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Auf einen Blick
  • Die gesetzliche Rente reicht bei vielen nicht aus, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Mit Indexfonds (ETFs) lässt sich eine Zusatzrente ansparen.

  • Am besten eignen sich dafür Aktien-ETFs auf einen weltweiten Index. Über einen Sparplan können sie damit ein stattliches Vermögen ansammeln.

  • Wie zeigen Ihnen, wie das geht – und was sie dabei beachten sollten.
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Einmal im Jahr erhält jeder rentenversicherte Arbeitnehmer in Deutschland Post von der Deutschen Rentenversicherung. Die Behörde verschickt dann die Renteninformationen an Millionen von Erwerbstätigen. Der Brief enthält dabei häufig eine frustrierende Botschaft: Die darin prognostizierte gesetzliche Rente fällt bei vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu gering aus, um den bisherigen Lebensstandard im Alter zu halten. Sie brauchen daher eine zusätzliche Altersvorsorge.

Das kann eine Betriebsrente sein, in die der Arbeitgeber häufig miteinzahlt. Aber auch die Anschaffung einer Immobilie, in der man später mietfrei wohnt, kann sinnvoll sein. Für junge Familien mit Kindern kommt wegen der staatlichen Förderung unter Umständen eine Riester-Rente in Frage. Finanzexperten raten mittlerweile aber auch häufig dazu, über börsennotierte Indexfonds, sogenannte Exchange Trade Funds (ETFs), fürs Alter vorzusorgen. Damit können Sparer von den höheren Renditen am Aktienmarkt profitieren. Wir erklären Ihnen, wie das geht – und worauf Sie achten müssen.

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So können Sie mit ETFs fürs Alter vorsorgen

Mit einem ETF investieren Sie in einen ganzen Börsenindex. Das kann der Deutsche Aktienindex (Dax) sein oder auch ein weltweiter Index wie der MSCI World. Ein ETF bildet den Index eins zu eins ab. Mit dem MSCI World nehmen Sie als Anleger daher an der weltweiten Entwicklung der Aktienmärkte teil. Im Durchschnitt der vergangenen 50 Jahre erzielte der Index in Euro gerechnet inklusive Dividenden dabei eine jährliche Rendite von gut acht Prozent.

Wegen solcher Renditen ist das Sparen mit einem weltweiten ETF auch für die Altersvorsorge attraktiv. Die gängigste Möglichkeit dafür ist ein ETF-Sparplan. Dabei kaufen Sie jeden Monat für eine bestimmte Summe ETF-Anteile. Die Rate können Sie dabei im Laufe der Zeit auch verändern. Über einen langen Zeitraum betrachtet kommen so auch mit kleinen Sparraten stattliche Beträge zusammen. Wer 30 Jahre lang jeden Monat 50 Euro spart und dafür die Durchschnittsrendite des MSCI World erhält, hat am Ende der Laufzeit mehr als 70.000 Euro zusammen. Allerdings ist nicht garantiert, dass sich auch künftig eine solche Rendite an den weltweiten Aktienmärkten erzielen lässt.

Neben dem ETF-Sparplan lässt sich auch mit Rentenversicherungen auf ETF-Basis für das Alter vorsorgen. Bei dieser sogenannten „fondsgebundenen Rentenversicherung“ schließen Sie bei einer Versicherungsgesellschaft einen Fondssparplan ab. Ihre monatlichen Beiträge fließen in RentenfondsImmobilienfonds oder Aktienfonds. Einige Anbieter bieten dabei auch ETFs an. Am Ende der Laufzeit können Sie sich eine lebenslange Rente auszahlen lassen.

Gegenüber dem ETF-Sparplan hat die fondsgebundene Rentenversicherung vor allem steuerliche Vorteile. Auf der anderen Seite ist der ETF-Sparplan über die gesamte Laufzeit deutlich kostengünstiger. Und er ist flexibler. Sie können ihn aussetzen, wenn das Geld einmal knapp ist. Oder einen größeren Betrag aus dem angesparten Vermögen entnehmen. Das ist bei der Rentenversicherung normalerweise nicht möglich.

 

Diese ETFs eignen sich für die Altersvorsorge

Wer mit ETFs fürs Alter spart, sollte einen Indexfonds wählen, der möglichst weltweit in eine Vielzahl von Firmen investiert. Die Streuung über unterschiedliche Regionen und Branchen mindert dabei das Risiko. Der für das Altersvorsorge-Sparen gängigste Index ist der MSCI World. Über einen ETF auf diesen Index beteiligen Sie sich an den 1.500 größten Aktiengesellschaften der Welt. Sie sind also unter anderem Aktionär bei Konzernen wie Apple, Microsoft oder Coca-Cola.

Noch breiter aufgestellt sind weltweite Aktien-ETFs, die auch Unternehmen aus den Entwicklungsländern enthalten. So finden sich etwa in einem ETF auf den Index MSCI All Country World mehr als 3000 Firmen. Im Index FTSE All World sind sogar gut 4.000 Firmen enthalten. Welchen ETF auf die weltweiten Indizes sie auswählen, ist letztlich egal. Am besten orientieren sich an den laufenden Kosten: je günstiger, desto besser. Für einen Sparplan reicht ein einziger ETF auf einen solchen Index aus. So bleibt Ihre Geldanlage einfach und kostengünstig.

