Existenzgründung

Für Gründer: Der beste Weg in die Selbstständigkeit

Update: 19.11.2019
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Auf einen Blick
  • Der Weg in die Selbstständigkeit beginnt nicht nur mit einer guten Geschäftsidee. Eine Portion Geschäftssinn ist auch hilfreich – und allem voran ein schlüssiger Businessplan.

  • Erfahren Sie mit unserem Ratgeber, wie Sie zum Beispiel an Gründungsgelder kommen, welche Gründungs- und Rechtsformen es gibt, ob ein Geschäftskonto Sinn macht und welche Versicherungen Sie sich als Gründer näher ansehen sollten.
Selbstständig arbeiten: Endlich das machen, was ich will. Der eigene Chef oder die eigene Chefin sein.
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"Es gibt auf der Welt mehr Ideen als Menschen", sagte einst Oliver Samwer, Gründer von Rocket Internet, der Start-up-Schmiede mit Sitz in Berlin, in der TV-Dokumentation "Die große Samwer-Show". Er ist einer der drei Samwer-Brüder, die den Mode-Versandhändler Zalando.de oder den Möbelversand Westwing Home & Living finanziert haben. Zu dritt bauten sie bereits mehr als 200 Firmen auf.

"Mit 15 neuen internetbasierten Geschäftsmodellen, die wir seit Januar 2018 inkubiert haben, verfolgen wir weiterhin unsere Kernstrategie der operativen Entwicklung internetbasierter Geschäftsmodelle", so Oliver Samwer. Dieser Gründungswahn kann den Einen abschrecken, den Anderen auch motivieren, endlich seinen eigenen Traum zu leben, seine Idee zu verwirklichen und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

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Am Anfang: Geschäftsidee konkretisieren

Jede Existenzgründung beginnt mit der Geschäftsidee. Wer sich dann noch traut das Vorhaben, statt in der Schublade versauern zu lassen, in die Tat umzusetzen, ist schon einen bedeutenden Schritt weiter.

Viele Existenzgründungen entstehen aus der Arbeitslosigkeit heraus, andere geben ihre Festanstellung dafür auf. Dann müssen wichtige Fragen geklärt werden, wie zum Beispiel:

  • Funktioniert die Geschäftsidee überhaupt in der Realität?

  • Wer sind meine Kunden oder Abnehmer und welche Erwartungshaltung haben sie an mich und meine Idee?

  • Gibt es überhaupt ausreichend Nachfrage für mein Angebot oder das Produkt und wie unterscheidet es sich von anderen Mitstreitern – sofern es sie gibt? Denn auch die Analyse der Konkurrenzsituation spielt eine wichtige Rolle für die erfolgreiche Umsetzung.

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Wissen aufbauen: Das Gründungsseminar

Wer seine Geschäftsidee prüft, sollte darüber reden. Antworten geben, neben Freunden, Verwandten und Bekannten, Recherchen im Internet und der Abgleich mit anderen Unternehmen, sogenannte Existenzgründerseminare.

Im Seminar können Gründungswillige Wissenslücken schließen und ganz grundlegende Fragen stellen wie die Idee ankommt. Welche Schwierigkeiten könnten auftreten? Welche Schritte sind als nächstes notwendig? Wie funktioniert das überhaupt mit der Steuer? Wo muss man eine Gewerbeanmeldung abgeben?

Ängste und Sorgen können mit Profis besprochen werden und gegebenenfalls erste Kontakte mit anderen Gründern und Gründerinnen geknüpft werden – denn Networking gehört zum Erfolgsrezept.

Wer bietet die Kurse an?

Die Handelskammern: In jedem Bundesland gibt es mehrere Anlaufstellen. Eine Übersicht finden Gründerinnen und Gründer auf der Internetseite www.existenzgruender.de des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Dazu zählen die örtlichen Handwerkskammern, die Industrie- und Handelskammern plus die Jobcenter vor Ort. Auf dieser Seite findet sich auch ein toller "Interaktiver Ämterfinder". Der leitet einen dann zur "Gründerplattform" weiter. Wer dann seine Postleitzahl eingibt, erhält die wichtigsten Ämter, so auch die IHKs und Handwerkskammern vor Ort. Letztere bieten oft kostenlose Gründerseminare an. Die Münchner Handwerkskammer beispielsweise hat solche Veranstaltungen alle zwei Wochen.

