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Auf einen Blick
  • Bei Selbstständigen und Freiberufler sind Einnahmen und Ausgaben weniger übersichtlich als bei Angestellten. Zudem müssen sie Steuern, Krankenversicherung und Altersvorsorge selbst bezahlen. 

  • Wer sich selbstständig machen möchte, benötigt häufig vorab einen gründlichen Finanzplan. Dabei können sich angehende Unternehmer unterstützen lassen.

  • Je nach Form und Phase der Selbstständigkeit gibt es unterschiedliche Anforderungen an die kurz-, mittel- und langfristige Finanzplanung.
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Selbstständige verdienen in der Regel jeden Monat einen anderen Betrag, oder in manchen Monaten auch einmal gar nichts. Entweder ist die Auftragslage schlecht, Kunden zahlen spät oder erst nach Beendigung eines Auftrags. Sie können dadurch schnell in einen Liquiditätsengpass geraten, was schlimmstenfalls dazu führen kann, dass Sie Ihre Geschäftstätigkeit aufgeben müssen. 

Eine gute Finanzplanung ist vor allem dann geboten, wenn Sie sich hauptberuflich selbständig machen oder ein Business mit großen Investitionen planen. Dagegen ist der Finanzplan für nebenberuflich Selbständige nicht zwingend notwendig.

Im besten Fall wird der Finanzplan schon vor der Gründung erstellt und ist Teil des sogenannten Businessplans. Um einen Kredit oder einen Zuschuss zu bekommen, ist ein Businessplan zwingend notwendig. Doch auch wenn Sie keine Zuschüsse oder Kredite benötigen, sollten Sie unbedingt einen Finanzplan aufstellen. Der Grund: So müssen Sie sich frühzeitig mit den Erfolgsaussichten und den möglichen Einnahmen aus Ihrem Unternehmen auseinandersetzen. Sprich: Der Finanzplan ist vorab nötig, um herauszufinden, ob ein Unternehmen Aussicht auf Erfolg hat. Wenn die Selbstständigkeit oder das Unternehmen schon existieren, bewahrt ein guter Finanzplan hoffentlich vor Liquiditätsengpässen.

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Biallo-Tipp

Mit unserem  Businesskonto-Vergleich von biallo.de finden Selbstständige und Freiberufler das passende Girokonto ohne monatliche Grundgebühr. So bietet etwa die Direktbank Fyrst ein Geschäftskonto ohne monatliche Kontoführungsgebühr. Darüber hinaus sind die ersten 50 beleglosen Buchungen kostenlos, was für den Start eines kleinen Unternehmens besonders interessant ist.
 

Was gehört in den Finanzplan?

Ein Finanzplan als Teil des Businessplans für Investoren oder Banken sollte in der Regel einen Planungszeitraum von drei Jahren umfassen. Dabei sollten die Planung fürs erste Jahr monatlich erfolgen, für Jahr zwei und drei reicht eine Jahresplanung aus. Grund für den Drei-Jahres-Plan: Das ist in etwa der Zeitraum, nachdem die Startschwierigkeiten überwunden sein sollten. Ein kostenloses Tool zur Erstellung des Finanzplans stellt die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen zur Verfügung.

Ein Finanzplan besteht aus folgenden Teilplänen:

1. Umsatzplan

Natürlich können Sie künftige Umsätze niemals zu hundert Prozent akkurat vorhersehen. Trotzdem ist der Umsatzplan einer der wichtigsten Bestandteile der Finanzplanung. Deshalb sollten Sie Ihr Geschäftsumfeld sehr gut durchleuchten und Ihre Geschäftsaussichten und geplanten Umsätze auch für Außenstehende nachvollziehbar darlegen. Hilfreich ist deshalb, vor dem Umsatzplan eine Marktanalyse, eine Wettbewerbs-Analyse und eine SWOT-Analyse durchzuführen. Die SWOT-Analyse betrachtet folgende Punkte:

  • Strengths ("Stärken")
  • Weaknesses ("Schwächen")
  • Opportunities ("Chancen")
  • Threats ("Risiken")

Eine Gratis-Vorlage für den Umsatz- und Rentabilitätsplan gibt es von der IHK München.

