Thesaurierendes Festgeld

Festgeld mit Zinseszins: So sichern Sie sich den höchsten Ertrag

Rudolf Krux
Redakteur
Aktualisiert am: 29.07.2026

Auf einen Blick

  • Bei langen Festgeld-Laufzeiten sollten Sie nicht nur auf den Zins achten, sondern auch auf die Art der Auszahlung.
  • Durch Zinseszins sind Tausende Euro mehr Ertrag möglich.
  • Genau hinsehen sollten Sie bei einer Zinszahlung am Laufzeitende. Falls die Bank keine Zinseszinsen berechnet, ist diese Variante nur nachteilig.
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Festgeld mit Zinseszins
Das erwartet Sie in diesem Artikel

Lange Festgeld-Laufzeiten erscheinen wegen der vergleichsweise hohen Zinsen wieder attraktiv. Dabei hängt der Ertrag nicht nur vom Zins, sondern auch von der Art der Auszahlung ab.

Hier erfahren Sie, welche Arten der Ausschüttung es bei Festgeld und Sparbriefen gibt, welche Erträge sich ergeben und worauf Sie jeweils achten sollten.

Diese Arten der Zinszahlung gibt es

Nach einer Auswertung von biallo.de zu zehnjährigen Festgeldern zahlen die meisten Banken die Zinsen einmal jährlich. Bei manchen erfolgt die Zahlung aber erst am Laufzeitende. In beiden Fällen kann es Zinseszinsen geben. Allerdings war das zuletzt nur bei etwa jeder vierten Anlage der Fall. Manche Banken bieten Anlegern auch die Wahl zwischen mehreren Varianten.

Diese Möglichkeiten gibt es:

  • Regelmäßige Zahlung aufs Referenzkonto (ohne Zinseszins)
  • Regelmäßige Zahlung aufs Festgeld (mit Zinseszins)
  • Zahlung am Laufzeitende mit Zinseszins
  • Zahlung am Laufzeitende ohne Zinseszins

Wir stellen alle vier Varianten vor und verraten in einer Beispielrechnung, wie viel Ertrag jeweils eine zehnjährige Anlage von 50.000 Euro zu 3,50 Prozent Jahreszinsen nach Steuern abwerfen könnte. Dabei unterstellen wir, dass Sie Ihren jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro vollständig fürs Festgeld nutzen. Auf weitere Zinseinnahmen zahlen Sie die deutsche Kapitalertragsteuer plus Soli – insgesamt 26,375 Prozent. Eine zusätzlich mögliche Kirchensteuer berücksichtigen wir nicht.

Jährliche Zahlung aufs Referenzkonto

Bei den meisten Festgeldern fließen die Zinsen jährlich aufs Referenzkonto aus. Das ist zum Beispiel beim Festgeld Umweltbank, wiLLBe und Cronbank der Fall. Das Referenzkonto ist dabei nicht zwingend das Girokonto. Teils handelt es sich auch um das Tagesgeld, etwa bei der J&T Direktbank.

Vorteil: Das Festgeld wirft regelmäßige Erträge ab, die Sie flexibel einsetzen oder erneut anlegen können. Dabei können Sie Ihren Steuerfreibetrag jährlich nutzen, wodurch ein Großteil der Erträge steuerfrei bleibt.

Nachteil: Zinseszinsen bekommen Sie nur, wenn Sie die Zinsen anderswo wieder anlegen. Das Festgeld selbst wirft keinen Zinseszins ab.

Ergebnis: Die Zinsen summieren sich auf 17.500 Euro. Nach Steuern bleiben 15.521,90 Euro.

Biallo Tagesgeld Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 10.000 €, Anlagedauer: 3 Monate, Sicherheit: mind. gute Sicherheit. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
Anbieter und Produkt
Zinssatz / Zinsertrag
Bewertung
S&P Länderrating
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4,00% /
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Deutschland
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Zinssatz
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100 €
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Deutschland
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S&P Länderrating
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  • Aktionszins: 3,70% - gilt für die ersten 3 Monate
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Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 03.08.2026

Jährliche Zahlung aufs Festgeld (Thesaurierung)

Öfter angeboten wird auch die jährliche Zinszahlung aufs Festgeld. Die Erträge werden so bei der jeweils nächsten Zahlung mit verzinst. Diese Wiederanlage wird auch Thesaurierung genannt. Dabei entsteht ein Zinseszinseffekt. Beispiele hierfür sind die SWK Bank oder die PSD Bank Hessen-Thüringen.

Vorteil: Die Zahlung steigt jedes Jahr (siehe Grafik) und der Gesamtertrag ist merklich höher (siehe Ergebnis) als bei der Zahlung aufs Referenzkonto.