 

So richten Sie einen ETF-Sparplan ein

Um einen ETF-Sparplan einzurichten, brauchen Sie ein Depot. Die ETF-Anteile, die Sie im Rahmen Ihres Sparplans kaufen, werden darin verwaltet. Wertpapierdepots gibt es bei Direktbanken wie ING, Consorsbank oder DKB kostengünstig – oder sogar kostenlos. Der monatliche Kauf der Wertpapiere kostet aber in der Regel etwas. Mitunter bieten die Banken auch kostenlose Sparpläne an. Bei Online-Brokern wie Flatex und der ING und Neo-Brokern wie Trade Republic oder Scalable Capital gibt es die Sparpläne sogar dauerhaft kostenlos.

Sparpläne können Sie bei einigen Banken schon ab einem Euro monatlich einrichten. Bei den meisten geht es mit 25 oder 50 Euro im Monat los. Das Geld dafür können Sie per Dauerauftrag von Ihrem Girokonto auf das Verrechnungskonto überweisen, das zum Depot gehört. Bei einigen Banken, wie etwa der ING, können Sie die Sparrate auch direkt vom Girokonto abbuchen lassen. Eine ausführliche Anleitung, wie Sie einen ETF-Sparplan einrichten, können Sie hier für das Beispiel der ING lesen.

 

Nur ETFs für die Altersvorsorge, geht das?

Ein ETF-Sparplan lohnt sich umso mehr, je länger Sie Zeit haben, um ein Vermögen anzusparen. Denn auf lange Sicht können Sie Schwankungen oder Einbrüche an den Aktienmärkten immer wieder aussitzen. Zehn bis 15 Jahre sollte der Sparplan daher auf jeden Fall laufen – wenn möglich länger.

Das über den Sparplan angesammelte Vermögen dient in der Regel dazu, sich im Ruhestand ein Zusatzeinkommen auszuzahlen. Es ergänzt in den meisten Fällen die gesetzliche Rente. Selbstständige oder Freiberufler jedoch, die keinen Anspruch auf eine gesetzliche Rente haben, können über einen ETF-Sparplan auch das gesamte Kapital für ihre spätere Rente ansparen.

Sie müssen dafür aber etwas Mut mitbringen und risikobereit genug sein, um trotz der Schwankungen an der Börse den Sparplan auch langfristig durchzuhalten. Und: Sie müssen konstant und diszipliniert hohe Beträge einzahlen, um am Ende auf eine Summe zu kommen, die eine ausreichende Rente sichert. Sie dürfen also auch nicht der Versuchung erliegen, während der Ansparphase größere Beträge aus dem angesparten Kapital zu entnehmen, um damit etwa ein neues Auto oder eine teure Reise zu finanzieren. Ein Beispiel macht deutlich, wie es mit der ETF-Rente klappen kann.

 

So kann die ETF-Rente funktionieren

In der Ansparphase zahlen Sie 30 Jahre lang jeden Monat 750 Euro in Ihren ETF-Sparplan ein. Bei einer (vorsichtig gewählten) jährlichen Verzinsung von vier Prozent beträgt das angesparte Kapital am Ende rund 515.000 Euro. Um sich daraus eine monatliche Rente auszuzahlen, gehen Sie so vor: Sie teilen das Geld auf drei Töpfe auf. Aufs Tagesgeldkonto legen Sie einen Betrag, der ausreicht, um sich fünf Jahre lang die monatliche Rente auszuzahlen. Den Rest des Geldes investieren Sie zur Hälfte in Festgeld. Die andere Hälfte verbleibt in ihrem Aktien-ETF.

Mit einer solchen Aufteilung ließ sich laut Renditerechner der Verbraucherzentralen über eine Laufzeit von 30 Jahren in der Vergangenheit im Schnitt eine Rendite von etwa 3,5 Prozent erzielen. Der Fünf-Jahres-Puffer dient dabei dazu, Schwankungen an der Börse auszusitzen. Nach dieser Zeit ist ein Depot mit einer Fifty-Fifty-Aufteilung in der Regel nach einem Einbruch an der Börse wieder im Plus. Bei 3,5 Prozent Rendite können Sie sich mit dem angesparten Geld 30 Jahre lang eine monatliche Rente von etwa 2.290 Euro auszahlen. Ihr Start-Depot bei Rentenbeginn sieht so aus:

Läuft es in einem Jahr an der Börse gut, verkaufen Sie Anteile an Ihrem ETF und füllen damit das Tagesgeldkonto wieder auf. In schlechten Jahren entnehmen Sie Geld aus dem Tagesgeldkonto – ohne es wieder aufzufüllen. Erst wenn die Börsen wieder besser laufen, schichten Sie wieder auf das Tagesgeldkonto um. Einmal im Jahr sollten Sie auch die Aufteilung von Festgeld und Aktien-ETF überprüfen. Weicht sie vom Start-Verhältnis ab, sollten Sie sie wieder ins Gleichgewicht bringen.

Das zeigt: Eine Rente nur mit Aktien-ETFs anzusparen ist möglich. Sie ist aber vor allem für diejenigen sinnvoll, die mit Börsenkapriolen keine Probleme haben – und sich auch im Ruhestand noch aktiv um die Geldanlage kümmern wollen. Wer das nicht möchte, kann eine Rentenversicherung auf ETF-Basis in Betracht ziehen - oder er setzt auf die automatisierten Geldanlage mit sogenannten Robo-Advisors.

Biallo-Tipp:

Wer seine ETF-Auswahl nicht selbst gestalten will oder kann, für den sind Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Bei den digitalen Vermögensverwaltern gibt es Sparpläne bereits ab zehn Euro – mit Gesamtkosten von deutlich unter einem Prozent pro Jahr. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Robo-Advisor.
Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

  Andreas Jalsovec
  Max Geißler