2. Kostenplan

In den Kostenplan kommen alle Kosten, die regelmäßig anfallen. Das können Kosten wie Miete, Telefon- und Materialkosten, Personalkosten aber auch Zinszahlungen, Leasing- und Versicherungskosten sein.

Eine Gratis-Vorlage für einen Kostenplan stellt existenzgruender.de zur Verfügung.

3. Investitionsplan

Der Investitionsplan beinhaltet alle Kosten, die einmalig anfallen. Wird ein Unternehmen gegründet, so betrifft das nur die Anschaffungen, die später auch dem Unternehmen zuzuordnen sind. Bei Ein-Personen-Unternehmen, Selbstständigen und Freiberuflern ist diese Trennung nicht immer so klar gegeben. Dennoch können auch hier Anfangsinvestitionen mit aufgenommen werden. Bei einem selbstständigen Fotografen kämen beispielsweise Kosten für die Kameraausrüstung, Software, Rechner und Pkw infrage.

Wichtig zu wissen: Es gibt je nachdem, was angeschafft wird, unterschiedliche Abschreibungsvorschriften und -dauern. Einen Überblick gibt das Bundesministerium für Finanzen.

Eine Gratis-Vorlage für einen Investitionsplan finden Sie an dieser Stelle.

Biallo-Tipp

Kaufen oder bauen Selbstständige eine Immobilie, die sie sowohl privat als auch gewerblich nutzen möchten, sollten sie die Finanzierung genau planen. Denn bei der  Mischnutzung einer Immobilie winken unter Umständen Steuervorteile.

4. Rentabilitätsvorschau

Die Rentabilitätsvorschau basiert auf den Werten der Umsatz- und Kostenplanung. Sie ziehen die erwarteten Kosten von den Umsätzen ab und finden so heraus, ab wann Ihr Unternehmen oder Ihre Selbstständigkeit voraussichtlich rentabel ist. Die Rentabilitätsvorschau funktioniert ähnlich wie eine Gewinn- und Verlustrechnung.

Eine Vorlage für die Umsatz- und Rentabilitätsvorschau gibt es von der IHK Aschaffenburg.

5. Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan

Um abschätzen zu können, ob das Unternehmen finanzierbar ist, empfiehlt es sich, einen Kapitalbedarfsplan zu erstellen. Dieser ist vor allem dann notwendig, wenn ein Kredit beantragt werden soll.

In den Kapitalbedarfsplan gehören die Anfangsinvestitionen, die laufenden Kosten und der Unternehmerlohn des ersten Quartals. Zur Sicherheit empfiehlt es sich, noch einmal zehn Prozent auf den errechneten Betrag draufzuschlagen – falls noch unvorhergesehene Kosten dazu kommen sollten.

Wichtig: Da Sie die Umsatzsteuer am Anfang mitfinanzieren müssen, rechnen Sie bei der Kapitalbedarfsplanung mit Bruttowerten. Achten Sie darauf, dass Sie die Anfangsinvestitionen sowie die Abschreibungen nicht doppelt erfassen.

Eine Vorlage finden Sie bei der IHK Aschaffenburg für einen Kapitalbedarfsplan.

6. Liquiditätsplan

Der Liquiditätsplan dient dazu, die Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Wenn Sie Freiberufler oder selbstständig sind, kann es sich lohnen, einen Liquiditätsplan für Ihre Geschäftstätigkeit und einen für sich privat zu machen – natürlich besteht auch die Möglichkeit, beides in einem Plan festzuhalten – allerdings nur, wenn Sie die Planung nur für sich selbst und nicht etwa für eine Kreditaufnahme brauchen.

