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Auf einen Blick
  • Weltweit investierende Aktienfonds sind die Basis für ein Wertpapierdepot. Anleger können damit an der weltweiten Entwicklung der Aktienmärkte teilhaben.

  • Bei aktiv gemanagten Fonds gibt es dabei die Chance auf eine höhere Rendite als bei ETFs. Sie können daher eine Ergänzung zu einem Indexfonds sein.

  • Biallo.de zeigt fünf globale Aktienfonds, die auf Sicht von zehn Jahren besser abschneiden als ihr Vergleichsindex. Wir sagen Ihnen auch, wie Sie diese Fonds kaufen können.
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Ein weltweit investierender Aktienfonds gehört in jedes Depot. Experten sprechen oft von einem „Basisinvestment“. Der Grund: Ein solcher Fonds, der viele Aktien aus der ganzen Welt enthält, ist die Basis für das gesamte Anlageportfolio. Einfach und günstig können Sie einen solchen Fonds als börsennotierten Indexfonds (ETF) kaufen. Er bildet zum Beispiel einen Aktienindex wie den MSCI All Country World ab, der etwa 3000 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern enthält. Damit nehmen Sie automatisch an der weltweiten Entwicklung der Aktienmärkte teil.

Globale Aktienfonds können aber auch aktiv gemanagt werden. Sie orientieren sich dann ebenfalls an einem Index. Im Unterschied zu einem ETF bilden aktive Fonds den Index jedoch nicht eins zu eins ab. Stattdessen sucht ein Fondsmanager die Aktien aus: Er wählt diejenigen Papiere, die aus seiner Sicht am meisten Rendite versprechen. Daher bieten aktiv gemanagte weltweite Aktienfonds die Chance auf eine bessere Performance als der Index, an dem sie sich orientieren – die sogenannte Benchmark.

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Chance auf Überrendite hat ihren Preis

Aktiv gemanagte Fonds sind aber teurer als ETFs. Denn das Management kostet Geld. Das kann ein Nachteil sein – muss es aber nicht. Denn der Fondsmanager kann durch seine Aktienauswahl ein Renditeplus herausholen, dass den Kostennachteil des aktiven Fonds mehr als wettmacht. Leicht ist das nicht: So zeigt der jährliche Spiva-Report des Indexanbieters S&P Dow Jones: Nur zehn Prozent der Fondsmanager in den USA sind auf Sicht von zehn Jahren mit ihrem Fonds besser als die Benchmark. Diejenigen weltweiten Aktienfonds allerdings, denen das gelingt, sind ebenfalls ein gutes Basisinvestment. Man kann sie zusätzlich zu einem weltweit investierenden ETF ins Depot legen.

Biallo.de hat fünf Fonds ausgesucht, die auf Zehnjahressicht bessere Renditen aufweisen als ihr weltweiter Vergleichsindex, der MSCI World oder der MSCI All Country World Index (siehe Tabelle). Es sind Fonds, die auf wachstumsstarke Unternehmen aus der ganzen Welt setzen – auf etablierte aber gleichzeitig innovative Firmen. Den Vergleichszeitraum von zehn Jahren haben wir dabei auch gewählt, weil eine Investition in Aktien langfristig erfolgen sollte. Das heißt: Sie sollten das Geld, das in den Fonds fließt, für mindestens zehn Jahre anlegen. Und Sie sollten das Kapital in dieser Zeit nicht benötigen.

 

Diese fünf weltweiten Fonds schlagen langfristig ihren Vergleichsindex

Die ausgewählten aktiven Fonds enthalten deutlich weniger Werte als etwa ein weltweiter Aktien-ETF. Die Fondsmanager investieren in der Regel in 50 bis 100 Werte. Die Fonds haben daher ein höheres Risiko als ein ETF, der mehrere hundert oder gar tausend Werte enthält. Das sollten Sie bedenken, wenn Sie einen der folgenden Fonds erwerben. Bitte beachten Sie auch, dass aus historischen Werten keine Rückschlüsse für die künftige Wertentwicklung gezogen werden können.

Fonds / ISIN
Wertentwicklung 5 Jahre Wertentwicklung 10 Jahre  laufende Kosten pro Jahr
Morgan Stanley Global Opportunity Fund / LU0552385295  163,35 %  530,58 %  1,84 %
T. Rowe Price Global Focused Growth / LU0143551892  145,19 %  437,47 %  1,70 %
Seilern World Growth Funds / IE00B2NXKW18  155,55 % (1)  482,86 % (1)  1,65 %
Threadneedle Global Focus Class / LU0757431068  149,22 %  387,92 %  1,80 %
Fidelity World Fund / LU0318941662  82,70 %  325,17 %  1,04 %

Quellen: biallo.de; Mountain-View Data GmbH; fondsweb.com / Performance in Euro zum Stichtag 13.12.2021.