Die IHKs: Zum Beispiel die IHK in Düsseldorf bietet kostenlose Informationsnachmittage an, bei denen auch über Fördermöglichkeiten gesprochen wird. Zudem gibt es Broschüren zum Thema, die Gründerinnen und Gründern weiterhelfen.

Die Agentur für Arbeit: Das Arbeitsamt bietet kostenlose Beratungen an und kann zum Beispiel an Betriebe und Verbände vermitteln.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Ein Drittel der Gründer scheitert in den ersten drei Jahren und geben ihr Unternehmen wieder auf. "Wer dagegen einen erfahrenen Coach zu Rate zieht, hat meist bessere Chancen", sagt Gabriele vom Feld, Chefin des Gründer-Forums alpha. "90 Prozent aller von uns betreuten Gründungen sind auch nach den ersten kritischen Jahren noch auf dem Markt." Sie weiß Rat, wenn ein junger Unternehmensgründer darüber grübelt, ob er die Kosten nicht zu niedrig kalkuliert hat, ob die Preise stimmen, wie Marketing und Vertrieb aufgebaut werden können. Gerade junge Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen die Erfahrung von Coaches, um Fehler zu vermeiden und Marktchancen zu nutzen. Vorteil: Die Kosten übernimmt zum großen Teil die KfW Bankengruppe. Mehr zur Förderung lesen Sie unter Punkt 5.3. Gründungscoaching.

Wie findet man einen Coach? Nicht alle Angebote sind seriös. Die KfW bietet jedoch unter www.kfw.de eine Suchfunktion von über 15.000 Beratern nach Postleitzahl und Fachgebiet an, welche die Vorgaben vom Bundeswirtschaftsministerium erfüllen. Praktisch: Der nicht ganz billige Tagessatz wird angezeigt (zum Beispiel zwischen 800 bis 1.200 Euro).

  • Biallo-Tipp: Die Erstberatung sollte bei einem Gründungscoach immer kostenlos sein. Zudem sollte der Gründer oder die Gründerin nach den Qualifikationen und Erfahrungen des Beraters fragen und ob die Person sich in der Branche, in der man gründen will, nachweislich auskennt. Zudem muss die Chemie bei Beiden stimmen.

Speziell für Gründerinnen: Laut dem Deutschen Start-up Monitor 2018 vom Bundesverband Deutscher Startups wächst der Anteil der Frauen, die gründen, Jahr für Jahr. Im vergangenen Jahr waren es 15, vor fünf Jahren nur zehn Prozent. Frauen sind zwar meist langfristig erfolgreich, benötigen aber mehr Zeit für den Startschuss. Zudem gründen sie häufig nicht im Team, sondern im Alleingang. Daher sind spezielle Bildungsangebote notwendig: Frauen können zum Beispiel auf der Seite www.existenzgruenderinnen.de nach Anlaufstellen in ihrem Bundesland suchen und finden zum Beispiel für Berlin die WeiberWirtschaft eG oder in Frankfurt am Main den Jumpp Frauenbetriebe e.V.

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Mögliche Gründungsformen

Die Neugründung: Wer eine Geschäftsidee hat, diese vollkommen selbst steuern und aufbauen möchte, muss im Umkehrschluss auch für das Vorhaben geradestehen. Der Unternehmer übernimmt das volle Risiko, es können auf keine Kundenbeziehungen zurückgegriffen werden oder auf erfahrenes Personal.

Die Nachfolge: Es muss nicht alles neu erfunden werden. Vor allem familiengeführte Unternehmen haben oft das Problem der Unternehmensnachfolge – eine gute Chance, denn der Vorteil liegt auf der Hand: Es können auf Kundenstämme zurückgegriffen werden, das Personal ist mit den Produkten vertraut und im besten Fall ist die Marke bereits etabliert und erfolgreich.

Das Franchising: Die Fastfood-Kette McDonald's gehört zu den bekanntesten Franchising-Unternehmen weltweit. Auch mit dem Partnerkonzept von Tchibo kann der Sprung in die Selbstständigkeit gemacht werden. Der Gründer übernimmt dabei ein bereits ausgetüfteltes Konzept, ist jedoch auch daran gebunden. Spielraum für die eigene Kreativität bietet Franchising wenig und ist teils nicht erwünscht.