In den Plan gehören alle Ein- und Auszahlungen, also alle Vorgänge, die über Girokonto oder die Kasse laufen. Zu Beginn der Geschäftstätigkeit, also die ersten sechs bis zwölf Monate, empfiehlt sich eine monatliche Planung. Danach könnte die Liquiditätsplanung auch quartalsweise erfolgen. Das kann ohnehin eine günstige Vorgehensweise sein, da auch die Vorsteueranmeldung nur im ersten Betriebsjahr monatlich erfolgen muss – und danach auf quartalsweise umgestellt werden kann.

Wichtig: Abschreibungen gehören nicht in den Liquiditätsplan, Auszahlungen und Tilgungen von Krediten indes schon. Bei der Planung von Einnahmen sollten Sie auf die Zahlungsziele achten. Denn dass eine Leistung Ihrerseits erbracht wurde, heißt nicht, dass die Kunden auch direkt bezahlen.

Eine Gratis-Excel-Vorlage für einen Liquiditätsplan gibt es zum Beispiel von der IHK Aschaffenburg.

 

Finanzplanung für den laufenden Betrieb

Wer ein kleines Unternehmen führt, sollte sich ebenfalls mit der Finanzplanung befassen. Ganz einfach um Liquiditätsengpässen und einer möglichen Insolvenz vorzubeugen. Auch für die Zukunftsplanung ist eine Finanzplanung wichtig – etwa um Investitionen rechtzeitig einzupreisen und das Geschäft beständig weiterzuentwickeln. Dabei muss es nicht immer um große Summen gehen, aber für einen selbstständigen Fotografen könnte ein neuer Rechner oder ein besonderes Objektiv schon eine größere Investition sein, die vorbereitet sein will.

Im laufenden Betrieb unterscheidet man zwischen einer kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Finanzplanung:

  • Bei der kurzfristigen Planung geht es in der Regel darum, die Liquidität sicherzustellen, also den Geldfluss in den kommenden Monaten.

  • Bei der mittelfristigen, der taktischen Planung geht es darum, die definierten Ziele zu erreichen. Also etwa, wie bestimmte Umsatzziele der kommenden Jahre zu erreichen sind, welche Investitionen eventuell anfallen, ob externe Mitarbeiter angeworben werden müssen.

  • Bei der langfristigen Finanzplanung geht es um die strategische Planung, also etwa welche Ziele man in fünf oder zehn Jahren mit seiner Selbstständigkeit erreichen will.

Freelancer, die eher so in den Tag hinein arbeiten, sollten mindestens Liquiditätsplanung betreiben – und irgendwann vielleicht doch einen Drei- oder Fünf-Jahres-Plan aufstellen. Schließlich kann man als Mensch und Unternehmer am besten wachsen, wenn man sich konkrete Ziele setzt.

 

Worauf sollte ich bei der Finanzplanung achten?

Bei der Finanzplanung ist es wichtig, dass sie realistisch ist und sich an den realen Begebenheiten des Marktes und den eigenen Voraussetzungen orientiert. Wer sich als Journalist selbstständig machen will, wird als Berufseinsteiger nicht genauso viele Aufträge an Land ziehen können, wie ein Redakteur, der sich nach Jahren für die Selbstständigkeit entscheidet und bereits viele Kontakte hat. Das gilt natürlich auch für alle anderen Berufsgruppen und Geschäftsideen. Die Planung sollte schon zum Schutz der eigenen Finanzen realistisch sein. Denn was nützt es, Bank oder Investoren von Luftschlössern zu überzeugen, wenn diese dann der Realität nicht standhalten können?

In einem weiteren Ratgeber erklären wir Ihnen, wo und wie Sie zu einer Förderung oder einem Existenzgründerzuschuss kommen.

Über den Autor Caroline Benzel
Biallo-Spezialistin rund um das Thema Mobilfunk. LTE, NFC, UMTS - sie weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für unsere Leser wichtig sind. Nach ihrem Studium der Publizistik hat sie sich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Caroline Benzel arbeitet für Print- und Online-Medien sowie fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen.
  Caroline Benzel
  Mike Belschner
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