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Auf einen Blick
  • ETFs boomen. Sie sind jedoch kein Rundum-sorglos-Paket.

  • Sparer können sich zu riskanten Anlagemustern verleiten lassen.

  • Auch bei ETFs kann es im Aktienbestand zu Verwerfungen kommen.
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Keine Anlageform hat in den vergangenen Jahren so rasant an Bedeutung gewonnen wie ETFs. Mehrere Billionen Euro sind weltweit bereits in Indexfonds geflossen.  Doch Vorsicht: Börsengehandelte Indexfonds sind kein Rundum-sorglos-Paket. Der zugrundeliegende Börsenindex kann Verwerfungen im Aktienbestand aufweisen, mit falschen Wertpapieren bestückt sein oder Sparer zu riskanten Anlagemustern verleiten. Achten Sie auf diese Tücken:

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Eine sichere und attraktive Alternative zu Wertpapieren sind  Genossenschaftsanteile von  Genossenschaftsbanken. Diese bieten Jahr für Jahr attraktive Dividenden, besonders die  Genossenschaftsanteile der Volksbanken werfen hohe Renditen ab.

1. Übertriebene Aktienbewertungen

Die meisten ETFs bilden große Indizes ab, zum Beispiel den Deutschen Aktienindex – kurz Dax – oder den viel größeren US-Index S&P 500. Das Problem dabei: "Indizes setzen nicht auf die Qualität einzelner Aktien oder auf deren Unterbewertung, sondern auf schiere Börsengröße. Das führt aber häufig zum Nachteil, denn ein Index wählt die einzelnen Titel nach dem Börsenwert aus", sagt Rainer Laborenz, Chef von Azemos Vermögensmanagement aus Offenburg.

Sind zum Beispiel Technologie- und Telekomtitel besonders teuer, wie um das Jahr 2000 herum, kauft man im Index folglich einen besonders hohen Anteil davon. Nach dem Platzen der Technologieblase im Jahr 2000 fielen Titel wie die Deutsche Telekom oder Intel jedoch ins Bodenlose, teilweise um mehr als 90 Prozent. Folge: Die entsprechenden Indizes erlitten überdurchschnittliche Kursverluste.

  • Biallo-Tipp: Als Vorsorgemaßnahme empfiehlt sich eine breite Vermögensstreuung auf verschiedene, teils gegensätzliche Indizes

2. Synthetische Wertpapiere im Fonds

Viele ETFs kaufen nicht die tatsächlichen Aktien des Index, sondern Wertpapiere oder Derivate, die diese ersetzen. Diese Papiere garantieren aber lediglich stellvertretend die Renditen des Index. "Das ist eine Riesen-Mogelpackung, weil hier mit sogenannten synthetischen Produkten ein Wert suggeriert wird, der tatsächlich nicht vorhanden ist", bemängelt Laborenz.

Die Gefahr: Während man mit "echten" Aktien jeden noch so schweren Börsenkollaps aussitzen kann, ist man bei synthetischen Wertpapieren abhängig von der Bonität des garantiegebenden Emittenten. Und dieser wiederum ist abhängig von den Emittenten der im ETF enthaltenen Finanzprodukte. "Lehman Brothers lässt grüßen", warnt der Fondsexperte. Zu allem Überfluss dürfen ETF-Underlyings auch noch vom Emittenten beliehen werden, was die Sicherheit der Fonds weiter beeinträchtigt.

  • Biallo-Tipp: Um das Emittentenrisiko auszuschließen, sollte man ETFs kaufen, die in echte Aktien investieren. Ein Blick in den Fondsprospekt verrät Ihnen, was im jeweiligen Fonds steckt.

3. Zu häufiges Handeln

Ein drittes Risiko besteht nicht in der Konstruktion des ETF selbst, sondern in falschem Anlegerverhalten. "Anleger, die erstmalig in ETF investieren, erzielen laut einer Studie aus dem Jahr 2013 sehr schlechte Ergebnisse", berichtet der Münchner Vermögensverwalter Thomas Freiberger.

Grund: Die einfache und kostengünstige Handelbarkeit von ETFs verführe Anleger dazu, durch häufigen An- und Verkauf mehr Gewinne erzielen zu wollen. "Dies ist aber entgegen der Grundidee passiver Indexfonds, die ja darin besteht, längerfristig im Index investiert zu bleiben, anstatt ständig hin und her zu handeln", so der Finanzprofi. Die mit dem ETF eingesparten Kosten würden so wieder aufgebläht. Außerdem führe falsches Market Timing häufig zu Underperformance.

4. Unausgewogene Depot-Zusammensetzung

Indexfonds sind nicht der Königsweg für alle Sparziele. "Es besteht die Gefahr, dass man blind in eine Richtung läuft und substanzielle Gefahren oder Argumente nicht beachtet", gibt Anlageprofi Andreas Görler von der Berliner Wellinvest zu bedenken. Das könne zu Übertreibungen an den Märkten führen. Aber auch zu Schieflagen im Depot. "Eine ausgewogene Vermögensanlage bedarf aller Anlageklassen", fordert Görler. Dazu benötige man unterschiedliche Investmentphilosophien.

Biallo-Tipp

Vor dem ETF-Kauf, sollte man sich wie bei jeder Geldanlage darüber Gedanken machen, welche Sparziele man verfolgt. Entsprechend dazu sollte die Anlagestrategie entwickelt werden. Wer dabei Hilfe benötigt, kann bei seiner Bank oder einem Vermögensverwalter nachfragen oder einen Robo-Advisor nutzen. Mit einem Robo-Advisor gibt es die Vermögensverwaltung inklusive Transaktionskosten, Depot- und Kontoführung bereits für deutlich weniger als ein Prozent des Anlagevolumens. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Robo-Advisor.
Über den Autor Max Geißler
nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de. Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien). Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.
  Max Geißler
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