Der Direktvertrieb: Auch wenn Discounter es dem 1966 gegründeten Tiefkühldienst Bofrost schwer machen, ist er einer der bekanntesten Direktvertriebe. Allgemein werden die Waren im Direktvertrieb meist per Geschäftsauto, aber auch in der eigenen Wohnung, am Telefon, im Onlineshop oder auf Partys zum Verkauf angeboten. Teure Zwischenhändler fallen weg. Die Gründung ist einfach, da anders als zum Beispiel bei einem Franchise keine Gebühr anfällt und nur wenig Startkapital benötigt wird.

Kritik: Der Direktvertrieb kämpft häufig um sein Image. Es gibt viele schwarze Schafe, die das Anwerben neuer Mitglieder voraussetzen oder für relativ viel Aufwand nur einen geringen Gewinn ermöglichen.

  • Biallo-Tipp: Verträge genau prüfen und sich nicht von horrenden Verdienstmöglichkeiten blenden lassen!

Die Handelsvertreter: Für beispielsweise Vorwerk arbeiten in 79 Ländern etwa 625.000 Menschen, darunter mehr als 610.000 selbstständige Handelsvertreter für den Direktvertrieb von Kobold, Thermomix & Co. Diese betreuen im Namen des Unternehmens deren Kunden und bestimmen selbst, wann sie wie viel arbeiten – das erfordert Disziplin.

  • Biallo-Tipp: Bei der Auswahl des Unternehmens sollte man darauf achten, dass es vorab und währenddessen Produktschulungen gibt, Werbe- und Verkaufsunterlagen zur Verfügung gestellt werden plus ein Kundenstamm. Ohne entsprechendes Fachwissen, zum Beispiel als Außendienstmitarbeiter einer Bausparkasse, ist von diesem Weg in die Selbstständigkeit abzuraten.

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Die Copycat: Der Begriff lautet etwas abwertend auf Deutsch "Nachahmen" oder "Kopieren". Der Gründer hat also keine eigene zündende Geschäftsidee, sondern setzt das um, was bei einem anderen Start-up oder Unternehmen bereits funktioniert. Das sorgt freilich häufig für Unmut bei den eigentlichen Ideengebern, aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Schuhversandhändler Zalando ist ein Beispiel für eine Copycat von Zappos aus Las Vegas.

  • Biallo-Tipp: Besser sich von bestehenden Firmen inspirieren lassen, statt diese 1:1 zu kopieren – erspart vielleicht keine Zeit, aber Ärger.

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Die Rechtsform

Die Wahl der Rechtsform entscheidet über die Eigentumsverhältnisse und die Verteilung des Risikos. Auch leitet sich hierüber ab, wie die Unternehmung hinsichtlich Recht und Steuern aufgestellt ist. Die häufigsten sind:

Der Einzelunternehmer:

Jahr für Jahr werden rund 200.000 Einzelunternehmen gegründet. Die meisten Gründer, also fast 90 Prozent, wählen diese Rechtsform oder sie entsteht automatisch. Zum Beispiel, wenn sich jemand als Freiberufler eine neue Steuernummer beim zuständigen Finanzamt geben lässt. Auch mit Antrag eines Gewerbescheins beim Gewerbeamt, welches seinen Sitz in der Gemeinde- oder der Stadtverwaltung hat, ist man automatisch Einzelunternehmer.

  • Biallo-Tipp: Die Gewerbeanmeldung muss bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung abgegeben werden, wo der Sitz des Unternehmens ist und nicht am Privatwohnsitz. Eine Gewerbeanmeldung benötigen alle außer den sogenannten Freien Berufen, wie Anwälte, Ärzte, Architekten oder Journalisten (auch Katalogberufe genannt) oder für eine Tätigkeit in der Land- und Forstwirtschaft.

Die GmbH: Wer Geschäftsführer auf seiner Visitenkarte lesen möchte, kann eine "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" (GmbH) gründen. Peinlich könnte es nur für den werden, der Geschäftsführer und gleichzeitig einziger Mitarbeiter ist. Dann bietet sich die alternative Form "Unternehmergesellschaft" (UG) haftungsbeschränkt an.