Nachteil: Sie erhalten den Ertrag erst am Ende der Laufzeit zusammen mit dem eingezahlten Betrag.

Ergebnis: Die Zinsen summieren sich auf 20.120,51 Euro. Abzüglich Steuern bleiben 17.451,22 Euro.

Zahlung am Laufzeitende mit Zinseszins

Zinseszins kann es auch geben, wenn die Zinsen erst am Ende der Laufzeit gutgeschrieben werden (endfällige Zinszahlung) und zusammen mit dem angelegten Betrag ausbezahlt werden. Auch die Besteuerung erfolgt dann am Laufzeitende. Das ist eine der Möglichkeiten, für die sich Anleger bei Pbb Direkt und Kommunalkredit Invest entscheiden können.

Vorteil: Der Ertrag vor Steuern ist höher als in den anderen Beispielen. Schließlich werden die rechnerischen Zinszahlungen während der Laufzeit nicht versteuert, was den Zinseszinseffekt verstärkt. 

Nachteil: Durch die Versteuerung am Laufzeitende können Sie den jährlichen Freibetrag nicht nutzen. Dadurch zahlen Sie mehr Steuern.

Ergebnis: Die Zinsen summieren sich auf 20.529,94 Euro. Nach Steuern bleiben 15.378,92 Euro.

Zahlung am Laufzeitende ohne Zinseszins

Mehrere Banken zahlen die Zinsen am Ende der Laufzeit ohne Zinseszins aus. Das gilt beispielsweise für einige Festgeld-Angebote, die über Raisin und Check24 vermittelt werden, wie etwa Banca Sistema oder BTG Pactual.

Vorteil: -

Nachteile: Sie verfügen erst am Laufzeitende über die Zinsen und können den jährlichen Steuerfreibetrag nicht nutzen. Entsprechend ist der Ertrag nach Steuern niedriger als in allen anderen Beispielen. Anders als bei der Auszahlung aufs Referenzkonto können Sie die Zinsen außerdem nicht wieder anlegen. Die Erträge bleiben also bis zum Laufzeitende unverzinst.

Ergebnis: Die Zinsen summieren sich auf 17.500 Euro. Nach Steuern bleiben 13.148,13 Euro.

Im Video erklärt: So nutzen Sie den Zinseszinseffekt

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Biallo Festgeld Empfehlung

Die nachfolgenden Anbieter wurden von Biallo als Empfehlung aus unserem Vergleich ausgewählt. Anlagebetrag: 25.000 €, Anlagedauer: 12 Monate, Sicherheit: mind. gute Sicherheit. Die angezeigten Anbieter stellen keinen vollständigen Marktüberblick dar.
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Zinssatz / Zinsertrag
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S&P Länderrating
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Zinssatz / Zinsertrag
3,10% /
775
Bewertung
S&P Länderrating
AAA
Deutschland
Zum Anbieter
Sämtliche Angaben ohne Gewähr. Datenstand 03.08.2026

Ergebnis: 4.000 Euro Unterschied bei gleichem Zinssatz

Im Beispielen macht die Art der Zinszahlung einen Unterschied von mehr als 4.000 Euro aus. So stark unterscheiden sich die Erträge zwischen jährlicher Zahlung aufs Festgeld und der endfälligen Zahlung ohne Zinseszins.

Welche Variante sich für Sie am besten eignet, bleibt aber eine Einzelfall-Entscheidung. Bei anderen Beträgen oder anderen steuerliche Voraussetzungen können sich die Ergebnisse deutlich unterscheiden. Die Zahlung aufs Referenzkonto schneidet im Beispiel zwar nicht am besten ab, bietet dafür aber die meiste Flexibilität – und bei Wiederanlage auch Zinseszinsen.

Generell ungünstig sind Angebote, bei denen die Erträge ohne Zinseszins am Ende der Laufzeit gezahlt werden. Damit können Sie weder Ihren Freibetrag mehrfach nutzen noch von Zinseszinsen profitieren. 

Hinweis: Die Informationen zu steuerlichen Themen in diesem Beitrag ersetzen keine Steuerberatung, die auf individuelle Sonderfälle und Rahmenbedingungen eingehen kann. Sie dienen lediglich der Veranschaulichung und Allgemeininformation.

Biallo News

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Schreibt seit etlichen Jahren schwerpunktmäßig über das Thema Geldanlage mit all seinen Facetten. In der Vergangenheit arbeitete er als (Finanz-) Redakteur für verschiedene Websites und Blogs (unter anderem für Check24 und Utopia.de). Seine Leser möchte er vor allem darin unterstützen, wichtige Anlageentscheidungen selbstständig zu treffen.

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