1 Performance zum Stichtag 10.12.2021. 

 

Morgan Stanley Global Opportunity Fund

Der Fonds investiert in „erstklassige, gut etablierte und aufstrebende Unternehmen“, heißt es in der Beschreibung der US-Investmentbank Morgan Stanley. Bevorzugt werden dabei Aktien von Firmen, die zum Zeitpunkt des Kaufs unterbewertet sind. Das heißt: Gemessen am Firmenwert ist der Kurs der Aktie niedrig – und hat daher Gewinnpotenzial. Gut 60 Prozent der Aktien stammen aus den USA. Der Schwerpunkt liegt auf der Informationstechnologie (IT). Unter den größten der gut 70 Aktienpositionen finden sich der US-Internetkonzern Amazon, das Software-Unternehmen Adobe, die Kreditkartenfirma Mastercard oder der Fahrdienste-Anbieter Uber.

 

T. Rowe Price Global Focused Growth

Der globale Aktienfonds setzt auf Unternehmen, „die auf der richtigen Seite des Wandels stehen“, heißt es beim US-Anlageverwalter T. Rowe Price. Das Fondsmanagement sucht nach Wachstumswerten, die eine dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit sichern. Die Aktien haben daher oft „einen Bezug zu technologischer Innovation“. Der Fonds enthält stets zwischen 60 und 80 Aktien. Unter den größten Positionen findet sich auch hier die US-Firma Amazon, außerdem der Google-Mutterkonzern Alphabet, der Flugzeugbauer Airbus oder das Pharmaunternehmen Eli Lilly.

 

Seilern World Growth

Die in London ansässige Investmentboutique Seilern setzt mit ihrem Fonds auf Qualitätsunternehmen aus Industriestaaten. Sie stammen fast ausschließlich aus den USA und Europa. Das Fondsmanagement sucht dabei nach Firmen mit soliden Finanzen und gut vorhersehbarem zukünftigen Gewinnwachstum. Der Fonds erzielt dabei auch bei der Nachhaltigkeit sehr gute Bewertungen. Zu den größten der knapp 30 Positionen gehören unter anderem der Google-Mutterkonzern Alphabet, der US-Sportartikelhersteller Nike oder das amerikanische Analyse-Unternehmen Idexx Laboratories.

 

Threadneedle Global Focus Class

Der Fonds der Fondsgesellschaft Threadneedle will seine Benchmark nicht nur bei der Rendite schlagen. Er versucht, auch bei der Nachhaltigkeit besser zu sein als der Vergleichsindex. Das Fondsmanagement wählt daher die insgesamt rund 50 Aktien auch danach aus, ob die Unternehmen eine gute ökologische oder soziale Bewertung haben. Zu den größten Positionen zählen auch in diesem Fonds die großen US-Technologiewerte: Amazon, Microsoft und der Google-Konzern Alphabet. Mit dabei ist außerdem die japanische Personalfirma Recruit Holdings.

 

Fidelity World Fund

Der Finanzdienstleister Fidelity setzt bei diesem Fonds ebenfalls vor allem auf Technologiewerte. Mindestens die Hälfte des Fondsvermögens fließt dabei in Aktien von Unternehmen, die als nachhaltig gelten. Auch beim Fidelity World Fund finden sich die großen US-Tech-Firmen unter den zehn größten Positionen: Amazon, Microsoft oder Apple. Hinzu kommt unter anderem der japanische Elektronikkonzern Sony. Wie bei den anderen Fonds liegt der Schwerpunkt der Investitionen auf den USA.

 

So kaufen Sie einen weltweiten Fonds

Die Fonds in der Tabelle können Sie bei Onlinebrokern und Direktbanken wie Comdirect, Consors, ING oder DKB kaufen. Um den Fonds zu finden, geben sie in die Suchmaske der jeweiligen Bank die ISIN ein, die in der Tabelle aufgeführt ist. Das ist die Identifikationsnummer des Fonds. Wenn Sie den Namen des gefundenen Fonds anklicken, sehen Sie, ob Sie den Fonds kaufen können – oder auch einen Sparplan damit anlegen.

Sparpläne bieten nicht alle der genannten Direktbanken für alle fünf Fonds an. Die Fonds von T. Rowe Price und Fidelity sind bei ihnen nicht sparplanfähig. Für einen Einmalbetrag kaufen kann man sie jedoch etwa bei der DKB. Den Fonds von Threadneedle gibt es als Sparplan bei ING und Consorsbank. Der Seilern World Growth Fund ist bei DKB und Comdirect als Sparplan möglich. Für den Fonds von Morgan Stanley lässt sich bei allen genannten Banken ein Sparplan anlegen.

Weil alle fünf Fonds aktiv gemanagt werden, wird beim Kauf in der Regel ein sogenannter Ausgabeaufschlag fällig. Er beträgt bis zu fünf Prozent des Kaufbetrags, unterscheidet sich aber von Bank zu Bank. Achtung: Der Ausgabeaufschlag fällt auch bei jedem Kauf über einen Sparplan an. Bei einer monatlichen Sparplanrate von 50 Euro und einem Ausgabeaufschlag von drei Prozent gehen daher bei jedem Kauf einmalig 1,50 Euro ab. Neben den laufenden Kosten muss der Fonds also auch diese Kosten über die Rendite wieder wettmachen, damit er unterm Strich im Plus landet.

Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

  Andreas Jalsovec