Vorteil: Für eine UG oder GmbH spricht die Haftungsbeschränkung auf das Stammkapital von 25.000 Euro. Ansonsten kann dies auch mit einer Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt werden (mehr dazu im Kapitel "Die Absicherung"). Zudem ist die Gründung einer UG, also einer kleinen GmbH, viel günstiger. Man spart Gerichts- und Notarkosten. Steigen im Lauf der Zeit die Umsätze, kann man die UG in eine GmbH umwandeln und hat unterm Strich viel Geld gespart.

Die GbR: Anders als bei der GmbH, die bilanzierungspflichtig ist, genügt bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts, wie auch als Einzelunternehmer, eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Schließen sich mehrere Gründer zusammen, bildet man automatisch eine GbR. Für die Gründung genügt eine Steuernummer vom Finanzamt, es sei denn, es handelt sich um eine gewerbliche Tätigkeit, für die wieder ein Gewerbeschein notwendig ist.

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Der Business-Plan

Der Business-Plan, zu Deutsch Geschäftsplan, ist das Herzstück einer jeden Existenzgründung. Dabei dient es nicht nur als Exposé für potentielle Geldgeber, sondern auch als Erfolgskontrolle.

Durch das Aufschreiben wird häufig klar, ob das Café funktioniert, sich das Tanzkursangebot rechnet oder der Onlineshop Geld abwirft. Im Businessplan steht die Idee in Worten zusammengefasst plus wie viel Geld man benötigt und wo es herkommt. Am Ende beantwortet sich der Verfasser vor allem eine Kernfrage: Wirft mein Vorhaben Gewinn ab?

Zudem dient der Plan Banken, Investoren, dem Arbeitsamt und potentiellen Geschäftspartnern als Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie, um Chancen und vor allem Risiken besser einschätzen zu können, wenn es um Kredite, Fördermittel und Investitionen geht.

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Was steht drin? Eines vorweg: Es gibt kein fixes Muster. Für jede Branche kann er anders aussehen. Umfang: Mehr als 30 Seiten sollten es nicht werden. Hier einige Anhaltspunkte:

Kapitel Inhalte
Zusammenfassung Damit potentielle Geldgeber die Geschäftsidee verstehen, sollte hier die Gründungsidee auf maximal zwei Seiten sachlich und verständlich ausformuliert werden. Biallo-Tipp: Vielen Existenzgründern fällt es leichter, diesen Punkt erst ganz zum Schluss aufzuschreiben.
Idee Wie soll die Geschäftsidee ein Erfolg werden? Hier sollte konkret stehen, welche Ziele man in den nächsten drei bis fünf Jahren umsetzen wird. Biallo-Tipp: Sich selbst kontrollieren ist an dieser Stelle gefragt. Nach dem Motto: Alles geschafft?
Vita Welche persönlichen, fachlichen und betriebswirtschaftlichen Voraussetzungen bringt der oder die Existenzgründer/in für diese Unternehmensgründung mit?
Markt und Wettbewerb Wer sind die Kunden? Ist der Markt reif für die Erfindung, das Produkt? Wie schätzt man die Nachfrage ein, wie genau kennt man seine Mitstreiter – und welche Leistungen kann man besser, günstiger oder schneller anbieten als sie? Wurde der Standort zum Beispiel logistisch gut gewählt? Blick in die Glaskugel: Welche Zukunftsaussichten versprechen Ihnen Erfolg?
Marketing Wie macht man die Geschäftsidee publik und auf sich aufmerksam, welche Werbung ist geplant? Hier gehört auch die Präsenz in sozialen Netzwerken, wie Xing, LinkedIn, Facebook und gegebenenfalls die eigene Homepage dazu plus die Mitgliedschaft in einem Branchenverband.
Finanzen Der wichtigste Teil für potentielle Geldgeber: Hier steht für drei Jahre und jeden Monat einzeln, mit welchen Einnahmen und Ausgaben man rechnet, welche Anschaffungen für zum Beispiel die Büroausstattung, Geschäftswagen, Maschinen, Mitarbeiter oder Weiterbildungen anfallen (Investitionsplan). Wie viel Geld von der Bank ist nötig und wie viel Eigenkapital ist vorhanden (Finanzierungsplan). Auf dieser Grundlage wird eine detaillierte Gewinn- und Verlust-Rechnung (Rentabilitätsvorschau) erstellt – an deren Ende natürlich später ein Plus stehen sollte – und das nach Abzug der Lebenshaltungskosten. Für das Arbeitsamt ist vor allem der Liquiditätsplan wichtig, der für zwölf Monate die geplanten Einnahmen den Zahlungen gegenüberstellt.

