war das zuletzt nur bei etwa jeder vierten Anlage der Fall. Manche Banken bieten Anlegern auch die Wahl zwischen mehreren Varianten.
Diese Möglichkeiten gibt es:
Wir stellen alle vier Varianten vor und verraten in einer Beispielrechnung, wie viel Ertrag jeweils eine zehnjährige Anlage von 50.000 Euro zu 3,50 Prozent Jahreszinsen nach Steuern abwerfen könnte. Dabei unterstellen wir, dass Sie Ihren jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro vollständig fürs Festgeld nutzen. Auf weitere Zinseinnahmen zahlen Sie die deutsche Kapitalertragsteuer plus Soli – insgesamt 26,375 Prozent. Eine zusätzlich mögliche Kirchensteuer berücksichtigen wir nicht.
Bei den meisten Festgeldern fließen die Zinsen jährlich aufs Referenzkonto aus. Das ist zum Beispiel beim Festgeld Umweltbank, wiLLBe und Cronbank der Fall. Das Referenzkonto ist dabei nicht zwingend das Girokonto. Teils handelt es sich auch um das Tagesgeld, etwa bei der J&T Direktbank.
Vorteil: Das Festgeld wirft regelmäßige Erträge ab, die Sie flexibel einsetzen oder erneut anlegen können. Dabei können Sie Ihren Steuerfreibetrag jährlich nutzen, wodurch ein Großteil der Erträge steuerfrei bleibt.
Nachteil: Zinseszinsen bekommen Sie nur, wenn Sie die Zinsen anderswo wieder anlegen. Das Festgeld selbst wirft keinen Zinseszins ab.
Ergebnis: Die Zinsen summieren sich auf 17.500 Euro. Nach Steuern bleiben 15.521,90 Euro.
Bei regelmäßiger Auszahlung der Zinsen können Sie die Erträge erhöhen, indem Sie die Ausschüttungen nicht auf Ihr Giro-, sondern auf ein Tagesgeldkonto einzahlen. So sorgen Sie selbst für den Zinseszinseffekt.

Deutschland
Deutschland
LuxemburgÖfter angeboten wird auch die jährliche Zinszahlung aufs Festgeld. Die Erträge werden so bei der jeweils nächsten Zahlung mit verzinst. Diese Wiederanlage wird auch Thesaurierung genannt. Dabei entsteht ein Zinseszinseffekt. Beispiele hierfür sind die SWK Bank oder die PSD Bank Hessen-Thüringen.
Vorteil: Die Zahlung steigt jedes Jahr (siehe Grafik) und der Gesamtertrag ist merklich höher (siehe Ergebnis) als bei der Zahlung aufs Referenzkonto.
Nachteil: Sie erhalten den Ertrag erst am Ende der Laufzeit zusammen mit dem eingezahlten Betrag.
Ergebnis: Die Zinsen summieren sich auf 20.120,51 Euro. Abzüglich Steuern bleiben 17.451,22 Euro.
Manche Banken zahlen häufiger als einmal im Jahr Zinsen aus.
Beispiel Credit-Europe-Bank: Das niederländische Geldhaus bietet neben der jährlichen auch eine monatliche Zinszahlung beim Festgeld an. Das Geld fließt zwar aufs Referenzkonto. Sie haben so aber die Möglichkeit, das Geld auch monatlich neu anzulegen und sich so einen noch stärkeren Zinseszins-Effekt zu sichern.
Beispiel DKB: Bei der deutschen Direktbank wird der Zins vierteljährlich gutgeschrieben. So profitieren Sie automatisch von einem besserem Zinseszins-Effekt als bei jährlicher Auszahlung.
Zinseszins kann es auch geben, wenn die Zinsen erst am Ende der Laufzeit gutgeschrieben werden (endfällige Zinszahlung) und zusammen mit dem angelegten Betrag ausbezahlt werden. Auch die Besteuerung erfolgt dann am Laufzeitende. Das ist eine der Möglichkeiten, für die sich Anleger bei Pbb Direkt und Kommunalkredit Invest entscheiden können.
Vorteil: Der Ertrag vor Steuern ist höher als in den anderen Beispielen. Schließlich werden die rechnerischen Zinszahlungen während der Laufzeit nicht versteuert, was den Zinseszinseffekt verstärkt.
Nachteil: Durch die Versteuerung am Laufzeitende können Sie den jährlichen Freibetrag nicht nutzen. Dadurch zahlen Sie mehr Steuern.
Ergebnis: Die Zinsen summieren sich auf 20.529,94 Euro. Nach Steuern bleiben 15.378,92 Euro.
Wenn Sie Ihren Freibetrag ohnehin nicht fürs Festgeld nutzen, wäre diese Variante die einträglichste.
Mehrere Banken zahlen die Zinsen am Ende der Laufzeit ohne Zinseszins aus. Das gilt beispielsweise für einige Festgeld-Angebote, die über Raisin und Check24 vermittelt werden, wie etwa Banca Sistema oder BTG Pactual.
Vorteil: -
Nachteile: Sie verfügen erst am Laufzeitende über die Zinsen und können den jährlichen Steuerfreibetrag nicht nutzen. Entsprechend ist der Ertrag nach Steuern niedriger als in allen anderen Beispielen. Anders als bei der Auszahlung aufs Referenzkonto können Sie die Zinsen außerdem nicht wieder anlegen. Die Erträge bleiben also bis zum Laufzeitende unverzinst.
Ergebnis: Die Zinsen summieren sich auf 17.500 Euro. Nach Steuern bleiben 13.148,13 Euro.
Quelle: Biallo-Finanzwissen auf Youtube.
Mit unserem Zinseszinsrechner ermitteln Sie mit nur wenigen Klicks den Zinsertrag und das Endkapital für Ihre Festgeldanlage.

Deutschland
Schweden
DeutschlandIm Beispielen macht die Art der Zinszahlung einen Unterschied von mehr als 4.000 Euro aus. So stark unterscheiden sich die Erträge zwischen jährlicher Zahlung aufs Festgeld und der endfälligen Zahlung ohne Zinseszins.
Welche Variante sich für Sie am besten eignet, bleibt aber eine Einzelfall-Entscheidung. Bei anderen Beträgen oder anderen steuerliche Voraussetzungen können sich die Ergebnisse deutlich unterscheiden. Die Zahlung aufs Referenzkonto schneidet im Beispiel zwar nicht am besten ab, bietet dafür aber die meiste Flexibilität – und bei Wiederanlage auch Zinseszinsen.
Generell ungünstig sind Angebote, bei denen die Erträge ohne Zinseszins am Ende der Laufzeit gezahlt werden. Damit können Sie weder Ihren Freibetrag mehrfach nutzen noch von Zinseszinsen profitieren.
Hinweis: Die Informationen zu steuerlichen Themen in diesem Beitrag ersetzen keine Steuerberatung, die auf individuelle Sonderfälle und Rahmenbedingungen eingehen kann. Sie dienen lediglich der Veranschaulichung und Allgemeininformation.