Arbeitslosengeld

  • So viel Arbeitslosengeld bekommen Sie
  • Auch Weihnachts- und Urlaubsgeld zählen
  • Leicht nachvollziehbarer Berechnungsweg
Rolf Winkel
Rolf Winkel
Arbeitslosengeld I gibt es für ältere Arbeitnehmer bis zu 24 Monate.

Das Arbeitslosengeld (Alg) bietet Ihnen bei Verlust der Arbeit eine soziale Absicherung. Dabei handelt es sich um eine Leistung der Arbeitslosenversicherung, die ihr Einkommen ersetzt. Das Alg unterscheidet sich vom sogenannten Arbeitslosengeld 2, das der Grundsicherung von Erwerbsfähigen dient. In der Umgangssprache wird das Arbeitslosengeld auch deswegen Alg 1 genannt. Wir haben für Sie die wichtigsten Merkmale des Arbeitslosengeldes zusammengefasst und mit unserem Rechner können Sie die voraussichtliche Höhe bestimmen.

Arbeitslosengeld: Basis-Informationen

Die Agentur für Arbeit zahlt nach Prüfung Arbeitslosengeld, wenn folgende Bedingungen zutreffen:

  • Sie sind arbeitslos,
  • Sie haben sich bei der Agentur für Arbeit persönlich arbeitslos gemeldet,
  • Sie haben die Anwartschaftszeit erfüllt und
  • Sie haben das für Sie geltende reguläre Rentenalter noch nicht erreicht.

Die Anwartschaftszeit erfüllen Erwerbslose, die in einer Rahmenfrist von 30 Monaten (= 900 Tage) vor Eintritt der Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate (= 360 Tage) lang versicherungspflichtig beschäftigt waren. Bis Ende 2019 zählten nur die letzten 24 Monate. Damit wurden die Hürden vor dem Anspruch auf ALG I zum Jahreswechsel 2019/2020 gesenkt.

Bei der Höhe des Arbeitslosengeldes sind für die Agentur für Arbeit folgende Kriterien von Bedeutung:

  • das beitragspflichtige Arbeitsentgelt, das Sie in der letzten Beschäftigung vor Entstehung Ihres Leistungsanspruches zuletzt durchschnittlich erzielt haben,
  • ob Sie oder Ihr Ehepartner (oder Partner im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes) ein Kind haben, für das Anspruch auf Kindergeld besteht, und
  • die zu berücksichtigende Lohnsteuerklasse.

Das Arbeitslosengeld wird pro Kalendertag berechnet (Tagesbetrag) und wird bei einem vollen Kalendermonat mit 30 Tagen angesetzt.
Das klassische Arbeitslosengeld ("Arbeitslosengeld 1") wird in der Regel für zwölf Monate gezahlt - ab dem 50. Lebensjahr steigt es auf eine Bezugsdauer von bis zu 24 Monaten. Das Arbeitslosengeld beträgt bei Antragstellern ohne Kinder 60 Prozent des Einkommens - wer Kinder hat, bekommt 67 Prozent vom letzten Nettogehalt. Mit dem Arbeitslosengeldempfang ist auch die gesetzliche Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung sichergestellt.

Nach Versicherungspflichtverhältnissen mit einer Dauer von insgesamt mindestens ... Monaten Nach Vollendung des ... Lebensjahres ... Monate Arbeitslosengeld
12 6
16 8
20 10
24 12
30 50 15
36 55 18
48 58 24

Was versteht man unter einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld?

In bestimmten Fällen wird kein Arbeitslosengeld ausgezahlt, weil eine Sperrzeit verhängt wurde. Das ist vor allem der Fall, wenn

  • wenn der Antragsteller die Arbeitslosigkeit selbst grob fahrlässig herbeigeführt hat.
  • wenn mit dem letzten Arbeitgeber ein Aufhebungsvertrag geschlossen wurde.
  • wenn eine Maßnahme der beruflichen Fort- und Weiterbildung abgebrochen oder nicht angetreten wird.
  • wenn eine zu späte Meldung der Arbeitslosigkeit erfolgt.


Gesperrt werden kann der Bezug von Arbeitslosengeld bis zu mehreren Wochen - bei mehr als 21 Wochen Sperrzeit entfällt der Anspruch auf Arbeitslosengeld insgesamt.

Tipp: Arbeitslosigkeit rechtzeitig melden

Arbeitnehmer müssen sich unmittelbar arbeitslos melden, wenn die Arbeitslosigkeit bekannt wird, etwa nach der Kündigung. Die Meldung muss 3 Monate vor Ablauf des Arbeitsverhältnisses erfolgen, wenn Sie nicht erst später davon erfahren – in dem Fall müssen Sie sich binnen drei Tagen arbeitslos melden.

Ist die finanzielle Situation des Antragstellers beim Arbeitslosengeld entscheidend?

Grundsätzlich wird das Arbeitslosengeld I unabhängig von Ihrer persönlichen finanziellen Situation gezahlt. Vermögen wie auch Tagesgeld oder Festgeld müssen nicht angegeben werden und beeinflussen den Antrag nicht. Umgekehrt erhöhen finanzielle Verpflichtungen – etwa aus einem Ratenkredit oder einer Baufinanzierung – die Leistungen auch nicht, weil die sich am letzten Einkommen bemessen.

Hinzuverdienst

Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, dürfen Sie etwas dazuverdienen - das Nebeneinkommen muss aber in jedem Fall der Agentur für Arbeit gemeldet werden und die Arbeitszeit muss unter 15 Stunden wöchentlich liegen. Bei einem Zusatzverdienst von bis zu 165 Euro erfolgt keine Anrechnung auf das Arbeitslosengeld – ein höherer Zuverdienst wird abgezogen. Wer sich privat gegen das Risiko einer Arbeitslosigkeit mit einer privaten Arbeitslosenversicherung abgesichert hat, kann die Versicherungsleistung ohne Anrechnung auf das Arbeitslosengeld erhalten.

Steuerfrei – oder doch nicht?

Arbeitslosengeld wird steuerfrei ausgezahlt, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass es den Steuersatz für das übrige Einkommen im Kalenderjahr erhöht. Dadurch erhöht das Arbeitslosengeld insgesamt natürlich den Steuersatz.

Arbeitslosengeld und weitere Sozialleistungen

Beim Bezug folgender Sozialleistungen ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld ganz oder teilweise:

ALG I plus ALG II möglich

Der Bezug von ALG II und ALG I schließen sich nicht gegenseitig aus. Vielfach haben Bezieher der Versicherungsleistung Arbeitslosengeld I zusätzlich noch Anspruch auf aufstockendes ALG II. Dies gilt beispielsweise vielfach für Arbeitslose mit mehreren Kindern. Denn beim ALG I werden Kinder, sieht man von einem Zuschlag von sieben Prozentpunkten für Arbeitslose mit einem oder mehreren kindergeldberechtigten Kindern ab, nicht berücksichtigt.

 

Tipp:

Wer Arbeitslosengeld bezieht, muss jeden Euro zweimal umdrehen. Wieviel Geld zahlen Sie für Ihr Girokonto? Garantiert zu viel. Denn es gibt in Deutschland knapp 40 Banken mit kostenlosen Girokonten.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de

Powered by Telsso Clouds