Wo Sie sich Know-how für Ihren Business-Plan holen können:

  • Arbeitsamt: Viele Gründer werden den Business-Plan für das Arbeitsamt erstellen, da sie den Gründungszuschuss beantragen wollen. Die Agentur für Arbeit gibt Tipps zur Existenzgründung unter www.arbeitsagentur.de, wie auch zum Business-Plan.

  • Bei der IHK München auf der Internetseite www.muenchen.ihk.de kann zum Beispiel eine kostenlose Excel-Vorlage für den Finanzteil heruntergeladen werden.

  • Auf dem Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BmWi) gibt es einen kostenlosen Business-Plan zum Download.

Darüber hinaus haben sich etliche Unternehmensberater, Steuerberater und Experten in jeder größeren Stadt selbstständig gemacht und unterstützen bei der Erstellung des Business-Plans gegen Gebühr.

Hier gibt´s nicht nur Geld!

Gründungsgeld der Agentur für Arbeit: Das Arbeitsamt zahlt den wohl bekanntesten Zuschuss von 300 Euro im Monat zusätzlich zum ALG 1 und zwar zunächst sechs Monate lang. Es gibt darauf aber keinen Rechtsanspruch. Die Bewilligung ist "Ermessenssache" des Beraters der Arbeitsagentur und es gilt ihn unter anderem mit einem Business-Plan zu überzeugen. Dieser muss zudem von qualifizierter Stelle wie zum Beispiel von einem Steuerberater, der IHK, der HWK oder einer Bank bestätigt sein.

  • Biallo-Tipp: Gründer sollten sich mit Aussagen wie "die Förderaussichten stehen sehr schlecht" nicht von ihrer Idee abbringen lassen.

Zudem können Empfänger von Arbeitslosengeld I und II und Arbeitssuchende vom Amt vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein erhalten. Damit wird eine Beratung zu 100 Prozent bezuschusst, so dass der Gründer oder die Gründerin nichts aus eigener Tasche dafür zahlen muss.

Wer hat Anspruch? Dafür muss man mindestens ein Jahr in die Arbeitslosenversicherung in den vergangenen zwei Jahren eingezahlt haben. Zudem müssen noch mindestens fünf Monate (150 Tage) Anspruch auf Arbeitslosengeld übrig sein.

Wie viel Geld gibt es? In den ersten sechs Monaten erhält man sein Arbeitslosengeld I plus 300 Euro Gründerzuschuss obendrauf. Dieser steuerfreie Zuschuss kann um neun Monate verlängert werden.

Startgeld und Gründungscoaching der KfW: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt seit dem 1. Dezember 2015 einen ERP-Gründerkredit – das "StartGeld". Das bekommen Gründer, aber auch Jungunternehmer, bis zu fünf Jahre nach der Existenzgründung. Früher waren es nur drei Jahre. Das Geld gibt es zum Beispiel für Investitionen, wie den Kauf von Maschinen, Computern oder Firmenwägen, Betriebsmittel, wie Material, Löhne und Gehälter oder die Miete fördert die KfW Gründer mit einem verbilligten Kredit.

Wer hat Anspruch? Bis zu drei Jahre ab Existenzgründung, auch Freiberufler, können den ERP-Gründerkredit beantragen. Der Antrag muss über die Hausbank gestellt werden.

Wie viel Kredit gibt es? Bis zu 100.000 Euro, davon bis zu 30.000 für Betriebsmittel, können geliehen werden. Dafür verlangt die KfW je nach Ausfallrisiko einen Zins zwischen 1,55 und 2,30 Prozent. Die Risikobewertung nimmt die Hausbank vor.

Für die Zeit nach der Gründung kann man sich Unterstützung von einem zertifizierten Coach der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) holen. Dieser hilft zum Beispiel dabei, wie man ein Netzwerk optimiert oder einen Kundenstamm ausbaut oder in betriebswirtschaftlichen Fragen. Steuer- und Rechtsberatung wird nicht gefördert.

Wer hat Anspruch? Das Gründercoaching der KfW kann in den ersten zwei Jahren nach Neugründungen, Übernahme oder Start einer Beteiligung an einem Unternehmen in Anspruch genommen werden.

