Geldanlage

Fondssparen: Sieben Denkfehler, die Rendite kosten

Update: 09.10.2020
Auf einen Blick
  • Fehlerhafte Anlageentscheidungen können den Ertrag beim Fondssparen mindern.

  • Wer sich gründlich informiert und ausgewogen investiert, stabilisiert den Gewinn.

  • Biallo.de nennt die wichtigsten Irrtümer und sagt, wie man sie vermeidet.

Wer einige häufige Irrtümer beim Fondssparen vermeidet, kann seine Renditechancen deutlich verbessern.
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Irrtum Nummer 1: Fonds mit Spitzenratings schlagen den Markt

Gute Ratingnoten sagen zwar viel über die Qualität eines Fonds und dessen Management aus – ein Garant für erfolgreiches Fondssparen sind sie aber nicht. So unterlaufen auch Topmanagern Fehleinschätzungen und Anlagefehler. Unterm Strich können selbst Fünf-Sterne-Fonds schlechter laufen als der Markt.

Biallo-Tipp: Nicht nur auf Ratingnoten schauen, sondern auch auf die Langzeit-Wertsteigerung, auf das Abschneiden gegenüber vergleichbaren Fonds sowie dem Vergleichsindex. Nur wenige aktiv gemanagte Fonds können den Markt schlagen. Deshalb sind Indexfonds – sogenannte ETFs – oft die bessere Wahl. Vor allem auch im Hinblick auf die Kosten.

Irrtum Nummer 2: Große Fonds laufen besser als kleine

Bekannte Fonds ziehen mehr Anlegergelder auf sich als unbekannte. Das Publikumsinteresse resultiert aus Erfolgen der Vergangenheit. Wächst ein Fonds wegen seines guten Namens immer weiter, so wird er fett und träge. Das Fondsmanagement hat wegen der großen Volumina Mühe, das Geld schnell und gewinnbringend am Markt unterzubringen. Ursache dafür ist der wachsende Einfluss der Anlagebeträge auf die Aktienkurse.

Beispiel: Möchte ein Fondsmanager ein Prozent eines drei Milliarden Euro schweren Aktienfonds in eine Aktie investieren, so müsste er Wertpapiere für 30 Millionen Euro kaufen – das würde den Kurs der Aktie in schwindelerregende, unerwünschte Höhen treiben. Folge: Der Fonsmanager kann nur in Minischritten agieren und verschenkt Renditechancen beim Fondssparen.

Irrtum Nummer 3: Fondsname zeigt Investitionsschwerpunkt an

Oft führen Fondsnamen Anleger in die Irre, weil sie nur teilweise in diejenigen Aktien investieren, auf die die Fondsbezeichnung hinweist. Neben regional oder thematisch ausgerichteten Fonds ist dies häufig bei sogenannten synthetisch replizierenden ETFs der Fall.

Bei Indexnachbildung investieren Fondsgesellschaften vielfach nicht in die Aktien des zugrundeliegenden Index, sondern sie bilden den Index über Derivate, sogenannte Swaps, ab. Dadurch nehmen Anleger ein Kontrahentenrisiko in Kauf. Bei Zahlungsunfähigkeit des Tauschpartners kann der ETF deutlich an Wert verlieren.

Biallo-Tipp: Anleger sollten stets das Fondskonzept, den Anlageschwerpunkt und den tatsächlichen Wertpapierbestand anhand des Fondsprospekts prüfen.

Irrtum Nummer 4: Fonds ohne Ausgabeaufschlag sind preiswert

Sogenannte No-Load-Fonds verzichten auf Ausgabeaufschläge. Anleger, die annehmen, mit diesen Produkten Geld zu sparen, liegen jedoch nur bedingt richtig. Solche Fonds kosten zwar keine Verkaufsgebühr, dafür ist die jährlich berechnete Managementgebühr meist höher als bei herkömmlichen Aktienfonds. Unterm Strich zahlen Anleger bereits nach etwa vier bis fünf Jahren mehr Gebühren für das Fondssparen als bei Fonds mit Ausgabeaufschlägen.

Biallo-Tipp: Welche Gebühren Sie beim Fondskauf im Blick haben sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber "Fondskosten".

Irrtum Nummer 5: Fonds in Euro verhindern Währungsverluste

Ein weitverbreiteter Irrtum. Währungsrisiken werden durch Fonds, die in Euro notieren, nicht ausgeschlossen. Ausnahmen bilden nur Fonds mit Währungssicherung. Das Risiko eines Fonds hängt von den Werten, in die er investiert, ab. Kauft ein Fondsmanager US-Aktien, zahlt er in US-Dollar, kauft er britische Aktien zahlt er in Britischen Pfund. Solche Wertpapiere besitzen stets Währungsrisiken. Die Umrechnung in Euro erfolgt im Fonds.

Biallo-Tipp: Unterm Strich macht es beim Fondssparen kaum einen Unterschied, ob ein Fonds in US-Dollar notiert oder sein Zwillingsfonds in Euro – die Wertentwicklung verläuft nahezu identisch.

Irrtum Nummer 6: Ausschüttende Fonds entwickeln sich schlechter

Betrachtet man nur die reine Kursentwicklung, ist die Annahme richtig, dass der ausgeschüttete Fondsertrag den Kurswert negativ beeinflusst. Grund: Die Ausschüttung verringert den Wert des Fondsvermögens. Beim Vergleich zweier Fonds – egal ob mit oder ohne Ausschüttung – ist es allerdings wichtig, nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Beide Portfolios können nur unter der Annahme der umgehenden Wiederanlage der Erträge zueinander in Bezug gesetzt werden. Abhilfe bei ausschüttenden Fonds schafft der sogenannte Performance-Chart, der Dividenden und Zinsen in der Wertentwicklung mit abbildet.

Biallo-Tipp: Mehr Informationen zum Thema erhalten Sie in unserem Ratgeber "Ausschüttend versus thesaurierend"

Bis zu zehn Prozent Dividende 

Eine interessante Alternative zu Wertpapier-Dividenden sind die Ausschüttungen von Genossenschaftsbanken. In der Spitze winken Dividenden von bis zu zehn Prozent – ganz ohne Kursrisiko. Manche Genossen gehen sogar bundesweit auf Mitgliederfang. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber:  Die besten Dividenden von Genossenschaftsbanken.

Irrtum Nummer 7: Umweltfonds performen schlechter als konventionelle Fonds

Nachhaltigkeit ist nicht zwangsläufig ein Renditekiller, wie vielfach angenommen wird. Grüne Aktienfonds weisen häufig ähnliche Wertentwicklungen auf wie herkömmliche Aktienfonds, auf Sicht der vergangenen zwölf Monate haben sich viele nachhaltige Fonds und ETFs sogar besser entwickelt. Da viele ökologische Themenfonds in Zukunftstechnologien wie erneuerbare EnergienWasser oder Klimaschutz investieren, bestehen langfristig sehr gute Ertragsschancen beim Fondssparen.

Biallo-Tipp: Lassen Sie sich bei grünen Investments nicht vom sogenannten Greenwashing hinters Licht führen. Wann ein Investment wirklich nachhaltig ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber "Nachhaltige Geldanlage".




  Max Geißler


 
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