Wie viel Geld gibt es? In den neuen Bundesländern mit Ausnahme von Berlin und der Region Leipzig ist ein Zuschuss von 75 Prozent zum Beratungshonorar drin. In Berlin, der Region Leipzig sowie in den alten Bundesländern gibt es 50 Prozent Zuschuss. Insgesamt darf das Honorar des Beraters 4.000 Euro netto nicht überschreiten. Pro Stunde darf es nicht über 100 Euro liegen und pro Tag darf die Beratung nicht länger als acht Stunden dauern.

  • Biallo-Tipp: Die Liste der Fördermittel ist schier unendlich. Mehr Informationen erhalten Gründer beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unter der Telefonnummer: 03018/6158 000 oder per Mail foerderberatung@bmwi.bund.de

Das Geschäftskonto

Das Ziel einer Existenzgründung sind natürlich viele Einnahmen, um am Ende des Jahres nach Abzug aller Kosten einen Gewinn zu erzielen. Damit die Kunden wissen, wohin sie die Rechnungen überweisen müssen, benötigt der Gründer oder die Gründerin ein Girokonto. Über ein separates Geschäftsgirokonto können dann auch die laufenden Kosten abgebucht werden, wie zum Beispiel die Büromiete, die Stromkosten, die Telefonrechnung, die Bewirtungsbelege, das Leasingauto und die Steuern ans Finanzamt.

Wahl oder Pflicht? Ein eigenes Geschäftskonto ist nicht für jeden Gründer gesetzlich verpflichtend. Nur eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine Unternehmensgesellschaft haftungsbeschränkt (UG) müssen eines vorweisen, da sie für den Eintrag ins Handelsregister die Einzahlung des Eigenkapitals nachweisen müssen.

  • Biallo-Tipp: Zwar verzichten vor allem Freiberufler häufig auf die Eröffnung, um sich die Kontoführungsgebühren zu sparen. Die Trennung von Privat und Geschäft dient aber dazu den Überblick zu behalten, zum Beispiel ob alle Rechnungen überwiesen wurden. Auch der Nachweis gegenüber dem Finanzamt wird einfacher, da nicht erst alle privaten und geschäftlichen Abbuchungen auseinandergefieselt werden müssen.

Die Absicherung

Ein Gründer ist nicht nur finanziellen Risiken ausgesetzt, sondern auch betrieblichen und privaten. Spezielle Versicherungen sind daher je nach Tätigkeit und Branche unerlässlich.

Wichtige Versicherungen für Gründer sind:

  • Die Betriebshaftpflicht zahlt zum Beispiel bei Schadenersatzansprüchen von Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern. Versichert sind, wie bei der Privathaftpflicht, Personen, Sach- und Vermögensschäden. Für Ingenieure, Architekten und Makler gibt es die extra Vermögensschadenhaftpflicht.

  • Die Gebäudeversicherung: Wie auch ein Haus oder eine Eigentumswohnung, können Schäden am Betriebsgebäude durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel versichert werden. Auch mutwillige Zerstörung durch Vandalismus oder Einbruch ist versicherbar.

  • Eine Rechtsschutzversicherung zahlt den Anwalt und die Gerichtskosten, wenn es zum Beispiel Ärger mit einem Mitarbeiter, dem Vermieter oder den Geschäftswägen gibt.

  • Die Arbeitslosenversicherung: Wer selbständig ist, hat im Grunde keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld – es sei denn, er zahlt freiwillig in die Arbeitslosenversicherung ein – was durchaus Sinn macht. Vor Gründung muss man dafür innerhalb der vergangenen zwei Jahre mindestens zwölf Monate bereits in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Achtung: Der Antrag muss innerhalb der ersten drei Monate der Selbständigkeit bei der Arbeitsagentur abgegeben werden! Zudem zahlen Gründer ab dem Zeitpunkt der Gründung plus dem folgenden Kalenderjahr pro Monat nur die Hälfte des Beitragssatzes: 38,94 Euro (West) und 35,88 Euro (Ost).

  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung: Wer seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, könnte als Festangestellter aus der gesetzlichen Rentenversicherung die Erwerbsminderungsrente erhalten. Selbständige hingegen müssen privat mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorgen. Diese zahlt bei Krankheit – nicht bei Unfall – eine monatliche Rente aus. Eine zusätzliche private Unfallversicherung kann daher ebenfalls Sinn machen.

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